Allgemeiner Politik Thread

Nee, die nicht. Insgesamt bin das ich und einige wenige Freunde, die mir gelegentlich helfen. Das war so der etwas klägliche Versuch, einen Rest von Gruppe Monaco, Verein Freier Menschen (ao) nach Bremen zu importieren, nach meinem Umzug. Dass hier in Bremen der linke Konsens ungebrochen und die Sehnsucht nach freier Kritik gering ist - shit happens.
 
Dass du an der Seite mitwirkst und sie nicht nur empfehlenswert findest kann jeder, der es nicht schon ohnehin erahnt hat, herausfinden, wenn man einfach mal einen Blick in das beweihräuchernde Impressum wirft.
 
Naja, ein echtes Impressum können wir uns nicht leisten, diese Antisemiten kommen immer gleich mit Legionen von Anwälten. Da bin ich mal ausnahmsweise ganz Piratenparteianhänger. Nicht weil ich nicht persönlich für das stehe, was da steht, sondern weil die Gerichte und Anwälte in diesem Land es mit den Grundrechten nicht sehr gut meinen.
 
Wer sich für den Beruf des Anwalts entscheidet muss es schon richtig gut haben, um nicht gegen Bezahlung Partei für Standpunkte zu ergreifen, die man neutral eigentlich anders sehen würde.
 
Naja, es ist ja nicht nur das. Wir leben in einem Staat, in dem man Mitgliedern der NSDAP (Walser) oder Waffen-SS (Grass) nachweisen muss, dass sie Nazis und Antisemiten sind, wenn man verklagt wird. Und nicht etwa dass diese Schurken beweisen müssen, dass sie keine mehr sind. Da hat man schlechte Karten, da sollte man sich bedeckt halten, wenn man sieht, wie z.B. Walser und sein Clan mit absichtlichen und bewussten Falschaussagen operieren, um Kritiker juristisch fertig zu machen. Das sehe ich rein pragmatisch.
 
Der radikale Umkehrschluss "Einmal Verbrecher - immer Verbrecher" darf aber auch nicht gelten. Und zwischen diesen beiden Polen, aber auch dem Recht der Meinungsfreiheit und dem Strafbestand der Diffamierung bewegt sich unser Justizsystem.
 
Günther Grass jetzt auch schon verwirrt? Das Gedicht verlinke ich nicht, daß ist einfach nur widerwärtig.
Der Vogel schießt denselben seit knapp 5 Jahren selber ab. Lebender Beweis dafür, daß die Alt.nazis ihre Meinung nie änderten sondern nur solange verdrängten (eigene Mitgliedschaft bei der Waffen S.S, die nicht dafür bekannt war ideologiefrei gehandelt zu haben und unideologisiert rekrutiert zu haben), wie sie nicht en vogue war - und sich auch noch einer Bewegung anschlossen, die von "1000 jährigen Muff aus den Talaren" sprach und vorzeige Intellektueller der damaligen APO bzw. SPD war.
Ein bundespräsident der sich nicht mit der Oder neisse Grenze abfinden möchte, ein Oppositionschef der Gaza mit dem Apartheidsregime Südafrikas vor 1989 vergleicht und ein Nobelpreisträger, der israel als Gefahr für den Weltfrieden sieht.

Da fallen mir doch Worte aus einem Werk ein, das der Nachkriegsliteratur zugerechnet wird. "Es war einmal ein Volk, das glaubte an den Weihnachtsmann. Doch dann stellte sich heraus, daß der Weihnachtsmann ein Gasmann war!"
Ob Grass demselben aufgesessen ist?

So sehr man auch an der Person des Günther Grass streiten kann, erreicht er mit seinem Gedicht doch ganz klar das Ziel: Ein Nachdenken vor dem Krieg. Was hammra beschreibt ist durchaus nachvollziehbar, weil es an vielen Stellen gerade in Bezug auf diesen Kommentar zu einem möglicherweise bevorstehendem Krieg zwischen dem Iran und Israel gemacht wird. Anstatt sich mit dem Text auseinanderzusetzen und ihn zu zerpflücken, beschränken sich die Medien darauf Grass' Plädoyer zum Nachdenken mit dem Vorwurf des Antisemitismus mundtot zu machen. So kommt gar keine Diskussion auf?!

Natürlich schreibt Grass seinen Text in einer extrem markanten Form. Das Interessante ist hier aber auch wirklich, die Art der Reaktionen. Es sind die in dem Gedicht prognostizierten Reaktionen und keine Diskussion über den Inhalt - bzw. wie auf SpiegelOnline in dem Artikel "So falsch liegt Grass" (oder so ähnlich) in Form einer reisserischen Überschrift, bei der im Artikel dann in der Mehrzahl der Fälle die Thesen von Grass nicht als falsch, sondern als richtig dargestellt werden.

Persönlich nervt mich bei dieser Debatte diese Einseitigkeit extrem. Da kommen alle aus den Rohren geschossen um den deutschen Literaten des 20.JH zu zerschießen - wobei er doch in seinem Text nur eine Intention pflegt: Einen Krieg zu verhindern.

Und deswegen bezieht er sich wahrscheinlich auch vor allem auf Israel und nicht den Iran, denn "der klügere gibt nach" und Grass zeigt hier ganz klar, dass er Israel für klüger hält.

Antisemitismusvorwürfe auf Grund dieses Textes sind in meinen Augen an den Haaren herbeigezogen.

Trotzdem: Vielen Dank für das Zitat der Stelle aus der Blechtrommel. Dieses Kapitel ist meiner Meinung nach eine der besten Leistungen, die Schriftsteller im letzten Jahrhundert hinbekommen haben. Gerade in Bezug auf den Weihnachtsmann muss man den Kopf benutzen und über solche Probleme diskutieren anstatt sie zu tabuisieren. Denn durch diese Tabuisierung entsteht die Gefahr anderen Weihnachtsmännern genauso blind hinterherzulaufen.
 
Schon ganz schön peinlich, was der ach so tolle Herr Grass da so von sich gibt...Ich denke bei ihm macht sich schon schleichende Demenz bemerkbar. :( Ich frage mich sowieso, wieso er sich anmaßt Israel, oder deren Politik zu kritisieren? Wer ist er denn? OK er hat die Blechtrommel geschrieben...toll! Aber Netanjahu geht ja auch nicht bei und rezensiert die Bücher von Grass, also sollte sich Grass auch aus der Politik raushalten. Und wenn dann kann er ja gerne die Politik Deutschlands kritisieren, warum immer Israel??

Gut, dass "Die Zeit" das "Gedicht" nicht abgedruckt hat!! War ja auch wieder klar, dass die Frankfurter Allgemeine sich dafür nicht zu schade war...:wild:
 
So sehr man auch an der Person des Günther Grass streiten kann, erreicht er mit seinem Gedicht doch ganz klar das Ziel: Ein Nachdenken vor dem Krieg. Was hammra beschreibt ist durchaus nachvollziehbar, weil es an vielen Stellen gerade in Bezug auf diesen Kommentar zu einem möglicherweise bevorstehendem Krieg zwischen dem Iran und Israel gemacht wird. Anstatt sich mit dem Text auseinanderzusetzen und ihn zu zerpflücken, beschränken sich die Medien darauf Grass' Plädoyer zum Nachdenken mit dem Vorwurf des Antisemitismus mundtot zu machen. So kommt gar keine Diskussion auf?!

Natürlich schreibt Grass seinen Text in einer extrem markanten Form. Das Interessante ist hier aber auch wirklich, die Art der Reaktionen. Es sind die in dem Gedicht prognostizierten Reaktionen und keine Diskussion über den Inhalt - bzw. wie auf SpiegelOnline in dem Artikel "So falsch liegt Grass" (oder so ähnlich) in Form einer reisserischen Überschrift, bei der im Artikel dann in der Mehrzahl der Fälle die Thesen von Grass nicht als falsch, sondern als richtig dargestellt werden.

Persönlich nervt mich bei dieser Debatte diese Einseitigkeit extrem. Da kommen alle aus den Rohren geschossen um den deutschen Literaten des 20.JH zu zerschießen - wobei er doch in seinem Text nur eine Intention pflegt: Einen Krieg zu verhindern.

Und deswegen bezieht er sich wahrscheinlich auch vor allem auf Israel und nicht den Iran, denn "der klügere gibt nach" und Grass zeigt hier ganz klar, dass er Israel für klüger hält.

Antisemitismusvorwürfe auf Grund dieses Textes sind in meinen Augen an den Haaren herbeigezogen.

Trotzdem: Vielen Dank für das Zitat der Stelle aus der Blechtrommel. Dieses Kapitel ist meiner Meinung nach eine der besten Leistungen, die Schriftsteller im letzten Jahrhundert hinbekommen haben. Gerade in Bezug auf den Weihnachtsmann muss man den Kopf benutzen und über solche Probleme diskutieren anstatt sie zu tabuisieren. Denn durch diese Tabuisierung entsteht die Gefahr anderen Weihnachtsmännern genauso blind hinterherzulaufen.
erstmal wird sich in den Medien ziemlich deutlich mit dem Inhalt des Gedichts auseinandergesetzt. Zentral ist dabei wohl die Verwunderung darüber, das Grass vor einem atomaren Erstschlag des Israels warnt, in dessen Folge das ganze iranische Volk ausgelöscht werden würde. Was soll man dazu inhaltlich groß Anderes sagen als dass das schlicht falsch ist?

Hier geht es auch nicht um eine "extrem markante Form", wie du verniedlichend anmerkst. Die Form (das Gedicht) ist einfach nur schlecht und als solche auch noch schlecht gewählt. Es geht zunächst um den Inhalt, der mit zentralen Behauptungen und einseitigen Schuldzuweisungen arbeitet.
Und es geht erst dann um die Frage, warum Grass sich dann den Deckmantel des vermeintlichen Tabubruchs umwirft. Und wenn man sich Deinen Beitrag so durchliest, dann mag die Antwort sein: um sich Zustimmung zu seinen Inhalten allein durch die Sympathie für den "Mut des Tabubrechers" zu erkaufen. Denn wie du den Text inhaltlich bewertest, darüber schreibst du kein Wort.
Dieser rhetorischer Kniff, inhaltlichen Schwachsinn zu behaupten und die Kritik daran dadurch abzuwehren, dass man ja nicht für den verzapften Schwachsinn sondern wegen dem vermeintlichen Tabubruch kritisiert werden würde, ist jedenfalls gang und gebe bei jedem Feld-Wald-und-Wiesen-Populisten.
 
Es war natürlich die Süddeutsche, das Flagschiff des gepflegten linken Salonantisemitismus und der Antiisraelischen "Berichterstattung", die ganz wie Grass sich das Tarnmäntelchen der "Verbundenheit" zu Israel umhängt und von außen meint, "gute Ratschläge" erteilen zu können, die dieses Machwerk, das man Gedicht nicht nennen kann, abgedruckt hat.

Es wurde vielfach und in verschiedensten sehr guten Beiträgen das "Gedicht" von Grass ausführlich seziert, also muss das nicht wiederholt werden. Wiederholt werden muss lediglich, dass Grass, wie deutsche Medien und deutsche Schulbücher, lügen wie gedruckt, wenn es um Israel geht.

Allein die Behauptung, Israel gefährde "den ohnehin brüchigen Weltfrieden" ist in mehrfacher Hinsicht eine blanke Lüge und zudem könnte sie eins zu eins aus den Texten Adolf Hitlers stammen. In einer seiner berühmtesten Reden sprach er über den Frieden und sagte, dass der Jude wieder einmal die Völker der Welt in einen Krieg ziehen wolle, wogegen er und das deutsche Volk nur Frieden wünschten. Sollte dies aber geschehen, wäre die Folge eines solchen Krieges nicht der Untergang des deutschen Volkes, sondern die Auslöschung der jüdischen Rasse. An diese Rhetorik knüpft Grass unmittelbar an und nur vor diesem Hintergrund ist die Aussage, Israel gefährde "den ohnehin brüchigen Weltfrieden" überhaupt zu begreifen. Das hat der Mann aus dem Stürmer gelernt und seine Vorgesetzten in der Waffen-SS konnten sich darauf verlassen, dass seine Ehre Treue hieß und heißt.

Denn anders als vor dem Hintergrund, dass der Jude versuche, die Völker in einen Krieg zu ziehen, ist die Rede vom "ohnehin brüchigen Weltfrieden" vollkommen weltfremd. Man erzähle den Leuten in Syrien, in Mali oder in Somalia einmal, dass das, was sie derzeit erleben, ein "brüchiger Weltfrieden" sein solle. Die können über soviel Unfug mit Sicherheit nicht lachen und würden jemandem wie Grass den Vogel zeigen. Zumal Israel für all die Kriege und Konflikte auf der Welt am allerwenigsten kann.

Auch erst vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, warum das israelische Atomwaffenarsenal nun plötzlich ein Problem sein soll. Niemand auf der ganzen Welt fühlt sich von israelischen Atomwaffen unmittelbar bedroht und die Rede vom "Erstschlag", die Grass so locker aus dem dementen Hirne entweicht, ist blanke Propaganda. Nachdem Israel mehrmfach von seinen Nachbarn mit Krieg überzogen wurde, hat es sich Atomraketen zugelegt, um seine Feinde abzuschrecken und im Falle überlegener Todfeinde noch zurückschlagen zu können. Seit Israel Atomwaffen hat, wurde es im Übrigen nicht mehr offiziell kriegerisch angegriffen und insofern sind diese Waffen nicht gefährlich für einen ominösen "weltfrieden", sondern sogar im Gegenteil friedensförderlich.

Dass im Gegenzug der Iran permanent vom zionistischen Krebsgeschwür in Palästina, das es zu entfernen gelte, spricht, und ihr Alliierter Hassan Nasrallah, Führer der Hisbollah, von dem Ziel der Ausrottung aller Juden weltweit redet, wird von Grass nicht als Unterschied akzeptiert. Auch hier zeigt sich, dass Grass, der von Israel und dem Iran keine Ahnung hat, wieder nur von Deutschen und Juden sprechen kann. So ist auch seine Erklärung, die Iraner würden von "einem Maulhelden" regiert, nur genau in dem Sinne zu verstehen wie oben genanntes Zitat vom Gasmann, von einer verantwortlichen Einzelperson, vem (Ver-) Führer Hitler bei gleichzeitiger Exkulpation aller "willigen Vollstrecker". Vom Iran kann deswegen hier nicht die Rede sein, da im Iran ein komplexes Gebilde aus verschiedenen Machtzirkeln existiert und zudem Ahmadinejad gar nicht der oberste Führer des Irans ist.

Grass redet also von der Exkulpation der Deutschen, von ihrer Wiedergutwerdung als "Friedensmacht" und hebt mahnend den Zeigefinger in Richtung Juden, sich ja nicht präventiv gegen diejenigen zur Wehr zu setzen, die sie mit Atomwaffen bedrohen. Da kann man nur kotzen.
 
Ob Grass wirklich Antisemit ist oder ob sein "Gedicht" schlichtweg lediglich eine Dummheit darstellt vermag ich nicht einzuschätzen.

Wer sich mal mit der Situation Israels im nahen Osten auseinander gesetzt hat, muss zu dem Schluss kommen das es für den Staat Israel die Pflicht ist über ein ausreichendes Bedrohungspotential (also auch Kernwaffen) zu verfügen. Denn sobald Israel nicht mehr darüber verfügt wird ein Krieg immer wahrscheinlicher. Nahezu in jedem arabische Nachbarstaat wird zumindest durch die Oppostion wenn nicht Regierung auf einen günstigen Moment gewartet um Israel von der Landkarte zu tilgen. Und da wird man sich nicht auf den Staat Israel beschränken, sondern versuchen alles nicht muslimische zu beseitigen.

Der Iran ist unter diesen Staaten bei weitem der radikalste und gefährlischste. Sein verrückter Machtapparat ist so unberechenbar das man ihm zutrauen kann mit Kernwaffen zuzuschlagen und dabei die eigene Vernichtung in Kauf zu nehmen. Der Iran darf über keine Atomwaffen verfügen. Israel muss gegebenenfalls zuschlagen (nicht per Nuklearschlag sondern via Luftangriffe) allein um das reine Überleben seiner Bürger zu sichern.
 
Das ist sehr richtig.

Das erklärt aber auch, warum Grass auf Auslöschung kommt. Es geht nicht um die mögliche Tötung von ein paar Iranern, die sind dem Egomanen vollkommen wurst. Es geht darum, dass er und seinesgleichen, die Nazis und Waffen-SS-Männer, hätten präventiv zumindest bekämpft werden müssen. In der Drohung gegen den Iran, ihn präventiv an möglichen Taten zu hindern, erkennt der Altnazi die Drohung gegen sich selbst und das gerechte Urteil, das über einen Nazi hätte vollstreckt gehört, nämlich die präventive, gewaltsame Verhinderung ihres Handelns, für das sie natürlich verantwortlich waren, jeder einzelne Vollstrecker. Dieses Urteil wehrt Grass ab, wenn er vor einem israelischen Präventivschlag warnt. und sich mit den Iranern identifiziert. Denn bei einem Schlag gegen das iranische Atomprogramm kann natürlich von einer Liquidierung des iranischen Volkes in keinster Weise die Rede sein, sondern allenfalls von ein paar dutzend Toten.
 
:tnx:

Sehe ich auch so. Israel würde das machen was die Allierten bereits spätestens hätte 1935 machen müssen; durch einen Präventivschlag mit begrenzten Opfern eine weit größere Katastrophe verhindern.

Und Israel hätte noch weit größere Gründe gehabt denn nicht einmal Adolf Hitler hatte 1935 so unverholen mit der Vernichtung der Allierten gedroht wie dies die iranische Führung immer wieder macht.
 
Ob Grass wirklich Antisemit ist oder ob sein "Gedicht" schlichtweg lediglich eine Dummheit darstellt vermag ich nicht einzuschätzen.

Wer sich mal mit der Situation Israels im nahen Osten auseinander gesetzt hat, muss zu dem Schluss kommen das es für den Staat Israel die Pflicht ist über ein ausreichendes Bedrohungspotential (also auch Kernwaffen) zu verfügen. Denn sobald Israel nicht mehr darüber verfügt wird ein Krieg immer wahrscheinlicher. Nahezu in jedem arabische Nachbarstaat wird zumindest durch die Oppostion wenn nicht Regierung auf einen günstigen Moment gewartet um Israel von der Landkarte zu tilgen. Und da wird man sich nicht auf den Staat Israel beschränken, sondern versuchen alles nicht muslimische zu beseitigen.

Der Iran ist unter diesen Staaten bei weitem der radikalste und gefährlischste. Sein verrückter Machtapparat ist so unberechenbar das man ihm zutrauen kann mit Kernwaffen zuzuschlagen und dabei die eigene Vernichtung in Kauf zu nehmen. Der Iran darf über keine Atomwaffen verfügen. Israel muss gegebenenfalls zuschlagen (nicht per Nuklearschlag sondern via Luftangriffe) allein um das reine Überleben seiner Bürger zu sichern.

:tnx: Ich denke auch, Israel muss die Atomwaffen besitzen, um sich zu schützen. Ohne Atomwaffen gäbe es Israel vielleicht gar nicht mehr? Ist halt wie damals im Kalten Krieg, die Tatsache, dass man Atomwaffen hat, ist ja keine Garantie, dass man sie auch benutzt, es eher eine Art Absicherung.
 
Das ist sehr richtig.

Das erklärt aber auch, warum Grass auf Auslöschung kommt. Es geht nicht um die mögliche Tötung von ein paar Iranern, die sind dem Egomanen vollkommen wurst. Es geht darum, dass er und seinesgleichen, die Nazis und Waffen-SS-Männer, hätten präventiv zumindest bekämpft werden müssen. In der Drohung gegen den Iran, ihn präventiv an möglichen Taten zu hindern, erkennt der Altnazi die Drohung gegen sich selbst und das gerechte Urteil, das über einen Nazi hätte vollstreckt gehört, nämlich die präventive, gewaltsame Verhinderung ihres Handelns, für das sie natürlich verantwortlich waren, jeder einzelne Vollstrecker. Dieses Urteil wehrt Grass ab, wenn er vor einem israelischen Präventivschlag warnt. und sich mit den Iranern identifiziert. Denn bei einem Schlag gegen das iranische Atomprogramm kann natürlich von einer Liquidierung des iranischen Volkes in keinster Weise die Rede sein, sondern allenfalls von ein paar dutzend Toten.
interessante Interpretation. Ich hatte bisher immer mehr auf Schuldabwehr durch Verklärung des ehemaligen Opfers zum Täter im Auge, durch welche die Taten gegen das Opfer quasi eine rückwirkende Rechtfertigung erfahren.

Ob die Lehre aus dem Umgang der Alliierten mit Nazi-Deutschland nun tatsächlich generell oder in diesem Fall ist, dass möglichst frühzeitig Konflikten und Vernichtungsdrohungen mit einem Präventivschlag zu begegnen sei, dass glaube ich nicht.
Aber der Punkt, von dem an keine andere Option mehr übrig bleibt kommt mit jedem Tag bedrohlich näher.
 
Das ist sehr richtig.

Das erklärt aber auch, warum Grass auf Auslöschung kommt. Es geht nicht um die mögliche Tötung von ein paar Iranern, die sind dem Egomanen vollkommen wurst. Es geht darum, dass er und seinesgleichen, die Nazis und Waffen-SS-Männer, hätten präventiv zumindest bekämpft werden müssen. In der Drohung gegen den Iran, ihn präventiv an möglichen Taten zu hindern, erkennt der Altnazi die Drohung gegen sich selbst und das gerechte Urteil, das über einen Nazi hätte vollstreckt gehört, nämlich die präventive, gewaltsame Verhinderung ihres Handelns, für das sie natürlich verantwortlich waren, jeder einzelne Vollstrecker. Dieses Urteil wehrt Grass ab, wenn er vor einem israelischen Präventivschlag warnt. und sich mit den Iranern identifiziert. Denn bei einem Schlag gegen das iranische Atomprogramm kann natürlich von einer Liquidierung des iranischen Volkes in keinster Weise die Rede sein, sondern allenfalls von ein paar dutzend Toten.

Hochpsychologisierend ohne Ende. Mit ein bisschen Fantasie kann man immer irgendwelche Analogien erzeugen. Sind diese aber viellt ein bisschen weithergeholt? Das ist ein Mittel der Propaganda. Ohne Anhaltspunkte wird jemand in die Ecke des Antisemitismus gestellt, gar mit Nazis in einem Topf getan. Kann man nicht einfach sagen, hier hat GG, einer aus Antarktis stammender Mensch, Kritik an Israel ausgeübt?
 
Hochpsychologisierend ohne Ende. Mit ein bisschen Fantasie kann man immer irgendwelche Analogien erzeugen. Sind diese aber viellt ein bisschen weithergeholt? Das ist ein Mittel der Propaganda. Ohne Anhaltspunkte wird jemand in die Ecke des Antisemitismus gestellt, gar mit Nazis in einem Topf getan. Kann man nicht einfach sagen, hier hat GG, einer aus Antarktis stammender Mensch, Kritik an Israel ausgeübt?
klar könnte man das aber wieso sollte man das, zumal Grass das ja selber in seinem Gedicht explizit auch nicht tut? Im Gegenteil "reflektiert" doch ein erheblicher Teil seines Gedichts (angefangen mit dem Titel) den Standpunkt und biographischen Hintergrund, von dem aus der Text geschrieben wurde und muss daher natürlich auch damit leben, dass die Art und Weise, wie diese geschieht, kritisiert wird. Woher also kommt Dein Bedürfnis, die Aussagen ihrem Kontext zu entreißen und ihn dann in einen völlig Falschen zu setzen?

Außerdem geht es hier nicht generell um Kritik an Israel sondern um einen konkreten Text, zu dem übrigens Du Deine Meinung noch gar nicht benannt hast. Du tust ja fast so, als wäre der Text besser, wenn er von einem Eskimo geschrieben worden wäre.
 
Grass muss man nicht in eine Ecke stellen, sondern er war in der Waffen-SS und überzeugter Nazi.
 
@ Gruber:
Woher also kommt Dein Bedürfnis, die Aussagen ihrem Kontext zu entreißen und ihn dann in einen völlig Falschen zu setzen?

Weil es mir um die Sache geht, Krieg oder was anderes. Wie verhalten sich die beteiligten Parteien in Nahost.

um einen konkreten Text, zu dem übrigens Du Deine Meinung noch gar nicht benannt hast

Doch zum Thema Nahost haben wir hier ausführlich diskutiert.

... zumal Grass das ja selber in seinem Gedicht explizit auch nicht tut?

Damit hast du recht. Er führt seinen Standpunkt zum Konflikt Israel/Iran aus der Sicht eines Deutschen und der damit verbundenen deutschen Geschichte aus. Dennoch wäre mein Wunsch gewesen, das eigentliche Thema unabhängig von der deutschen Geschichte zu sehen.

Es wird überall geschrieben, dass Grass, in dem er von "Was gesagt werden muss" spricht, bediene er sich eines Tabubruchs, um Kritik an Israel zu üben.
Das ist nicht richtig.
GG selbst weiß, dass er kein Tabubruch begeht, weil seine Kritik an Israel schon mal früher möglich war und mit seinem "Gedicht" auch keine neue Dimension in dieser Hinsicht erzeugt wird. Kritik an Israel, auch von Deutschen, wurde früher geübt und wúrde auch nicht als antisemetisch tituliert.

Seine Kritik richtet sich auf keinen Fall gegen Menschen jüdischen Glaubens, auch wenn in Israel viele dort leben.

Seine Kritik richtet sich im Grunde genommen gegen die herrschende politische Klasse im Westen (Isreal zähle ich dazu) und ist fundamental. Das Schweigen der politischen Klasse gegen die Kriege/Feldzüge der westlichen Welt gegen meist arabischen/moslemischen Ländern. Er kritisiert zwar aus seinem deutschen Umfeld, bewegt sich aber nicht nur deutschspezifisch.

Um es mal noch deutlicher zu sagen:

"der wissenschaftlich überlegene Westen weiß nur mit Krieg auf ihm nicht genehme Haltungen von wissenschaftlich rückständigen Staaten zu antworten"

Das ist für ihn ein primitives Verhalten des Westens (hier überziehe ich ein bisschen mit der Interpretation, wollte es aber deutlich machen, was ich meine, wie er es gemeint haben könnte.).
 
Ja, so ähnlich hat auch Hitler in der besagten Rede vom 30.01. 1939 über die kriegstreibenden Engländer, Juden etc. pp. gesprochen. Diese Haltung gegenüber "dem Westen" und seiner "Kriegspolitik" ist urdeutsch und weder neu noch irgendwie progressiv.
 
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