Allgemeiner Politik Thread

Wenn sich irgendjemand von den Mohammed-Filmemachern auch nur annähernd so mit dem Islam beschäftigt hätten wie sie es immerhin dadurch darstellen, dass sie den Propeheten karikieren wollen, dann hätten sie diese Reaktion vorhergesehen.
 
@zoggg
Es gibt sicher schwierigere Aufgaben, als bei Steinzeit-Islamisten derartige Reaktionen zu provozieren. Von daher dürften die Filmemacher nicht nur darauf gehofft, sondern viel mehr damit gerechnet haben. Einzig über das Ausmaß werden sie sich zusätzlich freuen...
 
Mich nervt die aktuelle Diskussion, weil der Islam nur als Verlierer aus ihr hervor gehen kann. Eine Vielzahl an westlichen "Kritikern" bekommt immer noch nicht voreinander, soziologische und psychologische Einflüsse außen vor zu bekommen.
 
Ich fänd es viel zielführender, wenn Du mal nen paar Problemchen da unten erwähnen würdest, so dass hier vielleicht mal "klar" wird, warum sich da ein jeder Vollpfosten nicht nur beim Fußball denkt, er ist "King of Currywurst" und darf einfach mal anderen auf die Birne hauen, sondern es auch niemanden kümmert, wenn da die "Vollpfosten" eine Erstürmung einer Botschaft planen und durchführen.

Die Zeiten sind auch bei uns noch nicht so lang her, .....

Gut, dass bei uns ein jeder zu essen hat und ihm auch die Bleibe im Notfall gezahlt wird.
 
Mich nervt die aktuelle Diskussion, weil der Islam nur als Verlierer aus ihr hervor gehen kann.

Gut so, auch wenn es nicht wirklich was bringt.

Aber es wäre vermessen, diese zivilisatorische Rückständigkeit allein auf bestimmte Kulturkreise zu beschränken

Komplett unnötig so ein Satz. In anderen Kulturkreisen gibt es wegen kleinen Filmchen oder anderen satirischen Beiträgen jedenfalls keinen Mord und Totschlag.
 
Ich fänd es viel zielführender, wenn Du mal nen paar Problemchen da unten erwähnen würdest, .

Auf Zweizeiler darf ich auch mit Zweizeilern antworten. Es rechtfertigt sich ja auch kein "das ist typisch für den Islam"-Poster für seine unterschwellige Demagogik.

Die Botschaftsstürmer sind in der Regel Mittelmänner aus einem bildungsfernen Land mit nahezu keiner Zivilgesellschaft und damit genau das Klientel der Imame, die die Leute angetrieben haben. Nun schützt Unwissenheit vor Strafe nicht, macht aber anfällig dafür, die Religion zu verteidigen, die eine sinngebende Funktion einnimmt, und das mit der Sprache zu tun, die man Tag für Tag im Sudan spricht.

Nun brennt ja nicht nur im Sudan der Zedern-Baum. Was richtig ist: Der Islam hat keine Aufklärung erlebt. Das unterschreibt mittlerweile auch jeder, der sich mit der Religion beschäftigt. Zudem ist der Islam nicht bloß eine Religion, sondern verwurzelt sich bis heute in der Kultur. Dieses Szenario kennen wir bei uns gar nicht. Leute werden also durch Islamkritik nicht in ihrer Religion, sondern in ihrer Lebenswelt angegriffen. Das ist eine Schutzzone, in der der Mensch nunmal empfindlich ist.

Das heißt nicht, dass der Islam sich apologetisch dahinter verstecken darf. Das Gegenteil ist der Fall.
 
Danke. Ich habe mich damit nicht intensiver befasst aber so, wie Du es beschreibst, ist es für mich nachvollziehbar.

Die Sache ist die, dass viele nicht in der Lage sind, den Islam von Menschen in islamischen Ländern zu trennen. Hatte öfter den Einruck, es handle sich für viele um eine Unterscheidung, die selbstverständlich sei. Dass sie es doch nicht begreifen, steht zwischen den Zeilen. Genau genommen, kann "der Islam" gar nichts, weil nur Menschen etwas tun. Der Islam hat gar keine Macht, genauso wenig, wie es das Christentum hat.
Das zweite Phänomen ist die Gleichsetzung aller islamischen Länder. Für uns ist es selbstverständlich, dass christliche Länder und ihre Gesellschaften nicht gleich sind (geschweige denn von den einzelnen Menschen in den Ländern). Bei dem Islam wird (un-)erstaunlich oft pauschalisiert.
Wer diese zwei basics nicht versteht, mit dem braucht gar nicht diskutiert werden.
 
Diese Wahrnehmung als Gruppe muss unbedingt aufgebrochen werden, sonst "kommt" man dem irgendwann nicht mehr bei".

Daraus folgere ich unter anderem, dass es ist wichtig und gut, dass auch in der deutschen Schule mit dem islamischen Religionsunterricht begonnen wird.
 
Daraus folgere ich unter anderem, dass es ist wichtig und gut, dass auch in der deutschen Schule mit dem islamischen Religionsunterricht begonnen wird.

Ich bin gänzlich anderer Meinung. Fernab aller logistischer Probleme, vor denen der Unterricht steht und die ihn auch zukünftig noch betreffen werden, gibt es ein ganz großes Problem. Wir können den islamischen Religionsunterricht nicht gebrauchen, weil er genauso separiert, wie der konfessionelle Unterricht es tut. Islamunterricht trägt primär nicht viel dazu bei, dass Leute den Islam kennen lernen, weil dort nur Muslime drin sitzen. In der Religionspädagogischen Wissenschaft (gibt es tatsächlich) setzt man sich aktuell intensiv für einen Religionsunterricht ein, der konfessionslos ist. Quasi interkulturellen Unterricht mit Einflüssen aus der Philosophie. Den durchsetzen zu können ist ein sehr langer Weg, nichtmal die Idee ist bisher ganz klar. Zeitnah in diese Entwicklung hämmern aber die NRW-Politiker einen neuen Religionsunterricht rein, in dem sich wieder nur mit einer Religion beschäftigt wird.
 
Wer sich für die Debatte um islamischen Religionunterricht interessiert: Hier ein Artikel von einem ehem. Professor meiner Uni, den ich allerdings persönlich nicht mehr erlebt habe.
Der Artikel ist gegen den (zumindest pädagogischen) Mainstream der Debatte und hat Wellen geschlagen.
 
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