Ich dachte ja zuerst du schreibst von den Lehren des Katholizismus...
Na jedenfalls haben wir Europäer ja ordentlich Glück, das sich die Frauen in den letzten 200 Jahren ein wenig emanzipieren durften, was übrigens, kurz bemerkt, kein Verdienst einer unserer verschiedenen Kirchengemeinschaften war. Wann genau wurde Homosexualität als Straftatbestand in Deutschland abgeschafft? Ist noch nicht so lange her.
Aus diesen Gründen würde ich es vermeiden mich in einer solchen Art und Weise im allgemeinen über den Islam zu äußern, da es, wie ich finde, einiges an Überheblichkeit besitzt.
Hätte es in Europa
vor einigen hundert Jahren nicht ein paar gescheite Köpfe gegeben, die sich über kirchliches Recht hinweg gesetzt hätten und das mit dem kirchlichen streng verwobene weltliche Recht, wir würden moralisch und ethisch noch immer im tiefsten Morast des Spätmittelalters stecken und uns an brennenden Scheiterhaufen erfreuen.
Auch der Islam bzw. dessen Interpretation ändert sich.
Genau, bei uns fanden diese Entwicklungen bereits "vor einigen hundert Jahren" statt. Die Trennung von Kirche und Staat war die logische Entwicklung, einer durch Wissenschaft, Bildung und industriellen Revolutionen zunehmends aufgeklärten Gesellschaft. Wie kann man nur auf die Idee kommen, dass Inqusition oder Hexenverbrennungen bei uns im 21. Jahrundert noch möglich wären?
Meine Ansicht über den Islam stützt sich auf Erfahrungen und Ereignissen vergangener Jahre und ich bleib dabei, dass ich den Islam nicht für eine friedliche Religion halte, da er mMn von einer Vielzahl der Glaubensvertreter in einer Form gelebt und gedacht wird, welche mit den Grundfesten demokratischer Gesellschaften nicht kompatibel ist...und damit meine ich nicht nur die Angehörigen radikaler Gruppierungen.
Dazu ein "Die Welt" - Kommentar aus dem Vorjahr, den ich voll und ganz unterschreiben kann:
Es wird oft behauptet, dass 99,9 Prozent aller Muslime friedlich seien. Nur eine schwindend kleine Minderheit unter ihnen neige zur Gewalt. Misst man diese Friedfertigkeit an der Nichtteilnahme an Terroranschlägen oder an Kämpfen des IS in Syrien und im Irak, könnte diese Rechnung stimmen. Nach diesen Kriterien war auch die Mehrheit der Deutschen während des Dritten Reiches friedlich. Doch Frieden bedeutet nicht die Abwesenheit von Gewalt, sondern von der Geisteshaltung, die zur Gewalt führt.
Friedfertigkeit setzt eine Erziehung zum Frieden voraus, die leider in weiten Teilen islamisch geprägter Familien und Schulen, auch in Deutschland, fehlt. Liest man, dass laut Umfragen über 80 Prozent aller Saudis und sogar ein Drittel aller Türken Sympathien für die Idee des Islamischen Staates haben, dann muss man die Behauptung von der friedlichen Mehrheit der Muslime neu bewerten. In Ägypten, Marokko, Jordanien, Bangladesch und Pakistan zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. In Deutschland distanzieren sich Muslime zwar von den Gräueltaten der IS-Kämpfer, doch an der Idee des Kalifats und der Geltung der Scharia für alle Zeiten halten viele von ihnen nach wie vor fest. "Die Theorie ist richtig, nur an der Umsetzung hapert es", kennen wir auch von Anhängern des Kommunismus. Genau hier beginnt das wirkliche Problem. Hier liegt die Hintertür für den politischen Islam.
Es gibt zwar einen qualitativen Unterschied zwischen einem Kämpfer, der anderen Menschen im Namen Allahs die Köpfe abschneidet und einem muslimischen Vater, der seine Tochter zwingt, ein Kopftuch zu tragen, aber beide handeln aus der gleichen Geisteshaltung heraus. Beide sehen in ihren Taten die Vollendung des Willen Gottes, der weder veränderbar noch verhandelbar ist. Sich diesem Willen Gottes bedingungslos zu beugen heißt auf Arabisch "Islam". Diese Erziehung zur Hingabe und Kritiklosigkeit gegenüber der Gesetze Gottes ist der wesentliche Bestandteil der islamischen Erziehung, auch in Deutschland.
Hass auf die Schweinefleischfresser
Auch Prediger, die nicht radikal eingestuft sind, teilen die Welt in Gläubige und Ungläubige auf und reden jungen Muslimen ständig ein schlechtes Gewissen ein, weil sie die Rituale nicht einhalten und der islamischen Sexualmoral nicht folgen. Mit dem Bewusstsein eines Sünders leben viele dieser Jugendliche in einem inneren Konflikt. Viele halten die Spannung aus, die aus diesem Konflikt entsteht, manche versuchen den Konflikt damit zu beenden, indem sie sich ganz von der Religion verabschieden oder sich radikal salafistischer Vereinigungen anschließen. Das Projekt Dschihad ist dann die Überspitzung dieses Selbstreinigungsprozesses.
Trotzdem muss man sich nun vor allem dem unmittelbaren Problem widmen und so bitter das auch klingen mag, aber wir befinden uns im Krieg gegen den islamischen Terror, zumindest sollte die internationale Staatengemeinschaft das so sehen.
Ein Positivum, das die neuerlichen Anschläge in Paris mit sich gebracht haben, ist, dass sich USA und Russland in der Syrien-Frage angenähert haben und zumindest das IS-Problem schleunigst gemeinsam lösen wollen. Das Festhalten Russlands an der Person Assad (für mich ebenfalls ein Terrorist) ist weniger erfreulich.
Zur unmittelbaren Problematik mit Risiko-Personen aus unseren Heimatländern verlautbarte der Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Österreich, dass es
"rund 250 Personen in Österreich gibt, die sich zum bewaffneten Jihad bekennen, damit sei auch ein Restrisiko für Terroranschläge in Österreich nicht auszuschließen. Man könne diese Menschen nicht rund um die Uhr bewachen, sondern müsse Schwerpunkte setzen."
Was spricht dagegen ähnliche, aber noch schärfer kontrollierbare und schneller judizierte (und exekutierte) Verbotsgesetze zu erlassen, wie es auch bei Nazi-Wiederbetätigung gehandhabt wird, denn wir haben die "neuen Nazis" längst bei uns - Weltherrschaft und Massenvernichtung.
Wie es einige Politiker treffend formuliert haben, waren die Angriffe vom Freitag vor allem Angriffe auf Orte der Freude und Ausgelassenheit (Bars, Restaurants, Fussballstadien....es waren Angriffe auf alle Menschen der freien Welt und darum müssen diese Idioten mit allen möglichen Mitteln bekämpft werden bzw. die Staaten dieser freien Welt einen Konsens finden.
Österreich qualifiziert sich das erste Mal für eine WM, ich freu mich schon seit Monaten auf meinen lang geplanten Trip nach Frankreich mit meiner 9jährigen Tochter und jetzt das!!!!