Allgemeiner Politik Thread

Ja, feiern würde ich bei dem Ergebnis auch nicht gerade. Da muss der Wunsch, Mappus wegzubekommen, wohl stärker sein, als der parteipolitische Überlebenswille. Aber der Spitzenkandidat ist auch recht blass und konnte die Ziele nicht richtig rüberbringen. Im Übrigen sind wohl große Teile der Zuwächse der Grünen aus den Reihen der Sozialdemokraten gekommen. Dazu gibt es nachher noch Grafiken, schätze ich.
 
Fast können einem die Baden-Württemberger leid tun, aber auch dort dürfte gelten, dass die Menschen die Regierung, die sie wählen, auch verdienen. Unabhängig davon wäre es aber spannend zu beobachten, wie sich die Grünen verhalten, wenn sie tatsächlich einmal Verantwortung tragen müssen mit allen Konsequenzen, anstatt wie bisher als kleinerer Koalitionspartner mit reichlich Narrenfreiheit versehen für Schlagzeilen zu sorgen und sich davonzustehlen, wenn das Regieren in Arbeit ausartet.
 
Ja, feiern würde ich bei dem Ergebnis auch nicht gerade. Da muss der Wunsch, Mappus wegzubekommen, wohl stärker sein, als der parteipolitische Überlebenswille. Aber der Spitzenkandidat ist auch recht blass und konnte die Ziele nicht richtig rüberbringen. Im Übrigen sind wohl große Teile der Zuwächse der Grünen aus den Reihen der Sozialdemokraten gekommen. Dazu gibt es nachher noch Grafiken, schätze ich.

SPD: 137.000
CDU: 88.999
FDP: 61.000
Nichtwähler 265.000
 
Noch schlimmer : Ideologische Erziehung am " Objekt ".

Ich glaube, da verwechselst du was.
Nicht die Kinder sind gegen das längere gemeinsame Lernen, im Gegenteil, denen würde es sehr entgegen kommen, hätten sie nicht den Auswahlstress ab Mitte 3. Klasse, in dem es nur noch um gute Leistungen geht, und an dessen Ende die oft bittere Erkenntnis steht, "es" nicht geschafft zu haben.

Sondern es sind die Eltern, die das nicht wollen, warum auch immer. Und mit denen setz ich mich gerne auseinander. :D

:tnx:

@Yps-Gimmick
@Emswerder
 
Zum Thema Bildung:
BaWü hat ja nach eigenen (CDU-)Angaben die beste Bildungspolitik in der BRD. Ich frage mich aber, wie diese so wahnsinnig gute Schulstruktur bspw. einen solch krassen Fall eines Amoklaufes produzieren konnte.
Ebenso finde ich es mehr als fragwürdig, dass das Land ca. 80 "Sonderschulen für Verhaltensgestörte (Erziehungshilfe)" vorhält.
1. In fast allen Bundesländern wurde diese Schule umbenannt: in Niedersachsen bspw. heißt das Ding "Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung". Allein die Namensgebung drückt mMn eine bestimmte Haltung und ein bestimmtes Menschenbild aus.
2. Die Anzahl der Schulen deutet ebenso auf ein klares Bild hin: wer in BaWü nicht in ein bestimmtes Raster passt, wird aussortiert.
Das ist eine tolle Pädagogik. (Chancengleichheit = 0!!!)
 
Hi BecksFahne,

deine Äußerungen lassen ja direkt vermuten, dass du beruflich einen pädagogischen Hintergrund hast. Diese differenzierten und profunden Ansichten, dann auch noch so gut begründet. Prima!

Ja, ich bin u.A. beruflich Vater. Und dabei habe ich eine Erfahrung

gemacht : Die Lebensqualität meines Sohnes hat sich drastisch

erhöht, nachdem er die Grundschule verlassen und das Gymnasium

besucht hat. Der braucht nun kein Sanostol mehr, um den Schulalltag

zu ertragen; sein Selbstbewußtsein ist gestärkt, da nun seine

Leistungsfähigkeit und seine Leistungsbereitschaft anerkannt und

gefördert wird. Und das lege ich ihm nicht in den Mund aus

ideologischer Überzeugung. Das ist meine Erfahrung.
 
Zitat von Stürmerbraut;1655916:
Ich glaube, da verwechselst du was.
Nicht die Kinder sind gegen das längere gemeinsame Lernen, im Gegenteil, denen würde es sehr entgegen kommen, hätten sie nicht den Auswahlstress ab Mitte 3. Klasse, in dem es nur noch um gute Leistungen geht, und an dessen Ende die oft bittere Erkenntnis steht, "es" nicht geschafft zu haben.

Sondern es sind die Eltern, die das nicht wollen, warum auch immer. Und mit denen setz ich mich gerne auseinander. :D

:tnx:

@Yps-Gimmick
@Emswerder

Du kannst dich darüber mit meinem Sohn ( 11 Jahre ) auseinandersetzen.

Der ist zwar HSV-Fan aus oppositionellen Gründen, aber bei diesem

Thema nimmt er sich deiner hier im Werder Forum sogar sicherlich an.
 
Findest du es nicht reichlich fragwürdig, um nicht zu sagen furchtbar daneben, diesen Amoklauf dem Schulsystem in die Schuhe zu schieben?

Ich stimme dir ja zum Teil zu.
Es ist dennoch deutlich, dass es gerade in den pädagogischen Bereichen, in denen die Anforderungen hoch sind, wo Versagensängste deutlich erfahrbar sind und eine wirklich zugewandte pädagogische (erzieherische) Arbeit nur am Rande stattfinden kann, oft zu massiven Erscheinungen bei den Jugendlichen kommt, wie Autoaggression bis zum Suizid, psychosomatischen Erkrankungen und eben Verlust der Selbststeuerungsmechanismen bis zu massiver Gewaltbereitschaft.
 
Es ist dennoch deutlich, dass es gerade in den pädagogischen Bereichen, in denen die Anforderungen hoch sind, wo Versagensängste deutlich erfahrbar sind und eine wirklich zugewandte pädagogische (erzieherische) Arbeit nur am Rande stattfinden kann, oft zu massiven Erscheinungen bei den Jugendlichen kommt, wie Autoaggression bis zum Suizid, psychosomatischen Erkrankungen und eben Verlust der Selbststeuerungsmechanismen bis zu massiver Gewaltbereitschaft.

Den besonders wichtigen Teil habe ich einmal hervorgehoben. Das ist nämlich nach Ansicht vieler Experten der entscheidende Faktor im schulischen Erfolg. Eine Lehre, die man aus dem PISA-Erfolg Finnlands hätte ziehen können, ist, wie bedeutsam die pädagogische Qualifikation des Lehrpersonals ist, und wissenschaftliche Studien lassen vermuten, dass diese Qualifikation größeren Einfluss auf den Erfolg der Kinder hat als die Schulform. Da es aber billiger ist, in Sammelschulen zu investieren als in mehr und besser ausgebildete Lehrer, feiert das Schreckgespenst der Einheitsschule fröhlich seine Wiederauferstehung.
 
Ich stimme dir ja zum Teil zu.
Es ist dennoch deutlich, dass es gerade in den pädagogischen Bereichen, in denen die Anforderungen hoch sind, wo Versagensängste deutlich erfahrbar sind und eine wirklich zugewandte pädagogische (erzieherische) Arbeit nur am Rande stattfinden kann, oft zu massiven Erscheinungen bei den Jugendlichen kommt, wie Autoaggression bis zum Suizid, psychosomatischen Erkrankungen und eben Verlust der Selbststeuerungsmechanismen bis zu massiver Gewaltbereitschaft.

" Zum Teil " gilt da nicht. Entweder, du stimmst ihm zu, oder eben nicht.
 
Back
Top