Hä?? Also die letzten Jahre hat wohl fast jeder BuLi-Verein der etwas gehobenen Spitze mehr ausgegeben als Werder. Werder hat dem Kader nämlich 3 Jahre lang Geld entzogen. Okay, Du meinst vermutlich mit Personaletat

. Aber auch hier dürften, Schalke, der HSV, Bayern, Wolfsburg, Leverkusen mehr als Werder investieren. Hoffenheim kann ich weniger Einschätzen. Stuttgart dürfte auf einem Niveau liegen. Nur sollte man auch nicht Äpfel und Birnen vergleichen. Der Personaletat Werders begründet sich auch auf einem hohen Anteil an Leistungsprämien, gerade für das Erreichen und Spielen der CL.
Dem Kader Geld entzogen ist eine merkwürdige Formulierung. Du meinst sicherlich nicht alles zur Verfügung stehende investiert. Man könnte es auch Rücklagenbildung nennen, was beim guten Kaufmann durchaus ein normales vorgehen ist. Eine Grundsatzregelung gutes Wirtschaften heißt nämlich, bilde Rücklagen in den guten Jahren, dann kannst du auch in schlechten investieren.
Das würde ich durchaus eher pro KA rechnen, nicht gegen ihn.
Wenn ich mir Werders Jahresbilanzen so anschaue, dann wurde jedes Jahr so 1-8 mio. vor Steuer an Gewinn erzielt. Eine hervorragende und keinesfalls übertriebene Summe bei der höhe des Umsatzes.
Was häufig gefordert wird, schlicht alles sofort zu investieren und mit Krediten zu jonglieren ist schlicht hoch Riskant.
(Übrigens muss Werder bereits jetzt mit Krediten arbeiten, aufgrund der Finanzierungssituation eines Fußball Vereins. Den Großteil des Geldes gibt es nämlich immer nur am Saisonanfang und Ende, dazwischen muss man mit Krediten finanzieren. Und je weniger Eigenkapital man hat, desto mehr muss man Kredite aufnehmen und je mehr an Zinsen bezahlen. Hätte Werder weniger Eigenkapital, so wie du es forderst, wäre Werder auch 10% ärmer. Ganz zu schweigen von der Steuer auf Transfers

. )
Und ob diese 1-8 mio im Jahr mehr Investition es dann tatsächlich zu mehr Erfolg gebracht hätten, mehr als Fraglich. (Denk dran, -10% Überganskreditzins, - die Steuer auf Transfers, bleibt gar nicht mehr soviel was du überhaupt investieren könntest.)
Allerdings bin ich mir sicher dass die 20-25 mio. Rücklagen jetzt mehr Wert sind als sie es vorher als Einzelausgaben gewesen wären.
Von dieser Rücklage, wäre bei Sofort Investition also lediglich 18 bis 22,5 mio übrig gewesen, das reicht für einen Spielertransfer. Im bereich der 10mio.
(10mio transfer + ca 20% steuer + 10%zins, da hat man schon 13mio weg. bleiben zwischen 5mio und 9 mio übrig, das frisst sein Gehalt mehr als weg, übrig bliebe ein minus von 5 bis 6 mio. nach 4 Jahren).
Das ist nur mal eine sehr vereinfachte Formulierung über realistische Kaufmännische Szenarien. Ich kann aus deinen Posts erkennen wie wenig Ahnung du von realen Unternehmensgeschäften hast. Das erkennt man aus deiner völlig abstrusen Idee das KA "dem Kader Geld entzogen hätte".
Mir jedenfalls sind solide Rücklagen die man für eine solche Saison wie nächste dringend braucht, 1000 mal lieber als ein einmaliger 10 mio Transfer. Der Werder vermutlich auch noch ins Minus gedrückt hätte.
Mal ganz davon abgesehen, was wäre gewesen hätte dieser eine Transfer sich inner ersten Woche das Kreuzband gerissen

. Dann steht man auf einmal mit Leeren Händen da.
Die Situation für Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim sind ganz andere. Wenn die bis zu 10 Mio ins Klo werfen, dann sitzen dahinter Unternehmen die diese 10 Mio einfach mal ersetzen.
Schalke und Dortmund sitzen am tropf der Stätischen Bürgschaften, was mal ganz ehrlich eine Frechheit beim Steuerzahler ist und etwas Das die Stadt Bremen nicht einmal machen dürfte (da würde es mit Sicherheit ein Veto geben vom Finanzaufsichtsrat der Bundesregierung, das ist eine Sonderregelung für Bremen.)
Und Schalke sitzt auch noch so tief in der Grube, dass sie auch noch einen dubiosen Investor mit im Boot haben, dessen Interesse auch von einem auf den anderen Tag verschwinden könnte.
Dortmunds Kreditsituation hingegen ist so Wirr gestaltet, dass vermutlich nicht einmal der Vorstand selber eine Ahnung hat, wer über was Bürgt und woher deren Kredite überhaupt stammen. Vieles davon stammt sicherlich aus Privatvermögen der Dortmunder Fans. Darüber habe ich mal einen interessanten Bericht gelesen, dass viele BVB Fans tausende Euros in den Verein direkt investiert haben und damit teilweise horrende Verluste erlebten.
Ich bin mir nicht Sicher ob du bereit bist in Werder mal eben 10.000 Euro direkt zu investieren und noch dann mit deinem Privateigentum für Kredite deines Vereins bürgst. Ich wäre es jedenfalls nicht.
(ganz zu schweigen das selbst wenn alle Hardcore Werder Fans zusammenlegen und alles geben was sie haben, kommt dabei keine ernst zunehmende Summe bei rum, weil es viel zu wenige sind)
Wenn man Solide wirtschaften möchte, was bei einem 110 Jahre altem Verein sicherlich angemessen ist, um weitere 110 Jahre zu ermöglichen sollte man davon die Finger lassen. Sonst landet man schneller in die Hände irgendwelcher Investoren, als man sagen kann: "Gasprom will ich nicht".
Das Thema ist so Komplex, ich müsste hier eine 80Seitige Ausführung schreiben und selbst dann wäre ich vermutlich noch nicht fertig dir auszuführen wie sehr du falsch liegst und wie sehr KA es richtig macht. Die Realität ist kein Fußballmanager. Und jeder Verein hat ein ganz bestimmtes, ihm eigenes Umfeld.
Was andere Vereine machen, kann Werder einfach nicht machen, und was Werder macht können andere Vereine nicht so machen, aufgrund Tausender Umstände.