Es ist also ein müssige Diskussion, wer jetzt die Schuld daran trägt. Eigentlich müssten wir Deutsche uns nämlich auch ein kleines bisschen schuldig fühlen.
Der Holocaust hat aber mit der Grundidee eines eigenen jüdischen Staates erstmal nichts zu tun. Denn die Idee hatten die Juden schon Mitte des 19. Jahrhunderts und haben sie seitdem, teils mit Hilfe der Britischen Mandatsmacht, die die Einwanderungswellen, die auch schon in den 20ger Jahren des letzten Jahrhunderts nach Palästina schwappten, wohlwollend tolerierten und auch mit Waffengewalt stetig weiterverfolgt.
Der Holocaust selber, hat die Durchführung der jüdischen Idee, eines eigenen Staates, allerdings sehr beschleunigt.
Was das Recht der Juden, auf einen eigenen Staat angeht, so will ich ihnen das nicht absprechen. Yps-Gimmick hat ja in einem seiner Postings schon genug Gründe, für einen solchen genannt:
dabei aber die Beweggründe der Juden für den Aufbau eines eigenen Staates nach jahrhundertelanger Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung mal eben ausblenden.
Allerdings muß die Anmerkung gestattet sein, dass es auch andere Volksgruppen gab und gibt, welche verfolgt und Ermordert wurden. Zum Teil auch schon seit Jahrhunderten (Kurden, Zigeuner). Grade die Zigeuner hatten auch extrem unter dem Nazi-Regime und deren Verfolgung gelitten. Haben aber immer noch kein eigenes Land.
Außerdem muss die Frage erlaubt sein, warum man als jüdisches Volk den Holocaust zum Anlass nimmt, in Scharen in ein Land einzufallen (entschuldigt die Ausdrucksweise), dass ihnen zu dem Zeitpunkt zumindest, weder offiziell noch inoffiziell, gehört hat. Die Britische Mandatsmacht, die das Land verwaltet und diese Einwanderungen für zum Teil Illegal erklärt hat, mit Bombenanschlägen und sonstigen terroristischen Aktionen aus dem Land zu vertreiben. Und Massaker an der palästinensichen Bevölkerung zu verüben, um ihre Ziele zu erreichen.
Am 9. April 1948 kam es allerdings zu einem Massaker in dem palästinensischen Dorf Deir Jassin. Der Ort wurde von Truppen des Irgun Menachem Begins angegriffen, also nicht der Hagana, die der politischen Mitte zuzurechnen war. Zwischen 107 und 120 Palästinenser, darunter Kinder, Frauen und Greise, wurden getötet bzw. ermordet. Die Aktion erfüllte ihren Zweck - Panik unter der arabischen Bevölkerung auszulösen. Bis zum Beginn des Palästinakrieges flohen bereits zwischen 250.000 und 300.000 Palästinenser oder wurden vertrieben.
Für solche Aktionen wurden übrigens (ironischerweise) auch deutsche Waffen aus dem 2. Weltkrieg eingesetzt, die mit Spendengeldern der Jewish Agency, meist amerikanischen Juden finanziert wurden.
Und dann, mit Hilfe der USA die auf eine schnelle Lösung drängen, der UNO die sprichwörtliche Pistole auf die Brust zu setzen. Die UNO arbeitete daraufhin einen Teilungsplan aus, der jedoch von den Arabern abgelehnt wurde. Nach Ende des britischen Mandats kam es dann zur Staatsgründung.
Fazit: Wer schuld hat, ist eigentlich eine müssige Frage. Unstrittig ist in meinen Augen aber, dass es immer zu Problemen kommt, wenn ein Volk, oder eine Religionsgemeinschaft,sich (aus was für nachvollziehbaren Gründen auch immer) in den Kopf gesetzt hat, sich unbedingt dort niederlassen zu müssen, wo vorher schon jemand gelebt hat oder noch lebt. Und als Begründung anzuführen, das die Juden ja schon eimal dort lebten (zu biblischen Zeiten), finde ich auch zu einfach. Weil das immer zu Vertreibungen, Gewalt und Hass führt. Denn das die Menschen (Araber, Palästinenser) nicht freiwillig einfach sagen würden, "Hier habt ihr unser Land, viel Spass damit" und sich wehren, sollte eigentlich klar sein.
