Die SPD hat (seinerzeit mit den Grünen) die Hartz-Gesetze auf den Weg gebracht. Das hat sie viel Vertrauen bei ihrer Anhängerschaft gekostet.
In den Betrieben geht die Angst vor Armut (Hartz IV nach einem Jahr Arbeitslosigkeit) um. Viele Menschen sind eingeschüchtert und trauen sich nicht mehr, ihre ganz normalen Rechte wahrzunehmen. Aus Angst vor Jobverlust gehen sie krank zur Arbeit. Als 400-€-Jobber verzichten sie auf ihre Rechte (!) wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaub. In Tarifkonflikten verzichten viele auf ihr verfassungsmäßiges Grundrecht auf (Warn-)Streik zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Viele leisten unbezahlte Mehrarbeit, weil sie Angst haben vor Jobverlust.
Die Hartz-Gesetze haben die von der Verfassung (Tarifautonomie) gewollte "Waffengleichheit" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern beseitigt.
Arbeit billig machen, um Arbeitsplätze zu schaffen, war die rot-grüne Idee. Sie führte zu Hungerlöhnen und Rechteverlusten der Arbeitnehmer. Die SPD hat das Vertrauen der Arbeitnehmer durch ihren Drang nach rechts in die vermeintliche "Mitte" verloren. Damit hat sie ihre Konturen in der Abgrenzung zur ebenfalls in die "Mitte" drängende CDU aufgegeben. Beide Parteien sind nur noch schwer voneinander unterscheidbar (z.B steht heute Geißler, CDU, offenbar weiter links als z.B. Steinmeier, SPD). Damit hat die SPD im linken Spektrum selbst Raum geschaffen für die Linke, die sich klar gegen die Rechts-SPD positioniert.
"Sozial ist, was Arbeit schafft"? Nein: Das allein ist zu wenig. Auch die Qualität der Arbeitsplätze und ihre Bezahlung spielen eine Rolle. Jobs für 5, 6 oder 7 € sind zwar Arbeitsplätze, aber eben nicht sozial. Das erkennen die Wählerinnen und Wähler, und sie wenden sich deshalb ab von den so genannten Sozialdemokraten.