Richtig, sollte man dann also auch so schreiben, macht nämlich einen erheblichen Unterschied.
Geschenkt, wenn du dich daran hochziehen möchtest. Ändert aber nichts an dem Überfluss dieses Gesetzentwurfes.
"Wenn Eltern das Geld sinnvoll einsetzen" - das werden sie in vielerlei Maße nicht schaffen, weil die Kosten der Kindeserziehung größtenteils höher ausfallen als das ausgezahlte Betreuungsgeld. Ökonomisch ist das für viele Familien i.d.R. nicht sinnvoll - es sei denn, die Aussicht, die Kinder zu Hause zu erziehen ist sowieso traditioneller Usus, oder mind. 1 Elternteil hat gar keine Aussicht, anderweitig Geld zu besorgen, weil z.B. dessen Aussichten auf dem Berufsmarkt gering sind - womit wir bei einem Grund sind, warum das Betreuungsgeld größtenteils finanziell schwächeren Familien zu Gute kommt und diese auch in ihrer Sozioökonomie festigt.
Ein Ausnahmeszenario stellt sich wie von pingy dargestellt dar:
Wenn ich also in der glücklichen Lage bin, für viel Geld mein Kind privat betreuen zu lassen, vielleicht sogar durch eine "Nanny", kann ich trotzdem das Betreuungsgeld kassieren.
Da ist Mama dann nicht "am Herd" und erzieht die Lütten selbst, kassiert aber trotzdem. Nettes Zubrot.
In dem Fall können einzelne Familien lukrativ vom Betreuungsgeld profitieren. Das gilt aber v.a. für Familien, deren Elternteile (i.d.Regel ist es dann v.a. die Mutter) hochqualifiziert arbeiten, aber auch habituell auf Nannys zurückgreifen oder zu anderweitigen, privaten Betreuungsmöglichkeiten greifen. Dieses Profil gilt nicht für die breite Masse der Bevölkerung, erst recht nicht für die sozialschwachen Schichten, deren Kinderanteil prozentual einen größeren zur deutschen Demographie beiträgt als jener der sogenannten Oberschicht. Stattdessen profitieren davon am ehesten jene Eltern, die ohnehin ihr Kind aus dem staatlichen Bildungssystem nehmen um es privat beschulen lassen. Daran orientiert, aus welchen Milieus die meisten deutschen Kinder stammen und welche Relevanz die soziale Herkunft auf die Bildungschancen hat, ist das Betreuungsgeld eine Katastrophe - und zwar unabhängig von möglicher zusätzlicher ideeller Kritik an Werten, die durch das Betreuungsgeld vermittelt werden.
Dennoch zeigt der oben genannte Einwand von dir pingy ja schon, woher der Wind weht. Ginge es darum, elternhäusliche Vollzeitbetreuung wertzuschätzen und unterstützen zu wollen, wäre die Nutzung privater Betreuungseinrichtungen im Betreuungsgeld inbegriffen - ist es aber nicht. Stattdessen reagiert das Betreuungsgeld darauf, dass es nicht gelungen ist gesetzliche Kindertagesstätten- und Krippenplätze bereit zu stellen und soll nun das Unvermögen kaschieren. Als Reaktion ist das insofern unangemessen, dass dadurch auch die Verantwortung genommen wird, den Ausbau von betreuungseinrichtungen weiter voran zu treiben.


