Allgemeiner Politik Thread

Die Fördrungen von Eliten und Talenten ist ebenso wichtig wie eine gezielten Förderung der Schwachen, hiermit schafft man eines der Säulen für ein höheres Bildungsniveau, denn eine Kette kann nur so stark sein wie ihr schwächtes Glied.

Empfehle dir da einen Blick ins Bürgerprogramm 2011 der FDP (Sorry, für die Werbung). Aber genau das sehen wir in der Bildungspolitik vor. Abseits jeglicher Systemdiskussion.

Was den Fachkräftemangel angeht, hat die Politik sich vieles selbst zuzuschrieben. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen lassen oft Familie und Beruf nicht miteinander vereinbaren, der Steuervorteil für Familien ist zu gering, der "Rotstift" wird auch in der Bildung angesetzt, die Gesetzgebung ist ist nicht gerade kinderfreundlich, Spielplätze sind in schlechten Zuständen und oft mit Hundekot und Spritzen übersäht und unsere Gesellschaft ist auch nicht gerade kinderfreundlich, wie der Vorstoß der Senioren-Union im Februar wieder eindrucksvoll bestätigt hat, usw.

Will auch keiner bestreiten. Aber nehmen wir mein derzeitiges Lieblingsbeispiel "Sachsen". Die Sächsische Landesregierung hat konsequent den Rotstift an alle Bereiche des Landeshaushaltes angelegt. Nur an zwei Stellen nicht: Schulen und Hochschulen. Sachsen hat sogar wieder ein positives Bevölkerungswachstum, weil es ein sehr attraktives Bundesland geworden ist.

Auch die Wirtschaft trägt ihren Teil dazu bei, auf dem Arbeitsmarkt werden überspitzt formuliert 30jährige mit 20 Jahren Berufserfahrung gesucht. Und die Leute aus der Wirtschaft, die den Fachkräftemangel beklagen, sollten erst einmal vor ihrer eigenen Tür kehren, und selbstkritisch hinterfragen, ob sie ihren Anteil zum Fachkräftemangel nicht beigetragen haben.

Anderes Beispiel: Vater von einem Freund von mir ist Malermeister und hat einen kleinen Betrieb mit acht Angestellten. Davon waren immer sechs Gesellen und zwei Azubis. Er selbst hat einen Hauptschulabschluss, seine Ausbildung und dann seinen Meister gemacht. Heut sucht er händerinngend Auszubildende. Aber, diejenigen die von Hauptschule kommen sind nach der neunten Klasse nicht mal in der Lage die größe einer Fläche zu berechnen. Selbst bei einigen Realschulabsolventen wirds kritisch. Dies liegt schlicht daran, dass wir in den letzten Jahren/Jahrzehnten die Schulabschlüsse immer weiter abgewertet haben, damit - wie es ein Bekannter mal ausgedrückt hat - jeder warme Körper irgendwie zu einem Abitur kommt. Und hierin liegt das Problem. Leistungsdenken ist immer weiter zurückgedrängt worden. "Elite" ist ja schon ein fast negativ besetzter Kampfbegriff geworden. Und Scheitern und mal etwas nicht zu schaffen, ist zu einem persönlichen Super-Gau geworden. Aber Erfolg und Moßerfolg gehören genauso zum Leben, wie die eigene Leistungsbereitschaft. Und nicht jeder braucht ein Abitur, um erfolgreich sein zu können. Siehe eben den Vater von meinem Freund. Mein Großvater sagte auch immer zu mir, habe ja auch erst die Realschule und dann das Gymnasium besucht und wollte eigentlich mal ne Ausbildung machen bis mich der Ehrgeiz gepackt hat: "Es ist egal was du machst, du muss nur immer wieder danach streben der Beste zu sein." Und genau dieser Leistungsgedanke geht uns in Deutschland völlig ab.
Wir sind zudem einfach zu wohlstandsverwöhnt und verharren deswegen auf unserem Niveau. Während die ganze restliche Welt aufholt und uns teilweise überholt.
 
Aber, diejenigen die von Hauptschule kommen sind nach der neunten Klasse nicht mal in der Lage die größe einer Fläche zu berechnen. Selbst bei einigen Realschulabsolventen wirds kritisch.

Muss ich dir ausnahmsweise mal zustimmen. Ich hatte schon Azubis mit Realschulabschluss unter meine Fittiche, die massive Probleme damit hatten, einen simplen Dreisatz zu lösen.
Mein Großvater sagte auch immer zu mir, habe ja auch erst die Realschule und dann das Gymnasium besucht und wollte eigentlich mal ne Ausbildung machen bis mich der Ehrgeiz gepackt hat: "Es ist egal was du machst, du muss nur immer wieder danach streben der Beste zu sein." Und genau dieser Leistungsgedanke geht uns in Deutschland völlig ab.

Es kann doch immer nur "einen Besten" geben. Und deswegen sollte der Satz lieber lauten: "Du solltest dein Bestes geben".

Wenn man sich bemüht, hat jeder seine Chance verdient.
 
Muss ich dir ausnahmsweise mal zustimmen. Ich hatte schon Azubis mit Realschulabschluss unter meine Fittiche, die massive Probleme damit hatten, einen simplen Dreisatz zu lösen.

Kann ich bestätigen, ich hatte im Mai letzten Jahres ca. 120 Bewerbungen (Verkaufs-Innendienst im Großhandel) auf dem Schreibtisch liegen, von denen mehr als die Hälfte mind. 2 Fehler in Rechtschreibung, Grammatik und/oder Kommasetzung aufwiesen. Die unrühmliche Krönung war eine Bewerberin mit einer 2 im Deutsch-Abi, die 7 Fehler in ihrem Anschreiben "reingehauen" hat.
 
Kann ich bestätigen, ich hatte im Mai letzten Jahres ca. 120 Bewerbungen (Verkaufs-Innendienst im Großhandel) auf dem Schreibtisch liegen, von denen mehr als die Hälfte mind. 2 Fehler in Rechtschreibung, Grammatik und/oder Kommasetzung aufwiesen. Die unrühmliche Krönung war eine Bewerberin mit einer 2 im Deutsch-Abi, die 7 Fehler in ihrem Anschreiben "reingehauen" hat.

Wobei man bei dem Thema Rechtschreibung ja auch mal ein bisschen die Schüler in Schutz nehmen muss. Weiss doch auch gar nicht mehr, was jetzt nach Duden richtig und was falsch ist, wenn ich ehrlich bin. ;) Auch etwas, was die Politik völlig sinnlos vergeigt hat.
 
Das stimmt doch einfach nicht. Aber dass Du nach nur fünfeinhalb Jahren vergessen hast (bewusst?), was damals los war, verstehe ich sogar.
Was der sogenannte "Spontankanzler" so alles veranstaltet hat, von sogar teilweise richtig angegangenen Reformen (bspw. Riester oder Förderalismusdebatte) abgerückt, das eigene Werk sinnfrei abgeändert, ehe es richtig anfangen konnte, was zum völligen Wirrwarr führte. Übertriebener Aktionismus kurz vor der Wahl 2002, welcher zum Bsp. zum anfänglichen Maut Toll collect Desaster führte. Alles, um Wählerstimmen zu retten. Oder Münteferings Heuschreckendiskussion, mit der er an der wirtschaftlichen Instabilität, die mit der Globalisierung nicht Schritt hielt, vorbeizureden versuchte und die insbesondere eine Folge rot-güner Politik, ja sogar teilweise deren eigener Gesetzgebung war. Womit Müntefering sich letztlich selbst ein wenig das Bein stellte. Oder die Ich-AG`s, mit deren Förderung wirtschaftlich das Gegenteil von dem erreicht wurde, was beabsichtigt war. Der damals entstandene Bürokratieirrsinn bei der Reform der Arbeitsagentur. Gleichstellungsgesetz bei der Zeitarbeit, welches Zeitarbeit verteuerte, die Änderungen am Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, was letztlich den Wettbewerb verzerrte, gezielte Weiterqualifizierung behinderte und unter dem Strich Arbeitsplätze vernichtete. Dann die verfehlte Integrationspolitik. usw. usf.
Vom "Bild am Rande", das Kuhn, Künast, Trittin, Schlauch, Roth oder Ströbele so abgaben, ganz zu schweigen.

Die schlimmsten Parteien, und gerade in gesamtdeutscher Geschichte, waren immer die, die auf Ängsten von Leuten Politik machten, Gesinnung steuern und mit Verboten oder ähnlichem in eine Richtung lenken wollten, die lediglich in die der eigenen, verklärten Realität führen konnte und die auf diese Weise um die normale, logische Entwicklung einen Bogen machen wollten.

Ach ich rege mich nur auf....
Jedenfalls hat C.Harper#17 schon irgendwie recht.

Natürlich war ich als Rot/Grün Wähler auch nicht überzeugt von allem, was die Regierung Schröder gemacht hat. Schröder hatte letztlich das gleiche Schicksal, wie nun Obama in den USA. Schröder wurde mit viel Erwartung ins Rennen geschickt. Das hinterher nicht alle zufrieden war ist klar. Das Land sehnte sich nach einem Wechsel, nach dem der Dicke das Land wirtschaftlich vor die Wand gefahren hatte und am Ende nur durch Spendenskandale aufgefallen ist. Es brauchte halt, wie in den USA einfach nur einen charismatischen, jungen Politiker der das Land aus der Lethargie erwachen lässt. Und ich bleibe dabei, dass die Merkel nicht wirklich brilliert hat bisher: Gesundheitsreform, Hartz IV Reform, Rettungsschirme die angeblich für Griechenland waren, aber hauptsächlich ihrem Spezi von der Deutschen Dank, Ackermann zugute kamen:wall:

Und wer jetzt schon Roth, Künast, Trittin, Schlach, Ströbele auf der einen und Westerwelle, Schawan, Eigner, Rösler, Brüderle, die schlimmeren Kandidaten hat, darüber kann man streiten...:grinsen:
 
Wobei man bei dem Thema Rechtschreibung ja auch mal ein bisschen die Schüler in Schutz nehmen muss. Weiss doch auch gar nicht mehr, was jetzt nach Duden richtig und was falsch ist, wenn ich ehrlich bin. ;) Auch etwas, was die Politik völlig sinnlos vergeigt hat.

Da gebe ich Dir vollkommen Recht! Die einzig sinnvolle Reform wäre es gewesen: die völlig sinnlose groß und kleinschreibung abzuschaffen! Man weiß doch gar nicht mehr, wie man die wörter zu schreiben hat in diesem land :)
 
Wobei man bei dem Thema Rechtschreibung ja auch mal ein bisschen die Schüler in Schutz nehmen muss. Weiss doch auch gar nicht mehr, was jetzt nach Duden richtig und was falsch ist, wenn ich ehrlich bin. ;) Auch etwas, was die Politik völlig sinnlos vergeigt hat.

Zumindest war/ist es schwierig für die Schüler, die mit den allten Regeln angefangen haben und dann die neue lernen mußten. Ich schreibe es so, wie ich es nur meiner Schulzeit gelernt habe - inkl. Sütterlinschrift :lol:
 
Zumindest war/ist es schwierig für die Schüler, die mit den allten Regeln angefangen haben und dann die neue lernen mußten. Ich schreibe es so, wie ich es nur meiner Schulzeit gelernt habe - inkl. Sütterlinschrift :lol:

Das völlig abstruse ist ja, dass ich zu den Schülern gehöre, die erst die alte Rechtschreibung gelernt haben, dann teilweise umgeschult wurden, dann wieder zurück zur Alten, dann wieder die Neue und im Abi war dann beides erlaubt. :D
Irgendwann habe ich es dann auch aufgegeben da durchblicken zu wollen.
 
Du hattest doch geschrieben, daß Dein Vater arabischer Herkunft ist, hättest Du mit Arabisch nicht die Unwägbarkeiten dieses Irrsinns Deutsche Rechtschreibung umgehen können? ;)
 
Du hattest doch geschrieben, daß Dein Vater arabischer Herkunft ist, hättest Du mit Arabisch nicht die Unwägbarkeiten dieses Irrsinns Deutsche Rechtschreibung umgehen können? ;)

Schön wärs gewesen. Die kennen nämlich keine Groß- und Kleinschreibung. :D

Diese Rumgebastel an der Rechtschreibung habe ich beim besten Willen nie verstanden. Mir ist nie richtig klar geworden welcher tiefere Sinn dahinter stand/stehen soll.
 
Schön wärs gewesen. Die kennen nämlich keine Groß- und Kleinschreibung. :D

Diese Rumgebastel an der Rechtschreibung habe ich beim besten Willen nie verstanden. Mir ist nie richtig klar geworden welcher tiefere Sinn dahinter stand/stehen soll.

Zum einen bestand der Sinn ja angeblich darin, dass alles einfacher, logischer sein sollte. Dass man z.B. "Spaghetti" ohne "h" schreiben soll, weil wir ja im Deutschen das "h" nicht brauchen. Im italienischen würde aus "Spaghetti" ohne "h" ja ein "Spadschetti" werden. Das gleiche ja mit Friseur und Frisör. Aber warum man nun "Tip" mit 2 "p" schreiben muss? Nur weil es mit "tippen" einher geht, oder wie? Und "Betttuch" mit 3 "t" ist ja auch völlig:wall:
 
Zum einen bestand der Sinn ja angeblich darin, dass alles einfacher, logischer sein sollte. Dass man z.B. "Spaghetti" ohne "h" schreiben soll, weil wir ja im Deutschen das "h" nicht brauchen. Im italienischen würde aus "Spaghetti" ohne "h" ja ein "Spadschetti" werden. Das gleiche ja mit Friseur und Frisör. Aber warum man nun "Tip" mit 2 "p" schreiben muss? Nur weil es mit "tippen" einher geht, oder wie? Und "Betttuch" mit 3 "t" ist ja auch völlig:wall:

Naja, wenn man sich tatsächlich darauf beschränkt hätte Wörter, die aus anderen Sprachen übernommen wurden, "einzudeutschen", dann hätte das ja vielleicht noch einen gewissen Sinn gehabt. Aber das andere Kram ist Mist.
 
Naja, wenn man sich tatsächlich darauf beschränkt hätte Wörter, die aus anderen Sprachen übernommen wurden, "einzudeutschen", dann hätte das ja vielleicht noch einen gewissen Sinn gehabt. Aber das andere Kram ist Mist.

Stimmt, allein die vielen Komma-Regeln die wegfallen sind! Ich glaube von 20 Komma Regeln gibt es nur noch 5 oder so. Dabei, liebe ich doch, Kommata so sehr, nicht wahr?!? :D
 
Wir können froh sein, daß Deutsch unsere Muttersprache ist, denn als Mensch mit anderen sprachlichen Wurzeln würde es mir nicht im Traum einfallen, diese schwere Sprache freiwillig lernen zu wollen.
 
Das ist aber ein beliebtes Spiel von Leuten, die nicht über ihren Sprachgebrauch nachdenken. Ansonsten wären Ungetüme wie "gedownloadet" oder "gebrieft" kaum vorstellbar...
 
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