Allgemeiner Politik Thread

Bei aller Kritik, aber da hast Du den Text nicht verstanden. Überhaupt ist Sprit gemessen am Durchschnittsverdienst heute nicht teurer als vor 50-60 Jahren und wird angesichts des Ölpreises auch eher nicht sinken. Darum ist die Forderung nach verbrauchsärmeren Autos berechtigt, selbst mein Kleinwagen schluckt bei meiner Fahrweise im Winter 6l Diesel, das finde ich ehrlich gesagt ziemlich reichlich. Das sollte auch mit 2-3l möglich sein.

Übrigens hat weniger Verbrauch auch andere Vorteile: Der Benzinpreis steigt langsamer wg. geringerer Nachfrage...
 
Also da ich mich auch berufsmäßig mit Fahrzeugtechnik und Motoren befasse, kann man sagen, dass es sicherlich möglich wäre auch jetzt schon Fahreuge mit einem Verbrauch von 2-3 Litern zu bauen. Nur muss man eben auch mit dem ständig steigenden Anspruch nach Komfort und Sicherheit klarkommen. Wenn ein Golf VI das doppelte wiegt wie ein Golf I, dass ist doch schon beeindruckend, welche Verbräuche man heute erreicht. Die Hersteller richten sich nach der Nachfrage und wenn dort immer mehr Leistung + Komfort + Sicherheit gewünscht werden, dann stagnieren die Verbrauchszahlen erstmal logischerweise.
Aber dann kommt ja die Politik und prügelt Technologien durch, die noch gar nicht ausgereizt sind :thumb:
 
Die Autoindustrie besteht aus wenigen Global Playern. Wenn da der Trend zu weniger Verbrauch geht, dann wird sich das weltweit auswirken.
 
Mag ja alles so sein. Das interessante ist, dass man das nicht wirklich aus der Sicht derer betrachtet, die auf ein Auto angewiesen sind. Ein modernes Auto, nehmen wir mal die recht sparsamen Toyota Auris Hybrid und VW Golf 1.6 TDI Bluemotion, gibt es ab 23.000 Euro aufwärts. (Beide Autos sind für Familien die ggf. in Urlaub fahren wollen nur bedingt geeignet) Dann nehmen wir mal jemanden, der auf dem Land wohnt und auf das Auto angewiesen ist und beispielsweise eine Ausbildung zum Krankenpfleger macht. Der Schichtdienst beginnt um 6 Uhr morgens. Du hast keine Chance mit dem ÖPNV. Folglich brauchst du ein Auto. Ein neues Auto, mit der modernsten Technik ist gar nicht zu bezahlen. Folglich bleibt nur ein älteres Auto. Da bringt auch moderne Technik am Markt reichlich wenig.


Die Idee dahinter ist ja nett, und die habe ich schon verstanden, kollidiert aber gnadenlos mit der Realität.

Zumal die Motoren ja ungemein effizient geworden sind. Die Autos werden aber aufgrund der Technik aber zwingend immer schwerer.
Das andere ist, dass die Ökobilianz des ÖPNV teilweise recht deutlich hinter dem des Indivdualverkehrs zurückbleibt.
 
Wenn unser Arbeitsmarkt nicht den mobilen Menschen verlangen würde, bräuchte der mobile Mensch auch kein Auto. Wir drehen uns also im Kreis.
 
Quatsch. Auto und Individualverkehr bedeuten ein kleines Stückchen Freiheit. Selbst wenn ich nicht zur Arbeit fahren müsste, was ich muss, würde ich nicht darauf verzichten wollen.
 
Was sich jetzt auswirken wird, ist die EU-Gesetzgebung zur CO2-Reduktion und die bei Nichteinhaltung horrenden Strafen. Da es sich jedoch auf den Flottenverbrauch bezieht, gibt es natürlich genügend Möglichkeiten.

Aber man muss auch bedenken, dass ein Auto für viele Menschen sehr viel mehr als ein reiner Gebrauchsgegenstand ist.
 
@maddin: Dann bist du aber nicht darauf angewiesen, wie felis schreibt, sondern entscheidest dich freiwillig dafür.


Erstmal: Freiwillig ist die Autoentscheidung in einem gewissen Maße immer. Wenn ich aber über den Arbeiter rede, der sein Auto braucht, dann muss ich auch schauen, warum er es braucht. Das sind zwei Seiten der Medaillie, die man zusmamen betrachten muss.
 
Die Autoindustrie besteht aus wenigen Global Playern. Wenn da der Trend zu weniger Verbrauch geht, dann wird sich das weltweit auswirken.

Richtig, und zwar zu höheren Spritpreisen.

Das (fiktive) Unternehmen "Corporate Oil" setzt jetzt 500000 € pro Tag um. Weiterhin befinden wir uns auf einem globalen (Fakt) und homogenen Markt.

Langsam stellt der Verbraucher sein Tankverhalten um und tankt meinetwegen nur noch die Hälfte an Sprit.

Wird dann "Corporate Oil" mit all seinen unternehmerischen Verpflichtungen (Logistikpartner, Vertriebspartner, nicht zuletzt die an Renditen interessierten Aktionäre, die Banken (Krdeitsicherheiten) etc.) auf ca. 250000 € an Tagesumsatz verzichten? Eher nicht, denn ob das Auto nun 6L oder 3L verbraucht, Öl bleibt hinreichende und vor allem notwendige Bedingung zum Autofahren. Also wird eben an der Preisschraube für die 3 Liter gedreht werden.

Zusätzlich kommt eben noch der inhomogene Weltmarkt hinzu: Einige Länder und deren Bewohner "entdecken" gerade erst die Auto-Mobilität. Dort kann sich allerdings nur ein kleiner Teil, so wie in Deutschland von @Felis mit dem Azubi beschrieben, das spritsparende High-Tech-Modell aus z.B. Deutschland leisten. Und eben diese Länder (China, Indien, Brasilien, ...) sind die Schwerpunktmärkte.
 
Klar sind viele Menschen auch berufsbedingt auf ein Auto angewiesen. Ich komme vom Land und da gibts gar keinen Zugverkehr mehr und Busse fahren alle paar Stunden mal. Da kann man nicht ohne Auto leben.
 
Die Frage ist doch, warum die Politik den Preis künstlich in die Höhe treiben muss, wenn der Rohstoff ohnehin knapp wird.
Der ganz normale Mechnismus sagt ja, dass bei Verknappung der Ressource die Ressource auf Dauer teurer wird. Nur genau das ist ja derzeit nicht das Primärproblem bei den deutschen Benzinpreisen.

Und viele Menschen sind natürlich auf Mobilität angewiesen. Übrigens ich bin ganz glücklich mit meinem Auto, denn ich komm so im Schnitt mit 8L/Super aus. In der Stadt so 9/l auf der Autobahn kann man bei 130 Kmh den Verbrauch auf unter 7/l bekommen.
 
Wobei einige Experten ja die Frage stellen, ob das mit der Verknappung und mit Peak Oil nicht vollkommen übertrieben war...
 
Wobei einige Experten ja die Frage stellen, ob das mit der Verknappung und mit Peak Oil nicht vollkommen übertrieben war...

Insgesamt wird bei Ölverknappung und damit auch bei Benzinpreisen permanent beschissen. Vorwände, wie es vor einem Jahr der Libyeneinsatz war, kommen der Industrie entgegen, Preise hochzudrehen. Soweit ist es auch allgemein bekannt. Geht soweit, dass manche amerikanische Firmen mit Auslandstankstellen den Ölpreis im eigenen Land drücken.
 
Es gibt sicher noch genügend Rohöl-Ressourcen auf unserem Planeten, die ja aber mit derzeitiger Technik nicht wirtschaftlich förderbar sind.
 
Natürlich. Allerdings wird die durch Wechselkursschwankungen, der politischen Großwetterlage (z.B. Iran-Krise) und Änderungen bei der Nachfrage (mehr Diesel, weniger Benzin) komplett überlagert. Die "natürliche" Preisentwicklung bekommt also kaum einer mit.

Alles richtig.

Mir ging es ja auch mehr darum, dass da weiter, durch staatliche Intervention, an der Preisschraube gedreht werden soll. Das alles obwohl wir ohnehin unter den gestiegenen Energiepreisen massiv leiden. Das betrifft ja fast alle Bürger.
Auch dieser ganze Quatsch mit den Elektroautos. Ich frage mich, ob sich wirklich mal einer offen Gedanken darüber gemacht hat, wo der Strom bitte herkommen soll. Selbst die Bahn produziert ihren Strom zu großen Teilen in Kohlekraftwerken, was häufig vergessen wird.
 
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