Ich würde nach meinen eigenen Erfahrungen niemandem unterstellen er würde bewußt weggucken. Vielmehr ist es so, dass ein Jugendamt über arg begrenzte Ressourcen verfügt und der "Verwaltungsaufwand" der ob der sensiblen Tatsachen die behandelt werden, betrieben werden muss dermaßen Ressourcen bindet, dass "man" sich nicht derart "kümmern" kann, wie man müsste.
Den Ansatz halte ich für richtig, sehe aber auch genau die Widerstände, wie sie Maddin "provokant" aufzeigt. Dabei gehts bspw. um Eltern, die selbst nicht mächtig sind, ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen.
Solchen Menschen wird dann ja auch (Hilfe zum Leben) HzL angeboten. Wenn man diesen Weg gehen möchte, muss man investieren und die Ressourcen aller Jugendämter aufstocken und am besten einen oder mehrere eigene Rechtsberater in diesem Bereich vorhalten, die sich des rechtlich sensiblen annehmen. Man kann nicht von einem Sozpäd erwarten, derart fundierte Rechtskenntnisse aufbauen zu müssen. Wobei es in dem Bereich ja schon wahnsinn ist, was denen "aufgebürdet" wird.
Also ich würde einigen Mitarbeiter im Jugendamt schon unterstellen das sie weggucken. Denn wenn man genau hinguckt und etwas verändert, könnte es ja mal ungemütlich werden. Man muss seine Entscheidungen rechtfertigen, muss mit Widerstand der Familie rechnen und steht evtl. noch in der Zeitung als böses Jugendamt. dann lieber in Ruhe auf die Rente warten. Es gibt Mitarbeiter die sieht man nur, wenn es zu Gerichtsverhandlungen kommt. Dann sind sie die Vertreter der Jugend Gerichtshilfe. Ansonsten sieht und hört man von denen nichts. Kurz vor der Verhandlung lassen sie sich dann vom Sozialpädagogen auf den neuesten stand bringen, damit sie vor Gericht kompetent erscheinen.
Ich will es nicht generell Allen unterstellen, aber es gibt schon einige.
Einige Verantwortliche können oder wollen keine Verantwortung übernehmen.
Ich hab schon selbst erlebt, dass mich ein Bewährungshelfer anruft und mich fragt, was er denn jetzt machen soll. Ich sagte ihm, dass der Jugendliche seine letzte Chance vertan hat und jetzt natürlich die Bewährung hinfällig sei. Der Bewährungshelfer antwortete dann, dass der Jugendliche gerade in seinem Büro sitzt und das Telefon auf laut steht... !
Der Jugendliche hat alles mitgehört. Der Bewährungshelfer hat seine Verantwortung an mich abgegeben.
Für mich wird oft zu nachsichtig und ängstlich gehandelt.
Ich denke schon, dass die finanziellen Mittel vorhanden sind. Nur wird zu viel an anderer Stelle verpulvert. Zum beispiel für unnötige U 25 Maßnahmen in denen die Teilnehmer fast nur abhängen.
Ich möchte es wie gesagt nicht verallgemeinern. Auch hat dieser Beitrag nicht direkt was mit den HSV Randalen zu tun.
Nur kann man sehen, dass wenn man bei der Erziehung versagt, es später zu großen Problemen kommen kann. Auch zu Problemen dass Jugendliche, junge Erwachsene in Ihrer Freizeit Randale beim Fußball machen. Irgendwann ist bei denen mal was in ihrer Kindheit oder Jugend schief gelaufen. Nur so kann ich mir dieses abartige Verhalten erklären. so abartig, dass Fußball der einzige Lebensinhalt ist, dass man dafür Menschen Verletzt oder gar tötet.