Generell ist mein Verständnis von Fansein und dem Unterstützen meiner Lieblingsmannschaft, dass ich an guten Tagen mit "meinen" Spieler feiere und sie in schlechten Phasen unterstütze.
Hier herrscht mitunter eine ziemlich hässliche Wegwerf-Mentalität: Spieler sind solange "einer von uns", solange sie funktionieren und gesund sind. Aber wehe, ein Spieler ist häufiger mal verletzt, spielt ein halbes Jahr unter seinen Möglichkeiten oder wird einfach nur älter. Dann wird er sofort behandelt wie eine unerwünschte Person, oder schlimmer noch: Wie pures Material, das für nichts mehr gut ist.
Bouba wird vorgeworfen, dass er zum Afrika-Cup fährt, weil er im wichtigsten Turnier für afrikanische Profis gerne für sein Land gespielt hat. Deswegen hat er hier bei vielen offenbar verschissen. Komischerweise macht man dabei Unterschiede zwischen Afrikanern und Deutschen. Von Özil, Marin oder Wiese würde niemand verlangen, auf eine EM zu verzichten, um Werders Vorbereitung optimal mitmachen zu können. Dass deutsche Spieler bei einer EM spielen wollen, kann jeder verstehen. Aber der Afrika-Cup wird hingestellt wie ein Pillepalle-Turnier, das sich jemand wie Sanogo gefälligst schenken soll.
Naja. Muss jeder selber wissen.