Was würde ein Regierungswechsel denn bringen? Eine Legistaturperiode allein wird mit Sicherheit nicht ausreichen, um das alles zu beheben, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist.
Und wie die Vergangenheit (z.B. NRW, Hamburg oder auch Niedersachsen) gezeigt hat, ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis eine Partei ihre verlorene Hochburg zurück erobert. Zudem spielt die Persönlichkeit der Spitzenkandidaten imho in Bremen eine größere Rolle als in anderen Bundesländern, und die sachliche, hanseatisch zurückhaltene Art von Jens Böhrnsen scheint in Bremen anzukommen.
Losgelöst von der parteipolitischen Diskussion werden sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Bremen aber auch nicht gravierend ändern können, dazu wandert zu viel in Bremen verdientes Geld als Einkommenssteuer in die niedersächsichen Umlandgemeinden. Dieses Gesetz haben die Staatstaaten übrigens Franz-Josef Strauß zu "verdanken", der als Bundeswirtschaftsminister der großen Koalition von 1966-69 den Gesetzesentwurf einbrachte, daß die Einkommensteuer nicht mehr in den Säckel der Gemeinde fließt, wo das Geld erwirtschaftet wurde, sondern in den des Wohnorts der Arbeitnehmer, was in der Diskussion um den Länderfinanzausgleich gerne vergessen wird, denn neben den damals üppigen Einnahmen der Häfen war Bremen auch durch diese Steuereinnahmen bis in die frühen 70er Jahre ein Geberland. Die finanzielle Schieflage Bremens läßt einen Ruf nach einer Eingemeindung nach Niedersachsen bzw. der Gründung eines Nordstaates lauter werden, aber die Niedersächsischen Steuerzahler werden sich bedanken, wenn sie für die Schulden von Bremen und ggf. auch Hamburg auch noch aufkommen müßten.