Hat er denn gegen Gesetze verstoßen?
Das ist doch mittlerweile egal. Er hat an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Es gibt noch mehr Werte als nur eine eng ausgelegte Gesetzestreue.
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Hat er denn gegen Gesetze verstoßen?
Das ist eben die Frage. Bisher ist da nichts, was auch nur ansatzweise nachgewiesen wäre, was gegen irgendwelche Gesetze verstoßen würde.
Das ist doch mittlerweile egal. Er hat an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Es gibt noch mehr Werte als nur eine eng ausgelegte Gesetzestreue.
Das mag durchaus richtig sein, aber es dann müssen die Grundsätze von allen Beteiligten im gesellschaftlichen Leben mindestens in genau gleich strenger Form beachtet werden. Und genau das ist nun einmal überhaupt nicht der Fall.
[...]
[...] remember that, in the past, those who foolishly sought power by riding the back of the tiger ended up inside. [...]
Nicht mindestens, sondern genau gleich. Das ist das Ideal.
Allerdings rechtfertigt das Fehlverhalten des einen (BLÖD) nicht das Fehlverhalten des anderen (Bundespräsident). Und Wulff hat sich ja auch selber in seiner persönlichen Geschichte der BLÖD angebiedert. Und hier will ich mal JFK zitieren:
"Bild" und Wulff: Muskelspiele vom Medienstaat
von Lion Edler
Der mediale Bürgerkrieg beginnt erst
(...)
Quasi das Symbol für die journalistische Maßlosigkeit, Verlogenheit und Selbstgerechtigkeit der Kampagne ist die ZDF-Moderatorin Bettina Schausten. Diese warf Wulff im Brustton der Staatsanwältin vor, dass er bei der Übernachtung bei Freunden keine finanzielle Gegenleistung erbringt (,,pro Nacht 150 Euro, wie sie als Veranschaulichung einer denkbaren Größenordnung meinte). Als Wulff sie daraufhin fragte, ob Schausten das denn bei ihren Freunden mache, antwortete sie: ,,Ja. Noch unverschämter aber war die kurzzeitige Reaktion des ZDF, nachdem es (durchaus nicht bei allen nur satirisch gemeinte!) Empörung und in Anspielung auf Wulff Aufklärungsforderungen bei Facebook gab: Frau Schausten werde sich nicht zu der Sache äußern, ließ das ZDF verlauten, ,,da das Thema der Stunde der Bundespräsident ist und nicht die privaten Gepflogenheiten von Frau Schausten. Das ZDF bekennt sich also offen dazu, dass für seine Mitarbeiter andere, priesterliche Maßstäbe gelten. Kein Wunder also, dass die Arroganz der Journalisten in der Wulff-Affäre keine Grenzen kennt.
Für das vom ZDF geforderte Messen mit zweierlei Maß darf es schon deshalb keine Rechtfertigung geben, weil Journalisten im heutigen Zeitalter mit ihrer allgegenwärtigen Beeinflussung der Gehirne viel mächtiger sind als Politiker die ,,vierte Gewalt ist zur ,,ersten Gewalt geworden. Parlamentsdebatten schaut niemand, aber Talkshows eine ganze Menge. Wenn sich die Bild mit einem Politiker anlegt, erfordert das keinen Mut umgekehrt schon. Diese mediale Übermacht über die Politik wird sogar immer krasser. Die taz erklärt denn auch in der Causa Wulff: ,,Niemals hatte ein Medium eine größere Macht über den Präsidenten als Bild. Eine solche ,,Konfrontation zwischen einem Medium und dem Verfassungsorgan habe es ,,in der deutschen Geschichte noch nicht gegeben wobei die taz offen lässt, wer hierbei das Medium und wer das Verfassungsorgan ist. Und was ist es denn anderes als weitgehende Ohnmacht gegenüber der Bild, wenn Wulff sein Unbehagen an dem Blatt nur andeutet: es ,,erstaune ihn, dass Teile seiner Nachrichten über andere Medien veröffentlicht werden. Es stellten sich ,,grundsätzliche Fragen zur Vertraulichkeit von Gesprächen und Telefonaten!
(...)
Was zu dieser ganzen Wulff-Diskussion zu sagen ist, wird perfekt in Michael Klonovskys Roman ,,Land der Wunder zusammengefasst. Die Hauptfigur Johannes Schönbach trifft dort bei einem Boulevardblatt auf den Kollegen Reger. Klonovsky lässt Reger im Roman eine Journalistenschelte sprechen, die es verdient, auch in den Stein von sogenannten ,,Qualitätsmedien gemeißelt zu werden: ,,Journalismus ist die organisierte Zerstörung der geistigen Empfänglichkeit der dem Journalismus ausgesetzten Bevölkerung. Von nichts Ahnung haben und über alles mitreden, das ist Journalismus. Das bisschen Investigative, das bisschen Schweinereiaufdecken ist angesichts der Schweinerei, die der Journalismus insgesamt verkörpert, absolut nebensächlich. Die Medien zerren alles in ihr virtuelles Kolosseum, wo die Medienvertreter von ihren Schreibtischlogenplätzen herunterschauen und den Daumen heben oder senken. Meistens senken sie ihn. Journalisten müssen zwanghaft alles beurteilen, das heißt kritisieren, weil sie ihre eigene Niedertracht sonst nicht aushielten, sie müssen alles mit ihrem eigenen Schmutz besudeln (...). Dazu noch der typisch deutsche Drang zur Kollektivmeinung! Erklären sich so womöglich die hasserfüllten Briefe der Bild an Christian Wulff, ,,weil sie ihre eigene Niedertracht sonst nicht aushielten?
Was nämlich in Deutschland und im gesamten verfaulten Westen allen Ernstes als ,,Journalismus oder gar als ,,Qualitätsjournalismus betitelt wird, ist nichts weiter als eine erbärmlich stinkende Güllegrube. Journalisten und der Journalismus als solches sind der Erzfeind von allem, was menschliche Würde, Ehre, Stolz und Anmut bedeuten. Er wird weit überwiegend bevölkert von primitivem Barbarenpöbel, der seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit Denunziantentum, Heuchelei, Doppelmoral, Gesinnungshurerei, infantilisierender Massenverblödung, Dreckschleuderei und dem Wühlen in anderer Leute Biografien verdient, bis hin zum Wühlen in Kindheitsgeschichten. Und dieser Betrieb steigt nun also von der ,,vierten Gewalt zur ,,ersten Gewalt im Staate auf nicht gerade erfreuliche Aussichten!
(...)
07. Januar 2012
Das mag durchaus richtig sein, aber es dann müssen die Grundsätze von allen Beteiligten im gesellschaftlichen Leben mindestens in genau gleich strenger Form beachtet werden. Und genau das ist nun einmal überhaupt nicht der Fall.
@Abwehrspieler
Er hat das niedersäschsische Landesparlament nicht "belügen" lassen. Es gab eine konkrete Frage und darauf eine konkrete Antwort.
Kann ich so unterschreiben. Bloß dem Präsidenten konnte, bisher kein wirkliches Fehlverhalten nachgewiesen werden. [...]
[...] Selbst das Gejammer um seinen Anruf bei der BILD stellt sich ja zunehmend als abstrus heraus. Einschränkung der Pressefreiheit? Wo denn? Er konnte doch die BILD nie daran hindern, die Geschichte zu veröffentlichen. Dazu hat er gar nicht die Machtstellung. Im Übrigen war es die BILD, die sich an ein lange ungeschriebenes Gesetz in der Medienbranche nicht halten wollte, in dem sie die Geschichte um Wulff veröffentlichen wollte, als sich dieser im Ausland aufhielt. [...]
Trotzdem darf in einer Demokratie die Staatsmacht nicht versuchen, die Presse einzuschränken - mit nur ganz wenigen, eng geregelten Ausnahmen. Und die Aussage, aufgrund der Auslandsreise lediglich eine Verschiebung der Veröffentlichung zu erwirken - lachhaft. Im 21. Jhd. ist das doch keine Ausrede mehr. Schon gar nicht, wenn ohnehin Anwaltskanzleien und politische Berater die zwischengeschalteten Auskunftsgeber für die Presse sind.
Übrigens hier ein paar Auszüge aus einem Artikel über den es sich nachzudenken lohn:
Es lohnt sich übrigens den ganzen Artikel zu lesen.
Gleichzeitig ist selbst zu Zeitpunkt der Kreditvergabe von Frau Geerkens an Herrn Wulff, kaum mehr an eine Vorteilsgewährung zu Gunsten eben des Unternehmen Geerkens zu denken, da Herr Geerkens sich bereits Ruhestand befand.
Im Übrigen muss man sich wirklich Fragen, ob vor dem Hintergrun des Sinn und Zweckes bestimmer Gesetze, zumindest wenn man sie in der Enge auslegen möchte, wie dies Teils getan wird, ob wir nicht einer massiven Einschränkung der Demokratie kommen. Kann eigentlich ein Unternehmer noch ein politisches Wahlamt bekleiden oder ist er durch seine Freundschaft zu Geschäftspartnern und seiner eigenen Unternehmersichen Tätigkeit nicht gleich in einem Generalverdacht? Wie sieht es eigentlich aus, wenn Politiker, zur Altersvorsorge oder nur um Nebeneinkünfte zu erzielen, Aktienpakete halten, beispielsweise von Photovoltaikanlagenherstellern und dann ein Gesetz wie das EEG beschließen?
Will sagen die Grenzen sind schwammig und fließend. Es lassen sich, wenn man nur tief genug bohrt, immer Skandale zusammenschustern. Insbesondere, wenn man sich eben die Macht der Medien vor Augen führt und wie sie Meinung beeinflussen. Daher die verschiedenen Artikel, die eben nicht Wulff ansich verteidigen, sondern sich wirklich mal damit auseinandersetzen, was da eigentlich passiert.
Wo ist das denn bitte versucht worden? Ist eigentlich eine Person des öffentlichen Lebens, egal ob Politiker oder Promi, verpflichtet mit jedem Medium zu sprechen? Und ist es bei Politikern gleich eine Einschränkung der Pressefreiheit, wenn er sagt mit der Zeitung X rede ich nicht mehr? Ich glaube weniger.
Und zur Verschiebung mit der Veröffentlichung: Es ist eine ungeschriebene Regel gewesen im Politjournalismus. Muss sich keiner dran halten. Aber, wenn man die Moralkeule so schwenkt wie die Kollegen von der BILD und anderen Medien, dann muss man nicht wundern, wenn man nach der eigenen Moral gefragt wird.
Kann mir bitte einer von euch belegen, an welcher Stelle Wulff gelogen hat?
welches ich von vielen Berufspolitikern habe. "Abgewichste Bescheisser", die meinen es wäre in Ordnung wie sie ihre Arbeit auf Kosten des Landes und seiner Bürger machen. Ich gehöre zu denen, die auch mal einer Partei angehörten und leider nicht den langen Atem haben gegen den Parteien-Filz und deren Protagonisten ankämpfen zu können.. im Kleinen, auf kommunaler Ebene ebenso wie im Grossen in der Bundespolitik. Wäre das anders hätte ein Herr Wulff niemals Bundespräsident werden können.Jaja, man darf auch ruhig mal zwei gedankliche Schritte hintereinander in die selbe Richtung gehen. Herr Geerkens befindet sich im Ruhestand und hat damit keinerlei Kontakte und Interessen mehr. Unglaubwürdig ist das. Wulff genoß durch den Kredit einen geldwerten Vorteil im 5stelligen Bereich. Als Politiker darf man sich sowas nicht erlauben. Hat man damit ein Problem, kann man sich ja einen anderen Job suchen. Ein ganz normaler Hauskredit hätte den Ministerpräsidenten nicht umgebracht, warum also diese Konstruktion mit Bundesbankscheck, Anonymität etc.? Weil alles so normal war? Glauben Sie das wirklich!?
Daher muß im politischen Prozess Transparenz hergestellt werden. Die Vergabepraxis von Bauprojekten bspw. führt auf allen Ebenen zu Kosten, die lächerlich hoch sind.
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Doch auch die FAZ, die Sie als FDPler sicher zu schätzen wissen, lässt Wulffs Ausflüchte nicht gelten.
Aber aus der Welt kriegt man das bereits Gesagte, Geschriebene, Veröffentlichte nicht mehr.
Kann mir bitte einer von euch belegen, an welcher Stelle Wulff gelogen hat? Er hat niemanden belogen. Nochmal es ist usus, vielleicht sollte man sich da tatsächliche parlamentarische Arbeit mal anschauen, dass nicht mehr beantwortet wird, als wonach in Anfragen gefragt wird. Daher kann man, nach dem die Anfragen meist schriftlich beantwortet sind, in der jeweiligen parlamentarischen Debatte zu der Anfrage noch weitere Nachfragen stellen.
Ich habe noch kein parlamentarisches Protokoll gesehen, dass belegt, dass Wulff nicht wahrheitsgemäß auf diese Fragen geantwortet habe. Offensichtlich ihr schon.
Was nun den Sinn und Zweck (Teleologische Auslegung) des Ministergesetzes angeht, so soll diese verhindern, dass der Amsträger aus seiner Amtstellung heraus Vorteile erlangt und hierfür wiederum Vorteile gewährt. [...]
[...] Wo ist das denn bitte versucht worden? Ist eigentlich eine Person des öffentlichen Lebens, egal ob Politiker oder Promi, verpflichtet mit jedem Medium zu sprechen? Und ist es bei Politikern gleich eine Einschränkung der Pressefreiheit, wenn er sagt mit der Zeitung X rede ich nicht mehr? Ich glaube weniger.
Und zur Verschiebung mit der Veröffentlichung: Es ist eine ungeschriebene Regel gewesen im Politjournalismus. Muss sich keiner dran halten. Aber, wenn man die Moralkeule so schwenkt wie die Kollegen von der BILD und anderen Medien, dann muss man nicht wundern, wenn man nach der eigenen Moral gefragt wird.

Neues aus Niedersachsen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/...roeder-koepf-draengt-in-die-politik-1.1253276
:applaus: herrlich dieses Gespür für eine Stärkung der Demokratie.. mal gespannt wann hier Wahlautomaten eingeführt werden.
Interessant, dass sie auf den ersten Teil nicht eingehen, weshalb ich meine, dass es eben keine Vorteilsnahme aufgrund seiner Amtstätigkeit vorliegt, nämlich die Tatsache, dass er schon seit Jahrzehnten, und eben weit von seiner Tätigkeit als Amsträger, mit Herrn Geerkens befreundet war.
Keine Frage. Gibt ja aber auch immer zwei Seiten der Medaille. Mehr Transparenz wäre wünschenswert, aber es müssen auch Geschäftsgeheimnisse gewahrt bleiben können und auch der Datenschutz darf nicht zu stark zurücktreten. Für Personen des öffentlichen Lebens existiert ja kaum noch ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Kann sich jeder Fragen, ob das auch so richtig ist. Man vergisst glaube ich immer, dass politische Ämter in den meisten Fällen Ämter auf sehr kurze Zeit sind, und in über 90% der Fälle ehrenamtlich, gegen vielleicht eine kleine Aufwandsentschädigung, ausgeübt werden. Soll deswegen die Hosen vor allem Menschen runterlassen müssen?
Herrscht im politischen Prozess größte Transparenz, heisst das nicht, dass jeder Mandatsträger alle Kontoauszüge online stellen muss usw. Aber Entscheidungen müssen nachvollziehbar und begründet sein. Passieren dabei Fehleinschätzungen kann es jedenfalls nicht zu Legendenbildung kommen, sondern jene, die einer Fehleinschätzung unterlagen können sich auf die Grundlagen ihrer Entscheidungen berufen. Es geht um Transparenz im Entscheidungsprozess, nicht um gläserne Abgeordnete.Klischeedenken. Ich schätze kein Medium besonders viel oder besonders wenig. Liegt vielleicht auch daran, dass schon weit vor meiner politisch aktiven Zeit eher sehr Medienkritisch war.
Übrigens noch eine kurze Anmerkung zum grundsätzlichen Verhältnis von Medien und Politik, weswegen ich auch den Artikel von Edler sehr gut fand. Die Medien haben eben mehr Macht auf das Denken der Bürger als die Politik selbst. Sie können Aussagen in Parlamentsdebatten völlig verfälschen, in dem sie eben nur Ausschnitte zeigen.
Kaum noch ein Bürger macht davon Gebrauch sich selbst ein Bild von der politischen Arbeit zu machen. Die Beiräte in Bremen und ihre Ausschüsse tagen öffentlich. Dennoch sind es eigentlich immer die gleichen 20 Zuschauer, die da sind, und die sind meist noch irgendwie politisch mit den Akteuren im Beirat verbandelt. Dabei sind Bürger in den Beiratssitzungen sogar antragsberechtigt, können Fragen stellen und sich aktiv an der Debatte beteiligen. Wenn dann mal über die Beiratssitzungen berichtet wird, dann nur in kurzen, wenig sagenden Artikeln, wo meist nur die Vertreter der größeren Parteien zitiert werden.
Politiker sind auf die Medien als Mittler angewiesen. Sie liefern sich somit diesen aus. Gleichzeitig gibt es aber kein "Gewalt", die die Medien kontrolliert.

Das beste Beispiel ist doch ein, ich übertreibs jetzt bewusst, mehr oder minder ausgedachter Skandal. Dieser wird veröffentlicht. Damit ist der Skandal in der Welt. Selbst wenn sich nachher raustellt, dass das alles nicht stimmte. Gibts am Ende vielleicht ne kurze Gegendarstellung und ne Unterlassungsverfügung. Aber aus der Welt kriegt man das bereits Gesagte, Geschriebene, Veröffentlichte nicht mehr.