Aktuelle Transferpolitik

Ich gebe zu: Das ist alles andere als mein Fachgebiet. Vielleicht liege ich also falsch, wenn ich aufgrund der Umsatzerlöse behaupte, Werder wird hier häufiger kleiner gemacht als es ist. Dann hoffe ich, man könnte mich einmal aufklären

Das war meine Ausgangsfrage, darauf folgt von dir:

Der Punkt ist eher, dass Werder zwar sehr umsatzstark ist, aber nicht so auf Pump lebt, wie gefühlt 99% der anderen Vereine. Das macht uns halt weniger finanzstark. Wir erarbeiten es uns nur selbst.

Vielleicht war das ja gar nicht an mich gerichtet. Wenn aber doch: Inwiefern beantwortet das meine Frage? Und was ich von dir (allgemein) wollte, habe ich doch genauestens beschrieben und die Lichtgestalt hat doch sogar schon drauf geantwortet..

Ich glaube, für deine Frage war die Antwort von Werdiknight wesentlich: Werder hat in den letzten Jahren sicher viel Geld umgesetzt und liegt damit im Vorderfeld der Liga.
Aber es ist wohl so, dass Werders Einnahmen mehr als bei anderen Vereinen vom sportlichen Abschneiden abhängen. Und weniger von Einnahmen, die man unabhängig vom sportlichen Erfolg kalkulieren kann. Das bedeutet, dass man auch in guten Zeiten, in denen der Rubel rollt, aufpassen muss, dass man nicht plötzlich Einbrüche erlebt, wenn es nicht so läuft, dass man regelmäßig Champions League spielt, denn es hängen ja nicht nur die CL-Einnahmen davon ab, sondern auch die Werbeverträge sind mit Sicherheit erfolgsabhängig.
Das ist bei anderen Vereinen im Prinzip auch nicht so viel anders. Aber an einem Standort wie Dortmund und Schalke wird Fußball immer boomen, der HSV bekommt vermarktungstechnische Einnahmen auch hinterhergeworfen, wenn er zwischen Baum und Borke hängt; und darüber, dass es ein finanzieller Vorteil ist, einen Konzern im Rücken zu haben wie VW, der erstmal Geld in einen Verein punpt ohne dass diese Einnahmen durch sportliche Erfolge gedeckt sein müssten, muss man sich wohl nicht unterhalten.

MFG dkbs
 
Habe mir gerade nochmal sky90 reingezogen. Und es waren 2 ganz einfache Sätze die vieles hier im Forum wiederspiegeln.

Sinngemäß:

Matthias Brügelmann: Ich halte Werder durch den Abgang von Özil für schwächer als letzte Saison.

Klaus Allofs: Wir sind mit Arnautovic, Wesley und Silvestre (sieht ja alles danach aus) ganz klar stärker als letzte Saison.

Genau da gehen ja auch hier die Meinungen etwas auseinander. Jetzt haben wir auch endlich mal eine klare Ansage von KA und wissen warum HBA und andere MF/OM/ST kein Thema waren.
Wenn Wesley wirklich so stark ist und sich schon bald im ZM einen Stammplatz holt, wird das ganze auch aufgehen denke ich.
Allein ein guter LV fehlt mir noch. Sind halt leider nicht leicht zu finden und Silvestre halte ich da für keine Lösung (eher IV).

Bin jetzt erstmal sehr gespannt auf die nächsten Spiele. Nach dem 7ten Spieltag haben wir gegen Bayern, Inter, Tottenham, Hamburg und Leverkusen gespielt. Dann wird man denke ich wissen wohin der Weg in dieser Saison in etwa geht. Zumindest lohnt es sich eigentlich erst dann ein Zwischenfazit zu ziehen.
 
Habe mir gerade nochmal sky90 reingezogen. Und es waren 2 ganz einfache Sätze die vieles hier im Forum wiederspiegeln.

Sinngemäß:

Matthias Brügelmann: Ich halte Werder durch den Abgang von Özil für schwächer als letzte Saison.

Klaus Allofs: Wir sind mit Arnautovic, Wesley und Silvestre (sieht ja alles danach aus) ganz klar stärker als letzte Saison.

Genau da gehen ja auch hier die Meinungen etwas auseinander. Jetzt haben wir auch endlich mal eine klare Ansage von KA und wissen warum HBA und andere MF/OM/ST kein Thema waren.
Wenn Wesley wirklich so stark ist und sich schon bald im ZM einen Stammplatz holt, wird das ganze auch aufgehen denke ich.
Allein ein guter LV fehlt mir noch. Sind halt leider nicht leicht zu finden und Silvestre halte ich da für keine Lösung (eher IV).

Bin jetzt erstmal sehr gespannt auf die nächsten Spiele. Nach dem 7ten Spieltag haben wir gegen Bayern, Inter, Tottenham, Hamburg und Leverkusen gespielt. Dann wird man denke ich wissen wohin der Weg in dieser Saison in etwa geht. Zumindest lohnt es sich eigentlich erst dann ein Zwischenfazit zu ziehen.

Ganz klar ist festzustellen, das wir diese Saison nicht unbedingt stärker, aber ich finde doch unberechenbarer sind! Arnautovic kann Tore machen, Pizza ja sowieso und dann sind da noch Hunt, Marin und vielleicht Wesley (wobei ich mir da sicher bin)! Obendrein in der Hinterhand haben wir Almeida und die Abwehrrecken werden auch knipsen nach Standarts...

Fazit: Wir sind viel überraschender und schwerer auszurechnen für die Gegner, die "Zentralfigur" Özil ist weg, es rückt die Mannschaft langsam vor und das hat Genua gezeigt! Wenn man sich hinten findet und Silvestre sein Stellungsspiel durchzieht, ist links gut dicht... Wenn nach vorne vieles funktioniert (vielleicht Stück für Stück), dann freu ich mich auf die Samstage und Sonntage und natürlich die CL!

Zum Thema Finanzen: Der Bonitätswert von Werder liegt noch vor dem (letzte Saison) von Bayern (1,4 glaube ich). Das heißt, das im Falle einer Kreditanfrage der Werder Verantwortlichen (Investoren etc) ein positiver Entscheid in ordentlicher Höhe möglich ist. Der letzte Transfer, den Werder auf 2 mal zahlte, war glaub ich Klose, man belieh eine Bank und zahlte aber prompt zurück. Das Stadion wurde komplett in Eigenleistung umgebaut (quasi bar bezahlt!) Wir sind eher ein "kleinerer" Verein und doch der 2. erfolgreichste im Land. Wir wirtschaften hervorragend und holen aus unseren Möglichkeiten 200% raus...
Man muss auch das Umfeld in Hamburg, Schalke und Bayern, Wolfsburg und Leverkusen sehen, da stehen zum Teil riesen konzerne dahinter, wo Geld eben da ist. Aber es bürgt auch die Gefahr, das bei Krisen der Ofen schnell aus ist (außer Bayern).
Somit sind wir gut dabei und wir würden auch mal eine Saison ohne intern. Geschäft überleben, nur rennen dann schnell "Stars" weg... Aber da mach ich mir keine Sorgen, denn UNSERE MANNSCHAFT IST DER STAR!!!!!

Grün Weiße Grüße!:svw_schal:
 

Das klingt jetzt vielleicht etwas stur, aber ich bin immer noch der Meinung, dass das meine Frage nicht ganz beantwortet. Nochmal: Ich habe nie behauptet, Werder wäre neben dem FCB der Krösus der Liga und könne das Geld nur so zum Fenster hinauswerfen. Was ich aber immernoch behaupte: Werder ist nicht so klein, wie es hier häufig gemacht wird. Bei manch einem hat man das Gefühl, er sieht in Werder die grauste Maus der Liga, vergleichbar mit Mainz oder Köln und müsste jeden Cent viermal umdrehen, um ja nicht auseinanderzufallen. Dem ist nicht so. Ausserdem haben auch die anderen Vereine sportliche Erfolge nachzuweisen. Bei den von mir genannten Zahlen ging es 08/09. Da hatte es Schalke jüngst bis ins CL-Viertelfinale geschafft.

Ausserdem würde mich immernoch interessieren, inwiefern ein schwaches wirtschaftliches Umfeld für Werder eigentlich so relevant ist, bei so global agierenden Sponsoren wie der Targobank oder VW. Ebenso global ist Werder ja selbst ausgerichtet. Wen interessierts, wenn Umsätze im Merchandising beispielsweise nicht ausschließlich im heimischen Fanshop unter dem Weserstadion erzielt werden, sondern auch im Karstadt aus Pissdorf?
 
^^

Da ich nihct zu tief in der Thematik stecke, kann ich nur abschätzen und mutmaßen, wie jeder andere hier auch (ausgenommen Mitarbeiter von Werden in den enstprechenden Bereichen).

- Bremen wirtschaftet seriös, ist sicherlich keine graue Maus mehr und macht sich nicht kleiner als es ist. Das sieht man schon an unserem Kader. Vergleich den (genauso wie die Personlkosten mit dem vonr bspw. 10 Jahren). Schau dir oder schaut euch die Neuzugänge an in welchen Dimensionen wir uns bewegen, 6 - 8 mios!!!
- Was verstehst du unter global? Für mich sind Mannschaften wie Barcelona, Arsenal. Münschen, ManU, Chelsea und viele andere global agierend. Da spielen wir zwar nicht mehr 0 Musik mit aber sind deutlichst hinter solchen Mannschaften. Es wird auch noch Jahrzehnte dauern bis wir in diesen Kategorien landen, dazu muss aber auch international Erfolg her (klingt hart ist aber so) (Dubai bspw. war ein erster Schritt, andere Mannschaften machen Promotouren in den USA und Asien)
- Mannschaften wie Schalke & Dortmund sind "prestigeträchtiger" als Bremen zumindest für Sponsoren. Schau dir die Mitgliederzahlen an, oder die Zuschauerzahlen. Da ist ungehöriges Potential bei solchen Mannschaften ebenso wie beim HSV.

usw. usw.
 
- Was verstehst du unter global? Für mich sind Mannschaften wie Barcelona, Arsenal. Münschen, ManU, Chelsea und viele andere global agierend. Da spielen wir zwar nicht mehr 0 Musik mit aber sind deutlichst hinter solchen Mannschaften.

Ja natürlich, da hab ich mich unglücklich ausgedrückt. Ich meine damit eher, dass sich unser Einzugsgebiet nicht nur auf Bremen beschränkt, da wir Deutschlandweit sehr beliebt sind und eben auch ausserhalb Bremens viele Fans haben.
 
Ja natürlich, da hab ich mich unglücklich ausgedrückt. Ich meine damit eher, dass sich unser Einzugsgebiet nicht nur auf Bremen beschränkt, da wir Deutschlandweit sehr beliebt sind und eben auch ausserhalb Bremens viele Fans haben.

Das sollte so sein, sonst wäre ich auch nicht hier angemeldet ;) :D

Aber trotzdem sind die Marktanteile in Deutschland auch ahrt umkämpft und das Bärenfell machne München, Schalke, Dortmund, HSV aus dann kommen wir mit bspw. Stuttgart, Köln, Lev, Gladbach usw.
 
Verstehe das eh nicht, jeder "normale" Mensch im Ruhrgebiet muss sich doch fragen will ich Schalke oder Dortmund Fan werden???
Dann doch lieber Bremen...:D
 
@ basti

Ich weiß es nicht. Ich hab irgendwie das Gefühl, wir reden allesamt aneinander etwas vorbei... ;)

Ich will nochmal einen neuen Anlauf versuchen...

Zunächst hat natürlich niemand Werder mit Vereinen wie Mainz oder Köln (wobei der FC strukturell weitaus mehr Potential hat als genutzt wird ;)) auf eine Stufe stellen wollen. Da sprechen schlicht alle relevanten Fakten dagegen. Umsatzvolumen, Investitionsvolumen, sportliche wie wirtschaftliche Erfolge, um es kurz zu machen.

Aber imho sieht man gerade in der Umsatzdarstellung, die Du hier dankenswerter Weise heraus gesucht hast, dass wir gegenüber der Konkurrenz, die sportlich auf Augenhöhe (teils sogar etwas unterlegen) ist, strukturell noch Nachholbedarf haben, weil eben Werders Umsatzmix erfolgsabhängiger ist als der anderer Vereine.

Ganz wichtig ist, sich hierbei zu vergegenwärtigen, wie die Umsatzentwicklung Werders aussah, wie der Rekordumsatz zu Stande kam und (generell) in welchen Bereichen sich sportliche Erfolge am stärksten auswirken.

Mit einem neuen Rekordumsatz von 114,7 Mio. Euro in der Saison 2008/09 hat der SV Werder Bremen zum zweiten Mal den Sprung in die Football Money League geschafft. Nachdem zwar in der Bundesliga nur der 10. Platz erreicht wurde, trugen jedoch insbesondere der sechste Gewinn des DFB-Pokals und das Erreichen des UEFA Cup-Finals gegen Schachtjor Donezk, in dem Bremen nur knapp in der Verlängerung verlor, zu der positiven wirtschaftlichen Entwicklung bei. Der bedeutende Umsatzanstieg um 23,7 Mio. Euro (26%) ist insbesondere auf die erhebliche Steigerung der Erlöse aus den Medienrechten um 13,9 Mio. Euro (29%) auf 61,2 Mio. Euro zurückzuführen. Dabei stellten die gesamten Erlöse aus der TV-Zentralvermarktung der UEFA i.H.v. 29,3 Mio. Euro, die sich wiederum aus den Ausschüttungen für die Champions League (22,3 Mio. Euro) und den UEFA Cup (7,0 Mio. Euro) ergeben, fast die Hälfte
der gesamten TV-Erlöse dar.

Kurz: Der Rekordumsatz war v.A. der CL-Teilnahme, dem Uefa-Cup-Finale und dem Pokalsieg geschuldet. Schaut man sich den gesamten Bereich Medienrechte an, ist der Gesamtanteil bei Werder bei überragenden 54%, weitaus höher als bei allen anderen deutschen Vereinen. Man muss hier also beachten, dass es aus Werdersicht ein ganz besonderes Jahr war, was so kaum regelmäßig zu wiederholen ist.

Schalke indessen liegt hier trotz des frühen Aus in der CL bei in toto 125 Mio. € Umsatzerlösen, wobei die Medienrechte (also der Pool, in den das Grand der Erlöse aus internationalen sportlichen Erfolgen fließt), nur bei 34 Mio. € lagen.

Wie in der letztjährigen Ausgabe der Football Money League prognostiziert, konnte der FC Schalke 04 durch das Ausscheiden in der dritten Qualifikationsrunde der UEFA Champions League seinen Rekordumsatz aus der Vorsaison nicht wiederholen und musste einen Umsatzrückgang von 23,9 Mio. Euro (16%) auf 124,5 Mio. Euro hinnehmen, der den FC Schalke in dieser Analyse auf Position 16 wiederfinden lässt.

Die verlässlicher planbaren Umsätze aus Sponsoring, Merchandising, Zuschauereinnahmen sind also deutlich höher als bei Werder.

Ähnlich sieht es beim HSV aus, wo der Anteil der Medienrechte doch eher gering ist:

Die TV-Erlöse des Hamburger SV sind zwar um 24% auf 35,6 Mio. Euro gestiegen, allerdings bedeuten sie den dritt-niedrigsten Wert unter den Top 20 Football Money League Clubs. Dies verdeutlicht einmal mehr den großen Unterschied zwischen den medialen Erlösen, die durch die Teilnahme an der UEFA Champions League generiert werden im Vergleich zu denen des ehemaligen UEFA-Cups. Gleichzeitig zeigt dies auch das wirtschaftliche Potenzial des HSV bei Erreichen der europäischen Königsklasse, denn trotz der Teilnahme am Halbfinale im UEFA-Cup erhielt der HSV nur 3,7 Mio. Euro durch die TV-Zentralvermarktung der UEFA.

Auch hier sind in den sportlich eher weniger erfolgsabhängigen Bereichen Spieltag und sonstige Erlöse teils astronomische Vorteile gegenüber Werder zu verzeichnen.

Also imho sind dies recht klare Indikatoren dafür, dass Werder mindestens bezogen auf diese Vereine sportlich auf Augenhöhe sein mag, in Punkto grundlegender "natürlicher" Wirtschaftskraft (sprich grundlegende Umsatzleistung bei ausbleibendem sportlichem Erfolg) aber trotz Wachstums der letzten Jahre noch teils deutlichen Nachholbedarf hat.

Schaue ich mir nun die Borussia an, habe ich ohne dies genauer zu analysieren, selbst hier noch ein ähnliches Gefühl, wenn ich mir die Zahlen anschaue, wobei dieser Nachteil nicht ganz so groß sein sollte wie bei besagten Vereinen. Stuttgart, Leverkusen, Wolfsburg sind hier leider nicht mehr enthalten, von daher kann man hier keine Aussage treffen.

Und eines ist mit Obigem nun noch gar nicht angesprochen: Der von Eisbaer genannte Aspekt, dass über die Erhöhung von Verbindlichkeiten direkt oder indirekt Spielertransfers finanziert werden, wie es bei manchem Verein Usus ist...
 
Und ich halte es immer noch für ein Märchen. Vielleicht kannst du mir das ja mal näher erläutern, am besten anhand von Zahlen. Die sprechen mMn nämlich eine andere Sprache: Wir erzielen ähnlich hohe Umsatzerlöse wie etwa Stuttgart, Dortmund oder Schalke. "Nur" der HSV und natürlich die Bayern dürften sich in dieser Kategorie deutlicher vor uns platzieren. Mit den anderen genannten liegen wir in etwa gleich auf.

Und was sollte auch dagegen sprechen? Wir sind sportlich erfolgreich. Werder ist beliebt. Unser Einzugsgebiet ist nicht auf Niedersachsen beschränkt. Der Vertrag mit unserem Hauptsponsor ist lukrativ und in jedem Fall "auf Augenhöhe" mit denen anderer großer deutscher Clubs. Zusätzlich sind gerade in jüngster Vergangenheit neue Sponsoren wie VW oder die DB hinzugekommen. Nicht zu vergessen der neue Ausrüstervertrag mit Nike.

Ich gebe zu: Das ist alles andere als mein Fachgebiet. Vielleicht liege ich also falsch, wenn ich aufgrund der Umsatzerlöse behaupte, Werder wird hier häufiger kleiner gemacht als es ist. Dann hoffe ich, man könnte mich einmal aufklären.

Hier beispielsweise findet man Zahlen von 2008/2009. Demnach beliefen sich die Umsatzerlöse auf 115 Millionen, exklusive Transfererlöse wohlgemerkt. Zum Vergleich: Schalke erzielte 125, der HSV knapp 150. Stuttgart taucht unter den Top 20 Europas nicht auf.


Leider hast Du nur den zweiten und nicht auch noch den ersten Teil meines Posts zitiert, Basti. In dem ersten steht, dass ich fürchte, dass wir hier alle zu wenig über die Zahlen wissen (können). Da stochern wir eben im Nebel. Du hast auch recht, wenn Du schreibst, dass Werder mittlerweile sein Fangebiet erweitern konnte. Man muss aber sehr vorsichtig sein, wie nachhaltig diese Beliebtheit außerhalb des (zu kleinen) natürlichen Einzugsgebiets ist. In dem Köln-Unterforum (Das sagt der Gegner vor dem Spiel) gab es ein wunderbares Post eines Kölner Werderhassers, der diese neue Beliebtheit Werders bei jungen 11-Freunde-lesenden Geisteswissenschaftsstudenten aus einer Anti-Haltung heraus beschrieb. Es ist bei einer gewissen Sorte Fans schick geworden, sich zu Werder, seiner Spielweise und dem System KATS zu bekennen. Solche "Lieben" können manchmal "ewig" halten, wie Borussia Mönchengladbach zeigt, die einen Großteil ihrer Fans in den siebziger Jahren rekrutierten und bis heute behalten haben. Es kann aber auch schnell vorbei sein damit.
 
Man kann es drehen und wenden wie man will, aber es bleibt nun einmal Tatsache, dass Werder strukturelle Nachteile im Vergleich zur sportlichen Konkurrenz hat.

Es fängt beim Weserstadion an und endet bei der lokalen Wirtschaft. Trotz des sportlichen Erfolges sind wir meines Wissens, was die Einnahmen durch den Hauptsponsor angehen immernoch "nur" an Platz fünf der Liga. Bayern, Wolfsburg, Schalke und Dortmund erzielen alleine da höhere Einnahmen. Dazu kommt, dass die Potenz der vielen "kleineren" Sponsoren auch nicht so immens ist, wie bei den anderen Clubs. Dies hat Werderknight anhand der Zahlen schön dargestellt.
Zudem glaube ich, dass wir noch Reserven hätten, was das Merchandise angeht. Auch hier wäre glaube ich noch nen bisserl was möglich.

Was das Weserstadion angeht, so hat man mit dem Kompromiss, und das ist meine große Kritik an dem Umbau, es verpasst eine auf Jahre konkurrenzfähiges Stadion zu errichten. Die Kapazität ist für einen Verein, der sich seit nun gut einem Jahrzehnt mit an der Spitze des deutschen Fussballs steht, schlicht zu gering.
 

1. Die von Dir dankenswerter Weise verlinkte Statistik ist wenig aussagekräftig. Grund: Ein Fussballklub ist heutzutage ein alleine schon aus steuerlichen Gründen komplexes Gebilde von Tochterunternehmen und Beteiligungen. Stadionbetreiber, Rechteverwerter etc. kommen scheinbar nicht in die Bilanz, sondern vornehmlich der Klub selbst. Ähnlich wie beim Lizensierungsverfahren.

2. Immerhin weist die Statistik aus, das ein beträchtlicher Teil der Einnahmen aus TV-Geldern besteht. CL-Teilnahme, EL-Finale. Der wirtschaftliche Erfolg hängt also entschieden Stärker vom sportlichen Erfolg ab, als bei S04, BVB und HSV - die waren in jener Saison nämlich BuLi 8., 6. bzw. 5. und international in der Gruppenphase der EL raus (S04), nicht dabei (BVB) oder im HF der EL - ohne CL-Einnahmen(HSV).

3. KATS formulieren realistische Ansprüche; auch in Europa. Als kleine Maus stellt sich Werder nicht dar. Nur sind auch keine Schaumschläger und Möchtegerns am Werke. CL-Quali ist ein realistisches Ziel, EL-Quali das Mindeste, das mit dem Kader drin sein sollte. Wobei mit Bayern, HSV, WOB, LEV, S04, BVB, Stuttgart, Hoffenheim und Werder 9 Mannschaften um internationale Plätze konkurrieren!

4. Hertha, vorher der BVB und lange davor der HSV haben es nicht geschafft, eine sportliche Durststrecke zu überstehen, ohne deutlich an Substanz zu verlieren. Genau diesen Spagat schaffen KATS - und der selten gelobte aber am Erfolg sichert auch beteiligte Polster sowie die Herren Aufsichtsrätler... - seit Jahren. Wobei die erzielten Überschüsse nicht in den Passat des Herrn A. investiert werden, sondern genutzt werden um die Einnahmen Werders zu verbessern. Beispielsweise durch Stadionsanierung, Ausbau, Energieeffizienz (!!!), Beteiligungen, aussersportliche Investitionen als auch Investitionen in Markenrechte (bspw. im Ausland) usw.
Genau in diesem Bereich klafft eine Lücke zu den nächstgrösseren Hausnummern im europäischen Vergleich. - Und zu Klubs wie BVB, S04, HSV und den Bayern. Der 10. Platz vor 2 Jahren konnte nur durch internationalen Erfolg aufgefangen werden. Das war pures Glück, und dieses Risiko wollen die Verantwortlichen vermeiden. Geht es einmal schief, und die Leistungsträger wollen weg oder müssen verkauft werden, geht es schnell mal an die Substanz. Dann geht nicht nur ein Star, dann gehen vielleicht 3 oder 4 aus der ersten Elf - ohne gleichwertigen Ersatz.

5. WOB und LEV (Werksklubs), S04/BVB (Ruhrpott-Religion...), HSV (dank Schnösel&Co.), FCBayern (München!: "Bussi!") haben auf ihre jeweilige Art/ in ihrer jeweiligen ökonomischen Niesche an dieser breiten Basis gearbeitet. Auch der FC St.Pauli tut das ("Die Strasse trägt St.Pauli").
Laut Medien sind aber all diese Klubs fett in den Miesen; Werder nicht. Halten KATS den Kurs, bei ähnlichem sportlichen Erfolg, ist Werder in vielleicht 4-6 Jahren nicht mehr dauerhaft aus der BuLi-Spitze zu verdrängen - egal wer da kommt. DAS ist das Ziel - nicht dieser oder jener Titel in dieser oder der nächsten Saison. Den können sich die Erfolgsfans an den nassen Helm kleben und sich dann irgendwann wieder anders orientieren.

Fazit: Werder ist kein kleiner Verein mehr - im BuLi-Maßstab. Aber international schon, da eben nicht dauerhaft oben dabei, sondern jetzt seit mehreren Jahren glücklich erfolgreich - in der CL-GRUPPENPHASE. Es muß der nächste Schritt gemacht werden, sonst macht ihn ein anderer Klub (WOB?). Dazu braucht es aber o.g. Spagat, alles andere wäre Glücksspiel - und das ist nicht die feine hanseatische Art.
 
1. Die von Dir dankenswerter Weise verlinkte Statistik ist wenig aussagekräftig. Grund: Ein Fussballklub ist heutzutage ein alleine schon aus steuerlichen Gründen komplexes Gebilde von Tochterunternehmen und Beteiligungen. Stadionbetreiber, Rechteverwerter etc. kommen scheinbar nicht in die Bilanz, sondern vornehmlich der Klub selbst. Ähnlich wie beim Lizensierungsverfahren.

2. Immerhin weist die Statistik aus, das ein beträchtlicher Teil der Einnahmen aus TV-Geldern besteht. CL-Teilnahme, EL-Finale. Der wirtschaftliche Erfolg hängt also entschieden Stärker vom sportlichen Erfolg ab, als bei S04, BVB und HSV - die waren in jener Saison nämlich BuLi 8., 6. bzw. 5. und international in der Gruppenphase der EL raus (S04), nicht dabei (BVB) oder im HF der EL - ohne CL-Einnahmen(HSV).

3. KATS formulieren realistische Ansprüche; auch in Europa. Als kleine Maus stellt sich Werder nicht dar. Nur sind auch keine Schaumschläger und Möchtegerns am Werke. CL-Quali ist ein realistisches Ziel, EL-Quali das Mindeste, das mit dem Kader drin sein sollte. Wobei mit Bayern, HSV, WOB, LEV, S04, BVB, Stuttgart, Hoffenheim und Werder 9 Mannschaften um internationale Plätze konkurrieren!

4. Hertha, vorher der BVB und lange davor der HSV haben es nicht geschafft, eine sportliche Durststrecke zu überstehen, ohne deutlich an Substanz zu verlieren. Genau diesen Spagat schaffen KATS - und der selten gelobte aber am Erfolg sichert auch beteiligte Polster sowie die Herren Aufsichtsrätler... - seit Jahren. Wobei die erzielten Überschüsse nicht in den Passat des Herrn A. investiert werden, sondern genutzt werden um die Einnahmen Werders zu verbessern. Beispielsweise durch Stadionsanierung, Ausbau, Energieeffizienz (!!!), Beteiligungen, aussersportliche Investitionen als auch Investitionen in Markenrechte (bspw. im Ausland) usw.
Genau in diesem Bereich klafft eine Lücke zu den nächstgrösseren Hausnummern im europäischen Vergleich. - Und zu Klubs wie BVB, S04, HSV und den Bayern. Der 10. Platz vor 2 Jahren konnte nur durch internationalen Erfolg aufgefangen werden. Das war pures Glück, und dieses Risiko wollen die Verantwortlichen vermeiden. Geht es einmal schief, und die Leistungsträger wollen weg oder müssen verkauft werden, geht es schnell mal an die Substanz. Dann geht nicht nur ein Star, dann gehen vielleicht 3 oder 4 aus der ersten Elf - ohne gleichwertigen Ersatz.

5. WOB und LEV (Werksklubs), S04/BVB (Ruhrpott-Religion...), HSV (dank Schnösel&Co.), FCBayern (München!: "Bussi!") haben auf ihre jeweilige Art/ in ihrer jeweiligen ökonomischen Niesche an dieser breiten Basis gearbeitet. Auch der FC St.Pauli tut das ("Die Strasse trägt St.Pauli").
Laut Medien sind aber all diese Klubs fett in den Miesen; Werder nicht. Halten KATS den Kurs, bei ähnlichem sportlichen Erfolg, ist Werder in vielleicht 4-6 Jahren nicht mehr dauerhaft aus der BuLi-Spitze zu verdrängen - egal wer da kommt. DAS ist das Ziel - nicht dieser oder jener Titel in dieser oder der nächsten Saison. Den können sich die Erfolgsfans an den nassen Helm kleben und sich dann irgendwann wieder anders orientieren.

Fazit: Werder ist kein kleiner Verein mehr - im BuLi-Maßstab. Aber international schon, da eben nicht dauerhaft oben dabei, sondern jetzt seit mehreren Jahren glücklich erfolgreich - in der CL-GRUPPENPHASE. Es muß der nächste Schritt gemacht werden, sonst macht ihn ein anderer Klub (WOB?). Dazu braucht es aber o.g. Spagat, alles andere wäre Glücksspiel - und das ist nicht die feine hanseatische Art.
Super Beitrag!!!
 
1. Die von Dir dankenswerter Weise verlinkte Statistik ist wenig aussagekräftig. Grund: Ein Fussballklub ist heutzutage ein alleine schon aus steuerlichen Gründen komplexes Gebilde von Tochterunternehmen und Beteiligungen. Stadionbetreiber, Rechteverwerter etc. kommen scheinbar nicht in die Bilanz, sondern vornehmlich der Klub selbst. Ähnlich wie beim Lizensierungsverfahren.

Dies ist so nicht ganz richtig. Unternehmensbeteiligungen und etwaige Erlöse aus selbigen sind in den entsprechenden Jahresabschlüssen der Werder Bremen GmbH & Co KG aA selbstverständlich berücksichtigt. Ob diese in verlinkter Umsatzstatistik allerdings berücksichtigt sind (sonstige Erlöse?), ist rein spekulativ.

Ansonsten ein Spitzenbeitrag. :tnx: :beer:
 
Zum Weserstadion:

Dass Werder seit vielen Jahren, Jahrzehnten NICHT konkurrenzfähig war, lag nicht an Versäumnissen der Vereinsführung. Lemke war der erste, der in Deutschland Business-Seats und Logen einführte. Was Werder behinderte, war das grundsätzlich schlechtere Renommee, das dem Verein im Vergleich zur Konkurrenz lange anhaftete. Es gab in Deutschland zwei Ereignisse, die den Stadionbau/ausbau forcierten, die beiden Weltmeisterschaften 1974 und 2006.

Schaut man auf eine Landkarte, sieht man, dass Bremen bei der Verteilung von WM-Spielorten geografisch benachteiligt ist. Hamburg ist ein MUSS, in Norddeutschland kommt dann nur noch ein zweiter Ort in Frage, und das war 1974 und 2006 Hannover. Das liegt bei einem Blick auf die Landkarte auch nahe. Dennoch hatte Franz Böhmert dem DFB das Versprechen abgerungen, dass bei einer WM 2006 auch Bremen Spielort sein würde. Es kam anders, wohl auch durch Intervention des damaligen Bundeskanzlers Schröder. Das führte dann zu dem legendären Böhmert-Zitat: "Da wird der Fußball mit Füßen getreten."
 
Dies ist so nicht ganz richtig. Unternehmensbeteiligungen und etwaige Erlöse aus selbigen sind in den entsprechenden Jahresabschlüssen der Werder Bremen GmbH & Co KG aA selbstverständlich berücksichtigt. Ob diese in verlinkter Umsatzstatistik allerdings berücksichtigt sind (sonstige Erlöse?), ist rein spekulativ.

Ansonsten ein Spitzenbeitrag. :tnx: :beer:

Danke für die Blumen. :beer:

Ich bezog mich v.a. auf S04. In den Medien waren einige Steuerrechtler zu vernehmen, welche das Lizensierungsverfahren kritisierten, eben weil die Tochterunternehmen etc. nicht einbezogen werden. Genau in diesem Bereich ist die Stadt Gelsenkirchen eingesprungen, da die Defizite astronomisch waren/sind. Lev. hat beispielsweise die Einnahmen aus Ticketverkäufen über einen Zeitraum von mehreren Jahren als Pfand für Kredite verpfändet. Aussagen seitens VW-Verantwortlicher bzgl. der Ziele des Klubs sind eindeutig - nicht auf Gewinn ausgerichtet.
Wie Werder bilanziert kann ich ehrlich gesagt kaum beurteilen. Denke aber, das Tochterunternehmen aus dem fussballfernen Bereich ausgeklammert bleiben, bzw. Gewinne in andere Bereiche wie Catering oder Merchandise abführen, um dort schneller wachsen zu können. Die Statistik kratzt das nur kurz an. Deshalb halte ich sie für wenig aussagekräftig.
 
soviel mal zu dem thema das wir international n kleiner verein sind: http://eurorivals.net/club-rankings.html
es fehlen nichtmal mehr 5 punkte und wir hocken im clubranking vor lyon und können uns dann zu den top-ten zählen
und wir sind jetzt schon vor solchen hausnummern wie valencia, porto oder sogar real madrid

Das ist ja schon fast Bern-Hoffmannsche Logik, der mit so einem Quatsch den HSV unter die besten 20 Vereine Europas rechnete. In diesem Ranking zählen Siege gegen Viking Stavanger und Jeunesse Esch genau so viel wie Siege gegen Chelsea und Inter. Die besten 16 Vereine Europas spielen das Achtelfinale der CL aus und da war Werder seit Jahren nicht mehr
 
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