Allgemeiner Politik Thread

Hätte man denn auf den Einsatz verzichten sollen? Nein, vor dem Hintergrund des Terrors, den diese widerwärtige Bande von Steinzeitmenschen verbreitet hat, halte ich ihre Bekämpfung nach wie vor uneingeschränkt für richtig, auch wenn dabei teils groteske Fehler gemacht worden sind.

Bin mir halt nicht so wirklich sicher, ob man mit diesem Einsatz den Terror wirklich bekämpfen konnte. Das ist ja alles so dezentral, dass ich irgendwie nicht wirklich glaube, dass der Einsatz das Ziel erreicht. Nicht nur wegen Fehlern, die beim den Eigentlich Einsatz gemacht worden sind.
 
Was in letzter Konsequenz bedeutet, Frauen und Kinder sämtlichst einer Horde von Barbaren zu opfern.

Derzeit hat die afghanische Gesellschaft keine Chance, die islamistischen Irren alleine in Schach zu halten, weswegen aus Gründen der Nachhaltigkeit ausländische Truppen wenigstens eine Generation lang das Terroristenpack mit der Knute niederhalten müssten, um eine gesellschaftliche Veränderung auf Dauer zu ermöglichen.

:tnx:
Absolut richtg. dennoch wird das islamische Fundamentalisten-Pack sich wieder ausbreiten wie ein Geschwür. Denn wer soll einen massiven Militäreinsatz - und einen solchen würde es brauchen, da eine Polizeitruppe hoffnungslos überfordert wäre - über einen Zeitraum von 25 Jahren finanzieren?

Den Chinesen, die noch Kohle hätten, geht das Problem mit dem islamischen Fundamentalismus am Allerwertesten vorbei - die sind schon zufrieden, wenn westliche Politiker und Unternehmer die (verlogene) Kritik an den Menschenrechten bei ihnen zu Hause nicht übertreiben.
Japan hat nach den Katastrophen im letzten Jahr ebenfalls kaum Interesse - und auch nicht die Mittel - sich das anzutun.

Der russische Bär hängt wieder einmal Großmachtsträumen nach, wobei Putin teilweise schön langsam nur noch lächerlich wirkt - außerdem haben die ihre Erfahrungen in Afghanistan schon gemacht und müssen auch trachten, dass ihnen nicht auch noch Tschetschenien abhanden kommt.

Bliebe - was auch sonst? - der Westen. Allerdings blasen zur Zeit Europa, sowie auch die USA finanziell aus dem (vor)letzten Loch. Da steht nun einmal die Beruhigung der sog. "Märkte" im Vordergrund - und weil wir schon dabei sind, müssen gleich auch noch ganze Staaten "gerettet" werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Rettungsmaßnahmen nicht so enden, wie die "Befriedung" des Irak. Dann nämlich wäre Afghanistan für uns nicht nur im Hindukusch, sondern auf dem Jupiter - in Bezug auf die politische Gewichtigkeit.

Zu Bedenken gilt es auch, dass die USA sich (noch heimlich) auf einen Krieg gegen den Iran vorbereiten - und extreme Mittel, sowohl in militärischer, als auch in finazieller Hinsicht bereitstellen müssen. Passiert nämlich nicht noch ein (politisches) Wunder und der Iran lenkt mit seinem Atomprogramm ein, wird Israel Taten sprech lassen und Amerika in den nächsten Nahost-Krieg verwickeln - und das wird kosten...

Man kann es also drehen und wenden wie man will. Es wird für die armen Afghanen kein Geld zur Verfügung stehen, um dem Land eine echte Chance zu geben und dauerhaft zu modernisieren. Ruft man sich in Erinnerung, wie es vor dem militärischen Eingreifen des Westens in diesem Staat ausgesehn hat, möchte man sich nur noch übergeben. Geisteskranke Taliban-Irre werden wieder Massenhinrichtungen in Fußballstadien durchführen, Mädchen wird der Schulbesuch untersagt, usw. Einfach ekelhaft.
 
@Felis

Klar, mit der Jagd auf die Taliban alleine - so befriedigend das auch sein mag - ist es nicht getan. Gleichzeitig muss vor allem über die Bildung ein Umdenken in den Köpfen der Menschen in Gang gesetzt werden, aber diese Bildung braucht bewaffneten Schutz vor den Barbaren.
 
Wer die Vielen völker und das in Stammesterritorien aufgegliederte Afghanistan befrieden will, der tickt nicht sauber. Das haben schon viele nationen versucht und scheiterten.
Da will man nur relative Ruhe zum Anbau von Opium und Förderung von Rohstoffen haben. Was auch immer man dafür braucht, das macht man.

Das man da ab und an mal Gebetsbücher verbrennt ist willkommene Ablenkung: Für die Taliban, um einen auf Mimimi zu machen und für die westlichen Besatzungsmächte, um zu suggerieren, daß es sich nicht um eine Bücherverbrennung ala 33-45 handelt.
 
Was in letzter Konsequenz bedeutet, Frauen und Kinder sämtlichst einer Horde von Barbaren zu opfern.

Derzeit hat die afghanische Gesellschaft keine Chance, die islamistischen Irren alleine in Schach zu halten, weswegen aus Gründen der Nachhaltigkeit ausländische Truppen wenigstens eine Generation lang das Terroristenpack mit der Knute niederhalten müssten, um eine gesellschaftliche Veränderung auf Dauer zu ermöglichen.

Das Problem ist aber, dass die Art und Weise, wie sich die ISAF-Truppen dort (zum Teil) benommen haben Wasser auf den Mühlen der Islamisten war.

All die religiösen Pietätlosigkeiten, Leichenschändungen, Folterungen, ermordeten Zivilisten... All das hat eben auch viele Rachegefühle ausgelöst. Natürlich sind bei weitem nicht alle Soldaten so, aber leider ist es den Taliban (und auch den anderen Widerstandsgruppen, die hier in der Diskussion immer wieder vergessen werden) gelungen, dies für sich zu nutzen.

Der Westen rechtfertigt sein Eingreifen mit einer moralischen Überlegenheit (auch du sprichts ja von "Barbaren"), aber in viel zu vielen Fällen haben seine Soldaten nicht minder schlimm gewütet als zB die Sowjettruppen.
 
Der Westen rechtfertigt sein Eingreifen mit einer moralischen Überlegenheit (auch du sprichts ja von "Barbaren"), aber in viel zu vielen Fällen haben seine Soldaten nicht minder schlimm gewütet als zB die Sowjettruppen.

Die Fehler der ISAF-Truppen habe ich ja gar nicht bestritten, und auch die Sowjets haben sicherlich mehr als genug dafür getan, den Ruf ausländischer Soldaten in Afghanistan nachhaltig zu ruinieren. Dennoch habe ich große Zweifel, dass sämtliche Untaten der Soldaten in Summe auch nur annähernd dem gleichkommen, was die Taliban an wirklichen Grausamkeiten zu verantworten haben, ob die grenzenlose Unterdrückung von Frauen, die gnadenlose Vernichtung aller Andersgläubigen oder beschämende Schandtaten wie die Zerstörung uralter Kulturgüter, beispielsweise der Buddha-Statuen von Bamiyan. Insofern ist die Bezeichnung "Barbaren" für dieses widerliche Pack sogar noch ein Euphemismus.
 
Die Fehler der ISAF-Truppen habe ich ja gar nicht bestritten, und auch die Sowjets haben sicherlich mehr als genug dafür getan, den Ruf ausländischer Soldaten in Afghanistan nachhaltig zu ruinieren. Dennoch habe ich große Zweifel, dass sämtliche Untaten der Soldaten in Summe auch nur annähernd dem gleichkommen, was die Taliban an wirklichen Grausamkeiten zu verantworten haben, ob die grenzenlose Unterdrückung von Frauen, die gnadenlose Vernichtung aller Andersgläubigen oder beschämende Schandtaten wie die Zerstörung uralter Kulturgüter, beispielsweise der Buddha-Statuen von Bamiyan. Insofern ist die Bezeichnung "Barbaren" für dieses widerliche Pack sogar noch ein Euphemismus.

Das ist eine arrogante Sichtweise der Dinge. Kennst du dich überhaupt aus, in Afghanistan? Warst du schon mal da?
 
Kann er mit Sicherheit nicht.

Man muss nur mal die Berichte lesen, wie die Taliban teilweise nach Eroberung bestimmter Gegenden das ganze Dorf erschossen haben. Denen wird das Land nach Willen sogenannter "linker" oder "antifaschisten" überlassen. Alle, die keine Talib sind, können sich auf was gefasst machen.
 

Nee, das kann ich nicht. Ich war nicht in Afghanistan, informiere mich nur aus den Medien, aber du stellst die Dinge so klar dar.

Es könnte doch sein, dass in Afghanistan nicht nur solch blöde Talibans gibt, es könnte doch sein, dass man mit manchen dieser Talibans sich arrangieren könnte, es könnte vieles andere sein. Zumindest scheinen die starken Kräfte der Afghanen über eine zähe Widerstandskraft zu verfügen. Ob das wofür sie kämpfen aus westlicher Sichtweise ok ist, sei mal dahingestellt, denn die Beantwortung solch einer Frage kann nur subjektiv erfolgen. Es gibt natürlich Dinge, die gehen nicht, aber wer will letzlich die Grenzen ziehen. Zumindest sagt mir die Praxis dort, dass die Widerstände gegen die ausländischen Truppen nicht zu beseitigen sind. Die Afghanen scheinen die Amis mit aller Macht vertreiben zu wollen. Das kann ich sagen.
 
Selbst in unter der überwiegenden Mehrzahl werden die Taliban als "Barbaren" gesehen. Deren Auslegung des Islams, hat für viele schlicht nichts mit dem Islam zu tun. Daher ist die Sichtweise in meinen Augen nicht arrogant sondern absolut richtig.

Nee, absolut richtig ist das nicht. Es gab doch schonmal Versuche mit Teilen der Talibans zu einer Übereinkunft zu kommen und angeblich gibt es auch inofiziell Verhandlungen.
 
Nee, absolut richtig ist das nicht. Es gab doch schonmal Versuche mit Teilen der Talibans zu einer Übereinkunft zu kommen und angeblich gibt es auch inofiziell Verhandlungen.

Das hat aber doch nichts damit zu tun, ob man deren Handlungen als "barbarisch" qualifiziert oder nicht. Bei den Verhandlungen geht es nur um Politik. Der Westen will da schnellstmöglich wieder raus, weil sich der Einsatz nicht besonders gut dem "Wahlvolk" verkaufen lässt und dazu noch richtig Geld kostet. Dabei ist man sich der Folgen eigentlich auch wohl bewusst würde ich jetzt mal behaupten.
 
Denen wird das Land nach Willen sogenannter "linker" oder "antifaschisten" überlassen. Alle, die keine Talib sind, können sich auf was gefasst machen.

Kannst du mir mal erklären, was du unter links bzw. antifaschistisch verstehst?

Inwiefern die nämlich angeblich wollen, dass die Taliban wieder herrschen ist mir alles andere als klar. Zumindest mir - und ganz vielen anderen Kritikern des ISAF-Einsatzes - geht es gerade darum, dass die Taliban nicht wieder ihre Gewaltherrschaft ausübern können. Nur halte ich die derzeitigen militärischen Lösungsversuche für völlig ungeeignet.
 
Das hat aber doch nichts damit zu tun, ob man deren Handlungen als "barbarisch" qualifiziert oder nicht. Bei den Verhandlungen geht es nur um Politik. Der Westen will da schnellstmöglich wieder raus, weil sich der Einsatz nicht besonders gut dem "Wahlvolk" verkaufen lässt und dazu noch richtig Geld kostet. Dabei ist man sich der Folgen eigentlich auch wohl bewusst würde ich jetzt mal behaupten.

Nee, richtige Verhandlungen können nur dann erfolgreich sein, wenn beide Seiten sich auf Augenhöhe begegnen. Also, sagt das schon was darüber aus, wie die Vertragsparteien drauf sind. Zum anderen sind Verhandlungen dazu da, um die Situation für die Menschen unmittelbar zu verbessern und ist nicht nur Geschwätz.
 

Aber eine, die sich im Gegensatz zu Dir keinerlei Illusionen über die Taliban hingibt. Verhandeln ist das eine - was gemacht wird, ist das andere. Die rekrutieren ja bereits kleine Kinder und richten die hemmungslos ab, die sind nicht für den Frieden gemacht. Die werden entweder besiegt oder sie führen Krieg gegen ihre Feinde. Frieden gibt es mit ihnen nicht.
 
Die Frage ist doch, wie will man solche Probleme in Zukunft besser lösen?? Es reicht doch nicht aus, ein Land von irgendwelchen Unterdrückern gewaltsam zu befreien und dann noch ein bisschen dort militärisch zu verweilen und sich zurückzuziehen.
Dort werden einem nach der "Befreiung" keine Rosen entgegen fliegen. Es muss doch das Ziel sein in Zukunft mal nachhaltige Lösungen zu finden. Wie sollen die eurer Meinung nach aussehen??
 
Selbst in unter der überwiegenden Mehrzahl werden die Taliban als "Barbaren" gesehen. Deren Auslegung des Islams, hat für viele schlicht nichts mit dem Islam zu tun. Daher ist die Sichtweise in meinen Augen nicht arrogant sondern absolut richtig.

Auch wenn ich die Meinung teile, dass der Deobandismus mit dem Islam nicht viel Gemeinsames hat: die Wortwahl "Barabaren" halte ich für unangebracht bzw. zumindest unklug. Da schwingt immer ein bisschen das Werturteil "unterentwickelt" mit. Es kann also so verstanden werden, dass andere Kulturen der westlichen schlicht unterlegen sind, dass "unsere" Kultur die höchste Entwicklungsstufe aufweist.

Noch "unglücklicher" war die Formulierung von Bush jr., dass der Krieg Teil des Kreuzzugs (!) gegen den Terror ist.
 
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