Womit wir bei einer sehr interessanten Kernfrage angelangt sind: Sollten wir unsere generelle Philosophie/Ausrichtung überdenken und evtl. per se defensiver agieren!?
Schließlich ist wohl nicht davon auszugehen, daß wir irgendwann man mit der Mainz/Hoffenheim-Taktik zu Hause in Spiel gehen werden. Richtig oder falsch?!
Aufgrund der positiven Ergebnisse (auch in Valencia) durch eine kompaktere und tiefer gestaffelte Ausrichtung, drängt sich für mich schon die Frage auf, ob man darauf lediglich "zurückgreifen" sollte, wenn wir uns in den engl. Wochen befinden, oder nicht sogar ein Stück davon mit in den Alltag nehmen sollten!?
Weg vom teils sehr offen stehenden Hurra-Fußball, zurück zu Otto´s viel zitierter kontrollierten Offensive? Wobei mir dabei der Begriff "Kontrolle" sehr gefällt.
:applaus: :svw_applaus:
Der Absatz spricht mir aus der Seele.
Dabei ist es....
Ich rede hier gar nicht mal vom Fußball a la Schalke, ....
..das, was viele hier nicht verstehen.
Das Schalker Spiel ist ja nicht erst seit Magath so, sondern seit "Zu-Null"-Huub Stevens. Nur hat es der eine Trainer mal effizienter und der andere weniger effizienter hinbekommen. Aber die Grundsatzidee dieser Spielweise hat S04 quasi seitdem verinnerlicht. Ebenso, wie Werder die TS - Philosophie zum Sympathie-Markenzeichen gemacht hat.
Lernen könnte Werder von Schalke höchstens, eine der Situation angemessene, und - in meinen Augen noch wichtiger - eine dem Gegner angemessene Spielweise öfter durchzubringen. Das ist aber nur die eine Seite, denn schließlich geht es immer darum, FLEXIBEL zu sein. Und da hätte Werder weit bessere Möglichkeiten als Schalke, weil die spielerischen Mittel besser sind. Wenn wir denn so oft wie möglich variabel wären.
Ich sehe es dabei keinesfalls als Notwendigkeit an, den schönen Fussball oder eine grundsätzlich offensive Ausrichtung aufzugeben, es geht nur darum, das Ganze strukturierter und schlauer zu spielen. Zu oft machen wir den zweiten Schritt vor dem ersten, will sagen, wir spielen erst schön und wollen damit Ergebnisse erzielen (was nicht selten schief geht), statt zuerst abwartend und gezielt die Lücken und Schwächen beim Gegner zu suchen, um dann schön spielen zu können.
Wie gesagt, daß was wir seit kurzem taktisch erleben, ist nüchtern betrachtet eher den Umständen geschuldet, als einer wohl generellen Überzeugung seitens TS.
Bleibt die Frage, wie wir davon die positiven Elemente dauerhaft für uns nutzen können...
Kernpunkt der Kritik. Wir nutzen es ja, denke da an Schlussspurt Saison 07/08, explizit die Spiele in Hamburg und Leverkusen, oder Teile der Rückrunde 09, Teile dieser Hinrunde...
Nur ist das Problem die von Dir angesprochene generelle Überzeugung, durch die wir immer dann, wenn es offensichtlich (zu) gut läuft, davon wieder abrücken und in alte Muster verfallen. Und damit regelmäßig auf die Nase fallen. Schlimmer noch, viel zu lange daran festhalten und erst dann wieder was ändern, wenn der Karren erneut im Dreck steckt. Eben den Umständen geschuldet....
Mit unserem Kader Hurrafußballspielen bedeutet ein paar Spektakel abzuliefern, aber ansonsten nichts zu erreichen.
.......
Wenn man 50 Pflichtspiele in der Saison hat, braucht man für Hurrafußball einen Kader mit dem man ohne Leistungsabfall rotieren kann, den haben wir erstens nicht und zweitens könnten wir ihn auch nicht bezahlen.
Deshalb muß Werder ökonomischer spielen, wenn wir uns nicht immer auf den DFB Pokal verlassen wollen, um auch im folgenden Jahr international zu spielen.
Problem ist, wir finden bei der defensiven Ausrichtung bisher genauso wenig die Balance wie bei dem offensiven Hurrafußball. Wenn man defensiv spielen will, muss man konterstark sein, mit Tempo, schnell und zielgerichtet nach vorne spielen, das können wir aber nicht, zumindest haben wir es bisher nicht gezeigt. Also auch mit defensivem Fußball muss und kann man mehr als 1-2 Torchancen pro Spiel herausspielen.
Das stimmt allerdings. Ich persönlich führe es, wie schon erwähnt, darauf zurück, dass wir a) darin keine Routine haben und b) strategische Intelligenz im Kader fehlt. Deshalb sehe ich es wichtiger als alles andere an, wenn überhaupt, in einen solchen Spieler zu investieren.