So in etwa sehe ich das auf einen kurzen Nenner gebracht auch.
Dein Beitrag hat zwar eine gewisse Logik, aber er ignoriert doch zu sehr, dass es sich hierbei nicht um ein abbstraktes Spiel mit ebenso abstrakten Mitteln/Spielfiguren/Chips handelt.
Die Preise gerade für Stürmer sind teilweise exorbitant. Bremen steht bislang für die Position, diese Preistreiberei nicht mitzumachen. Dann bekommt man aber die Spieler nicht. Das ist völlig trivial. Wie will man einen 15Mio € teuren Oliveira bekommen, wenn man nicht bereit ist, 15Mio €zu bezahlen? Oder einen 12Mio € teuren Fred? (Keine Ahnung, ob Werder ernsthaft an denen dran ist, spielt auch keine Rolle, das Prinzip bleibt dasselbe.) Entweder man macht das mit oder eben nicht. Macht man das nicht mit, dann braucht man auch nicht auf Klassespieler zu schielen. Dann wird man sich strecken müssen, auf Dauer seine sportlichen Ziele zu erreichen.
Wird man auch. Die Rahmenbedingungen sind ja ungefähr so, wie du sie schilderst.
Aber vielleicht doch nicht ganz so. Es gibt immer die Möglichkeit, jüngere Spieler zu "entdecken", es gibt die Möglichkeit, Spieler zu holen, die keiner (mehr) haben will, es gibt die Möglichkeit, anderen Vereinen zuvorzukommen, indem man schneller ist oder geduldiger, indem man mit Spielern in Kontakt bleibt usw.
Aber das ist eben ein Geduldsspiel und wahrscheinlich auch oft ein Pokerspiel. Zum Beispiel kann es ja sein, dass die Zeit im Falle Freds in Wirklichkeit für Werder spielt und Allofs herausgefunden hat, dass Lyon ihn abgeben will, sodass es Sinn macht, zu warten. Oder es gibt einen anderen Spieler, bei demman noch abwarten muss, ob andere Dinge realisiert werden.
So plump dass Allofs sagen würde: "Wir ham kein Geld, wir könen nix zahlen" ist es ja auch wieder nicht. Aber man muss eben mehr tun und immer damit rechnen, dass Wunschspieler nicht kommen. So ist es nunmal, wenn wir davon ausgehen, dass Allofs nicht aus Spaß das Geld bunkert, warum auch immer.
Ich bin der Ansicht, dass ein wenig mehr Mut nicht verkehrt wäre. Wir befinden uns langsam in qualitativen Höhen, da machen Kleinigkeiten den Unterschied. Spieler wie die genannten können diesen Unterschied in unser Spiel bringen. Ein Sanogo konnte das wenn überhaupt dann bislang nur ansatzweise. Gerade jetzt, wo wir seit Jahren Erfolg haben, sollte man doch investieren. Wann sonst will man etwas Geld in die Hand nehmen? Wenns mal schlechter läuft? Dann Durchschnitt kaufen?
Du kannst davon ausgehen, dass Allofs schon bereit wäre, Geld in die Hand zu nehmen. Aber a) nicht mehr als verantwortbar wäre, also ich sag mal nicht viel mehr als 10 Mio, und b) nicht einfach so, um einfach einen Stürmer zu holen, um sein Gewissen zu beruhigen und die Fans zu beruhigen. Denn letztlich geht es immer darum, ob ein Spieler wirklich eine sinnvolle Verpflichtung ist und nicht darum, gegenüber anderen Vereinen angeben zu können oder die Fans in den Foren Wolfsburgs oder Schalkes neidisch zu machen.
Ich weiß nicht, ob das alles so klappt, da es ja wie gesagt nicht ganz einfach zu sein scheint. Aber es wäre ja umgekehrt auch doof, sagen wir mal einen Fred für 15 Mio zu holen (nebenbei eine Verdoppelung des bisherigen Transferrekordes), wenn man ihn z.B. in einem Monat für 10 bekommen würde.
Stillstand ist im Sport, wo sich jede Mannschaft permanent versucht weiterzuentwickeln faktisch ein Rückschritt. Wenn selbst die sportliche Leitung einen Personalmangel im Angriff feststellt, dann wäre keine Verpflichtung eben dieser Stillstand ergo Rückschritt.
Sorry, aber dieses Argument bringt mich wirklich auf die Palme, weil es bloß eine zeitgeistige Floskel ist.
Wenn es stimmen würde, dass es immer voran geht, alles besser wird, gerade durch Neuverpflichtungen, dann müsste in der Bundesliga ja unglaublicher Weltklassefußball gespielt werden und dann hätte sich Werder schon in den letzten Jahren unglaublicher Angriffe immer stärker werdender Gegner erwehrt haben müssen. Richtig ist aber, dass, auch wenn immer mehr Geld im Spiel ist, der Fußball keineswegs im selben Maße immer besser wird, dass Werder 03/04 z.B. besseren Fußball spielte als jetzt, dass Stuttgart letztes Jahr mit einer nominell geschwächten Mannschaft Meister wurde usw.
Ich kann es nur immer wiederholen.
Entscheidend für die Entwicklung einer Mannschaft ist in erster Linie die sportliche Leitung, das Vorhandensein einer Spielphilosophie, Kontinuität, Vernunft, entscheidend für langfristigen Erfolg weniger die Verpflichtung teurer Starspieler, sondern das Schaffen eines Kaders, der qualitativ hochwertig ist, vor allem aber zueinander passt.
Dass man unter den vorhandenen Bedingungen versucht, eine möglichst gute Mannschaft zusammenzustellen, und dafür auch Geld einsetzt, versteht sich von selbst.
Höchstwahrscheinlich bin ich viel zu früh dran und in 2 Wochen präsentiert Werder einen neuen Stürmer. Geeignete Kandidaten scheint es aber bereits gegeben zu haben. Wenns dann "nur" am Geld scheitert (bei Moreno waren die Diffenrenzbeträge nicht gerade exorbitant), dann wäre es schade, müsste man sich mit einem Spieler begnügen, der nicht der Wunschkandidat gewesen ist.
Das ist aber die Regel, oder glaubst du, dass Bayern München immer seine Wunschspieler bekommt oder die meisten anderen?
Und ich warne einfach nur immer wieder davor, aus dem Blauen heraus zu behaupten, den und den Spieler hätte man aber wirklich holen sollen, dass die Differenzbeträge doch nur gering seien und sonst so ein Zeug. Ich traue mich das nicht ohne insiderkenntnisse über die Finanzen von Werders und die Preise, die für die jeweiligen Spieler aufgerufen wurden.
Mein Standpunkt also: Die Balance muss natürlich gehalten werden. Aber ein Stürmer der uns weiterbringt in qualitativer Hinsicht (was nötig wäre. Oder sind wir letztes Jahr Meister geworden? Nein? Also muss etwas nachgebessert werden) wird schwer zu realisieren sein, ist man nicht bereit einen neuen Rekordbetrag auszugeben.
Oder kann man das anders sehen?
Der Tatsache, dass es schwer wird, einen Werder verstärkenden Spieler zu bekommen, ohne sehr viel Geld auszugeben, wird man wohl zustimmen können. Liegt auf der Hand.
Aber schon bei der Begründung der Notwendigkeit besteht ein krasser Widespruch:
Die Frage wäre zunächst mal, ob Werder desswegen nicht Meister geworden ist, weil der Sturm zu schlecht gewesen wäre. Das kann ich nicht unbedingt erkennen angesichts der Zahl der Stürmertore.
Ein Spieler wie Toni mag einen neidisch machen, aber so einer war und ist für Werder außer Reichweite und darüber hinaus sehe ich nicht viele Stürmer, die besser gewesen wären als z.B .Rosenberg.
Vor allem ist aber die Frage schon völlig falsch gestellt. Aus der Tatsache, dass Werder nicht Meister geworden ist, irgendwelche Ansprüche auf die Meisterschaft in diesem Jahr abzuleiten, geht völlig an der Sache vorbei. Denn Bayern ist realistisch gesehen einfach kein Maßstab. Denn dann müsste man außer (mindestens) einem Stürmer konsequenterweise noch einen Torwart, ca. zwei Abwehrspieler und ungefähr drei Mittelfeldspieler holen.
Wenn Werder sich irgendwo mit Bayern messen will, dann muss man das anders anfangen als damit, sich finanziell und status-personell mit ihnen zu messen.
Nun scheint es so, als würden uns Spieler durch die Lappen gehen, weil Werder gewisse finanzielle Grenzen selbst setzt. Das kann nach hinten los gehen. Die Preise sind nun mal so. Damit muss man sich abfinden. Wer nicht mitmacht, der bekommt halt nur nen Lauth. Wäre schade, würde man vorhandene Ressourcen aus übertriebenem Sicherheitsdenken nicht einsetzen.
Da ist sehr, sehr einseitig.
- Wer redet von Lauth?
Du tust so, als wären weder Diego, noch Mertesacker, noch Naldo, noch
Prödl, noch Frings bei Werder.
- Wer sagt, dass es sich um "übertriebenes Sicherheitsdenken" handelt?
Werder macht die Preisspirale mit so gut es geht und soweit es die eigenen Möglichkeiten zulassen, finanzielle Grenzen existieren nun mal. Zumindest in der Realität, in der ich mich befinde. Und in dieser ist es so ohne weiteres nicht möglich, sich durch "Mut" und mit dem Motto "Stillstand ist Rückschritt" auf Xzig Fantastiliarden hochzuzocken. Zumindest nicht ohne die Gefahr, das Ganze gegen die Wand zu fahren. Dummerweise kann man aber hier nicht so ohne weiteres notfalls auf "Spiel neu starten" gehen.
MFG dkbs
PS:
Während hier vielfach konkret oder sinngemäß gefordert wird, dass Werder nicht so kleinlich sein soll und das Angebot für Fred auf 15 Mio aufstocken soll, lese ich, dass Real Madrd für van der Vaart (der wie Fred noch ein Jahr Vertrag hat), also einen aktuellen Nationalspieler und zur Zeit überragenden Spieler, 6 Millionen geboten hat.
Auch wenn das nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, nicht das letzte Angebot sein muss und auch nicht dem Marktwert von vdV gerecht wird, sollte dieses Beispiel dazu dienen, da mal die Dimensionen gerade zu rücken und in Erinnerung zu rufen, wieviel 15 Mio eigentlich sind, erst recht, wenn es um Werder Bremen und nicht um Real Madrid geht.