Wenn ich hier so querlese: Daniel Jensen als alleiniges Argument für das Spiel in Dortmund finde ich immer noch zu schlicht. Kann mich genau an zwei Spiele von DJ erinnern, das Heimspiel gegen Schalke und das gegen Bochum, wo er sowohl gegen den Ball, als auch im Spielaufbau komplett versagt hat. Daher kann ich sogar einigermaßen nachvollziehen, dass TS ihn in solch einem Spiel nicht unbedingt bringen wollte.
Aber meine Güte, es gab doch nicht nur eine Alternative. Ein Clemens Fritz beispielsweise hat sich in seiner gesamten Laufbahn als äußerst flexibler Spieler erwiesen, erst lange im Sturm gespielt, später im Mf, bis er dann bei Bayer hinten rechts landete. Das ist doch höchstens sechs Jahre her. Und in der N11 hat CF im DM/RM gespielt, das sogar recht gut. Boenisch dagegen ist beidfüßig stark und hat bei S04 in der Jugend (und in den Amateuren glaube ich auch) schon RV gespielt. Naldo bringt viele Attribute mit, um zumindest notbehelfsweise einen guten DM abzugeben. PP ist überall in der Viererkette einsetzbar, SP kann in der IV helfen. Anders machen es doch viele BL-Trainer auch nicht. Dass unser Coach Inflexibilität praktisch vorlebt, heisst doch nicht, dass es keine Möglichkeiten oder nur die gibt, die das schon mal gespielt haben.
Aber in Dortmund einen gelernten Stürmer auf einem Defensivpart zu integrieren, zusätzlich mit zwei Stürmern und zwei omnioffensiv veranlagten Akteuren, dazu einem offenen System, zu beginnen, spricht ein klares Urteil, wie TS tickt. Er sieht offenbar immer nur als Lösung auf diverse Ausfälle, noch mehr Offensive zu bringen. Dass der BVB in der 1.HZ fast durchweg die Kontrolle hatte, ausserdem durch`s Mittelfeld marschieren konnte und quasi im Raum bei Ballgewinn stets Überzahl und viele Möglichkeiten hatte, das auszuspielen, war die logische Konsequenz - wie auch die Tore.
Wir haben einem Gegner, der nicht viel kann, außer über Ordnung halten und hohe Laufbereitschaft kompakt zu sein und bei Ballgewinn mit vertikalem Spiel zu kontern, das aber ziemlich gut, der zudem keinen taktisch hochvariablen Trainer hat, excellent in die Karten gespielt. Dass der BVB lediglich mit diesen normalen Tugenden Werder praktisch im vierten direkten Vergleich nacheinander unter Klopp auf die gleiche Weise die Punkte abnimmt, ist bezeichnend.
Im Saisonverlauf wurden nun dadurch schon derart viele Punkte total unnötig liegengelassen. Obwohl - eigentlich reicht`s, die beiden Niederlagen in HH und DO anzuschauen, an denen der Trainer einen gewaltigen Anteil hatte. Was diese sechs Punkte bedeuten würden, wenn ich mir die Tabelle so anschaue.......
Dass angesichts dieser Umstände hier immer noch Leute im Thread unterwegs sind, die was von "Optimum" erzählen und Platz 7 als angemessen erachten (womöglich am besten noch hinter Frankfurt - übles szenario!), kann ich mir nur so erklären, dass diejenigen 24 Stunden am Tag mit der 3-D-Schaaf-Brille durch die Gegend laufen.
Auf der einen Seite wird immer erwähnt, dass Werder Standortnachteile und nicht die Rahmenbedingungen wie andere, daher finanzielle Nachteile hat. Sicher alles richtig.
Auf der anderen Seite gönnt sich unser Trainer den Luxus, obwohl er Defizite als solche erkannt hat, abstellt und nachweislich damit bessere Ergebnisse erzielt, irgendwann wieder den alten Stiefel durchzuziehen, obwohl er damit - ebenso nachweislich - nicht selten auf die Nase fällt.
Mir ist absolut schleierhaft, was sich Schaaf davon verspricht.

Punkte allein können es kaum sein, im Gegenteil, die werden ja wohlwollend öfter leichtfertig und ungezwungen abgegeben. TS wird doch aber sicher wissen, dass er bei Werder nicht die Haarlem Globetrotters trainiert. Will er etwa Sympathiewerte generieren, vielleicht um das Merchandising anzukurbeln und die Event-Anhängerschar vorübergehend zu vergrössern? Bringt ja auch zwischenzeitlich finanziell was ein... :o
Vielleicht wissen das die ungebrochen vehementen Schaaf-Fürsprecher hier?