Bewerbungsgespräch: kritische Fragen

Ich hatte letzte Woche zwei Vorstellungsgespräche. Am Donnerstag fragten sie mich, ob ich zielstrebig sei. Hab dann geantwortet, daß ich schon der Meinung wäre das ich zielstrebig sei. Dann kam im Anschluß die Frage, warum ich denn dann 7 Jahre studiert hätte. Hab halt viel auf nebenbei jobben geschoben ;)
Freitag war ich dann zum dritten Mal bei einem anderen Unternehmen, da hab ich heute die Zusage bekommen und sie angenommen.

Glückwunsch- zum Job und der guten Ausrede für ein ausgedehntes Studium ;)
 
Sehr wichtig ist immer der erste Eindruck. Also Vorsicht bei der Klamottenwahl, nicht zu lässig, aber auch nicht zu aufgetackelt. Bei Frauen gegebenenfalls noch auf das Makeup achten, weniger ist manchmal mehr! Dies ist allerdings natürlich berufsbezogen.
Dann ist der Händedruck sehr entscheidend. Ich mag es nicht lebloses Fleisch in die Hand zu nehmen, aber auch nicht wenn mir die Hand zerquetscht wird. Da ich mit Kunden zu tun habe, teste ich meistens noch, ob der eventuelle Azubi etwas Smalltalk beherrscht.
Ich achte darauf, dass man mir in die Augen schaut. Und ich stelle Fragen darüber, wie er sich den erwählten Job vorstellt, was er von seiner Ausbildung erwartet. Manchmal ist man überrascht, was da für abstruse Antworten kommen. Also beschäftigt Euch mit dem Berufsbild und auch mit der Firma und seiner Philosphie!
Wenn diese Hürde genommen ist, dann denke ich, habt Ihr schon einmal ein recht positives Bild hinterlassen...
 
ja genau - außerdem kann ich mich an ein Vorstellungsgespräch Ende der 90er erinnern, da wurde ich zum Mittagessen in die Kantine eingeladen und es gab Brathähnchen. Offenbar wollte der Personaler meine Motorik und Manieren überprüfen. Das witzige, seine Krawatte streifte den fettverschmierten Teller, als er kurz aufstand um einen Kollegen zu begrüßen. :lol:

:lol:

Die sieht man, daß Personalentscheider auch nur Menschen ist. ;)

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß wenn man bei einem Vorstellungsgespräch auf der anderen Seite des Tisches sitzt, auch nicht alles rund läuft. Nur sollte man sich es noch weniger anmerken lassen als die Bewerber und es kaschieren, es sei denn, man schiebt so wie ich versehentlich den Locher vom Schreibtisch.
 
Ich war einfach verdammt ehrlich beim Gespräch... Das kam wohl sehr gut an! (Gespräch: Ausbildung beim Finanzamt)...


In Sachen "Ihre Stärken":

- Ich bin zuverlässig, fleißig, immer freundlich, nicht launisch und vorallem ehrlich...

In Sachen "Ihre Schwächen":

- Ich bin ehrlich, rede manchmal viel, zu nett...


Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

... Ich singe in einer Punkband...



Naja, ich habe mich auf Politikfragen eingestellt... Davon kam nicht viel. Eher waren es Fragen zu meiner Person und zum Thema Werbung usw... Komische Themen...
 
So ganz nebenbei finde ich es deutlich entspannter, wenn mir beim Gespräch mehrere Leute gegenüber sitzen. Gespräche mit nur einem Personaler fand ich immer sehr anstrengend und war sehr nervös. Aber sowohl bei meiner Ausbildungsstelle als auch jetzt bei meiner Arbeitsstelle, saßen mir 5 Leute gegenüber, u.a. eben Ausbilder, Personalchef, Frauenbeauftragte(Oo) und Kollegen.
 
Wichtig auch die News/Nachrichten der letzten Woche/n, vorallem die Themen die Deutschland betreffen sowie momentan Stuttgart 21 oder aus gegebenem Anlass vielleicht sogar Tag d. deutschen Einheit (was natürlich schon länger zurückliegt), oder mit den Atommüllendlagern
 
"Warum ist das Sozial und Arbeitsverhalten nur auf 2 und nicht auf 1"

Hat mich voll ausn Konzept gebracht. Weiß da immer noch keine gute Antwort drauf.
 
Kann ich (für später mal) eigentlich als positive Eigenschaft meine Anpassungsfähigkeit nennen oder wird das dann auch auf das Bewerbungsgespräch bezogen?
 
Ich würde es einfach ein wenig umformulieren... vielleicht eher sagen, dass du dich gut in neuen Situationen zurecht finden kannst, oder keine Probleme damit hast, mit neuen Situationen gut umzugehen. Das klingt besser, kommt aber auf dasselbe raus :)

Und mal etwas ab vom Thema (ein bisschen): gibt's irgendwo gute Tipps fürs Bewerbungsschreiben?
 
Und mal etwas ab vom Thema (ein bisschen): gibt's irgendwo gute Tipps fürs Bewerbungsschreiben?

Ich habe vor ca. anderthalb Jahren mal ein Seminar von der Schule aus besucht und könnte dir aus der Erinnerung heraus noch Tipps geben, wenn ich es denn sehe. Ansonsten: googlen. Aber aufpassen, dass du nicht auf Laientipps "alter Schule" stößt.

@Olli: Weil das die Standardnote an meiner Schule für die mit gutem Arbeits-/Sozialverhalten war. (Und z.T. hat man damit wirklich recht. Hoffentlich wird es im Fall einer Notlüge nicht recherchiert.)
 
Möglichst spontan antworten bzw. so tun als ob mans eben nicht einstudiert hat und nicht irgendwas 08/15 blabla runterleiern.
Wirkt locker und selbstsicher, ein smart eingestreutes Witzerl am Rande kann auch nicht schaden ;)
Bin damit eigentlich immer gut angekommen.
 
Du sollstest dich nicht allzusehr verstellen,
einfach locker bleiben auch wenn es schwer ist
bei mir hats gleich beim ersten Gespräch geklappt
 
Einfach knallhart die Wahrheit sagen. Auch wenn die Wahrheit dann vielleicht manchmal nicht gut genug ist, um einen Job zu bekommen. Wenn du dich z.B. schlecht durchsetzen kannst, sag' das. Irgendwann fällt es sowieso auf, spätestens, wenn du nach ein paar Jahren mal eine Abteilung leiten sollst. Wenn man schon anfängt, sich im Vorstellungsgespräch zu verstellen, kann man sich ja ausmalen, wie es dann erst nach einer möglichen Einstellung aussieht. Außerdem geht es im Vorstellungsgespräch zunächst mal um Glaubwürdigkeit. Und die erreicht man nicht (zumindest nicht in Branchen, in denen ich guten Gewissens arbeiten würde), wenn man Stärken als Pseudo-Schwächen ("zu ehrgeizig", "zu sorgfältig") zu verpacken versucht.

Das Problem ist leider, dass viele heutzutage schon vor Vorstellungsgesprächen so eingeschüchtert sind (gerade junge Leute bei der Ausbildungsplatzsuche), dass sie gar nicht mehr wagen, ehrlich zu sein. Das ist der häßliche Nebeneffekt der Tatsache, dass der Mensch heute der Wirtschaft dient. Nicht umgekehrt, wie es eigentlich mal vorgesehen war.
 
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