Alles zum Hauptsponsor

Mattähai als neuen Trikotsponsor...

  • ...finde ich super

    Votes: 5 38,5%
  • ...kann ich gut mit leben

    Votes: 7 53,8%
  • ...ist mir egal

    Votes: 1 7,7%
  • ...könnte besser sein

    Votes: 0 0,0%
  • ...schlimm

    Votes: 0 0,0%

  • Total voters
    13
Versicherungen sind Unternehmen, die möglichst vielen Kunden möglichst teure Versicherungen verkaufen, die sie möglichst nicht brauchen. Da lob ich mir wiesenhof, die verkaufen günstiges Huhn, das sogar meine Oma sich leisten kann. Als sie vor ein paar Monaten bei der Sparkasse war, hat ihr da ein "Kundenberater" irgendeine Geldanlage "verkauft", die sich frühestens in 10 Jahren rentieren kann und für deren Abschluss horende Gebühren fällig wurden. Dazu muss man wissen: Meine Oma ist 91.

Das war: Maddins Märchenstunde. Wir hoffen, wir haben Sie gut unterhalten. Danke für Ihre Aufmerksamkeit :D
 
Zitat von Zitat von maddin :
Versicherungen sind Unternehmen, die möglichst vielen Kunden möglichst teure Versicherungen verkaufen, die sie möglichst nicht brauchen. Da lob ich mir wiesenhof, die verkaufen günstiges Huhn, das sogar meine Oma sich leisten kann. Als sie vor ein paar Monaten bei der Sparkasse war, hat ihr da ein "Kundenberater" irgendeine Geldanlage "verkauft", die sich frühestens in 10 Jahren rentieren kann und für deren Abschluss horende Gebühren fällig wurden. Dazu muss man wissen: Meine Oma ist 91.
Das war: Maddins Märchenstunde. Wir hoffen, wir haben Sie gut unterhalten. Danke für Ihre Aufmerksamkeit :D

Ja, aber wo er Recht hat, hat er Recht ! :daumen:
 
Edit: Wieso ist Böklunder in der Sponsorenübersicht nicht mehr zu finden? Lief der Sponsorenvertrag aus? Oder haben die jetzt nach dem WH-Deal von sich aus gekündigt?
Keine Ahnung. Mir ist aber am Samstag im Stadion auch aufgefallen, dass der Name an den Wurstständen zugeklebt worden war und da statt "Böklunder Stadionwurst" etc. jetzt nur noch "Stadionwurst" steht.
Ob da jetzt auch eine andere Wurst verkauft wird oder es weiterhin Böklunder (halt nur inkognito) ist, weiß ich nicht, ich habe keine gegessen. Würde mich allerdings nicht wundern, dort demnächst auch Wiesenhof-Produkte zu sehen.
 
Edit: Wieso ist Böklunder in der Sponsorenübersicht nicht mehr zu finden? Lief der Sponsorenvertrag aus? Oder haben die jetzt nach dem WH-Deal von sich aus gekündigt?

Letztes Jahr im Mai hieß es ja noch, dass der Sponsorenvertrag mit Böklunder vorzeitig um drei Jahre verlängert worden sei, und die sind noch nicht abgelaufen. Aktuell stellt sich Böklunder auf der eigenen Homepage aber nur noch als Sponsor von Schlacke und Gladbach dar. Wer allerdings den Google-Cache bemüht, stellt fest, dass zumindest am 23. August Böklunder neben Werder auch noch den THW Kiel als Partner aufgeführt hat, und wenigstens der Abschied von den Handballern dürfte nichts mit Wiesenhof zu tun haben.
 
Ich habe lediglich beschrieben, was Bankberater tun.

Ich kenne auch jemanden, der bei einer Bank arbeitet. Die teilen ihre Kunden in Gruppen ein und wenn eine bestimmte, meist schlechte Geldanlage sich zu wenig verkauft, dann rufen sie bei den Kunden der Gruppe "alt&bescheuert" an und verkaufen sie denen. Oder sie schnappen sich die, wenn sie in die Bank kommen.

Und im Übrigen: Das ist nicht die Schuld der Bankberater. Das ist das Bankgeschäft. Genau wie das was Wiesenhof treibt, nicht die Schuld von wiesenhof ist, sondern völlig normale Massentierhaltung ist. Da die Leute das Zeug kaufen wie verrückt, ist auch der Appell an den "mündigen Verbraucher" totaler Müll. Wenn man eine solche tierhaltung nicht will, dann muss man eine Regierung wählen, die entsprechende gesetze verabschiedet und auch durchsetzt.

All diese Dinge sind überhaupt keine moralischen Fragen. Wer sie moralisch stellt, der kapiert gar nicht, warum Menschen so handeln. Der Hühnerzüchter, der tausende Hühner in einen Schuhkarton sperrt, ist ebensowenig ein schlechter Mensch, wie der Bankberater, der Omis Geldanlagen anquatscht, die sie nicht brauchen. Sogenannte "a.rschlöcher" (m.Kind) hat es immer gegeben, aber wer glaubt, solche systemisch-gesellschaftlichen Fragen moralisch beantworten zu können, als eine Frage des moralisch korrekten oder inkorrekten Verhalten des einzelnen, der wird nie zu vernünftigen Lösungen kommen und der wird sich immer wieder mit sogenannten "Fehlverhalten" von angeblich "unmoralischen Einzelpersonen" konfrontiert sehen.

Dabei ist es vielmehr so, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse dermaßen verhärtet haben, dass die einzelne Person, der einzelne Kapitalist, der einzelne Banker und der einzelne Nahrungsmittelproduzent überhaupt nicht vermögen, etwas daran zu ändern, weil sich diese zu einer "zweiten Natur", die dem einzelnen äußerlich ist, entwickelt haben. An diese kann er sich nur besser oder schlechter anpassen, er kann in ihr mehr oder weniger Erfolg haben. Dies führt dazu, dass sich immer Leute finden werden, die hühner in einen Stall sperren, Waffen oder Drogen verkaufen oder Omis Versicherungen und Bankanlagen verkaufen, die sie nicht brauchen. Das hat mit Moral nichts zu tun.
 
Nun wird von den Wiesenhof-Befürwortern aber auch alles aus der Trickkiste geholt. Jetzt gilt auch die sonst immer gehasste Bild, über die einige behaupten sie eigentlich nie zu lesen, als beste Quelle. :crazy:
Natürlich ist Wiesenhof nicht dass schlimmste aller Unternehmen und sicherlich hätten viele andere Clubs diesen Sponsorenvertrag auch getätigt. Ich frage mich allerdings, warum sachliche Kritik an einem Unternehmen so unangebracht ist (natürlich nur wenn sie sachlich ist)? Ich bin kein Wiesenhof-Hasser, kaufe trotzdem nicht deren geqäulte Hühner, weil ich es nach ethischen Maßstäben nicht richtig finde. Die Wiesenhof-Tierhaltung wird auch nicht ethischer, weil einige hier sagen, dass andere Unternehmen viel schlimmer sind. Vllt wäre der Diskussion geholfen, wenn mal versucht würde das Thema ein wenig so zu betrachten wie KA. Wir haben jetzt diesen Sponsor, lasst uns konstruktive Kritik äußern und versuchen damit bessere Umstände für alle Beteiligten zu erreichen. Zwar glaube auch ich nicht, dass Wiesenhof in irgendeiner Weise einlenken wird, finde aber diese Diskussion dreht sich langsam im Kreis.
Achja, diese Bio-Vergleich hinken doch. Das sind doch leider oft (nicht immer;)) Versuche alles über einen Kamm zu streichen, um zu rechtfertigen, dass man billigste Lebensmittel kauft, ohne sich zu informieren. Frei nach dem Motto: Wenn ich sehe, dass das mit dem Bio alles;) genauso ist, kann ich ja so unüberlegt weiter leben wie vorher. Wer Bio-Lebensmittel von Bio-Höfen aus der Region kauft (was natürlich Denken und Aufwand bedeutet), der würde so einem Anti-Bio Artikel nicht glauben (was natürlich nicht bedeuten soll, dass man nicht auch Bio-Prodkuktion kritisieren kann, gerade wenn sie nicht artgerecht geschieht). Aber in schlimmsten Zeiten gilt halt auch die Bild als Quelle;)
 
...Vllt wäre der Diskussion geholfen, wenn mal versucht würde das Thema genau so zu betrachten wie KA. Wir haben jetzt diesen Sponsor, lasst uns konstruktive Kritik äußern und versuchen damit bessere Umstände für alle Beteiligten zu erreichen..... ich finde aber diese Diskussion dreht sich langsam im Kreis.....

Richtig.
Kann man das Thema nicht mal sein lassen?
Außerhalb des Forums/Werders interessiert es sowieso keine Sau, welchen Sponsor Werder hat.
Haben die HSVer die Mannschaft als Hühnerhaufen, etc. bezeichnet? Haben die Medien Werder in dieser Hinsicht, wie befürchtet, betitelt??
Wie gesagt, außerhalb Werders interessiert es sowieso niemand, wer da auf der Brust steht (außer vllt. Peta).
 
Ich habe lediglich beschrieben, was Bankberater tun.

Ich kenne auch jemanden, der bei einer Bank arbeitet. Die teilen ihre Kunden in Gruppen ein und wenn eine bestimmte, meist schlechte Geldanlage sich zu wenig verkauft, dann rufen sie bei den Kunden der Gruppe "alt&bescheuert" an und verkaufen sie denen. Oder sie schnappen sich die, wenn sie in die Bank kommen.
Das ist, wie schonmal gesagt, so pauschal Blödsinn.
Sowas kommt vor. Aber eben nicht immer und überall.

ich war auch mal bei einer Bank. Da gab es nicht "alt&bescheuert", die Selektion erfolgt eher anhand von "Vermögenswerten". Wobei man auch an den notorisch klammen gut verdienen kann (Dispo, Kredite...).
 
Nun, da ich selbst erst vor ein paar Tagen von genau derselben Geschichte gehört habe, scheint es wohl keine Seltenheit zu sein. Die haben für leicht einzuwickelnde Kunden sogar schon ne Abkürzung entwickelt, die mir allerdings gerade partout nicht einfällt. Lustigerweise sei diese Kundschaft auchh älter und werde dort vorwiegend dann angerufen, wenn man das eigene Soll als Berater noch nicht ganz erreicht hat.
 
Dabei ist es vielmehr so, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse dermaßen verhärtet haben, dass die einzelne Person, der einzelne Kapitalist, der einzelne Banker und der einzelne Nahrungsmittelproduzent überhaupt nicht vermögen, etwas daran zu ändern, weil sich diese zu einer "zweiten Natur", die dem einzelnen äußerlich ist, entwickelt haben. An diese kann er sich nur besser oder schlechter anpassen, er kann in ihr mehr oder weniger Erfolg haben. Dies führt dazu, dass sich immer Leute finden werden, die hühner in einen Stall sperren, Waffen oder Drogen verkaufen oder Omis Versicherungen und Bankanlagen verkaufen, die sie nicht brauchen. Das hat mit Moral nichts zu tun.

Ich hoffe ich habe dich richtig verstanden (ist noch ein bisschen früh;)), aber ich würde dir in Teilen widersprechen.
Zunächst stimme ich dir jedoch zu. Wir sind als Subjekte sicherlich an ein System gebunden, dass es schwer macht garkeinen Einfluss auf Umwelt oder andere Individuen zu nehmen, egal ob neagtive oder positiv. Auch wenn ich bei der Ethik-Bank oder bei einem Öko-Betrieb arbeite, werde ich meine Umwelt (Menschen&Natur) negativ beeinflussen. Auch der ethischste oder ökologischste Betrieb wird in diesem profitorientiertem System einen negativen Einfluss auf Umwelt haben. ABER, ich finde es schwierig dabei Moral auszuschließen. Ich kann als Subjekt nämlich versuchen meinen Negativ-Einfluss zu minimieren. Kann mich gegen bestimmte Verhaltensweisen/Unternehmen/Geschäftsbedinugen entscheiden. Damit werde ich natürlich niemals erreichen, dass mein Einfluss auf andere verschwindet, aber ich kann ihn verringern. Genau da kommt mMn die Moral in Spiel. Das erfordert aber Denken und umständliche Wege. Auf Wiesenhof bezogen würde das heißen: Über den Hühnerkauf nachzudenken, darauf zu kommen, dass man auch regional beim Bio-Bauern kaufen kann, sich dort die Bedinungen für Mensch/Tier anzuschauen und dann einzukaufen.
 
Genauso wie bei Wiesenhof-ställen gibt es auch bei Bio-Bauern große Unterschiede. Der ein oder andere reizt die Bestimmungen so stark aus das er eigentlich kein Öko Label haben dürfte und der andere hält sich weitesgehend dran. Ausschließen das man Hühner aus "nicht artgerechter Haltung" bekommt kann man es auch nicht mit einem Öko-Siegel. Die Wahrscheinlichkeit ist aber ungleich höher. Wer das ändern möchte müsste schwierigere Kriterien für Öko Betriebe und härtere Strafen per Gesetz festlegen lassen. Die Gefahr das dass ein Schuss in den Ofen wäre ist aber riesengroß denn es würde sicherlich einiges mehr Kosten und somit der Preis nicht unerheblich steigen.

Zum Thema Bankberater:

Ja nach der Bankenkrise wurden die Bankberater sehr oft zum Buhmann gemacht. Ich sehe aber das Hauptproblem bei den Verbrauchern. Wenn ich zur Bank dann muss ich doch wissen das der Bankberater ein Angestellter der Bank ist, der für seine Bank möglichst viel verdienen soll. Man darf sich einfach nicht nur auf den Berater verlassen. Es muss doch jedem klar sein das man hohe Renditen nur bei entsprechendem Risiko erzielt. Da darf man doch nicht so naiv und blauäugig sein. Wenn ich ein Produkt/ einen Vertrag nicht grob verstehe dann kauf ich es nicht.

Sicherlich muss sich auch die Finanzindustrie vorwerfen lassen das sie ihre Produkte so undurchsichtig und kompliziert gestaltet haben, das die meisten Bankberater sie selbst nicht verstehen und sie schon gar nicht richtig erklären können.
 
@ moerschel: du sagst, dass die Bio-Vergleiche hinken... Nur mal so nebenbei: Bio heißt lediglich, dass die Tiere nicht mit Genfood und weniger mit Antibiotika und anderen Mastmitteln gefüttert werden. Außerdem muss man bei Bio auf Pestizide verzichten.

Das Wort Bio oder Öko hat jedoch, soweit ich das weiß, rein garnichts mit der Haltung zu tun. Die Unterschiede sind nämlich gering BTW fast nicht vorhanden! Heißt Öko-Bio-Hühner unterscheiden sich von Wiesenhof wohl lediglich in ihrer Ernährung. Und selbst vorgeschriebene Richtlinien werden bei Bio/Öko gekonnt umgangangen. Typisch, denn auch dort muss Geld erwirtschaftet werden...
 
...All diese Dinge sind überhaupt keine moralischen Fragen. Wer sie moralisch stellt, der kapiert gar nicht, warum Menschen so handeln. Der Hühnerzüchter, der tausende Hühner in einen Schuhkarton sperrt, ist ebensowenig ein schlechter Mensch, wie der Bankberater, der Omis Geldanlagen anquatscht, die sie nicht brauchen. Sogenannte "a.rschlöcher" (m.Kind) hat es immer gegeben, aber wer glaubt, solche systemisch-gesellschaftlichen Fragen moralisch beantworten zu können, als eine Frage des moralisch korrekten oder inkorrekten Verhalten des einzelnen, der wird nie zu vernünftigen Lösungen kommen und der wird sich immer wieder mit sogenannten "Fehlverhalten" von angeblich "unmoralischen Einzelpersonen" konfrontiert sehen.

Dabei ist es vielmehr so, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse dermaßen verhärtet haben, dass die einzelne Person, der einzelne Kapitalist, der einzelne Banker und der einzelne Nahrungsmittelproduzent überhaupt nicht vermögen, etwas daran zu ändern, weil sich diese zu einer "zweiten Natur", die dem einzelnen äußerlich ist, entwickelt haben. An diese kann er sich nur besser oder schlechter anpassen, er kann in ihr mehr oder weniger Erfolg haben. Dies führt dazu, dass sich immer Leute finden werden, die hühner in einen Stall sperren, Waffen oder Drogen verkaufen oder Omis Versicherungen und Bankanlagen verkaufen, die sie nicht brauchen. Das hat mit Moral nichts zu tun.

"Ja, das ist eben schade
Das ist das riesig Fade.
Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht
Da hat er eben leider recht.

Natürlich hab ich leider recht
Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht.
Wir wären gut - anstatt so roh
Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.

Ja, dann ist's freilich nichts damit
Dann ist das eben alles Kitt!

Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht
Da hab ich eben leider recht!"

schon irrsinnig praktisch, alles auf die verhältnisse schieben zu können und sich so aus der affäre zu ziehen.
ja, kapitalismus funktioniert so!
ja, das sollte man verstehen, bevor man sich in moral flüchtet und immer wieder vor den gleichen problemen steht!

aber NEIN, damit darf es nicht enden - und NEIN, durch selbstgerechtigkeit und arroganz verändert man die verhältnisse auf keinen fall.
man richtet sich in ihnen ein!
und was ist damit gewonnen?
mir sind menschen lieber, die sich wenigstens noch veränderung wünschen und sich nicht mit der erkenntnis begnügen, dass es eben kein richtiges leben im falschen gibt.
JA, das ist so, das darf aber nicht dazu führen, es sich im falschen bequem zu machen und jeden zu belächeln, der sich auch nur ansatzweise noch zu einem fünkchen empörung hinreißen lässt.
oh wie niedlich, wie naiv, da will jemand was gegen die produktionsverhältnisse unternhemen und hat noch nicht verstanden, dass es keinen guten kapitalismus gibt und wir alle nur im system gefangen sind... na den verhöhnen wir doch mal ein wenig und fühlen uns hinterher um so besser, weil wir uns nicht damit auseinandersetzen müssen, dass wir uns eben um gar nichts mehr scheren - weil wir wollen ja um jeden preis nicht naiv sein, dann doch lieber gleichgültig!
tja... muss jeder selber wissen, wohin ihn seine erkenntnis bringt...
 
@weltenbauer

In deinem Beitrag steckt viel Wahrheit drin. Da erkenne ich mich auch selbst wieder, das gebe ich offen zu. Die Gleichgültigkeit und Resignation wird immer größer. Man ist schockiert und betroffen, wenn man die Missstände in der Tierhaltung sieht, aber man verdrängt es dann doch wieder und kauft auch wieder im Supermarkt ein, weil man sich sagt, dass man alleine doch nichts ändern kann. Das die Welt eben so ist. Und zu mehr Engagement fehlt den meisten Menschen dann doch der Antrieb. Man versucht das eigene Gewissen mit dem Kauf von Bio-Produkten (bei denen ja überhaupt nicht garantiert ist, dass die Tiere es dort besser haben) usw. etwas zu beruhigen und das wars.
Und man sieht Aktivisten als naive Moralapostel an. Ist leider so. Aber wenn es diese naiven Moralapostel nicht mehr gäbe, würde noch ungehemmter gegen Bestimmungen verstoßen und der Profitgier noch ungebremster nachgegeben.
 
mir sind menschen lieber, die sich wenigstens noch veränderung wünschen und sich nicht mit der erkenntnis begnügen, dass es eben kein richtiges leben im falschen gibt.

Gerade darüber habe ich geschrieben.

Es gibt keinen richtigen Bio-Hühnerbetrieb im falschen Ganzen. Wenn Du ökologische Hühnerzucht betreibst und nur Öko-Hühnchen isst, dann bist Du es, der den Anschein eines richtigen Lebens im Falschen zu erwecken trachtet. Ob es Wiesenhof gibt oder ob Bankberater die Kunden oft um kleine Beträge bescheißen oder ihnen einmal einen großen Deal unterschieben, ist im Grundsatz egal.

Man muss sich nur immer begreiflich machen, dass die "Moral", wie sie unter kapitalistischen Bedingungen erzeugt wird, dass die "Werte" (es ist kein Zufall, dass für diesen moralischen Begriff dasselbe Wort verwendet wird wie für den materialistischen), Normen und die Moral nur einen Zweck haben: Legitimation des falschen Ganzen, dessen, was ohnehin passiert. Sie sind Legitimation der Selbstverwertung des Werts.

Wenn wir uns darüber empören, dass ein Bankberater meine Oma über den Tisch zieht oder dass Wiesenhof die Tiere nicht gut genug behandelt, betreiben wir in Wirklichkeit das Geschäft des ideellen Bankers oder Geflügelzüchters. Der beste Banker ist nicht der, der meiner Oma offenkundigen Murks andreht, so dass sie skeptisch wird, meinen Vater und Onkel auf den Plan ruft, so dass der Banker sich 10mal entschuldigen und den Vertrag annulieren muss. Und der beste Geflügelzüchter ist nicht der, der öffentliche Proteste hervorruft und sich für 5-8 Millionen pro Jahr von einem sympathischen Fußballverein Absolution kaufen muss. Das ist wirtschaftlich ineffizient. Der optimale Geflügelzüchter verpflichtet seine Subunternehmer mit Knebelverträgen zum Einhalten von Mindeststandards und drückt ihnen Niedrigpreise aufs Auge und der optimale Bankberater akkumuliert im Rahmen einer "vertrauensvollen Kundenbeziehung" über Jahre kleine Vorteile, anstatt ihn einmal so zu bescheißen, dass es gleich auffliegt.

Die Moral hat die Funktion, das System am Laufen zu halten und solche Ineffizienzen, die die Verwertung des Werts behindern, zu eliminieren. Also den, das Falsche Ganze, in dem es kein richtiges Leben gibt, zu stützen.
 
mir geht es um deinen umgang mit leuten hier...
mir geht es nicht darum, dass diese leute recht haben, sondern wie du auf sie reagierst.

ich persönlich weiss, dass tierhaltung rein den produktionsverhältnissen geschuldet ist und sich somit durch konsumverhalten nur schwerlich ändern lässt.
ich persönlich finde auch, dass politisches engagement in erster linie dem menschen gelten sollte...
aber ich werde den teufel tun, menschen, die sich empören (solange es keine spinner von peta etc. sind), anzugreifen oder zu belächeln.

ich denke, dass es sehr viel hilfreicher ist, diese menschen aufzuklären, als ihnen an den latz zu knallen, dass sie einfach nur zu doof zum denken sind.
 
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