Ja, mit so etwas wie Rückgrat tue ich mich auch schwer. Gladbach muss gewaltig aufpassen, falls Eberl gehen sollte. Bei Allofs war WOB damals schon klar. Bei Eberl glaube (?) ich das nicht, dass er ein Bäumchen-Wechselspiel macht. Man kann sich auch täuschen. Und zu Allofs Ehrenrettung muss man sagen, dass er ein wunderbar bestelltes Feld hinterlassen hat. Zumindest laut seiner Einschätzung.
Die jetzige Phase ist für Gladbach brandgefährlich. Mir scheint, dass dort gerade sehr viel zerbricht. Wer würde das Machtvakuum bei denen füllen? Mal eben so funktioniert das nicht. Trotzdem sind die weitaus besser als Werder aufgestellt und könnten evtl. sogar einen Abstieg mit sofortigem Wiederaufstieg finanziell "gut" bewerkstelligen. Ob es soweit kommt, bezweifele ich, denn die Liga ist in der unteren Tabellenhälfte doch arg schwach. Fürth quasi schon abgestiegen. WOB ist da auch noch schwer in der Verlosung trotz des Trainers FK. Warten wir es ab.
Den Vergleich zu Allofs' Zeit bei Werder passt schon irgendwie. Hier wie da "frisst der Erfolg quasi seine Kinder."
Die Parallelität der Ereignisse zwischen Werder in den frühen 2010er Jahren und Gladbach heute sind schon frappierend. In beiden Fällen wurden Klubs, die zuvor unter ihren Möglichkeiten agierten durch kluge Transfers über mehrere Jahre aufgebaut. In beiden Fällen wurden in Zeiten des daraus entstandenen größten Erfolgs die größten Fehler begangen, in erster Linie hinsichtlich getätigter Transfers, aber auch hinsichtlich des ansteigenden Spieler-Etats, der irgendwann nicht mehr finanzierbar wurde. Über Gladbach war jüngst zu lesen, dass man sich die Kosten für den Transfer des IVs Marvin Friedrich von Union Berlin "aus den Rippen schneiden" musste. Was sagt das über die finanzielle Lage eines Vereins, der zuletzt mehrfach international spielte, auch in der CL? Wie damals bei Werder scheint der teure Kader ohne Qualifikation für das internationale Geschäft nicht mehr finanzierbar zu sein.
Eberl, der Werder oft sowohl positiv als Vorbild, aber auch negativ als warnendes Beispiel benannt hat, wusste um den Druck, der nach den großen Erfolgen auf Gladbach lastete, sowohl sportlich als auch finanziell. Die finanzielle Lage wurde nicht zuletzt durch Corona zum Problem. Darauf musste man reagieren. Wie einst Werder war Gladbach offenbar nach dem Kauf diverser Hochkaräter (Plea, Thuram, usw.) darauf angewiesen, entweder permanent international zu spielen, oder in jedem Jahr einen Topstsr teuer zu verkaufen.
Die Fehlerkette des Max Eberl begann spätestens mit dem Festhalten an Trainer Rose, der sich seinerseits innerlich schon Richtung Dortmund abgesetzt hatte.
Als Ersatz holte Eberl einen Adi Hütte für mehr als 7 Mio Euro. Viel Geld für Gladbacher Verhältnisse, trotz CL-Einnahmen. Gleichzeitig verzichtete Gladbach in dieser finanziell durch die hohen Kaderkosten und die corona-bedingten Einnahmeverluste offenbar schon schwierigen Phase gänzlich auf Transfereinnahmen. Trotz des beibehaltenen Kaders und des teuren Trainers reüssiert die Kombination nicht.
Was allein bei dem mehr als wahrscheinlichen erneuten Verpassen Europas mit dem Kader passieren könnte, kann man sich ausmalen. Absteigen werden die Gladbacher sicher nicht, dazu sind eigene Qualität zu hoch und die Konkurrenz zu schwach.
Für Vereine wie Werder, Gladbach u.a. bleibt es eine große Herausforderung, längere Zeit im Konzert der Großen mitzuspielen. Kleine Fehler haben hier manchmal große Folgen. Wie groß der Druck auf die Macher in diesen Klubs ist, hat man heute an Max Eberl während Gladbachs PK erkennen müssen.
Alles Gute für ihn und Respekt für seine jahrelange vorzügliche Arbeit.