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Es stellt sich durchaus die berechtigte Frage, ob wir nicht bis einschließlich des 10. Spieltags überperformtem. Solche Phasen sind im Verlauf einer Saison keineswegs ungewöhnlich – gerade zu Beginn, wenn bei vielen Gegnern nach Transfers erst noch Automatismen greifen müssen. In dieser Phase kann eine Mannschaft über sich hinauswachsen und mehr Punkte sammeln, als ihr auf Basis ihrer strukturellen Voraussetzungen eigentlich zuzutrauen gewesen wäre.
Und damit sind wir womöglich beim Kernproblem des Kaders. Betrachtet man die nominellen Qualitäten jedes einzelnen Spielers, erscheint eine Saison ohne Abstiegssorgen mit einem Tabellenplatz zwischen Rang 10 und 12 keineswegs unrealistisch. Das Potenzial ist vorhanden. Doch auch nach 23 Spieltagen – und inzwischen unter dem zweiten Trainer – ist es nicht gelungen, diese individuellen Stärken zu einer geschlossenen mannschaftlichen und spielerischen Einheit zu formen. D.h., die bereits vor Beginn der Sieglos-Serie geäußerten Bedenken scheinen sich zu bestätigen: Bei den Transfers wurde offenbar zu wenig darauf geachtet, wie kompatibel die jeweiligen Stärken und Schwächen der Neuzugänge mit denen des bestehenden Kaders sind. Qualität allein genügt nicht, wenn sie sich nicht ergänzt.
Die einzelnen Zahnräder mögen für unsere Verhältnisse wertig sein, doch sie greifen nicht sauber ineinander. In den ersten Runden des Rennens konnte der grün-weiße Wagen noch mit der Konkurrenz mithalten. Seit der elften Runde jedoch knirscht es im Getriebe – erst leise, inzwischen unüberhörbar. Was zunächst wie eine kleine Unwucht wirkte, droht sich nun in einen Totalschaden auszuweiten.