Finanzielle Mittel nicht, aber es stand logischer Weise der Verdacht im Raum, daß er Entscheidungen als EU-Kommissar in Sinne seines künftigen Arbeitgebers getroffen hat, deswegen hatte die EU-Kommission ja auch den Bedenken geäußert, ihren Ruf unabhängiges und unparteiisches Gremium gefährdet zu sehen. Das Verfahren ist erst eingestellt worden, nachdem Bangemann sich dazu bereit erklärt hat, sich für zwei Jahre beurlauben zu lassen, bevor er Dritte gegenüber der EU bzw. ihre Istitutionen vertritt.
Der daraus resultierende Kodex hat daher auch seine Legitimation, nur hätte er gar nicht erst ins Leben gerufen werden müssen, wenn (ehemalige) Politgrößen in ihren Entscheidungen auch und insbesonders bei denen über ihre eigene Karierre etwas mehr Weitsicht und Fingerspitzengefühl zeigen würden.
In diesem Fall dann aber eben auch im Sinne all der Konkurrenten seines zuküftigen Arbeitgebers. Von daher ist es schon etwas anderes, ob man einem Unternehmen direkt finanzielle Mittel zugesteht, in das man direkt nach dem Ausscheiden aus seinem politischen Amt gewährt. Bzw. noch schlimmer selbst (Mit-)Eigentümer eines Unternehmens ist, welches man durch Steuergelder fördert. Fischer hat es ein bisschen geschickter angestellt und ne Beratungsfirma gegründet, die nun diese Unternehmen berät.
Nur ich sagte dies ja schon mal in der Causa Guttenberg: "Wer ohne Sünde ist, der Werfe den ersten Stein."
Und ich kann das von mir aufrichtig behaupten. Deswegen lasse ich es mir auch nicht gefallen, wenn man mir Lobbyhöhrigkeit vorwirft bei programmatischen Entscheidungen.



