Ich muss zugeben: ich verstehe nicht ganz worauf die in diesem Zitat hinaus willst.
Ich wollte deutlich machen, dass Assange eben nicht sofort abgehauen ist, als der Vorwurf erhoben wurde, sondern durchaus bereit war, sich einem Verhör zu stellen. Dieselbe Staatsanwältin, die dann später Assange über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben hat, hielt das aber für überflüssig und hat ihm ausdrücklich erlaubt, das Land zu verlassen.
Nun soll er ausgeliefert werden, um eben diese Aussage zu machen; um eine bereits erhobene Anklage geht es - entgegen dem, was viele vermuten - nicht.
Auch hier kann ich nicht ganz folgen. Wie kann die von dir geschilderte Situation "einvernehmlich" sein?
Einvernehmlich bedeutet in dieser Konstellation zunächst einmal, dass es nicht gegen den Willen der Frauen zum Sex gekommen ist. Beide waren einverstanden, mit ihm zu schlafen. Allerdings nur mit Kondom. In einem Fall soll Assenge habe sie dann gedrängt haben (verbal, ohne Anwendung von Gewalt) es ungeschützt zu tun. In dem anderen Fall ist offenbar das Kondom mittendrin geplatzt, in dem Fall soll er (wieder verbal) dazu gedrängt haben, ohne Kondom weiterzumachen.
Was er gemacht haben soll ist sicherlich auch so sehr fragwürdig, aber es ist eben nicht das, was sich viele unter einer Vergewaltigung (Sex, bei dem der entgegenstehende Wille der Frau durch z.B. Gewalt
gebrochen wird) vorstellen.
Das sind dann aber "normale" Aufklärungsarbeiten während solcher Operationen.
Aber wie kommen denn Geheimdienste an Informationen? Eben auch, indem Leute an sie herantreten und Informationen preisgeben. Wo besteht der Unterschied, ob ein Staat dies nutzt (u.a. um Menschen gezielt zu töten) oder eine Organisation, um eine öffentliche Meinungsbildung zu ermöglichen (und dabei leider zu wenig tut, um den nicht beabsichtigten Tod von Menschen zu verhindern)? Wieso ist das erste nicht verwerflich, das zweite hingegen schon?
Wenn diese Erkenntnisse von den Briten bzw. Amis gewonnen werden, dann ist es ja klar, dass sie gegen die Irakis und zur Unterstützung der eigenen Soldaten genutzt werden.
Bei den Beispiel, das ich genannt habe ging es ja um Informationen, die genutzt wurden, um die Volksvertreter davon zu überzeugen, dass ein Krieg überhaupt geführt werden müsse.
Und diese Informationen waren zudem noch nachweislich falsch! Dreiste Lügen!
Wenn also Assange vorgeworfen wird, dass "seine" Informationen das Leben allierter Soldaten gefährdet hätten; um wieviel mehr haben sich dann Bush und Blaire dafür zu verantworten, dass diese Soldaten überhaupt in diesem Krieg sind?