Im Ergebnis ist es doch haargenau so, wie KA heute in der Kreiszeitung (siehe auch Presseschau hier auf werder.de) sagt:
An sich sind die 2 Spiele Sperre wohl genau die richtige Ahndung des Vorfalls. Auf der anderen Seite muss man sich an die Regeln halten. Und die Regeln besagen, das man bei einer Tatsachenentscheidung des SchiRi nicht nachträglich ermitteln darf.
Der SchiRi hat nun eine Aussage gemacht, nach der er die "streichelnde Backpfeife" für Pogatetz angeblich nicht bemerkt hätte. Das ist nach Ansicht der TV-Bilder noch alberner als die Ausrede Pizarros.
KA sagt zurecht, das er zwar sauer auf den SchiRi ist, weil dieser offensichtlich gelogen hat. Er sagt aber auch das Entscheidende: Man kann dem SchiRi nur eingeschränkt böse sein, weil wenn dieser seinen Fehler (öffentlich) zugegeben hätte, dann hätte er ganz anscheinend hinterher schlechtere Karten gehabt, wieder in der BuLi pfeifen zu dürfen. Und das wird ja mittlerweile auch ganz gut bezahlt.
Die eigentliche Adresse für die Wut ist daher völlig zurecht der DFB und sein Kontrollausschuß selbst: Wenn man so gut gucken kann, das man die Aktion von Pizarro zutreffend bewertet, dann kann man auch nicht daran vorbei sehen, DASS SchiRi Dingert die Aktion gesehen und bewertet hat.
Und damit schafft die Strafe kein Recht, sondern Unrecht: Nämlich Willkür. Da wo Willkür herrscht, gelten die Regeln nicht mehr. Und dann braucht man eigentlich keine Schiedsrichter, keinen Kontrollausschuß und keinen DFB mehr.
Nun war ja hier gegen KA gesagt worden, das er ein Weichei wäre. Er hätte Einspruch einlegen und auf mündlicher Verhandlung bestehen sollen. Dingert hätte dann als Zeuge aussagen müssen und jeder mittelprächtige Anwalt hätte ihn wahrscheinlich in der Luft zerrissen. Wahrscheinlich hätte dann auch das Verfahren eingestellt werden müssen. So gesehen völlig richtig.
Aber manchmal muss man weiter denken: Nämlich sich die Frage stellen, ob sowas dann nicht ein Pyrrhus Sieg geworden wäre: Man hätte dann nämlich mit vielem rechnen können: Mit einer BLÖD-Hetzkampagne gegen Piza, mit einer Anti-Werder-Kampgane ("am grünen Tisch die berechtigte Sperre verhindert") und vor allem mit der negativen Einstellung aller SchiRis, die dann zugesehen hätten, wie einer ihrer Kollegen, der auch unter dem Druck des DFB stand bei seiner offensichtlichen Falschaussage dann hinterher vorgeführt wird. Und es wäre zu befürchten gewesen, das so ein "Erfolg", der dann ja gleichzeitig eine Blamage für den Kontrollausschuss selbst gewesen wäre, was auch in diesem wichtigen Gremium für die Zukunft von Werder nicht unbedingt positiv gewesen wäre.
Denn wenn so ein Gremium schon so tief gesunken ist, das es offensichtliche Willkür übt und gegen die eigenen Regeln verstößt, dann muss man bei solchen Leuten auch damit rechnen, das sie nachrtragend und auch sonst unfair sind.
Und die Spätfolgen solcher Umstände wären dann sicher für Werder nachteiliger gewesen als die 2 Spiele Sperre für eine dumme Undiszipliniertheit eines Spielers, der trotz Alter und Erfahrung nicht das erste Mal mit so etwas auffällt (auch wenn er den Regeln nach nicht als Wiederholungstäter gilt).
Und aus diesem Grunde komme ich zu dem Ergebnis, das KA trotz der offensichtlichen und beschämenden Willkür beim DFB letztlich (mit geballter Faust in der Tasche) das einzig Richtige getan hat.
Man hat nach außen hin die regelwidrige Bestrafung hingenommen. Jetzt ist es an der Zeit, in Ruhe hinter den Kulissen dafür zu arbeiten, das sich so etwas in Zukunft nicht wiederholt. Oder das man so ehrlich ist und die Regeln ändert. Für alle gleich.

Bis auf eine Sache. Die mündliche Verhandlung hätte nada gebracht. Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Vielleicht hat man da minimal Chancen, wenn wirklich gar nichts war wie bei Frings damals, aber selbst da wurde ja nicht von der Entscheidung abgerückt. Ist also hier reine Zeitverschwendung, weils im Grunde ja eine berechtigte Sperre ist.
