Das sie später von der DDR für eigene Zwecke vereinnahmt wurden, können die beiden nix dafür. Sie wurden ja in den 20ern von der "Konterrevolution" getötet und in einem Fluss geworfen.
Sie wurden zwar früher getötet, aber ansonsten stimmt es.
Wobei Che Guevara sich von Fidel Castro eben auch primär durch seinen Tod unterscheidet und dadurch, dass Fidel tatsächlich eine Regierung übernommen hat. Man weiß ja nicht, was aus Rosa und Karl geworden wäre, wenn sie die Macht in die Hände bekommen hätten.
Das ist das grundlegende am Problem, vor dem jeder große Revolutionär, ob Robespierre, George Washington, Lenin, Mao oder Fidel Castro steht, nachdem die Revolution gesiegt hat. Und da sehe ich es kritisch, gescheiterte Revolutionäre höher oder niedriger zu hängen.
Was mir am linken Kult um Rosa und Karl allerdings noch saurer aufstößt, ist die untergeordnete Rolle, die der größte deutsche Revolutionär, Johann Georg Elser, in der Linken spielt. Eine PErson, die ihre vollkommen richtige Erkenntnis in lediglich durch Zufall gescheiterte revolutionäre Praxis umsetzte, in und aus totaler Einsamkeit und Isolation. Für mich liegt mehr Kommunismus, mehr freies Individuum in dieser Einzelperson, die das einzig richtige tat, als in der Arbeiterbewegung und den daraus entsprungenen Unrechtsregimes des Realsoz.
Es ist darum auch nicht bemüht, zu sagen, der Kommunismus habe nicht existiert. Man kann ggf. sagen, dass "Kommunismus" ein belasteter oder falscher Begriff sei, aber Kommunismus, wie ihn mir interessant erscheinende Personen gefasst haben, ist etwas, das ich mit Begriffen wie Freiheit oder mit dem frühkommunistischen Diktum "jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" assoziiere, also mit einer Gesellschaft ohne Hunger, Angst und ohne Arbeitszwang. Denn dass die heutige Gesellschaft Freiheit produziere, kann ernsthaft niemand behaupten. Allenfalls produziert sie mehr Freiheit als andere Gesellschaftsformen.