Niemand spricht KA generell seine Fähigkeiten ab. Aber Du musst auch zugeben, dass die Geduld der Anhänger ein bisschen überstrapaziert wird derzeit, ob zurecht oder zu unrecht, wissen wir erst Ende August. Fakt ist aber, dass heute der zweite Bundesliga-Spieltag beginnt und es natürlich begrüßenswert wäre, würde Werder mal wieder mit einem kompletten Kader in den Saisonstart gehen. Die ersten Spiele können durchaus eine Saison prägen. Und es gibt mit Piza ein Positivbeispiel, mit Sanogo -langfristig gesehen- aber auch ein Negativbeispiel für diese Last Minute Transfers. Wie sagte TS doch so schön im Sonderheft zum Saisonstart: "Es kommt nicht darauf an, gegen wen man startet, sondern wie man startet"...ich würde das gerne ergänzen um "mit welcher Mannschaft man startet"
Natürlich ist das eine Gefahr, aber ich denke, man darf auch eines nicht vergessen: Allofs erhebt sein Handeln ja nicht zum Prinzip: Hätte sich Chelsea z.B. früher auf eine wirtschaftlich vernünftige Lösung eingelassen, hätte Piza auch schon gegen Frankfurt für uns gespielt.
Aber legt man eine möglichst objektive Einschätzung der Dinge zu Grunde und stimmt in etwa das, was in den Medien an Rahmenbedingungen transportiert wurde (Ablöse, Gesamtpaket, etc.), dann finde ich den Weg den Werder derzeit geht, vernünftig und richtig.
Warum sollte Werder im Falle Pizarro geschätzte 7.000.000 (!!!) nur an Ablöse für einen 30-jährigen Stürmer zahlen, der ablösefrei nach England ging, seit Dienstantritt keine Chance bekam, dessen Gehalt Werder (zumindest zu großen Teilen) in der vergangenen Saison übernommen hat, und der auch nach seiner Rückkehr keine Rolle im Kader von Chelsea spielt ? Da sind die Briten einfach mit dem Klammerbeutel gepudert, oder ? Deswegen MUSS Allofs doch diesen Weg gehen. Und seine Äußerungen, etc. implizieren - ganz im Gegensatz zu einigen Mutmaßungen hier im Forum - doch, dass KA genau unserer Ansicht ist. Piza IST die Optimallösung. Aber eben nicht zu jedem Preis. Und so führt man eben ein auf Profit ausgerichtetes Unternehmen auf Bremer Art: Man geht kein nicht zu verantwortendes Risiko ein.
So viele Leute haben diesen Weg, auch hier im Forum, so sehr gelobt, in den vergangenen Jahren. Warum sich jetzt abwenden ?
Die Transferaktivitäten, respektive auf welchen Positionen nachgebessert werden muss, entscheidet wohl auch in erster Linie Schaaf. Und wenn der Trainer der Meinung ist, die Saison erfolgreich mit dem vorhandenen Personal bestreiten zu können, so be it. Er muss sich dran messen lassen, keine Frage. Und gegen Frankfurt ist leider der Worst Case eingetreten: Naldo UND Boehnisch verletzt. Aber mal ehrlich: Diese Ausfälle hätten wir auch Mitte der Saison nur schwer kompensieren können.
Es scheint klar, dass Schaaf sicherlich auch gerne auf den Außenbahnen nachgebessert hätte, diese Transferposition aber auf der Liste nicht ganz oben stand. Durch den Verkauf von Diego musste das Aushängeschild, die Offensive, entsprechend nachgerüstet werden.
Und dieser Mannschaftsteil ist naturgemäß der kostenintensivste. Dann musst Du einen Spieler wie Diego (!!) adequat ersetzen. Sprich: Mit den Mitteln die Du hast, kannst Du nicht einen gleichwertigen Ersatz holen (einfach zu teuer), sondern Du versuchst, gute, etwas günstigere Spieler nachzukaufen, um Dich wenigstens schwerer ausrechenbar zu machen.
Diese Aufgabe musst Du mit dem empfindlich kleineren Etat der Europa-League stemmen, wo die wegfallenden Einnahmen der CL-Jahre gerade einmal durch die erste Tranche des Diego-Transfers aufgefangen wurde.
Dann noch zweistellig in Moreno und Marin investiert... Irgendwo ist eben das vertretbare Maß an Risikobereitschaft erreicht....
Ich gebe Euch Recht: Der Start in die Saison kann ganz wichtig sein.
Doch noch einmal: KA und TS hätten es bestimmt ebenso gerne anders gehandhabt und anders gesehen. Aber die Umstände lassen das eben nicht zu. Das ist einfach keine Fahrlässigkeit, dass ist (wirtschaftliche) Vernunft.
Don't Hate The Player, Hate The Game...