Wenn es nur darum geht in den Bundestag zu kommen, dann weiß ich nicht mit welcher Partei es am einfachsten sein sollte. Dazu müsste man detaillierte Informationen zu der Konkurrenz der bewerbenden Kandidaten haben, und das mit dem durchschnittlichen Wahlergebnis in Relation setzen. Wenn man nach Bildungsabschluss und beruflicher Aktivität der Kandidaten geht, dann ist es bei der FDP sicherlich auch ein gewisser Aufwand einen Platz zu erhalten
Das ist ein Punkt. Das wird aber eben noch interessanter, wenn man sich eben die Unterschiedlichkeit der Landesverbände und ihre Verankerung in den jeweiligen Bundesländern anschaut. Man sollte nicht vergessen, dass der Bundestag über Landeslisten gewählt wird und die Europaabgeordneten der FDP über eine Bundesliste, die dann natürlich stark von den großen Landesverbänden geprägt ist.
Anders ausgedrückt die Bremer FDP taugt nichts, wenn man es allein auf eine politische Karriere abgesehen hat. Tatsächlich kann die FDP-Mitgliedschaft auch karrierehinderlich sein, aber das nur so nebenbei.
Wo man eigentlich über die klassische Ochsentour ganz gut Karriere machen kann sind die CDU und SPD. Bei den Grünen mittlerweile in einigen Bundesländern. Bei den Linken wohl nicht so sehr, da die da auch ein anderen Blick haben auf die Kandidatenauswahl.
Sollte man eine Karriere im ÖD anstreben, dann sollte tunlichst Mitglied einer der beiden Volksparteien sein. Bei den Grünen geht es in Bremen mittlerweile auch ganz gut, aber in anderen Ländern sieht es da auch eher mau aus.
Mir sagten schon einige Bekannte und sogar meine Frau mal, wobei sie selbst auch Mitglied der FDP ist, ob es nicht vielleicht nicht bessere wäre die Partei zu wechseln, da ich mir so nur unnötig Steine in den Weg gelegt hätte. So ist halt das Leben.
Natürlich tun sich für die Berufspolitiker nach ihrer politischen Laufbahn aufgrund ihrer Bekanntheit und ihrer Netzwerke ziemlich verlockende Möglichkeiten auf. Da muss man sich aber auch immer grundsätzlich die Frage stellen, ob einen aus dem Amt geschiedenen Politiker bis zum Lebensende staatlich alimentieren möchte oder ihm eben erlaubt ins Berufsleben zurückzukehren. Ich würde mich dann auch eher für den Beraterposten eines multinationalen Konzerns entscheiden als für nen Job an der Kasse beim Aldi. Ist nun mal so.
Ich denke man muss dann eben auch jeden Fall einzeln betrachten. Schröder ist sicher so ein Fall, bei dem man sagen muss, dass es sehr fragwürdig ist noch kurz vor Ausscheiden aus dem Amt Gesetze auf den Weg zu bringen, die dem späteren Arbeitgeber direkt nutzen. Da gibt es sicherlich auch noch andere Beispiele aus anderen Parteien in diese Richtung. Die Tätigkeit von Fischer bei Siemens finde ich persönlich jetzt nicht so problematisch. Finds halt nur aufgrund seiner Vita recht spannend.
Aber grundsätzlich bedeuten wirkliche Karrien in der Politik - dazu zähle ich selbst das Hinterbänklerdasein im BTag - doch sehr vie Anstrengungen und auch Entbehrungen. Für mich kommen solche Karrieren - gilt auch für die Tätigkeit in einem größeren Unternehmen, was mit längeren Auslandsaufenthalten zu tun hätte (macht ein Freund von mir) - schon deshalb nicht in Betracht, weil ich ein absoluter Familienmensch bin. Mir ist es deutlich wichtiger meine Tochter und ggf. weitere Kinder aufwachsen zu sehen, als vielleicht ein paar Euro mehr zu verdienen.