Allgemeiner Politik Thread

Du redest von de zehnfachen Gehalt: Der Bundespräsident bekommt 199.000 Euro! Das bedeutet der Durschnitt müsste deiner Ansicht nach bei weniger als 2000 Euro/brutto liegen.

Ich sprach weder von einem Arzt, noch noch von einem Abgeordneten sondern von einem ganz stinknormalen Arbeiter. Es gibt durchschnittlich viele Arbeiter, die man gerade 2000 € brutto oder gar darunter bekommen - Junge, mach mal die Augen auf.
 
Ich würde sofort meinen jetzigen Job dafür kündigen.

Dann fang doch an aktiv Politik zu machen. Arbeite dich über Jahre in einer Partei hoch. Über unbezahlte ehrenamtliche Parteiämter, über, mit lächerlichen Aufwandsentschädigungen versehenen, Kommunalmandaten bis zu Landtags-, Bundestagsmandaten. Dann kommst du mal vielleicht in die Verlegenheit, nachdem über Jahre für teilweise lächerliche Entlohnung Privatleben vernachlässigt hast, dich hast scheiden lassen in den Genuss eines Minster-, Ministerpräsendtenamts, Bundeskanzler oder Bundespräsident zu werden. Du muss natürlich damit Leben, dass vielleicht ganz haltlos auf der Titelseite irgendeines Lokalblattes verklausliert behauptet wird, dass deine Ehefrau zuvor mal im horizontalen Gewerbe tätig war etc.pp. Wird dich und deine möglichen Kinder natürlich nicht stören.

Ich sprach weder von einem Arzt, noch noch von einem Abgeordneten sondern von einem ganz stinknormalen Arbeiter. Es gibt durchschnittlich viele Arbeiter, die man gerade 2000 € brutto oder gar darunter bekommen - Junge, mach mal die Augen auf.

Und? Jetzt? Arbeit der 15 Stunden am Tag und hat die Ochsentour, die ich oben beschrieben habe, hinter sich?
Vielleicht sollte man sich tatsächlich auch mal mit dem auseinandersetzen, was die meisten Politiker, egal welcher demokratischen Partei, den Tag über so machen. Insbesondere, was sie in ihrem Leben zuvor leisten mussten.
 
Als Fazit: Es ist vollkommen richtig, alle Fakten im Fall Wulff aufzuarbeiten und die Vorwürfe zu untersuchen. Woran der Mob aber nicht denkt: Ein anderer wird es aber kaum besser machen und zu guter letzt: Dass wir in einer Phase wo Europa auseinander bricht und der Euro quasi am Ende ist uns jetzt so massiv um den Haus-Kredit eines Bundespräsidenten kümmern und die Politik-Hansels, die sonst nichts gebacken kriegen, jetzt aus ihren Löchern kommen... das ist verwunderlich, grotesk und irgendwie symptomatisch für unsere Gesellschaft.

Das erzähle mal bitte den Leuten in Griechenland, die schon von der Hand in den Mund leben, nachdem die Politiker durch jahrelange Korruption den Staat runtergewirtschaftet haben und nun einen Sparkurs einlegen müssen, der natürlich mal wieder die am härtesten trifft, die eh nix mehr einsparen können.

Mensch Leute, guckt Euch doch mal um: Soviele Leute, die Vollzeit arbeiten gehen und trotzdem noch aufgestockt werden müssen, weil sie zu wenig verdienen. Kinder, die in sozialer Armut aufwachsen, denen man dadurch schon jegliche Chancen auf ein lebenswertes Leben nimmt, das fängt schon mit dem Wohnumfeld an und hört mit der Bildung auf.
 
I

Andererseits haben wir in Deutschland größere Probleme als ob jemand auf Sylt seinen Heringssalat nun bezahlt hat oder geschenkt bekommt. Klar, dass die Medien und der Mob immer Köpfe rollen sehen wollen. Aber was kommt jetzt? Mal abgesehen von Gauck, den ich noch am sympathischsten finde und aufgrund seiner Vita auch abnehmen, dass ihm etwas an Deutschland, Demokratie und unserer Verfassung liegt, sind die gehandelten Kandidaten doch genau so profillose Ja-Sager wie Wulff. Und auch sie werden Fehler machen. Menschen machen Fehler, meistens proportional zu iherer gesellschaftlichen Ebene. Der einfache Arbeitnehmer schummelt bei der Steuer, der Chef schummelt bei Lohnabrechnung, der Geschäftsinhaber betreibt schöne Lobby-Arbeit und der Bundespräsident nutzt eben seine Popularität ebenfalls für dubiose Zwecke. Aber die Fehler des anderen sind natürlich immer interessanter.

Das ist das Problem. Wobei ich nicht alle als "profillose Ja-Sager" abwerten würde. Aber du findest bei jedem irgendeine "Leiche im Keller".
 
Ein anderer wird es aber kaum besser machen und zu guter letzt: Dass wir in einer Phase wo Europa auseinander bricht und der Euro quasi am Ende ist uns jetzt so massiv um den Haus-Kredit eines Bundespräsidenten kümmern und die Politik-Hansels, die sonst nichts gebacken kriegen, jetzt aus ihren Löchern kommen... das ist verwunderlich, grotesk und irgendwie symptomatisch für unsere Gesellschaft.

Schon vergessen, daß Wulff auch ein "Politik-Hansel" ist? Einer, der als Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag sich als moralische Instanz aufgespielt und den damaligen MP Schröder für seine Freundschaften zu Spitzenleuten der Wirtschaft - u.a. zu dem mittwereile selbst Wulff-Intimus gewordenen AWD-Chef Maschmeyer - kritisiert hat?

Und ob kaum ein Anderer das Amt des BP besser führen kann, sei dahingestellt, eine faire Chance sollte man diesem Menschen schon geben, erst recht wenn man nicht nicht einmal weiß, um wen es sich handelt. Sein(e) Nachfolger(in) wird es sicherlich nicht leicht haben, aber nicht, weil die Fußstapfen von Wulff zu groß sind (zumindest noch nicht mal ansatzweise so groß, wie sie seinerzeit bei Richard von Weizsäcker waren, und selbst denen war Roman Herzog einigermaßen gewachsen) sondern weil sein(e) Nachfolger(in) in der Bevölkerung und auch im Ausland wieder das Vertrauern in das Amt des BP zurückgewinnen muß, welches Wulff mit seinem Verhalten gewaltig ramponiert hat.
 
Das erzähle mal bitte den Leuten in Griechenland, die schon von der Hand in den Mund leben, nachdem die Politiker durch jahrelange Korruption den Staat runtergewirtschaftet haben und nun einen Sparkurs einlegen müssen, der natürlich mal wieder die am härtesten trifft, die eh nix mehr einsparen können.
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Du gehörst auch zu den Leuten bei denen an allem "die Politiker" schuld sind. Natürlich kann ein Volk nichts dafür, dass es nur die Leute wählt, die Versprechungen über Versprechungen machen.
Griechenland ist ein schönes beispiel dafür wie Politik im Grunde in Kumpanei mit dem gesamten Volk das Land vor die Wand gefahren hat. Der griechische Staat hat mal eben acht Milliarden Euro Rente an breits Verstorbene ausgezahlt. Wer hat den Tod des Angehörigen wohl nicht gemeldet und schön abkassiert? Es war sicher der Politiker... :rolleyes:
 
Und? Jetzt? Arbeit der 15 Stunden am Tag und hat die Ochsentour, die ich oben beschrieben habe, hinter sich?
Vielleicht sollte man sich tatsächlich auch mal mit dem auseinandersetzen, was die meisten Politiker, egal welcher demokratischen Partei, den Tag über so machen. Insbesondere, was sie in ihrem Leben zuvor leisten mussten.

Aus meinem Bekanntenkreis: LKW-Fahrer, 70 Std. Woche, Steuerklasse 1, Bruttoverdienst 2500 €. ichdenke, der Arbeitstag meines Bekannten ist nicht schwerer oder leichter als der des Bundespräsidenten nur wird er ungleich schlechter bezahlt

Und mußten mußten sie gar nichts - niemand hat sie dazugezwungen in die Politik zu gehen.

Im Europaparlament sind unter der Woche 2 Drittel der Plätze frei, die abwesenden Damen und Herren kassieren trotzdem fleissig.

Das Einig Europa war und ist unser Tod.
 
Griechenland ist ein schönes beispiel dafür wie Politik im Grunde in Kumpanei mit dem gesamten Volk das Land vor die Wand gefahren hat.

:rolleyes:

Schön, wenn man über die Menschen eines Landes Pauschkeule schwingen kann. Dann kann man Dich ja auch pauschal als Nazi titulieren, weil Du deutscher Staatsbürger bist. Oder aufgrund Deiner arabischen Wurzeln als islamischer Terrorist.


Der griechische Staat hat mal eben acht Milliarden Euro Rente an breits Verstorbene ausgezahlt. Wer hat den Tod des Angehörigen wohl nicht gemeldet und schön abkassiert? Es war sicher der Politiker... :rolleyes:

In einer Gesellschaft gibt es leider immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten, daran kann man leider nichts ändern. Aber es ist die Aufgabe der Politik, die Bedingungen dafür zu schaffen, daß der Kreis derjenigen, die sich nicht an die Spielregeln halten, möglichst klein bleibt, angefangen von Gesetzen/Verordnungen, die Einrichtung einer funktionierenden Bürokratie und Ermittlungsbehörden etc...
 
Aus meinem Bekanntenkreis: LKW-Fahrer, 70 Std. Woche, Steuerklasse 1, Bruttoverdienst 2500 €. ichdenke, der Arbeitstag meines Bekannten ist nicht schwerer oder leichter als der des Bundespräsidenten nur wird er ungleich schlechter bezahlt

Und mußten mußten sie gar nichts - niemand hat sie dazugezwungen in die Politik zu gehen.

Im Europaparlament sind unter der Woche 2 Drittel der Plätze frei, die abwesenden Damen und Herren kassieren trotzdem fleissig.

Das Einig Europa war und ist unser Tod.

Mehr vorurteilsbehafteten platten Unsinn höre ich sonst nur am Stand.

1. Die meisten Plätze sind im Plenum frei, weil die Leute entweder in Ausschüssen sitzen, auf parlamentarischen Reisen sind oder andere Verpflichtungen nachgehen, die sich aus dem Mandat ergeben. Dazu gehören zum Beispiel auch Konferenzen oder ähnliches.

2. Habe ich glaube ich versucht zu verdeutlichen, was allein schon an unbezahlter Arbeit bedeutet überhaupt mal in die Richtung eines bezahlten politischen Mandats zu kommen. Die meisten Menschen, die politisch aktiv sind, gehen einer normalen Tätigkeit nacht, machen Politik in ihrer Freizeit und zahlen für den Spaß sogar noch drauf. Oder meinst du die Partei bezahlt dir die Reisen zu Parteitagen inkl. Übernachtungen? Oder zu anderen Parteiveranstaltung?
 
:rolleyes:

Schön, wenn man über die Menschen eines Landes Pauschkeule schwingen kann. Dann kann man Dich ja auch pauschal als Nazi titulieren, weil Du deutscher Staatsbürger bist. Oder aufgrund Deiner arabischen Wurzeln als islamischer Terrorist.

Hast Recht. Es war zu pauschalisierend ausgedrückt.

In einer Gesellschaft gibt es leider immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten, daran kann man leider nichts ändern. Aber es ist die Aufgabe der Politik, die Bedingungen dafür zu schaffen, daß der Kreis derjenigen, die sich nicht an die Spielregeln halten, möglichst klein bleibt, angefangen von Gesetzen/Verordnungen, die Einrichtung einer funktionierenden Bürokratie und Ermittlungsbehörden etc...

Dennoch ist es in Griechenland halt tatsächlich extrem, was sich da auftut. Und die brauchen sich nicht wirklich in Gesamtheit nicht beschweren, dass das Kartenhaus jetzt zusammenbricht.
 
Hast Recht. Es war zu pauschalisierend ausgedrückt.

:tnx:

Dennoch ist es in Griechenland halt tatsächlich extrem, was sich da auftut. Und die brauchen sich nicht wirklich in Gesamtheit nicht beschweren, dass das Kartenhaus jetzt zusammenbricht.

Es ist sicherlich extrem, und dieses Extremität mag vllt. auch ein wenig in der Mentalität begründet sein, nur darf dies nicht als Alibi gelten, die in der Legistative handelnden Protagonisten von ihrer Verantwortung freizusprechen.
 
ENDLICH!

Es war ohne Zweifel überfällig, egal wie es strafrechtlich ausgeht.

Die moralische Komponente ist diesem Herrn völlig abgegangen, und selbst heute hat er es immer noch nicht begriffen.
 
Es ist sicherlich extrem, und dieses Extremität mag vllt. auch ein wenig in der Mentalität begründet sein, nur darf dies nicht als Alibi gelten, die in der Legistative handelnden Protagonisten von ihrer Verantwortung freizusprechen.

Das ist aber immer ein Wechselspiel in einer Demokratie. Das ist ja das Problem. Wenn jemand um die Ecke kommt und harte Sparmaßnahmen ankündigt, dann sagt jeder Wähler: Ja, aber nicht bei mir!

Das hast du ja an den heftigen Reaktionen auf die Hartz-Reformen gesehen. War halt auch ungeschickt von der SPD ausgerechnet große Teile der eigenen Klientel zu verärgern. Dennoch ist das ein schönes Beispiel.
 
Die moralische Komponente ist diesem Herrn völlig abgegangen, und selbst heute hat er es immer noch nicht begriffen.

Unabhängig von dem Fall Wulff sollte diese "moralische Komponente" niemals Grundlage der Entscheidungen sein. Moral ist keine sachlich fassbare Größe, sondern wird von jedem Menschen nach seinen individuellen Vorstellungen anders definiert, von daher darf es keine allgemein verbindlichen Entscheidungen auf einer solch schwammigen Grundlage geben.
 
Das hast du ja an den heftigen Reaktionen auf die Hartz-Reformen gesehen. War halt auch ungeschickt von der SPD ausgerechnet große Teile der eigenen Klientel zu verärgern. Dennoch ist das ein schönes Beispiel.

Aber manchmal ist es der richtige Weg, sich über die eigene Klientel hinwegzusetzen. Das sieht man in der Politik leider viel zu selten, weil die Damen und Herren wohl Muffensausen davor haben, daß sie mit der einen oder anderen politischen Entscheidung, die sich gegen das Gros ihrer Wähler und auch Gönner richtet, in der nächsten Legistaturperiode nicht mehr im Parlament zu sitzen bzw. finanzielle Einbußen ihrer Partei hinnehmen zu müssen.
 
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