Allgemeiner Wahl-Thread

Welche Koalition wünscht Ihr Euch?

  • CDU / CSU / SPD

    Votes: 3 17,6%
  • CDU / CSU / Grüne

    Votes: 2 11,8%
  • SPD / Grüne / Linke

    Votes: 6 35,3%
  • Nichts davon - Neuwahlen

    Votes: 6 35,3%

  • Total voters
    17
Seit ich lebe, ist ein Bundeskanzler mit seiner Regierung jedenfalls noch nie so abgestraft worden, wie zur Zeiten des Medienkanzlers Schröder. Mit den Folgen seiner Regentschaft hat die SPD heute noch zu kämpfen. Zur Erinnerung: Die SPD hat bei der Wahl vor 2 Tagen bundesweit 23% der Stimmen bekommen...

Das hat nur zum Teil was mit Rot-Grün zutun. Das geht zum großen Teil auf Ypsilanti und den Vertrauensverlust der SPD zurück, denke ich.
 
Das hat nur zum Teil was mit Rot-Grün zutun. Das geht zum großen Teil auf Ypsilanti und den Vertrauensverlust der SPD zurück, denke ich.

Das kommt dazu, da gebe ich Dir Recht. Genau wie die Dienstwagenaffäre von Ulalala und die Tatsache, dass die SPD eigentlich von vorneherein keine Machtoption hatte, so wie die damit verbundene Tatsache, dass zumindest im Bezug auf den Kanzler-Posten keine Wechselstimmung im Land war.
 
Pro Kanzler Wowereit :) !
Um Steinbrück ist es wirklich schade, geht der jetzt vielleicht zurück nach NRW und schmeisst Rüttgers vom Landesthron?
Der Gesundheitsexperte heißt Karl Lauterbach, glaube ich. Hat auch seine Zweitwohnung neben dem Studio von Anne Will und co.
 
Die Märkte der Zukunft liegen in Asien und wir (wie ganz Europa) können unseren Wohlstand (und dazu zähle ich nicht nur materielle Dinge) nur halten (von weiterentwickeln möcht ich gar nicht sprechen), wenn Zukunftstechnologien und Wissen unsere oberste Priorität bekommen.

B.

Wieso wollen CDU/FDP dann weiter in die Atomkraft investieren? Ach, ich vergaß, die Lobbyinteressen.
 
und damit, dass FWS eine äußerst farblose Person ist

Fand ich aber gar nicht so schlimm. In Deutschland wählt man ohnehin eine Partei und nicht den Kanzlerkandidaten.

Ich fand seinen Wahlkampf zum Schluss sehr gut, und wäre es da um seine Person und nicht um die Partei gegangen hätte das eher gestört.
Ich finde Obama echt toll (ich gehe davon aus an den denken viele im Moment, wenn man von "charismatischen" Politikern redet.) und das gebe ich auch gerne zu, aber dessen Wahlkampf, in dem der Hype doch meistens viel mehr um seine Person als um die Partei und die Politik ging, hätte in einer krisengeschüttelten Zeit wie dieser eher geschadet. Übrigens konnte Obama auch erst richtig punkten als er im Zeichen der Krise aufgehört hat einen Wahlkampf für seine Person zu führen und zu einem Wahlkampf für seine Politik übergegangen ist...

So furchtbar farblos fand ich Steinmeier übrigens gar nicht. Dass Politik in Deutschland sich weniger auf Personen konzentriert als in den USA, sondern eher auf die Parteien ist normal. Und wenn dann doch die Persönlichkeiten in den Fokus geraten, dann geht es ja meistens schief... ;) Ein "farbloser" Kanzler, der seine Politik durchzieht wäre also genau das Richtige im Moment. Jetzt finde ich Merkel aber auch nicht so eine schillernde Persönlichkeit, als dass sie zu viel Aufmerksamkeit auf sich lenken würde. Ich fand sie alks Kanzlerin der großen Koalition nicht schlecht. Die schwarz-gelbe Kombination mag mir aber trotzdem nicht schmackhaft werden ;)
 
Die SPD hat (seinerzeit mit den Grünen) die Hartz-Gesetze auf den Weg gebracht. Das hat sie viel Vertrauen bei ihrer Anhängerschaft gekostet.

In den Betrieben geht die Angst vor Armut (Hartz IV nach einem Jahr Arbeitslosigkeit) um. Viele Menschen sind eingeschüchtert und trauen sich nicht mehr, ihre ganz normalen Rechte wahrzunehmen. Aus Angst vor Jobverlust gehen sie krank zur Arbeit. Als 400-€-Jobber verzichten sie auf ihre Rechte (!) wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaub. In Tarifkonflikten verzichten viele auf ihr verfassungsmäßiges Grundrecht auf (Warn-)Streik zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Viele leisten unbezahlte Mehrarbeit, weil sie Angst haben vor Jobverlust.

Die Hartz-Gesetze haben die von der Verfassung (Tarifautonomie) gewollte "Waffengleichheit" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern beseitigt.

Arbeit billig machen, um Arbeitsplätze zu schaffen, war die rot-grüne Idee. Sie führte zu Hungerlöhnen und Rechteverlusten der Arbeitnehmer. Die SPD hat das Vertrauen der Arbeitnehmer durch ihren Drang nach rechts in die vermeintliche "Mitte" verloren. Damit hat sie ihre Konturen in der Abgrenzung zur ebenfalls in die "Mitte" drängende CDU aufgegeben. Beide Parteien sind nur noch schwer voneinander unterscheidbar (z.B steht heute Geißler, CDU, offenbar weiter links als z.B. Steinmeier, SPD). Damit hat die SPD im linken Spektrum selbst Raum geschaffen für die Linke, die sich klar gegen die Rechts-SPD positioniert.

"Sozial ist, was Arbeit schafft"? Nein: Das allein ist zu wenig. Auch die Qualität der Arbeitsplätze und ihre Bezahlung spielen eine Rolle. Jobs für 5, 6 oder 7 € sind zwar Arbeitsplätze, aber eben nicht sozial. Das erkennen die Wählerinnen und Wähler, und sie wenden sich deshalb ab von den so genannten Sozialdemokraten.
 
Zitat von linksaußen;639690:
"Sozial ist, was Arbeit schafft"? Nein: Das allein ist zu wenig. Auch die Qualität der Arbeitsplätze und ihre Bezahlung spielen eine Rolle. Jobs für 5, 6 oder 7 € sind zwar Arbeitsplätze, aber eben nicht sozial. Das erkennen die Wählerinnen und Wähler, und sie wenden sich deshalb ab von den so genannten Sozialdemokraten.

aber genau an diesem punkt setzt die SPD doch momentan an... daran liegt mMn der vertrauensverlust in die partei wohl eher nicht...

als schlagworte will ich da mal nur die mehrwerssteuererhöhung und die rente ab 67 nennen...
 
Die Schröder-SPD selbst hat die Entwicklung zum Hungerlohn, zum Missbrauch der Leiharbeit und zur Hartz-IV-Armut in Deutschland angeschoben. Da glaubt man ihr eben nicht, dass sie jetzt den Kampf für die Entrechteten führen will. Der Dieb rennt aus dem Laden und ruft: "Haltet den Dieb."
Was Du nennst, Olli, kommt noch dazu.
 
da hast du recht...
um jetzt wieder die alten wählerstimmen zurück zu gewinnen, muss sich die SPD aber wieder ganz klar "sozial gerecht" positionieren...
mMn wird ihr dies in der opposition auch besser gelingen als in einer großen koalition.
 
fraglich ist bloß, ob man es schafft, innerhalb von 4 jahren wieder an glaubwürdigkeit zu gewinnen, dass man wirklich eine sozial-demokratische partei ist. ich bezweifel das. die haben sich leider in den vergangenen elf jahren derart viel porzellan zerkloppt, dass das nicht in 4 jahren zu kitten ist. zumal der großteil der leute, die den niedergang der spd zu verantworten haben, immernoch im boot sitzen.
 
fraglich ist bloß, ob man es schafft, innerhalb von 4 jahren wieder an glaubwürdigkeit zu gewinnen, dass man wirklich eine sozial-demokratische partei ist. ich bezweifel das. die haben sich leider in den vergangenen elf jahren derart viel porzellan zerkloppt, dass das nicht in 4 jahren zu kitten ist. zumal der großteil der leute, die den niedergang der spd zu verantworten haben, immernoch im boot sitzen.

Ich denke, dass der neuen Regierung von den Wählern auch zumindest 8 Jahre, also zwei Legislaturperioden, eingeräumt werden sollten/werden.
 
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