Nur mal so. Ich hatte letzte Woche das Interview von A Hoetzel in der Deichstube gelesen. Nicht gerade ein Quell der Selbstkritik. 2019 wollte Werder zu viel, Corona hat die wirtschaftliche Situation herbeigeführt und - das gefiel mir am Besten - das neue NLZ sollte wegen des Klimawandels nicht mehr in der Pauliner Marsch gebaut werden.
Ein Satz allerdings ließ mich aufhorchen: Das ist die ewige Misere rund um Werder mit Erwartungshaltung, Anspruchsdenken und Realität.
Das sollte man auf sich wirken lassen. Das Fußballfans den sportlichen Erfolg ihres Vereins sehen möchten, ist eine banale Weisheit. Nur die Frage bleibt doch, inwieweit speziell die Werderfans eine internationale Rückkehr eingefordert haben? Ich vermag aus der Ferne nicht erkennen, dass die Werderfans in Aufmärschen die EL oder CL vom Verein nachgefordert hätten?! Auch die Musik und die eingespielten Lieder im Stadion werden vom angestellten Stadionsprecher abgespielt.
Woran ich mich wiederum sehr gut erinnere, dass MB und später mit seinem GF Sport FB diese Erwartungen bedient haben. Unter dieser Prämisse darf man feststellen, dass sie an ihren eigenen Erwartungen gescheitert sind. Diese beiden Personen stehen für den wirtschaftlichen und sportlichen Absturz, den sie hauptverantwortlich zu verantworten haben. Würde solche Misserfolge Konsequenzen nach sich ziehen? MB selber ist zurückgetreten und vier ASR auch. Hätten sie es vor der JHV gemusst? Die Antwort ist Nein.
Wenn die JHV eines gezeigt hat, dass eine Abrechnung mit den Geschehnissen in und um den Abstieg nicht gewünscht war. MB bekam tosenden Beifall und FB nahm sich sogar heraus, den Mitgliedern eine unmissverständliche Mitteilung zu machen, in dem er sagte, dass er es nicht nötig hätte, weiterhin diesen Posten zu bekleiden aber es machen würde. Er bekam dafür teilweise Standing Ovations. Andernorts hätte eine solche Ansage vor dem Hintergrund eines Abstiegs im Auditorium Widerstand erzeugt. Nicht so in Bremen.
Das ein ARV Fuchs nun mit der Arbeit von FB sehr zufrieden sei, entspricht dem Willen der Mitglieder. Objektiv gibt es keinen Grund mehr, FBs Arbeit in Frage zu stellen. Somit dürfte die VVL von FB nur noch kleine Details wie Vergütung und Laufzeit beinhalten.
Besagter ARV Fuchs verweist in seinem Interview auf eine Satzungs-Kommission, die wohl die Rolle des Vereins innerhalb der KG bewerten soll. Gleichzeitig sieht er sich als Übergangs-ARV. Übergang zu was?
Was in seinem Statement ausgeblendet wird, ist die aktuelle Tabellensituation. Werder befindet sich im Niemandsland der 2.Liga und die Zufriedenheit mit FBs Arbeit bedeutet im Umkehrschluss eine gefährdete Position des Trainers Anfang. Da FB gute Arbeit vorweisen kann, die sich allerdings bislang nicht in den Ergebnissen widerspiegelt, wird MA Probleme bekommen.
Im Grunde genommen wird in Bremen Alles beim Alten bleiben. Nur erlaube ich mir die Frage: was will Werder Bremen in der 1.Liga mit weiterlaufenden Strukturen, wenn man unverrückbar an seinem Werderweg festhält, der nach über 10 Jahren fortwährenden Abstiegskampf mit dem Abstieg geendet hat?