Die Meldungen über getötete Zivilisten, tote Soldaten werden in letzter Zeit leider mehr, als es sie vor 5 Jahren gab und das ist auch ein Teil dessen, was mich nachdenklich stimmt, eigentlich sollte man ja meinen, dass sich die Lage irgendwann mal verbessert.
Stimmt, die Meldungen über Kampfhandlungen mit Beteiligung der Bundeswehr hat zugenommen. Dennoch trägt die Zahl der gemeldeten Vorfälle doch wohl kaum eine Wahrnehmung, wonach die Bundeswehr täglich und ausschließlich mit Kämpfen gegen die Taliban beschäftigt ist.
Dass zwischen Soldaten und Aufbauhelfern unterschieden werden kann, ist mir schon klar. Aber man kann nicht zwischen deutschen Soldaten unterscheiden, die eher passiv sind und denen, die Luftunterstützung anfordern um zahlreiche Menschen zu töten, von denen keiner sicher sagen kann, ob es Terroristen sind oder nicht.
Die Menschen, die die Bundeswehrsoldaten in ihrem Ort als Helfer erlebt haben, werden sie sicher anders beurteilen als Menschen, die noch nie direkten Kontakt hatten - genauso geht es uns doch auch.
Die Terrorgefahr würde sinken, gänzlich ausschließen wird sie aber niemand können. Ich glaube wir lassen die moralische Schiene jetzt besser weg, weil ich dich sonst immer wieder fragen werde, warum wir bei Völkermorden in Afrika nicht auch einschreiten.
Das ist keine moralische, sondern schlicht eine pragmatische Frage. Du kannst den Terrorismus gleich welcher Couleur nicht stoppen, indem du dich vor ihm zurückziehst. Im Gegenteil, der Rückzug ermutigt die Fanatiker noch weiter und ermuntert sie dazu, mit dem Terror fortzufahren. Irgendwann ist allerdings auf dem Planeten kein Platz mehr, an dem du dich noch vor ihnen verstecken könntest...
Es geht bei dem Krieg einzig und allein um deutsche bzw. internationale Interessen, alles andere dient nur als Totschlagargument um dem Einsatz zu rechtfertigen. Wenn man wirklich helfen wollte, würde man das ohne Waffen machen.
Natürlich ist es unser und internationales Interesse, die Bedrohung durch die Taliban und Al Qaida einzuschränken - wer hätte das denn je bestritten? Und verwerflich ist das schon mal gar nicht. Allerdings ist es völlig unrealistisch, diese Mordbuben komplett ohne Waffeneinsatz stoppen zu wollen.
Aber jetzt hab ich nochmal eine klare Frage an dich: Kann man Terrorismus dadurch stoppen, wenn man sich ein Land im nahen Osten aussucht und da einen Krieg führt?
Was soll denn solch eine platte Frage, die man natürlich nur mit Nein beantworten kann? Wird das Differenzieren jetzt zu kompliziert?
Wie gesagt - wenn man da erstmal versucht hätte ohne Militär zu helfen, hätte es sofort Aufstände gegeben, wenn die Taliban diese daran gehindert hätten. Die Leute sind doch nicht dumm...
Mal ehrlich - von den Taliban weißt du eigentlich gar nichts, oder?
Diese Gruppierung hat nachweislich schlimmste Akte der Barbarei mit Folter, Vergewaltigung und Mord an allen begangen, die ihnen in irgendeiner Form in die Quere kamen; das Verbreiten von Furcht unter der Bevölkerung ist für sie eine natürliche Form des Machterhalts. Einen Aufschrei der Empörung hätte es da allerhöchstens in dem Land gegeben, aus dem die von dir so freimütig geopferten Helfer gekommen wären.
