Allgemeiner Wahl-Thread

Welche Koalition wünscht Ihr Euch?

  • CDU / CSU / SPD

    Votes: 3 17,6%
  • CDU / CSU / Grüne

    Votes: 2 11,8%
  • SPD / Grüne / Linke

    Votes: 6 35,3%
  • Nichts davon - Neuwahlen

    Votes: 6 35,3%

  • Total voters
    17
Das ist doch nun wirklich ein ganz billiges Klischee mit dem sie SPD seit 100 Jahren Wahlkampf macht.

Nun ja, die Bestrebungen der FDP gegen Mindestlöhne, in Richtung einer Lockerung des Kündigungsschutzes und möglichst offener Märkte sind klar belegbar und werden auch so von den Vertretern der Partei artikuliert. Als Klischee würde ich das nicht bezeichnen, eher als Fakten.
 
Fakt ist aber auch, dass sich die FDP mittlerweile als einzige Partei für Leute einsetzt, die arbeiten und damit unser Gemeinwohl erwirtschaften. DAS ist sozial und gerecht.
Alle anderen etablierten Partein bedienen nur noch Wählergruppen, je nach Gusto von Arbeitslosen bis Senioren. Ich habe nichts gegen diese Gruppen und sehe durchaus auch die Notwendigkeiten des sozialen Ausgleichs, dies sollte aber eben nicht zu lasten derer gehen, die jeden morgen aufstehen und einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen bzw. täglich ein unternehmerisches Risiko eingehen.
 
Fakt ist aber auch, dass sich die FDP mittlerweile als einzige Partei für Leute einsetzt, die arbeiten und damit unser Gemeinwohl erwirtschaften. DAS ist sozial und gerecht.

Ich gehe ebenfalls einer geregelten Arbeit nach und halte die FDP trotzdem für das Gegenteil von sozial gerecht und damit unwählbar. Aber das ist nur meine Meinung. Man könnte das noch endlos diskutieren. Mir ging es nur darum darzustellen, für was diese Partei aus meiner Sicht unter anderem steht. ;)
 
Sorry. Aber meiner Ansicht nach weiß die FDP gar nicht was sie will. Als Landtagswahl in Bayern war, machten sie auf ihren Plakaten Werbung mit:
" FDP-der deutlichste Kontrast zu SCHWARZ!". Die Folge: Die FDP ging eine Koalition mit den Schwarzen also der CSU ein. Wo ist dann der Kontrast?

Zudem: Das Wahlprogramm der FDP mag an manchen Stellen ja ganz gut sein. Das andere und das Zählt nun auch für die CDU und die SPD werden da teilweise Versprechen gemacht die Nie und nimmer eingehalten werden können.
 
Sicher, das kann man endlos diskutieren und dazu ist hier der falsche Platz (wenn es überhaupt Sinn macht).
Ich bin kein FDP-Wähler und mir ging es nur darum festzuhalten, dass diese Begrifflichkeit von "sozialer Gerechtigkeit" so unsäglicher Unfug ist. Gerecht ist in meinen Augen nunmal nicht, dass einige 40 h die Woche arbeiten und unterm Strich weniger haben, als ein Arbeitsloser, der schwarz arbeitet und noch jede Menge staatliche Transferleistungen erhält.
Genau diese Wortgruppe "sozial / gerecht" werden wir jedoch in den nächsten Wochen noch bis zum Erbrechen hören und lesen.
 
Wir dürfen bald zur U18 Wahl gehen :)

Ich hab letztens Anne Will gesehen (:rolleyes:) und muss sagen, was der Herr Westerwelle gesagt hat, stimmt schon. Mindestlohn bringt nichts, wenn die Steuern rauf gehen. Auch wenn die FDP viel auf Propaganda macht, und weniger auf Inhalt, überzeugt mich das schon. Aber alle Parteien haben leider ihre Macken. Mein Wunschergebnis, auch wenn ich nicht wählen kann, wäre:

knapp 30% CDU
knapp 20% FDP
knapp 10% Grüne

Das als Regierung. Wenn Dann Guttenberg Wirtschafts und Finanzminister, Westerwelle und Özdemir in relativ wichtigen Ämtern, Merkel (leider) weiter als Bundeskanzlerin, dafür die anderen Minister gut besetzt. Das wäre schonmal ein Anfang in die richtige Richtung.
 
Bei der Landtagswahl in Sachsen hab' ich die Piraten (Zweitstimme) und den Kandidaten der Grünen (Erststimme) gewählt. Bei der Bundestagswahl wird's dann auf die Grünen hinauslaufen, weil die Piraten ja leider in Sachsen nicht auf den Wahlzetteln stehen werden. Stimme zwar mit bestimmten Programmpunkten der Grünen nicht überein (Tempolimit auf Autobahnen, Wahlrecht auf Bundesebene ab 16, etc.), aber generell entspricht es meinen Einstellungen, gerade in Hinblick auf Bürgerrechte und Bildungspolitik. Außerdem ist die Partei für mich unter den Etablierten die glaubwürdigste und hat mit Jürgen Trittin den mit Abstand sympathischsten Spitzenkandidaten.

Was gerade in Thüringen abgeht, ist übrigens wieder typisch für die SPD. Fordert mit 18% das Recht ein, den Ministerpräsidenten zu stellen. Es ist wirklich traurig, was aus der Partei geworden ist. Und wenn sich der Münte dann wieder hinstellt und was davon faselt, die Große Koalition stehe bei der Bundestagswahl auf der Liste der Alternativen "ganz, ganz hinten", ist auch der letzte Funken Glaubwürdigkeit verflogen. Die Große Koalition ist offenkundig das ausdrückliche Ziel der SPD. Im Prinzip bleibt ihnen auch nichts Anderes übrig, haben sie doch schon eine Koalition mit der Linkspartei (und damit ihre einzige realistische Chance auf anderweitige Regierungsbeteiligung) ausgeschlossen und die Verhinderung von Schwarz-Gelb als ihr vorderstes Ziel erkoren. Und dann bleibt eben neben Jamaika (nicht in 1000 Jahren!) nur die Große Koalition als Alternative bestehen.
 
Nochmal ein Nachtrag in Sachen "Wahlkampf".

Welcher Wahlkampf?

Es gibt ja keinen. Die CDU ist schlau genug, kurz vor der Wahl nicht mit polarisierenden Äußerungen aufzufallen, auf die die politische Konkurrenz anspringen könnte. So geben sie der SPD nicht einmal die Chance, medial in Erscheinung zu treten. Und die Merkel zeigt sich bürgernah und eisenhart in Sachen Wirtschaftskrise. Das reicht.

Die SPD ist derweil viel zu sehr damit beschäftigt, die Linkspartei bloß nicht aus der Dämonenkiste zu lassen, um die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die da lauten: Die Sozialdemokraten müssen wieder sozialer werden. Stattdessen pflegen sie lieber weiter ihr völlig verkorkstes Selbstbild und überschätzen maßlos ihre Bedeutung als "Volkspartei", die sie ja de facto nicht mehr sind. Die Linkspartei ist gerade im Begriff, ihnen den Rang als zweitstärkste Kraft abzulaufen.

Noch ein Nachtrag: Mich würde übrigens mal interessieren, warum hier so ein schlechtes Bild von der Linkspartei vorherrscht. Und damit meine ich gar nicht mal die Populismusvorwürfe, denn die gibt es ja gegen jede Partei. Ich stimme auch darin überein, daß viele Zielsetzungen (10 Euro Mindestlohn) unrealistisch, weil schwer bezahlbar sind. Nur: Im Kern ist die Linkspartei die einzige Partei, die nicht dem Status Quo verpflichtet ist und für einen glaubhaften sozialen Wandel steht. In Sachen soziale Gerechtigkeit ist das Wahlprogramm der Linken inhaltlich ganz weit vorne anzusiedeln.

Und das sage ich als jemand, der die Linkspartei nicht einmal wählen wird. Aber man muss ganz einfach festhalten, daß das vorherrschende, öffentliche Bild der Partei (so ja auch hier) erkennbar verzerrt ist und mit der Realität nicht viel gemein hat. Das liegt vor allem daran, daß häufig tendenziös berichtet wird, wenn es um die "Extremisten" vom linken Flügel geht. Das hier ist ein gutes Beispiel.
 
Also das Problem der Linken ist doch, dass sie theoretisch alles "supi" machen, aber das nicht umsetzbar ist. Das was sie sagen, ist nicht machbar (größtenteils). Außerdem fehlt es ihnen mMn auch an Persönlichkeiten, die überzeugen, die glaubhaft sind, die sympathisch sind. Ich muss mir aber nochmal genauer angucken, was sie genau wollen, ich bekomm es mehr am Rand mit.

Die Probleme der Parteien sind mMn:

CDU - Entzieht sich dem Wahlkampf
SPD - Absolut unglaubwürdig
Linke - s.o.
Grüne - Da muss ich sagen, sie reden über Umwelt aber fahren trotdem ihre dicken Autos. Früher waren sie überzeugender
FDP - Zu wenig Inhalt und zu viel "Show"

Das fällt mir spontan ein. Es ist einfach bei allen zu viel im Agen, wie ich finde.
 
Befürchtung: Regierungbeteiligung der Linken (unwahrscheinlich) oder eine Alleinregierung von CDU/CSU (noch unwahrscheinlicher)
Vermutung: Schwarz/Gelb oder Schwarz/Rot
Hoffnung: fällt unter das Wahlgeheimnis

Wie die letzten Wahlen gezeigt haben (und damit meine ich nicht nur die 3 LTW am Sonntag), sind klare Mehrheitsverhältnisse nicht zu erwarten.

CDU/CSU werden zwar stärkste Kraft bleiben, aber es ist schon eigenartig, wenn die eigene Kanzlerin in der Union weniger Vertrauen genießt als in der Bevölkerung. Wird eine Wahl gewonnen, brüstet sich die Partei mit dem Erfolg, gehen Stimmen verloren, macht die Union (oder sollte man sagen: die CSU sowie der „Andenpakt“, zum dem u.a. die Ministerpräsidenten Koch, Müller, Oettinger und Wulf gehören) Angela Merkel zum Sündenbock. Einen regierungsfähigen Eindruck hinterläßt das genauso wenig wie die Scharmützel mit dem möglichen Koalitionspartner FDP, zu dem sich Angela Merkel sich übrigens erst heute nach langem Zögern auf Druck von Guido Westerwelle (und auch wohl aus den eigenen Reihen) eindeutig bekannt hat.

Zwischen Baum und Borkes steht die SPD, denn um Stimmen aus dem eher bürgerlichen Lager zu bekommen, hat sie in der Ära Schröder einen „Rechtsruck“ vollzogen und somit große Teile der klassischen SPD-Wählerschaft den Grünen und den Linken überlassen; wenn man die derzeitigen Umfragewerte sowie die derzeit wirtschaftliche Lage betrachtet, ein falscher Kurs und auch ihr Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier fehlt das Charma eines möglichen Kanzlers (ok, Helmut Kohl hatte das auch nicht und war 16 Jahre an der Macht). Und trotz miserabler Umfragewerte hat die SPD paradoxer Weise eine Chance, denn die unklaren Mehrheitsverhältnisse mit 5 Bundestagsparteien fordern Flexibilität in der Koalitionsaussage, so daß die Sozialdemokraten sich zu vielen Seiten hin offen halten, weil es auch ihre einzige Chance für eine Regierungsbeteiligung ist.

Trotz eines zu erwarteten Stimmenzuwachs bleibt abzuwarten, ob die FDP nach 11 Jahren Opposition wieder in der Regierung sitzt, denn die Liberalen haben sich schon früh auf einen Lagerwahlkampf an der Seite der Union fixiert, was bei unklaren Mehrheitsverhältnisse mit 5 Bundestagsparteien zum Eigentor werden kann (s. oben). Außerdem ist vielen Wählerinnen und Wählern die FDP immer noch als „Umfallerpartei“ in einer schwarz-gelben Bundesregierung in Erinnerung.

Die Grünen sind das geworden, was sie nie werden wollten: eine ganz normale Partei, die sogar bis vor einigen Jahren um der Macht willen unvorstellbaren Kröten schluckt (schwarz-grün in Hamburg). Aufwind können sie höchstens durch die AKW-Pannen bekommen, ansonsten sind sie nur noch ein Sammelbecken, für Pseudo-Ökös und diejenigen, denen die SPD zu rechts und die Linken zu links stehen.

Ebenfalls ein Sammelbecken werden die Linken sein, und zwar für Alt-Kommunisten, Ostalgiker, und Protestwähler, denn das was die Linken als Wahlprogramm deklarieren, ist blanker Populismus deren Umsetzung gar nicht bezahlbar wäre. Aber das die Nach-Nachfolgepartei der SED von so vielen Menschen gewählt wird, sollte den etablierten Partien eigentlich dazu anregen, über ihre eigene Arbeit nachzudenken...
 
@ Bremen:

:tnx:

Ich muss sagen, du scheinst wirklich für Politik interessiert zu sein, was ja leider immer weniger sind, und hast das was ich in etwa ausdrücken wollte sehr schön zu Papier ... nein ... zu Pixeln gebracht :D
 
Die SPD möchte übrigens Andrea Nahles (:stirn::stirn::stirn:) als Bildungsministerin installieren. Passiert das, überlege ich mir ernsthaft, mein Studium ganz im Ausland zu erledigen. Inkompetenter als diese Hohlbirne, die sich dauernd in den Mittelpunkt drängen möchte, geht es definitiv nicht.
 
Ich bin kein FDP-Wähler und mir ging es nur darum festzuhalten, dass diese Begrifflichkeit von "sozialer Gerechtigkeit" so unsäglicher Unfug ist. Gerecht ist in meinen Augen nunmal nicht, dass einige 40 h die Woche arbeiten und unterm Strich weniger haben, als ein Arbeitsloser, der schwarz arbeitet und noch jede Menge staatliche Transferleistungen erhält.
Genau diese Wortgruppe "sozial / gerecht" werden wir jedoch in den nächsten Wochen noch bis zum Erbrechen hören und lesen.

That`s it. Es gibt keine "soziale Gerechtigkeit". Es hat sie nie gegeben und es wird sie in dem Sinne, wie sie zumeist eingefordert wird, auch nie wirklich geben können.

Und das ist auch gut so, denn was zumeist unter "sozialer Gerechtigkeit" verstanden wird ist nicht das, was es eigentlich bedeuten sollte, nämlich Chancengleichheit in Bildung und Beruf und die Belohnung von persönlichen Leistungen, sondern vielmehr "soziale Gleichmacherei" von Unvergleichbarem.


...und auch wenn dies hier nun wirklich nicht hingehört, muss ich leider feststellen, dass der Lothar Matthäus ja praktisch a Weltstar is... :rolleyes:
 
Zitat von [svwbadener];606250:
Die SPD möchte übrigens Andrea Nahles (:stirn::stirn::stirn:) als Bildungsministerin installieren. Passiert das, überlege ich mir ernsthaft, mein Studium ganz im Ausland zu erledigen. Inkompetenter als diese Hohlbirne, die sich dauernd in den Mittelpunkt drängen möchte, geht es definitiv nicht.

ich hoffe auch, dass die SPD bei eventueller regierungsbeteilgung nicht das bildungsministerium bekommt...
wobei es ja fast egal ist, da bildung eh ländersache ist.... und da hat NRW (was zumindest mich betrifft) mit der guten frau sommer eine noch unfähigere person an der spitze des bildungsministeriums...
 
That`s it. Es gibt keine "soziale Gerechtigkeit". Es hat sie nie gegeben und es wird sie in dem Sinne, wie sie zumeist eingefordert wird, auch nie wirklich geben können.
:tnx:
Selbst wenn es jemals wirkliche "soziale Gerechtigkeit" gäbe, wären diejenigen, die nicht so viel wie andere vom Kuchen abbekämen, trotzdem drauf und dran, zu sagen, sie würden sozial ungerecht behandelt.

So geht Bank heute eben. Scheiß-Wette. Ich Depp.
 
wenn dein (brutto-)einkommen steigt, aber zeitgleich auch die steuern und damit die abgaben, ändert das relativ wenig am nettoeinkommen...

sachverhalt klar?

Jein - schließlich ist deine Erläuterung für jede Form von zu versteuernden Einkommen gültig. Den Zusammenhang nur mit Mindestlohn sehe ich jetzt nicht. Zumal eigentlich niemand will, das die Steuern für Niedrigverdiener rauf gehen.
 
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