Bei der Sache mit Boro sind wir uns doch alle einig. Ich wollte nur klarstellen, dass es keineswegs so ist, dass auf den Baustellen gar nichts gemacht wird. Der Punkt ist eben, dass TS Boro als Baumi-Ersatz haben wollte. So wurde dann logischerweise kein weiterer DM mehr geholt und wir hatten den Salat. Andererseits haben wir mit Frings, Bargfrede und Niemeyer da im Moment auch wenig Sorgen finde ich. Es bleibt eben nur der fade Beigeschmack, dass da ein Millionengehalt auf der Bank sitzt.
Genau das ist der Punkt... Noch dazu immer etliche Ankündigungen á la "Wir werden den Kader genau durchleuchten...", aber nichts passiert... Warum wurde das erst dieses Jahr konkret gemacht? Für mich ist das unbegreiflich... Und dann wundert man sich, wenn man kein Geld hat, weil etliche gutbezahlte Spieler bei uns auf der Bank hocken...
Das ist zumindest ein zweischneidiges Schwert. Sicher ist es bisher unbefriedigend, was Borowski bei Werder bisher spielt. Dass er als gutbezahlter Spieler auf der Bank hockt, hat aber auch mit nem normalen Leistungsprinzip zu tun, nämlich damit, dass andere Spieler ihre Chance genutzt haben, von denen man es nicht unbedingt erwartet hätte (Hunt, Bargfrede, mit Abstrichen Niemeyer).
Wenn Borowski besser gespielt hätte und gesetzt wäre, andererseits Hunt weiterhin allenfalls Ergänzungsspieler wäre, Bargfrede über drei, vier Kurzeinsätze nicht hinausgekommen wäre und wenn nach wie vor Niemeyer und Vranjes immer dann aber auch nur dann einspringen würden, wenn Personalnot ist, bin ich sicher dass das Geschrei auch groß wäre, dass Werders Bank nicht gut genug besetzt wäre, dass da fürs Mittelfeld nur Nachwuchsleute und gescheiterte Talente säßen, auf die man nicht bauen könne.
Letztzendlich ist es doch ein Stückweit auch positiv, dass mit Borowski ein erfahrener, im Prinzip hochwertiger Spieler auf der Bank sitzt.
Man muss sich mal davon lösen, dass in einem Kader alles immer optimal und nach einem Masterplan läuft, dass es eine eingespielte Mannschaft aus hochkarätigen Spielern gibt, gleichzeitig aber auch hochkarätige Leute auf der Bank sitzen, aber nicht weil sie zur Zeit eben schwächer sind als die Stammspieler, sondern nur so, und diese dann wenn sie ins kalte Wasser geworfen werden, genauso gut aufspielen wie die Stammspieler.
Das ist nicht so. Wenn man will, dass Nachwuchsleute ihre Chance bekommen, dann ist es zwangsläufig, dass es auf Kosten arrivierter Leute geht wenn sie ihre Chance nutzen.
Wenn man will, dass es eine eingespielte Mannschaft aus 11-13 Leuten gibt, die ihre Leistung konstant bringen, dann führt das fast zwangsläufig dazu, dass Reservisten versauern und eben nicht sofort auf 100% sind, wenn sie mal spielen müssen.
Wenn man will, dass eine Kader tief und die Bank auch mit hochkarätigen Spielern besetzt ist, soll man sich nicht beschweren, wenn ein Borowski auf der Bank sitzt und sagen, das sei totes Kapital, das einem für andere tolle Neuverpflichtungen fehlt.
Gebe Dir recht, allerdings machst Du es Dir meiner Meinung nach auch zu einfach, lediglich zu behaupten, Werder könne nicht international mithalten und es wurde alles richtig gemacht. Das klingt nach einer Art Resignation, sich ohne Gegenwehr wieder im Mittelfeld einordnen zu müssen. Dass der Kader immer teurer geworden ist, liegt sicher nicht daran, dass die Qualität angestiegen ist. Genau da liegt auch das Problem und deswegen ist zwangsläufig nicht alles richtig gemacht worden...
Sicher ist nicht alles richtig gemacht worden. Aber in Anlehnung an ein Sprichwort: Alles recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
Werder hat sich selbst Maßstäbe gesetzt, die zum dazu führen, dass es nicht leichter wird, das immer zu wiederholen und zum anderen teilweise zu überhöhten Ansprüchen geführt haben, die teilweise etwas den Boden der Realität verlassen haben. Werder hat sich über einige Jahre konstant gegenüber Vereinen behauptet, und die meisten davon abgehängt, die mehr Möglichkeiten und ähnliche Ansprüche haben wie Werder. Aber man kann nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass das immer so bleibt. Zum einen, weil es halt mal besser läuft und mal schlechter. Zum anderen, weil nicht davon auszugehen war, dass Vereine wie der HSV oder Dortmund weiterhin fast alles falsch machen, weil es Vereine wie Wolfsburg oder Hoffenheim gibt, die nicht nur viel Geld haben, sondern auch mal ein vernünftiges Konzept oder einen guten Trainer.
Dass man Sachen, die nicht nach Wunsch laufen, kritisiert, und dazu zählen 5 Niederlagen in Folge oder das Abrutschen auf den 6. Platz, ist völlig klar.
Aber auf der anderen Seite ist ein 6. Platz jetzt auch nicht derart indisutabel und unterhalb von Werders Möglichkeiten, wenn man die Konkurrenz oder die letzte Saison betrachtet.
Da braucht man nicht resignieren, die Hände in den Schoß legen und sagen "mehr ist halt nicht drin", aber man muss auch nicht den Weltuntergang ausrufen, fordern, dass Köpfe rollen und nur noch Versager sehen.
MFG dkbs