Allgemeiner Politik Thread

Man wählt in Krisenzeiten oft den Gegenpol zu dem, was in die Krise gebracht hat. Scheitert Appeasement, wählt man Hardliner, scheitert Klinsmann, holt man van Gaal und anschließend Hitzfeld. Das Problem werden die Griechen auch noch bekommen. Und damit meine ich nicht van Gaal.

Gleichzeitig sucht man sich in internationalen Spannungen aber jemanden, der das Land selbstbewusst repräsentiert. Da stellt sich dann aber die Frage nach dem Nationalgefühl: Wie patriotisch ist das Land.
 
Wenn der Herr Libermann in seinen Reden davon spricht, dass man das arabische Gen von diesem Planeten tilgen müsste, dann ist das natürlich vollkommen in Ordnung. So lange ein radikaler Politiker sagt, dass er Araber, Muslime, Tamilen, Hindus "vernichten" will, dann ist das schon noch irgendwie aus deren sicht, naja akzeptabel, wenn aber nun der Feind im Staat Israel sieht, dann ist eine Diskussion lösgelöst vom Holocaust und der Deutschen Geschichte komischerweise nicht möglich.


Quelle? Ich werte das mal als Propagandalügen.
 
Lieberman ist auch nicht mein Freund, aber mit arabischen Vernichtungsantisemiten kann er in keinster Weise gleichgesetzt werden. Er vertritt übrigens eine Zweistaatenlösung und gilt als Gegner eines Militärschlags gegen den Iran.
 
Der Punkt ist ja und da fragt @Firedangerboy nicht zu unrecht "wie würde man selbst handeln".
Jetzt ist natürlich der Punkt, dass wir uns sehr einfach in Deutschland in die Lage Israels versetzen können. Was ist aber mit den anderen Staaten und den Menschen in der Region. Das Problem ist doch, dass wir in fast allen Staaten Hardliner in der Regierungsverantwortung sitzen haben, was eben auch auf die Lage dort zurückzuführen ist.
Und jetzt gehen wir mal davon aus, dass der Iran tatsächlich eine Atombombe entwickelt. Wenn man sich jetzt die Historie ein wenig betrachtet, dann wird man wohl eher sehen, dass diese eher eine abschreckende Wirkung haben soll, als das selbige als Offensivwaffe gedacht ist. Auch in Teheran weiss man nur zu gut, dass man in einem bewaffenten Konflikt den Kürzeren ziehen würde. Welchen Sinn ergebe es für sie also einen Krieg zu beginnen? Eigentlich gar keinen, ausser, dass das Regime sich quasi selbst vernichten und das Land in Unglück stürzen würde. Seit der islamischen Revolution ist der Iran direkt auch nur in einen Krieg involviert gewesen und den hatten sie nicht zu verantworten. Gleichzeitig sieht man, dass es offene und versteckte Drohungen aus den USA (Achse des Bösen), Israel und nicht zuletz aus Saudi-Arabien gibt. Übrigens Staaten, die wir fleißig mit aufrüsten. Was läge da Näher, als mit der ultimativen Abschreckung zumindest drohen zu können?

Und dann stellt sich eben die Frage, ob die Aufregung über eine mögliche iranische Atombombe nicht ein bisschen heuchlerisch ist, wenn wir gleiches in Israel, Pakistan, Indien, Nordkorea und Südafrika (haben ihr Arsenal wohl wieder vernichtet) hinnehmen, wenn wir das vor dem Hintergrund des Atomwaffensperrvertrages betrachten.

Was die zivile Nutzung angeht: So finde ich hat jedes Land der Welt das Recht selbst zu entscheiden, ob es die Atomkraft nutzen will oder nich.
 
Der wichtigste Unterschied zwischen der iranischen Atombombe und der aller anderen Staaten besteht erstens darin, dass das iranische Regime einem messianischem Erweckungsglauben anhängt und bereits bewiesen hat, das es bereit ist, massenhaft eigene Leute zu opfern, zum Beispiel die Schlüsselkinder im ersten golfkrieg, die mit einem Plastikschlüssel zum Paradies über Minenfelder geschickt wurden. Hinzu kommt, dass das iranische Regime mehrfach betont hat, das Israel eliminiert werden muss. Das bedeutet aber auch, dass man dieses Regime beim besten Willen eben nicht als berechenbar bezeichnen kann.

Zweitens, und das ist wichtiger, reicht bereits die existenz der iranischen Bombe aus, um Israels Existenz zu bedrohen. Sei es dass der Iran über hamas, Hizbollah und Co. einen "atomaren Schutzschild" verhängt, sei es dass der Iran mit permanenten atomaren Drohungen das Leben in Israel unerträglich macht und eine auswanderungswelle einsetzt, insbesondere der wohlhabenden und gut gebildeten. Ich würde, zumal mit meinen Kindern, nicht in einem Land leben wollen, auf das ein Irrer mit atomwaffen zielt, selbst wenn Strategen mir versprechen, dass der Irre sie nicht einsetzen wird. Weil das niemand garantieren kann.

Sollte es nicht innerhalb des Irans zu einem Umsturz kommen, muss rechtzeitig, bevor der Iran Nuklearwaffen erlangt, von Außen das unmenschliche, wahnsinnige Mullah-Regime, unter dem die iransiche Bevölkerung sehr zu leiden hat, abgesetzt werden. Eine andere gangbare Alternative gibt es nicht. Die Menschheit darf Israel nicht mit diesen Irren allein lassen, sondern muss mit einer breiten Koalition unter Führung der USA und möglichst unter Beteiligung islamischer und arabischer Staaten handeln, bevor es zu spät ist.
 
Die Aussagen zum Atombombenbau im Iran verwunderrn mich nicht. Wäre Deutschland bedroht, man würde Merkel zum Mond schießen, würde sie nicht alles unternehmen, dies zu verhindern.

Diplomatisch ist dem Iran wohl kaum beizukommen. Also gibt es zunächst einmal eine Drohung, die mich nun wirklich nicht verwundert. Warum soll man diese Bedrohung auch hinnehmen.

Die schwächen sich da unten alle gegenseitig. Kommt mir vor wie Europa in grauer Vorzeit.


@Maddin:
Das beschränkt sich aber auch wirklich auf das Regime. Die Menschen im Iran leiden selber unter eben diesem.
 
Es gibt kein Regime, das keine Unterstützer in der Bevölkerung hätte. Leider bedeutet das im Iran, dass die Machtbasis des Regimes, die Revolutionsgarden, nun einmal das Gewaltmonopol haben und die Proteste, die es dort bereits vor dem sogenannten arabischen Frühling gab, einfach brutal niedergeschlagen und unterdrückt. Tausende sind in Knästen und Folterkammern verschwunden, bei Oppositionellen herrscht nackte Angst. Die Oppositionellen dort haben derzeit überhaupt keine Chance, gegen das Regime irgendetwas zu unternehmen. Darum muss dort der Anstoß von außen kommt. Und es muss mal aufhören, dass immer wieder der olle Dalai-Lama Witz erzählt wird:

Dalai lama orders a 5$ hot-dog and pays with a 10$ bill
Dalai Lama waits for his change but the change never comes.
Dalai Lama is like:
HEY MAN! where is my change?"
and the waiter says:
"Change must come from within!"
 
@Maddin: Ich halte es ganz mit Manfred Lütz und wehre mich dagegen, Ahmadinedschad (Hitler, Stalin...) als Irre oder Krank zu bezeichnen. Das würde nämlich ihre Taten relativieren, weil sie nicht Herr Ihrer Selbst und wäre gegenüber allen (potentiellen) Opfern total vermessen.
 
@Maddin:

Ich an meiner Stelle sage das höchst ungerne, aber mein iranischer Freund begrüßt den Militäreinsatz in Afghanistan, weil dieser eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bietet UND sieht darinauch für den Iran die einzige Möglichkeit. Er wünscht sich einen Militärschlag gegen sein eigenes Land, weil die Revolutionsgarden die totale Kontrolle ausüben und ein Wandel von innen heraus deshalb undenkbar ist.

Er hat mehr als 25 Jahre im Iran gelebt und ist nen intelligentes Kerlchen. Er hat mich überzeugt, das sein Land Hilfe von Aussen braucht.
 
Ich meine irre auch nicht im Sinne von psychisch krank, sondern im sinne von unberechenbar und nicht immer zweckrational handelnd. Deswegen kann man eben nicht vorhersagen, was ein Regime wie das iranische mit seinen Atomwaffen machen würde.
 
@Maddin:

Ich an meiner Stelle sage das höchst ungerne, aber mein iranischer Freund begrüßt den Militäreinsatz in Afghanistan, weil dieser eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bietet UND sieht darinauch für den Iran die einzige Möglichkeit. Er wünscht sich einen Militärschlag gegen sein eigenes Land, weil die Revolutionsgarden die totale Kontrolle ausüben und ein Wandel von innen heraus deshalb undenkbar ist.

Er hat mehr als 25 Jahre im Iran gelebt und ist nen intelligentes Kerlchen. Er hat mich überzeugt, das sein Land Hilfe von Aussen braucht.

Wer mit iranischen Oppositionellen und Exiliranern in Deutschland spricht, wird diese Ansicht sehr häufig hören.
 
Ich sehe das im Falle des Iran ähnlich. Jedoch wird das eine ganz schwere Geburt, wenn das Regime gestürzt werden sollte, das Land aber selbstständig seinen Weg, womöglich in die Demokratie, selber gehen soll, weil die amtierenden Revolutionsgarden großen Anteil an der prekären Lage dort haben und das womöglich angehenden "Revolutionen" (ob von unten, oben oder außen) die Basis nimmt. Womöglich bricht das Land in seinen Strukturen zusammen, wenn es nicht ein politischer pflegefall wie Afghanistan bleibt.
 
Ahmadinedschad und der Iran generell hat noch mehr als die restliche muslimische Diaspora (dofern man davon überhaupt schreiben kann, so uneinheitlich wie sie ist) einen massiven Komplex wahrscheinlich aus der historie begründet, daß ihnen Bedeutsamkeit und Relgionshoheit geklaut wurde.
Das Säbelrasseln ist schon länger wahrzunehmen, leider ist der Anorakmann ernstzunehmen, weil er "einfach so" zündeln könnte. Allerdings ist jedweder andere "Messias" auf den sich eine etwaige Opposition stützt von genau derselben Qualität.
Die wollen statt der jetzigen Regierung an der REgierung und Leute unterdrücken. Wir, also wir in Westeuropa, müssen uns vom Gedanken veracbschieden, daß die, die im Iran, eine Demokratie wie unsere ist überhaupt haben wollen. Die, die im Iran, wollen nur die damit verbundenen Gefälligkeiten.
 
http://www.tagesschau.de/ausland/berlusconi604.html

Endlich:applaus::applaus::applaus::applaus: Silvio tritt zurück!!! Wenn auch nicht sofort. Aber immerhin, damit wird Italien endlich diese Geißel los. :tnx::tnx::tnx: :thumb: Obwohl man ja sagt, dass jedes Volk den Präsidentenen bekommt, den es verdient. Aber das ist nicht immer richtig...oder haben wir etwa es Angela verdient!?!?!?!?!?! :D

Ich denke in Lybien ist der Präsidenten Job frei geworden. Vielleicht ja ne neue Chance für Silvio?
 
Weiss gar nicht was alles gegen Berlusconi haben. Zumindest haben die Italiener in seinen Regierungszeiten nicht ständig den MP wie andere die Unterhosen gewechselt. Bin mal gespannt wer sein Nachfolger wird und wie lange der sich dann wieder hält. :lol:
 
Weiss gar nicht was alles gegen Berlusconi haben. Zumindest haben die Italiener in seinen Regierungszeiten nicht ständig den MP wie andere die Unterhosen gewechselt. Bin mal gespannt wer sein Nachfolger wird und wie lange der sich dann wieder hält. :lol:

:confused: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796877,00.html

Wie im Artikel steht, hat er Italien schneller in die Schulden getrieben,als seinerzeit bei uns der Dicke und das will was heißen. Zudem gab es immer wieder Gerüchte um Berlusconis Kontakte zur Mafia. Dazu hat er, nach bester Nazi-Manier, als er vor Gericht stand einfach kurzerhand in seiner Position als Ministerpräsident die Gesetze so geändert, dass er heil herauskommt. Dann hat er sich nach und nach alle wichtigen Medien und Zeitungen einverleibt, auf dass sie alle wohlwollend berichten - Pressefreiheit sieht anders aus. Gut dass mit den Medien und der Berichterstattung gibt es bei uns auch, siehe Merkels Marketingabteilungen ZDF, BILD, FOCUS und BUNTE und Merkel hat nicht mal was dafür gezahlt, wie Berlusconi:D
Nein, die Frage müsste eher lauten: wer hat NICHTS gegen Berlusconi, bzw. wer hat ihn damals gewählt.

Wer sich mit Berlusconi beschäftigen möchte, dem kann ich den Film "Bye, Bye Berlusconi" ans Herz legen, eine ebenso zynische wie verdammt realistische schwarze Kommödie über Berlusconi. Zudem spielt der Film im wunderschönen Genua!

http://www.youtube.com/watch?v=NGoZJh66WAU
 
Das war auch mehr als ein zynischer Seitenhieb auf die italienische Politik gemeint.
Wenn man sich anschaut, dass der Silvio, und das meinte ich damit, der MP in Italien ist, der wohl am konstantesten war/ist, dann zeigt es was in der italienischen Politik los ist.
 
Das war auch mehr als ein zynischer Seitenhieb auf die italienische Politik gemeint.
Wenn man sich anschaut, dass der Silvio, und das meinte ich damit, der MP in Italien ist, der wohl am konstantesten war/ist, dann zeigt es was in der italienischen Politik los ist.

Ach so, dann bin ich ja beruhigt.;) Hatte mich schon gewundert, von jemandem wie Dir die Frage zu lesen, was man gegen Berlusconi hätte.:thumb: Ich glaube in Italien gab es seit dem 2.Weltkrieg, also seit über 60 Jahren im Schnitt alle 2 Jahre ne neue Regierung. Ich denke Berlusconi hat sich aber nicht so lange gehalten, weil er so gut, oder so populär war, sondern weil er durch sein in den 80er Jahren aufgebautes Imperium mitterlweile Strukturen geschaffen hatte, die ihn fast unantastbar machten.
 
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