Allgemeiner Politik Thread

Müsste man als gläubiger Katholik nicht davon ausgehen, dass der Herrgott selber dafür sorgt, dass kein Ungeeigneter auf dem Thron sitzt?


Mal schauen, wer ihmn nachfolgt. Vielleicht ja mal jemand, der geistig zumindest im 20. Jahrhundert angekommen ist. Vom 21. braucht man ja gar nicht zu träumen.
 
Es ist vor 800 Jahren zuletzt und zum bisher einzigen Mal ein Papst zurückgetreten. Es ist im Kirchengesetz verankert, dass der Papst jederzeit, wenn er will, ohne Rechtfertigung zurückteten darf. Ich bin Atheist, aber der Papst steht ja nicht NUR für Glaube und katholische Kirche. Er ist auch ein Friedensbotschafter und in der Rolle muss er viele Reisen unternehmen. Dazu ist er zu schwach.
 
Besser so als das er am Ende so geht wie Johannes Paul. Es war schon bitter ein leben so vergehen zu sehen.
 
Er ist auch ein Friedensbotschafter und in der Rolle muss er viele Reisen unternehmen. Dazu ist er zu schwach.

Reisen müssen tut ein Papst nicht. Diese Praxis haben erst Paul VI. und mehr noch Ratzingers Vorgänger Johannes Paul II. begonnen. Johannes XXIII. hatte seiner Zeit z.B. einigen Einfluss auf die Beendigung der Kuba-Krise, hat den Vatikan jedoch nie für offizielle Reisen verlassen. Friedensbotschafter kann man also auch von Rom aus sein.
 
Die katholische Kirche und ihre Lehre bilden eben auch einen Grundstein für die Aufklärung, die Moderne, für die positive Entwicklung Europas im Vergleich zu anderen Weltgegenden. Man ist heute sehr schnell dabei, die katholische Kirche zu verdammen, weit reaktionärere Ideologen aber freizusprechen. Das Katholikenbashing behagt mir als ausgemachtem Religionskritiker nicht, das ist mir zuviel unreflektierter Protestantismus, zuviel unreflektierter Vulgäratheismus.
 

Aber sowas von. ;)
Wenn ich höre (nicht von allen, aber von denen die das Heft des Handelns in der Hand halten) das Frauen (auch nach einer Vergewaltigung) nicht das Recht haben dürften, abtreiben zu lassen,
das Verhütungsmittel (immerhin) nur benutzt werden dürfen, um der Krankheitsübertragung vorzubeugen, katholische Priester, die sich an Kindern vergehen einfach nur versetzt werden an andere Standorte...
 
Zitat von Fliegenfänger;2562907:
Aber sowas von. ;)
Wenn ich höre (nicht von allen, aber von denen die das Heft des Handelns in der Hand halten) das Frauen (auch nach einer Vergewaltigung) nicht das Recht haben dürften, abtreiben zu lassen,
das Verhütungsmittel (immerhin) nur benutzt werden dürfen, um der Krankheitsübertragung vorzubeugen, katholische Priester, die sich an Kindern vergehen einfach nur versetzt werden an andere Standorte...

Und der Papst kann all diese Missstände alleine beseitigen? Oder wären diese Missstände mit einem Mal beseitigt, würde es die kath. Kirche nicht mehr geben? Vergleichbare Probleme findest du doch auch unter den Regentschaften von Obama oder Merkel. Ist die Demokratie denn schlecht, nur weil nicht alles funktioniert?

Papa Ratzi war insgesamt etwas konservativer einzuschätzen als sein Vorgänger. Welche außerordentliche Rolle dieser Vorgänger für die Weltgeschichte hatte, kann ich nur erahnen. Von dieser Ausnahme mal abgesehen bedeutet ein neuer Papst für eine Institution wie es die kath. Kirche ist, i.d.R. schon Fortschritt.

Ich kann durchaus einiges finden, woran man die kath. Kirche kritisieren kann (oder auch andere Religionen). Das meiste davon bezieht sich auf persönliche Erfahrungen und nicht auf die in den Medien hochgekochten Geschichten. Denn im Gegensatz zur Berichterstattung, kann ich auch durchaus positive Aspekte zu meinem Erfahrungsschatz hinzuzählen. ;)

Nicht die Kirche (der Islam, etc.) ist das Problem, sondern einzelne Menschen. Und wenn es Menschen gibt, denen ihre Religion hilft, die ihre Religion brauchen, dann ist das doch etwas Gutes.
 
Das mag so sein, aber im Grunde ist der Protestantismus ja auch nur ein Abspaltungsprodukt des Katholizismus.
 
Diese Hoffnung kann man imho begraben, dafür haben die konservativen Kräfte der katholischen Kirche (u.a. Opus Dei) zu viel Einfluß.

Na die Hoffnung sollte man nie aufgeben.;) Aber richtig ist, daß sich die Reformfähigkeit der Katholischen Kirche erst noch erweisen muß. Zu gern wird ja das Verharren in alten verkrusteten Traditionen, die kaum noch was mit den Lebenswirklichkeiten der Bevölkerung zu tun hat, mit "Standhaftigkeit in Glaubensfragen" begründet. Man repräsentiert ja schließlich 2000 Jahre Glaubenskontinuität und hat, wie so viele Religionen die Alleindeutungshoheit über den Willen Gottes und die Wahrheit.
Ich bin auch kein Freund davon, jede Tradition gleich dem Mainstream zu opfern, aber Rom steckt in vielen Themen einfach immer noch im Mittelalter. Sollte sich nicht in absehbarer Zeit ein Wandel vollziehen, der die katholische Amtskirche wieder näher an die Menschen bringt, dürfte es zumindest in Europa unaufhaltsam abwärts gehen mit dem Katholizismus.
 
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