Du würfelst da gerade einiges gehörig durcheinander, denke ich...
Mohammed war zum einen selber Angehöriger eines Stammes aus der semitischen Sprachfamilie. Zum anderen hatte er die anderen Abrahamitischen Religionen anerkannt und Moses, Jesus, etc. als Propheten Gottes anerkannt. Wo hat er denn genau zur Vernichtung der Juden aufgerufen? Du wirst die Passage sicher nennen können.
Kannst du bitte mal aufhören, meine Aussagen zu verdrehen?
Ich habe nirgendwo geschrieben, dass er zur Vernichtung der Juden aufgerufen hat.
Von mir aus können wir über den Begriff des Rassisten auch streiten oder ich kann es von mir aus weglassen. Bleibt, dass er ein mürrischer Kriegsherr war, aus heutiger Sicht ein Kriegsverbrecher und Frauenhasser und dazu ein pädophiler Kinderschänder, der sich an einer Neunjährigen verging. Auf jeden Fall KEINE historische Person, die es wert ist, verehrt zu werden oder eine Religion zu begründen (zumindest keine friedliche).
Zum anderen ist es wurscht, ob christliches Weltbild oder Menschenbild... Die christliche Religion existiert seit 2000 Jahren, bis auf die Ausnahme der letzten 70 Jahre (nimmt man den Balkan einmal heraus) war Europa anscheinend nicht von diesen Idealen geprägt, zumindest war es weder friedlich noch besonders zivilisiert. Oder wurde das christliche Menschenbild erst vor kurzem nachgeliefert?
Das ist nicht wurscht und ich finde es etwas respektlos, dass du meine Aussagen einfach nach Gutdünken erweiterst, nur damit du besser gegen sie argumentieren kannst. Ich versuche schon, sehr genau zu formulieren, da musst du genau lesen.
Das "Christentum" würde ich nicht als Referenz nehmen wollen. Überall da, wo Religion und Politische Macht zusammen kommen, wird es gefährlich. Der Mensch neigt eben dazu, alles für seine Zwecke zu instrumentalisieren.
Ich verstehe unter dem "christlichen Menschenbild" das, was Christus über das Zusammenleben gesagt hat. Dass gesellschaftliche Fortschritte immer ein paar Generationen benötigen, bis sie sich durchsetzen, ist klar. Schaut man sich mal die damalige Zeit an, war der jüdische und dann auch der christliche Glaube etwas extrem progressives. Das Judentum war die erste Religion, in der es keine Menschenopfer gab, was damals bei ziemlich allen anderen Religionen üblich war. Das Sozialsystem war vorbildlich und Christus war dann quasi mit seinen Idealen von Gewaltverzicht, Vergebungsbereitschaft und Gleichberechtigung so progressiv, dass er von den Spießern der damaligen Zeit ans Kreuz genagelt wurde.
Was daraus geworden ist, da muss ich dir Recht geben, ist vielerorts eine Katastrophe. Es ist wie ein Schneeball, der vom Gipfel eines Berges runterrollt. Was wir jetzt sehen, ist eine riesige Kugel, die unten angekommen ist, aber so sehr aufgedunsen ist, dass man den Kern der Sache gar nicht mehr erkennen kann.
Vernunft ist sicher besser als Glaube, vor allem wenn sie mit Werten des Humanismus gepaart ist. Da hast du anstatt dem Humanismus gegen die Religion zu stellen, einfach Religion gegen eine x-beliebige andere Ideologie gestellt.
Weil man den Humanismus nicht gegen eine Religion ausspielen kann. Der Humanismus konnte nur auf der vorhandenen Basis in Europa gedeihen und ist für mich eine Ableitung von Werten, die dem christlichen Verhaltenskodex entsprechen, eben mit der Annahme, man könne den "Kern" eben weglassen. Ein bißchen so wie vegetarische Salami

. Gegen die Werte des Humanismus habe ich nichts, trotzdem setzt er eben ein bestimmtes Mindset voraus. Ein Problem habe ich mit der Grundannahme, dass der Mensch von sich aus gut ist. Das finde ich sehr einseitig und setzt zudem eine zivilisierte Gesellschaft voraus.
Das was du da zu Christus schreibst, das Aufdecken von Missständen kannst du auch auf Mohammed übertragen. Ist aber auch kein Wunder, denn wenn ich eine neue Religion verkünden und festigen will, dann muss ich meine zukünftigen Gläubigen auch irgendwie davon überzeugen, sie wäre besser für sie.
Das ist in etwa so, als würde man Mutter Theresa mit Charles Manson vergleichen. Hast du dich überhaupt mal damit beschäftigt, welche Ansichten Mohammed über Krieg, Frauen und Andersgläubige hatte?
Nun zu der Frage, wo grenzt man sich denn ab... Wer stellt denn hier ständig die Frage, ob sich die Muslime hier integrieren können? Da wird ja nicht von Individuum zu Individuum entschieden, sondern generell die Fähigkeit zur Integration in Frage gestellt, was de facto nichts anderes als eine Ausgrenzung darstellt.
Ansonsten ist es mir im übrigen völlig Wumpe an was du glaubst, Christus oder den Osterhasen, solange nur der Humanismus über allen anderen von irgendwelchen Religionen vertretenen Werten steht.
Wenn dies der Fall ist, ist es irrelevant welchem Glaubensbekenntnis man angehört, sofern dieses nicht dort aneckt.
Wow, das ist mal eine absolute Aussage. Ich habe kein Problem, wenn du deine Überzeugung offensiv vertrittst, aber "solange nur der Humanismus über allem ist..." klingt schon etwas engstirnig.
Prinzipiell, keine Ahnung ob du da über deinen Schatten springen kannst, solltest du mir doch zustimmen, dass der Humanismus die beste Leitlinie im Zusammenleben ist, da sie es in ihrem Grundsatz schon ausschließt jemanden vorsätzlich Gewalt zuzufügen.
Ich finde viele Werte des Humanismus gut und zweifle auch keinesfalls an einer säkularen Gesellschaft. Trotzdem hat der Humanismus das Problem, dass er Werte zwar logisch und begründen kann, entscheidende Sinnfragen aber nicht beantworten kann und viele Menschen suchen eben Antworten auf diese Sinnfragen. Viele tun immer so, als ob man "Gott" nicht mehr braucht, da die Wissenschaft Gott ersetzt hat. Für manche Menschen mag das stimmen. Für mich ist Gott mehr als ein Lückenbüßer, der für alles herhalten muss, was die Wissenschaft nicht erklären kann. Trotzdem gibt es eben den Trend, dass trotz aller Aufklärung, trotz aggressiven Atheisten und wissenschaftlichem Fortschritt die Menschen sich Transzendenz wünschen und deshalb in Religionen (nicht unbedingt in den etablierten) nach Antworten suchen. Die Frage ist im Menschen einfach drin und lässt sich nicht ausrotten.
Zudem muss man auch sehen, wie sich eine junge Bewegung wie der Humanismus in Zukunft schlagen wird und ob er in veränderten Gesellschaften immer noch gut funktioniert.
P.S. Die Gleichwertigkeit von Mann und Frau aus dem GG kann unmöglich aus den gelebten christlichen Werten innerhalb der letzten 2000 Jahre sein. Ansonsten würde ich mich fragen, wofür die Frauenbewegung seit dem 19. Jahrhundert gekämpft hat.
Stimmt, hier hat die Kirche viel Mist gebaut, ich wollte auch hier eher wieder auf Christus heraus, der gegen die damaligen jüdischen Gesetze verstieß, in dem er Frauen ihren Wert zurückgegeben hat und sie als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft betrachtete. Allein die Freisprechung der Prostituierten ("Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein"), hat der damaligen Elite ja Schaum vor den Mund gebracht... Wie schon gesagt: Wie aus so guten Ansätzen so ein aufgeblähtes Ideologie-Monster werden konnte, ist mir auch schleierhaft... Aber wofür der Humanismus in 2000 Jahren steht, können wir heut auch nicht voraussagen.