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Mick_666
Guest
Du solltest das mal differenzierter betrachten. Ich glaube nicht, dass irgendein User hier oder Fan unsere Spieler als reine Manövriermasse sieht, die dazu dient, Erfolge zu zementieren, völlig egal, wie sie alle heissen. In der Diskussion ging es aus meiner Sicht schlicht und einfach darum, was wäre, wenn Diego geht, ob es sinnvoll ist, ihn früher gehen zu lassen - Grund vielleicht der Blick über den Tellerrand rüber zum HSV. Was hat das Theater um van der Vaart gebracht? Ein Jahr weiter war er trotzdem weg (allerdings waren das auch andere Umstände, wie ich nachfolgend erkläre). Und es ging um die machbaren Alternativen, die logischerweise mit der evtl. Ablösesumme zusammenhängen. Irgendwie normal, dass sich die Fans damit beschäftigen. Wieso ist das gleichzusetzen mit dem Fördern von Söldnertum? Zumal es oft die Spieler selbst sind, die Söldnertum vorleben und die Fans in diese Richtung denken lassen - Krstajic, Ailton, Ernst, Klose, Borowski......Früher war es so, dass man sich als Fan von ganzem Herzen gewünscht hat, dass ein Verein seine Spieler nicht wie Anlageobjekte betrachtet. Und man war sauer, wenn der Verein seine Spieler zu Geld gemacht hat und damit uns Fans um gute Spieler gebracht hat. Heute scheint es umgekehrt zu sein. Das ist sehr, sehr seltsam.
Wenn Du so argumentierst, dann förderst Du das Söldnertum. Denn dann müssen wir ja auch bald Özil verschachern? Weshalb soll man nach Spielern wie Diego suchen, wenn man sie eigentlich nur zu Geld machen möchte?
Aber ich stimme @Linienrichter Jablonski in der Person Diego durchaus zu.
Letztlich hat sich Diego bisher immer loyal zu Werder Bremen verhalten (anders als Klose damals), weder das ständig von aussen kolportierte Interesse von irgendwelchen Vereinen bestätigt, noch jemals gesagt, dass er weg will oder es anderswo interessanter wäre (im Gegensatz zu VdV in Hamburg). Deshalb sollten wir Diego auch die selbe Loyalität entgegenbringen und weniger über Ablösen und Alternativen diskutieren, bevor nichts klar ist. Auch wenn ein bisschen Weitsicht sicher nicht schadet.
Das ist auch wieder so eine komische Denkweise. Du willst einen Spieler opfern, der sich hier seit Jahren einbringt und den Ups, ich muss meine Wortwahl ändernaufreißt, der zu einer Werder-Ikone geworden ist, um mit ein paar Millionen VIELLEICHT Schwachstellen stopfen zu können.
Das Problem ist, dass Du selbst mit 20 Millionen auf dem internationalen Markt nicht mehrere Hochkaräter verpflichten kannst. Zumal aus den bekannten Gründen 20 Millionen nicht eins zu eins reinvestiert werden würden. Du würdest also Gefahr laufen, einen Spieler wegzugeben, von dem Du genau weißt, dass er viele Tore macht, viele Tore vorbereitet, gefährliche Standards schießt und in wichtigen Spielen gegen große Gegner immer voll da ist. .....Keine Summe, die wir für Diego erzielen können gibt uns die Gewähr, dass wir dafür auch nur annähernd soviel sportliche Qualität zurückbekommen können.
Möglicherweise. Dies ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Oft ist es ohnehin nicht zu verhindern.
Als Völler 87 ging, war der auch unersetzbar. Es kamen Borowka und Riedle - und der Meistertitel 1988. Riedle wiederrum ging 90 ebenso wie Völler nach Italien, dazu Ordenewitz. Meier, Kutzop und Hermann hörten auf. Und Werder wurden schwere Jahre vorhergesagt. Dafür kamen ein gewisser Rufer, Klaus Allofs am Ende seiner Karriere, später Hobsch und Herzog. Es gelangen Pokalsieg 91, EC-Sieg 92, Meisterschaft 93, Pokalsieg 94....
Zwischen 2001 und 2002 beendeten Herzog, Eilts, Bode ihre Laufbahn, dazu verlor Werder Pizarro, Frings und Rost, wurde nachfolgend als klarer Abstiegskandidat gehandelt. Es kam ein neuer namens Micoud und St. Pauli-Talent Klasnic, es spielten sich junge Wilde wie Ernst oder Borowski plötzlich in den Vordergrund, wurden zu Nationalspielern. Resultate: 6.Platz 2003 (und das nur wegen typisch miserablem Rückrundenstart), Meisterschaft 2004, dann zwei 2. und 3. Plätze.
Schließlich wurden auch Micoud, Ernst oder Klose nie gleichwertig, aber eben anders ersetzt.
Werder ist mit der Spielerfluktuation bisher immer gut gefahren. Viel mehr als mit teuren Vertragsverlängerungen wie zuletzt die von Frings, Fritz, Vranjes, Jensen, die allesamt danach nicht mehr das wie vorher gezeigt haben. Selbst Diego nicht. Was natürlich auch mit der überschaubaren Medienlandschaft und der damit verbundenen fehlenden Drucksituation sowie der tradierterweise zurückhaltenden Vereinspolitk hinsichtlich Umgang und Disziplinierung der Spieler zusammenhängt, die es sich, sobald das ,,sich-zeigen-müssen" wegfällt, auch bequemer machen können.
Sollte Diego gehen, was ich nicht hoffe, wer sagt uns dann, dass andere nicht auffälliger spielen werden? Gerade in der Systemfrage würden wir so flexibler werden. Hier hat beim Trainerstab bereits seit ca. 2 1/2 Monaten ein Umdenken eingesetzt, was ich sehr begrüße. Denn vorher spielten wir immer noch mit einer Ausrichtung (Raute), die auf Spieler wie Micoud, Ernst, Ailton, Klasnic zugeschnitten war. Und das ohne einen echten Spielgestalter, der Diego nunmal nicht ist, in den Reihen zu haben.
Ausserdem würde ich in dem Fall KATS vertrauen, die bis auf wenige Ausnahmen in den letzten zwei Jahren immer ein gutes Gespür auf dem Transfermarkt hatten. Und ich sehe den jetzigen Kader hinter Diego bei weitem nicht so schlecht, wie er von den meisten hier gemacht wird.
Werders Ziel muss es sein, nicht wieder ein "Ausbildungsverein" zu werden, der darauf angewiesen ist, seine besten Spieler Jahr für Jahr zu Geld zu machen. Diesen Status haben wir in den letzten Jahren abgelegt.
Wenn es denn mal so wäre! In der Realität wird Werder immer bestimmte Spieler abgeben müssen, weil Bremen nie die Rahmenbedingungen und die klaren Standortvorteile von Metropolen wie Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart oder München haben wird. Weil die alle nie (Bayern mal ausgeklammert) so gut wie Werder mit Geld umgegangen sind, konnten wir überhaupt Spieler wie Klose, Mertesacker holen und eine gute Perspektive bieten. Zudem wird es in Bremen in absehbarer Zeit wohl kaum einen Mäzen wie Hopp oder Großbetriebe wie Bayer oder VW im Hintergrund geben.
aufreißt, der zu einer Werder-Ikone geworden ist, um mit ein paar Millionen VIELLEICHT Schwachstellen stopfen zu können.
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