Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

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Dies war erst das dritte Spiel in dieser Saison, in der Werder nicht die bessere Mannschaft war
Witzig, ich könnt dir auf anhieb 5+ Spiele nennen, bei denen wir nicht das bessere Team waren, aber naja..

Wie sagte das Borowski gestern noch? Wir haben sicherlich schon schönere Spiele gezeigt, aber in zwei Wochen fragt keiner mehr, wie wir in Mainz gespielt haben. (oder so ähnlich)

Ich denke, da liegt er falsch, dass wird schon in einer Woche so sein. :grinsen:

Joa, wenn sich das Team gegen Stuttgart um 50% steigert (das wird nötig sein) und überzeugt, dann fragt wirklich keiner mehr nach dem Mainz Spiel, aber das soll die Mannschaft erstmal zeigen.


5vor12 und Paul Tergat :tnx:
 
Der Fußballprofessor kämpft nun einmal um seine Autorität. Naja, wenn er meint, anderen die Meinung diktieren zu müssen, dann schalte von nun an auf Durchzug. :)

:tnx:
Ich finde es auch nur noch lächerlich, wie krampfhaft das versucht wird. Andere Ideen und Vorstellungen werden belächelt und als naiv abgetan.
Da glaubt wohl einer, er wäre der einzige, der jemals etwas im Fussball gemacht hat und sei dadurch jetzt der Fussballgott persönlich. Schrecklich und da ihn einige hier gerne noch bestätigen, wird er immer abgehobener!
 
Das man zunächst an solchen Tagen zusieht, die Def. zu stabilisieren, ist löblich und notwendig. Nur haben wir dies keineswegs souverän getan. Viele von uns blieben weit unter ihren Möglichkeiten und es war auch nicht so, daß wir wirklich sicher hinten standen.

Hm, wie oft haben die Mainzer auf unser Tor geschossen?

Die Abwehr hat das schon recht souverän gemacht.

Dennoch: Wir haben natürlich zu wenig Fußball gespielt. Nur stimmt es auch optimistisch, wenn man auch solch ein Spiel mal gewinnt. Das war ja nun grad in den letzten Wochen und Monaten nicht immer so. Man kann es daher so oder so werten: Letztlich bleibt, das auch hier die Mannschaft dazugelernt hat.
 
Meine Meinung zur Taktik gegen Mainz (wenn das denn wirklich alles so „gewollt“ war …):

Ich kann Mick’s Bewertung da durchaus ein Stück weit nachvollziehen. Das war natürlich schon ein wenig witzig, mit anzusehen, wie die Mainzer nachher z.T. minutenlang den Ball in der eigenen Hälfte quer gespielt haben, weil keine Anspielstationen da waren (oder die „Konterangst“ zu groß war). Das sah phasenweise aus wie damals „Deutschland - Östereich“. Auf einen Gegner, der von vornherein gar nicht Fußballspielen will, hatte der (ach so tolle) jung-Dynamiker und Motivator Tuchel seine Mannschaft ganz offensichtlich nicht eingestellt. Dann hat TS seinem jungen Kollegen auch noch den (im Voraus sicher so besprochenen !) „konzentrierten Angriff auf Werders linke Abwehrseite“ sehr früh zunichte gemacht (sozusagen die „Lehre aus dem Gladbach-Spiel“ …). Und seine so "heiß gemachten" Jungs entpuppten sich dann auch noch als ein wenig zu heiß gemacht.
Da musste auch ich - angesichts des erfreulichen Ergebnisses - natürlich über die jaulige Laberei von Tuchel nach dem Spiel nur noch breit grinsen (klassischer Fall von „verspekuliert“ …)

Unter'm Strich fand ich es dennoch erschreckend schwach, dass die Bälle selbst bei Überzahl und Platz zum Spielen regelmäßig sofort wieder weggeschenkt wurden. Zumeist benötigten die Mainzer dazu ja noch nicht mal ein Foul. Auch wenn man von der Grundausrichtung nicht offensiv agieren möchte, sehe ich nicht, warum dabei gleich jegliche Ballsicherheit und jegliches spielerisches Element abhanden kommen sollte.

„Den Ball vom eigenen Strafraum weghalten" hat mit der defensiv-Taktik auch gegen 10 Mann überhaupt nicht funktioniert. Ganz im Gegenteil - der Ball war recht häufig im eigenen Strafraum und der einzige ernstzunehmende Mainzer Stürmer bekam den auch meist auf den Kopf. Wir haben nur Glück gehabt, dass er Vander nur in einer Szene düpieren konnte. Den Ball vom eigenen Strafraum fernhalten, wird regelmäßig nicht gelingen, wenn man sehr tief steht und in erster Linie defensiv agiert. Wenn das Spiel damit - zwangsläufig - in der eigenen Hälfte stattfindet, kommt es automatisch zu häufigeren Szenen im eigenen Strafraum. Und das geht normaler Weise auf die Dauer nicht gut (siehe Leverkusen in der Schlussphase).

Was man mit so einer Taktik sicher erreichen kann, ist die Verhinderung der klassischen Kontersituationen (die ja regelmäßig schon gefährlicher sind als Flanken in den Strafraum). Wenn man so will hat man also gegen Mainz das „Konter-Risiko“ stark heruntergefahren und darauf vertraut, dass Naldo/Mertesacker dabei die "Strafraumsicherheit" gewährleisten und der Ersatzkeeper Vander die „haltbaren“ wegfängt. Das Spiel nach vorn wurde dabei nahezu komplett eingestellt. Also eine klassische Taktik, ausgerichtet auf ein 0:0 (wenn denn hinten alles gut geht bzw. nicht nach vorn mal das Glück lacht).

Gegen Mainz ist es gutgegangen - dank zweier herrlicher Sonntagsschüsse (wie sie am Samstag wohl nur Mannschaften mit regelmäßiger Sonntagsspiel-Erfahrung hinbekommen ...). Und wenn es denn so ist, dass "der Erfolg Recht gibt", hat auch TS natürlich alles richtig gemacht.

Nach meinem Dafürhalten haben wir es aber spätestens nach dem 2:1 (und der z.T. völligen Verunsicherung der Mainzer) versäumt, den Sack – sicher ohne allzu großen Aufwand - richtig zu zu machen. Da wäre dann mit Sicherheit auch mehr als ein 3:1 drin gewesen (vielleicht gar ein 6:1 - so ein richtiges „Werder-Ergebnis“ …). So haben wir stur weiter - unnötiger Weise - „um das Ausgleichstor gebettelt“, was aber zum Glück ja nicht fiel.

Am Ende überwiegt bei mir natürlich die Freude über den Sieg (und die zwei Tore, die man ohne rot zu werden zu den „schönsten Werder-Toren aller Zeiten“ dazupacken könnte) - insbesondere, was die „Taktik-Überraschung“ im Verhältnis TS - Tuchel angeht. Da amüsiere ich mich bestimmt noch länger köstlich darüber.
 
... muss doch einmal
ernsthaft fragen, was TS heute falsch gemacht haben soll.

Nichts, in meinen Augen - Auch Marin, die gesammten 90'min, draußen zu lassen empfand ich als sehr überlegt. Dem hätten die Maizer derart auf die Knochen gehauen, dass ein Einsatz gegen Stuttgart möglicherweise gefährdet worden wäre.

Tja so darf halt auch einmal Bremen ein Spiel gewinnen. Bin sehr zufrieden gewesen mit der taktischen Ein,- und Umstellung.
 
Zitat von Lothar Matthäus;906205:
Hm, wie oft haben die Mainzer auf unser Tor geschossen?

Die Abwehr hat das schon recht souverän gemacht.
Naja, allein Bance - der quasi die kpl. Offensive der Mainzer bildete - hatte mir dann doch zu viele gute Szenen. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit haben wir ihn nicht wirklich in den Griff bekommen.
Oft haben die Mainzer sicher nicht aufs Tor geschossen, allerdings wurde es dann in der Regel gefährlich.
Dennoch: Wir haben natürlich zu wenig Fußball gespielt.
Stimmt. Gegen 10 Mainzer ging das in der Form gut, gegen einen anderen Gegner hätte die samstägliche Leistung wohl nicht gereicht.
Man kann es daher so oder so werten: Letztlich bleibt, das auch hier die Mannschaft dazugelernt hat.
Entweder das, oder der Coach schickt sie generell mit einer defensiveren Marschroute auf´s Feld.
 
Meine Meinung zur Taktik gegen Mainz (wenn das denn wirklich alles so „gewollt“ war …):

Ich kann Mick’s Bewertung da durchaus ein Stück weit nachvollziehen. Das war natürlich schon ein wenig witzig, mit anzusehen, wie die Mainzer nachher z.T. minutenlang den Ball in der eigenen Hälfte quer gespielt haben, weil keine Anspielstationen da waren (oder die „Konterangst“ zu groß war). Das sah phasenweise aus wie damals „Deutschland - Östereich“. Auf einen Gegner, der von vornherein gar nicht Fußballspielen will, hatte der (ach so tolle) jung-Dynamiker und Motivator Tuchel seine Mannschaft ganz offensichtlich nicht eingestellt. Dann hat TS seinem jungen Kollegen auch noch den (im Voraus sicher so besprochenen !) „konzentrierten Angriff auf Werders linke Abwehrseite“ sehr früh zunichte gemacht (sozusagen die „Lehre aus dem Gladbach-Spiel“ …). Und seine so "heiß gemachten" Jungs entpuppten sich dann auch noch als ein wenig zu heiß gemacht.
Da musste auch ich - angesichts des erfreulichen Ergebnisses - natürlich über die jaulige Laberei von Tuchel nach dem Spiel nur noch breit grinsen (klassischer Fall von „verspekuliert“ …)

Unter'm Strich fand ich es dennoch erschreckend schwach, dass die Bälle selbst bei Überzahl und Platz zum Spielen regelmäßig sofort wieder weggeschenkt wurden. Zumeist benötigten die Mainzer dazu ja noch nicht mal ein Foul. Auch wenn man von der Grundausrichtung nicht offensiv agieren möchte, sehe ich nicht, warum dabei gleich jegliche Ballsicherheit und jegliches spielerisches Element abhanden kommen sollte.

„Den Ball vom eigenen Strafraum weghalten" hat mit der defensiv-Taktik auch gegen 10 Mann überhaupt nicht funktioniert. Ganz im Gegenteil - der Ball war recht häufig im eigenen Strafraum und der einzige ernstzunehmende Mainzer Stürmer bekam den auch meist auf den Kopf. Wir haben nur Glück gehabt, dass er Vander nur in einer Szene düpieren konnte. Den Ball vom eigenen Strafraum fernhalten, wird regelmäßig nicht gelingen, wenn man sehr tief steht und in erster Linie defensiv agiert. Wenn das Spiel damit - zwangsläufig - in der eigenen Hälfte stattfindet, kommt es automatisch zu häufigeren Szenen im eigenen Strafraum. Und das geht normaler Weise auf die Dauer nicht gut (siehe Leverkusen in der Schlussphase).

Was man mit so einer Taktik sicher erreichen kann, ist die Verhinderung der klassischen Kontersituationen (die ja regelmäßig schon gefährlicher sind als Flanken in den Strafraum). Wenn man so will hat man also gegen Mainz das „Konter-Risiko“ stark heruntergefahren und darauf vertraut, dass Naldo/Mertesacker dabei die "Strafraumsicherheit" gewährleisten und der Ersatzkeeper Vander die „haltbaren“ wegfängt. Das Spiel nach vorn wurde dabei nahezu komplett eingestellt. Also eine klassische Taktik, ausgerichtet auf ein 0:0 (wenn denn hinten alles gut geht bzw. nicht nach vorn mal das Glück lacht).

Gegen Mainz ist es gutgegangen - dank zweier herrlicher Sonntagsschüsse (wie sie am Samstag wohl nur Mannschaften mit regelmäßiger Sonntagsspiel-Erfahrung hinbekommen ...). Und wenn es denn so ist, dass "der Erfolg Recht gibt", hat auch TS natürlich alles richtig gemacht.

Nach meinem Dafürhalten haben wir es aber spätestens nach dem 2:1 (und der z.T. völligen Verunsicherung der Mainzer) versäumt, den Sack – sicher ohne allzu großen Aufwand - richtig zu zu machen. Da wäre dann mit Sicherheit auch mehr als ein 3:1 drin gewesen (vielleicht gar ein 6:1 - so ein richtiges „Werder-Ergebnis“ …). So haben wir stur weiter - unnötiger Weise - „um das Ausgleichstor gebettelt“, was aber zum Glück ja nicht fiel.

Am Ende überwiegt bei mir natürlich die Freude über den Sieg (und die zwei Tore, die man ohne rot zu werden zu den „schönsten Werder-Toren aller Zeiten“ dazupacken könnte) - insbesondere, was die „Taktik-Überraschung“ im Verhältnis TS - Tuchel angeht. Da amüsiere ich mich bestimmt noch länger köstlich darüber.

:tnx:

Sehr schöner Text! Es gibt eine kleine Sache, die ich noch hinzufügen würde. Ich glaube nicht, dass wir von Anfang an eine 0:0 Taktik gefahren sind. Es war natürlich nicht der große Druck von Anfang an wie gegen Enschede da, aber wir waren schon darauf aus irgendwann ein Tor zu machen. Dann hatten wir einfach das Glück zweimal in Führung zu gehen. Zuerst durch den so nicht gewollten Freistoß, und dann durch den ersten (und dadurch einzigen) vernünftigen Angriff in Halbzeit zwei. Sobald wir in Führung lagen wurde die 0:0 Marschrichtung ausgegeben. Das war im Spiel gegen Mainz sicherlich extrem, aber auch in vielen anderen Spielen, in denen wir in Führung gehen kommt der Gegner danach stärker auf, weil Werder sich etwas mehr zurückzieht und/oder weil der Gegner das Mauern aufgibt. In solchen Spielen hat Werder dann oft die Balance zwischen Offensive und Defensive verloren, und wurde in Erwartung den entscheidenden Konter setzen zu können zu ungeduldig und hat dadurch die Defensivaufgaben vernachlässigt. Das haben wir gegen Mainz wesentlich besser gemacht. Trotzdem erwarte ich natürlich auch, dass wir die Konter besser setzen, dann hätten wir es in dem Spiel noch ruhiger haben können. Aber insgesamt bin ich mit dem Spiel unter diesen Voraussetzungen ganz zufrieden.
 
Allein aufgrund des schmeichelhaften Ergebnisses dieses Spiel als gut geführt zu bezeichnen, geht mir dann doch zu weit.
Das man zunächst an solchen Tagen zusieht, die Def. zu stabilisieren, ist löblich und notwendig. Nur haben wir dies keineswegs souverän getan. Viele von uns blieben weit unter ihren Möglichkeiten und es war auch nicht so, daß wir wirklich sicher hinten standen.
Dass es kein schönes Spiel war, ist vollkommen unstrittig. Ich sehe aber immer noch einen Unterschied zwischen "schön" und "gut". In Bezug auf letzteres habe ich in Mainz ein Werder-Team gesehen, welches über weite Strecken taktisch gut agiert hat, das Einrücken der Sechser im Bedarfsfall oder deren Unterstützung für die AV`s, das Doppeln, das geschickte Verschieben Richtung Spielgeschehen, das Verengen der Räume, das alles hat - mir zumindest - sehr gut gefallen. In allen Mannschaftsteilen haben wir versucht, in erster Linie die Fehler zu minimieren. Dass das nicht durchweg "souverän" gelang, glaube ich lag daran, dass wir es zu selten machen, dass uns gewissermaßen "Routine" darin fehlt. Schalke spielt so etwas natürlich viel konsequenter und noch konzentrierter durch, weil sie wissen, wie`s geht.

Was mir dazu noch klasse gefallen hat - wir haben uns diesmal nicht von der einer Schleimermentalität "Gegen solche Kaliber wie Werder Bremen", "Wir gegen Bremen, das ist wie Stuttgart gegen Barcelona in der Champions League" einlullen lassen. Sondern richtig dagegengehalten, als sie uns anfänglich ganz ohne Respekt "überrollen wollen". Und wir haben erkannt, worum es ging. Hunt wird weggemäht, ein paar Minuten danach holt er aber die Rote Karte heraus. Bargfrede bringt einen Hauch Theatralik ein. Völlig richtig, wie ich finde. Denn kaum anders kannst Du in solchen Spielen antworten - und bestehen. Psychologische Kriegsführung ist das Zauberwort. Das sind die Mittel der van Bommels und Jarolims dieser Fussball-Welt. Genau so wurden wir oft niedergemacht, die Revanche-Roten-Karten von Diego und Pizarro letzte Saison oder die von Diego vorletzte Saison als Beispiele. Diesmal hat sich Werder gewehrt. Bravo - kann ich da nur sagen!

Magath erzählte vor acht Spielen auch, Schalke sei keine Spitzenmannschaft, Werder allein spielerisch und auch sonst fast eine Klasse besser usw. Werder wollte schön spielen, Schalke hatte die Punkte...heute hat Magath zehn Punkte Vorsprung..:18:

Von daher nimmt man bei sehr geringem Aufwand den Ertrag gerne mit, allerdings sollte man dabei bedenken, daß dieser Ertrag aufgrund äußerst glücklicher Umstände (Boros zu lang geratener Freistoß, harte rote Karte gegen Mainz) zustande kam. Eher glücklich als schlau.
Wie man`s nimmt. Die Frage des erzwungenen oder unerzwungenen Glückes ist sowieso immer eine zwiespältige Sache. Ich sehe es nach wie vor so, dass es nicht nur zufällig sein kann, dass wir bspw. genau ein solches Spiel gegen zehn in HH verlieren trotz dreier Lattentreffer und in Mainz dieses gewinnen. Der hauptsächliche Unterschied aus Werder-Sicht war die Spielführung. Ich sehe das sogar unabhängig von der zweifelsohne viel höheren individuellen Klasse der Hamburger. In Hamburg haben wir unnütz rumgedaddelt, hin-und hergespielt ohne Nutzen, völlig falsch auf schwerem Boden. Damit hätten wir das Spiel in Mainz wahrscheinlich auch verloren. Auch viele Bayern- oder Schalke-Spiele oder die von Hertha letzte Saison werden/wurden oft als rein glücklich benannt, die auf diese Weise liefen. Ist`s wirklich nur Glück? Wie oft haben wir hinterher rumgejammert über fehlendes Glück, unglückliche Gegentore, provozierte rote Karten?

waaas? so unterschiedlich können die auffassungen sein... fand das 5:4 gegen Hoffenheim eins der besten spiele der letzten 3 Jahre... ich will ja als fussballfan auch was geboten kriegen :)
Genau. Deswegen haben wir postwendend danach auch 1:4 in Stuttgart verloren und 3:3 gegen Dortmund gespielt. Da wollten wir dann auch was anbieten...:18: Meine Auffassung dazu ist, dass hier die Ergebnisse bei einer cleveren Spielweise wohl mehr gezählt hätten, um etwas "mitzunehmen", statt etwas "anzubieten". Denn der Grossteil einer Mannschaft - mit Ausnahme der Stürmer - holt sich nicht Selbstvertrauen bei einem 5:4 oder einem 3:3, sondern über eine stabile Spielweise, über das verinnerlichte Selbstbewusstsein, dass hinten wenig passieren kann. Zumal Werder ausserdem problemlos das Wissen im Hinterkopf haben sollte, in der Lage zu sein, Tore zu erspielen. Die Quintessenz des 5:4 war seinerzeit übrigens - neben genannten Ergebnissen - dass wir vier weitere Spiele nicht gewinnen konnten. Ich hätte lieber einen CL-Platz "mitgenommen", statt zwischendurch "etwas angeboten".

Davon abgesehen finde ich persönlich ein Spiel auf taktisch hohem Niveau viel interessanter als irgendein aberwitziges 5:4, wo sich ein Team nach 4:1 Führung auskontern lässt. Auf der anderen Seite weiss ich natürlich auch, dass der Grossteil der Fans wie auch die Medien gerne viele Tore sehen. So gesehen bleibt Werder ein Sympathie-Verein. :)

@All
Ist nur meine Meinung, nichts weiter.
 
...Bargfrede bringt einen Hauch Theatralik ein. Völlig richtig, wie ich finde. Denn kaum anders kannst Du in solchen Spielen antworten - und bestehen. Psychologische Kriegsführung ist das Zauberwort. Das sind die Mittel der van Bommels und Jarolims dieser Fussball-Welt.
Im Großen und Ganzen stimme ich Dir vielem durchaus zu.
Nur im Punkt Bargfrede keinesfalls. Das sind peinliche Schauspieleinlagen, die ich einfach nicht sehen will. Egal bei welchem Spieler, egal bei welcher Mannschaft. In England wird richtigerweise sogar der eigene Spieler ausgepfiffen, wenn er solch dumm-dreiste Aktionen zeigt. Zurecht.
Die van Bommels und Jarolims benötigen solche Aktionen in erster Linie, um von ihren eigenen spielerischen Defiziten abzulenken.
Das man auch mal ein etwas dreckigeres Foul einstreuen muß und in solchen Spielen vor allem kämpferisch dagegenhalten muß, ist gut und wichtig. Solche Bargfrede-Aktionen gehören allerdings nicht dazu. Ich hoffe, daß er das zum ersten und letzten Mal getan hat. Hat er auch nicht nötig...
 
Auf einen Gegner, der von vornherein gar nicht Fußballspielen will, hatte der (ach so tolle) jung-Dynamiker und Motivator Tuchel seine Mannschaft ganz offensichtlich nicht eingestellt. Dann hat TS seinem jungen Kollegen auch noch den (im Voraus sicher so besprochenen !) „konzentrierten Angriff auf Werders linke Abwehrseite“ sehr früh zunichte gemacht (sozusagen die „Lehre aus dem Gladbach-Spiel“ …). Und seine so "heiß gemachten" Jungs entpuppten sich dann auch noch als ein wenig zu heiß gemacht.
Da musste auch ich - angesichts des erfreulichen Ergebnisses - natürlich über die jaulige Laberei von Tuchel nach dem Spiel nur noch breit grinsen (klassischer Fall von „verspekuliert“ …)
:tnx: :tnx: :tnx: :D
:beer: :svw_schal:

„Den Ball vom eigenen Strafraum weghalten" hat mit der defensiv-Taktik auch gegen 10 Mann überhaupt nicht funktioniert. Ganz im Gegenteil - der Ball war recht häufig im eigenen Strafraum und der einzige ernstzunehmende Mainzer Stürmer bekam den auch meist auf den Kopf. Wir haben nur Glück gehabt, dass er Vander nur in einer Szene düpieren konnte. Den Ball vom eigenen Strafraum fernhalten, wird regelmäßig nicht gelingen, wenn man sehr tief steht und in erster Linie defensiv agiert. Wenn das Spiel damit - zwangsläufig - in der eigenen Hälfte stattfindet, kommt es automatisch zu häufigeren Szenen im eigenen Strafraum. Und das geht normaler Weise auf die Dauer nicht gut (siehe Leverkusen in der Schlussphase).

Was man mit so einer Taktik sicher erreichen kann, ist die Verhinderung der klassischen Kontersituationen (die ja regelmäßig schon gefährlicher sind als Flanken in den Strafraum). Wenn man so will hat man also gegen Mainz das „Konter-Risiko“ stark heruntergefahren und darauf vertraut, dass Naldo/Mertesacker dabei die "Strafraumsicherheit" gewährleisten und der Ersatzkeeper Vander die „haltbaren“ wegfängt. Das Spiel nach vorn wurde dabei nahezu komplett eingestellt. Also eine klassische Taktik, ausgerichtet auf ein 0:0 (wenn denn hinten alles gut geht bzw. nicht nach vorn mal das Glück lacht).

Gegen Mainz ist es gutgegangen - dank zweier herrlicher Sonntagsschüsse (wie sie am Samstag wohl nur Mannschaften mit regelmäßiger Sonntagsspiel-Erfahrung hinbekommen ...). Und wenn es denn so ist, dass "der Erfolg Recht gibt", hat auch TS natürlich alles richtig gemacht.

Nach meinem Dafürhalten haben wir es aber spätestens nach dem 2:1 (und der z.T. völligen Verunsicherung der Mainzer) versäumt, den Sack – sicher ohne allzu großen Aufwand - richtig zu zu machen. Da wäre dann mit Sicherheit auch mehr als ein 3:1 drin gewesen (vielleicht gar ein 6:1 - so ein richtiges „Werder-Ergebnis“ …). So haben wir stur weiter - unnötiger Weise - „um das Ausgleichstor gebettelt“, was aber zum Glück ja nicht fiel.
:tnx: Das finde ich auch. Demgegenüber würde ich gern mal das Rückspiel gegen Twente einfliessen lassen.

Wir mussten auf Tore spielen und gleichzeitig die Defensive stabil halten. Eine knifflige Aufgabe die das Team mMn gut gelöst hat - zwanzig Minuten lang. Als es aber - etwa nach dem 2:0 - angebracht gewesen wäre, einen Gang zurückzuschalten in der Form, explizit die Staffelung im Mf nicht nur beizubehalten, sondern die Abstände zu verringern und so die Räume mehr zu verengen, den Gegner kommen zu lassen, ohne ihm Räume zu schenken. Doch Werder tat das, was uns schon so oft in Schwierigkeiten gebracht hat. Wir "überdrehten", gaben teilweise die Ordnung auf, Frings/Niemeyer hatten alle Hände voll zu tun, die Vorstösse Naldo`s abzuschotten, was beiden nur mäßig gelang, da sich insbesondere Frings auch parallel dazu mit einschaltete und erschreckend viel Raum im Mf anbot. Dass wir nach dem 3:0 dreimal in Kontersituationen gerieten, mit dem Gegentor als logischer Folge, spricht erneut Bände. Das war in meinen Augen sehr unklug. Jedoch - diesmal kein Vorwurf an Schaaf - ich habe im Stadion extra drauf geachtet - er wollte schnell dieser Harakiri-Manier entgegenwirken, war sehr aktiv an der Seitenlinie unterwegs, versuchte, die Leute zu ordnen. Zudem ist es in der Regel so, dass ein Trainer von außen kaum noch was machen kann, wenn sich eine Mannschaft selbst in einen Rausch spielt. Und in der zweiten Hälfte war ja dann tatsächlich phasenweise ein Zurückziehen erkennbar, was auf eine analysierte und klare Halbzeitansprache hindeutet. Dass wir beim "Zurückziehen" nach wie vor einige Unsicherheiten offenbaren, schreibe ich dem Umstand zu, dass Werder eben keine solche Mannschaft ist, die das perfektioniert hat.

Da ist es also in umgekehrter Weise - auch mit einem Schuss Glück - gutgegangen. Ich finde es dennoch wenig variabel, allein davon abhängig zu sein, dass jede zweite oder dritte Chance unbedingt sitzen MUSS, dass der Gegner nicht zufällig trifft (exemplarisch in dem Spiel bei der Entstehung der Chance mit dem Pfostenschuss) dass darüber hinaus zu wenige Mittel gefunden werden zum Dosieren der Kräfte - die bei diesen Spielen auf diesem Niveau normalerweise notwendig sind.

Daher sehe ich die Schwierigkeiten beim Spiel in Mainz auch als Folge eines - Hin- und Rückspiel zusammengenommen - unnötig hohen Aufwandes der Twente-Spiele. Umso wichtiger, dass Werder dieses Spiel gewinnen konnte.

Das war im Spiel gegen Mainz sicherlich extrem, aber auch in vielen anderen Spielen, in denen wir in Führung gehen kommt der Gegner danach stärker auf, weil Werder sich etwas mehr zurückzieht und/oder weil der Gegner das Mauern aufgibt. In solchen Spielen hat Werder dann oft die Balance zwischen Offensive und Defensive verloren, und wurde in Erwartung den entscheidenden Konter setzen zu können zu ungeduldig und hat dadurch die Defensivaufgaben vernachlässigt. Das haben wir gegen Mainz wesentlich besser gemacht.
:tnx: Eben.

Trotzdem erwarte ich natürlich auch, dass wir die Konter besser setzen, dann hätten wir es in dem Spiel noch ruhiger haben können.
Für mich lediglich eine Frage der Kräfte.
 
Die van Bommels und Jarolims benötigen solche Aktionen in erster Linie, um von ihren eigenen spielerischen Defiziten abzulenken.
Das man auch mal ein etwas dreckigeres Foul einstreuen muß und in solchen Spielen vor allem kämpferisch dagegenhalten muß, ist gut und wichtig. Solche Bargfrede-Aktionen gehören allerdings nicht dazu.
Jein.
Sicherlich lenken sie da auch von spielerischen Problemen ab. Aber ich denke, die van Bommels und Jarolims erreichen damit vor allem, den Gegner aus der Konzentration zu bringen. Eine Mannschaft verteidigt gut im Raum, spielt konzentriert und diszipliniert. Dann gibt es plötzlich ein böses Foul an der Mittellinie durch solche Spieler, Rudelbildung, Konzentration und Linie gehen vorübergehend verloren. Genau das wollen sie erreichen. Da gab es schon einige Spiele, die so plötzlich zu ungunsten einer Mannschaft kippten. Und solche Mittel haben sich Hunt oder Bargfrede zu Nutze gemacht. Halte ich durchaus ab und an für legitim. Zumal es hier nur zur Abwehr eines Kontrahenten diente, der zuvor genau das versuchte.
 
...Zumal es hier nur zur Abwehr eines Kontrahenten diente, der zuvor genau das versuchte.
Insgesamt alles soweit schlüssig, nur in puncto Bargfrede nicht zutreffend. Sich nach gefühlten 10 Min. die Hände vors Gesicht haltend auf den Boden zu wälzen, obwohl das Gesicht in keister Weise berührt wurde, ist albern und überflüssig.
Nebenbei kann man dabei auch ganz schnell bei den Schiedsrichtern einen gewissen "Stempel" abbekommen.
Taktische Fouls, kleinere "Einlagen" um den Gegner aus dem Konzept zu bringen sind sicherlich ein Mittel, welches man ab und an anwenden kann. Schauspieleinlagen gehören für mich nicht dazu.
 
Ich gehe mit Dir soweit konform, dass das sicher eine unnötige Aktion war.
Dennoch denke ich, solange es "mal" ist, dass wir beim Vergleich zu dem, was andere mit Werder-Spielern öfter durchziehen, noch eine Menge Luft hin zum Bösen haben. ;)
Anders wäre es mMn, wenn dies zum Standard-Repertoire Bargfrede`s werden würde. Aber daran glaube ich auch wieder nicht.
 
... Sich nach gefühlten 10 Min. die Hände vors Gesicht haltend auf den Boden zu wälzen, obwohl das Gesicht in keister Weise berührt wurde, ist albern und überflüssig...

Manche Menschen neigen dazu, sich bei jeglicher Art des Körperschmerzes (wie auch des Seelenschmerzes) die Hände vor das Gesicht zu halten, das muss nicht zwingend das entsprechend bestroffene Gliedmaß sein.

Dennoch verurteile ich solch Theatralik auch. Da ist immer ein gewisser Faktor von Fremdscham mit im Spiel.
 
Also ich fand das super von Thomas. 3 Spiele 3 verschiedene Taktiken.
Gerade die defensive Ausrichtung gegen mainz war großartig. mainz hat Schwierigkeiten selbst das Spiel zu machen, besonders klappt ihr Kurzpassspiel nicht, wenn hinten alles dicht ist. Außerdem ist Mainz bei Standarts schlecht, das wollte Thomas ausnutzen.Und wir sind die ersten die in Mainz gewonnen haben, in dieser Spielzeit.
Mainz war zwar oft am Ball und auch manchmal im Strafraum, aber was die an Chancen hatten war doch lächerlich, wer da ein tolles mainzer Spiel gesehen hat , der ist wohl Mainzer und war besoffen.
Ich habe Thomas oft kritisiert, weil er oft so stur an seiner Raute festhielt und bin wirklich glücklich über diese neue Flexibilität.
Für die Freunde von one Touch und schönen Fußball tut es mir Leid( nicht wirklich), aber in erster Linie zählt der Sieg.:svw_applaus:
Wenn auf Grund individueller Schwächen nicht alles umgesetzt wurde , dafür kann Thomas nicht viel, aber es ist beim defensiv Spiel tausend mal besser den Ball nach vorne zu knallen, anstatt ihn 30m vorm eigenem Tor zu verlieren. Außerdem fehlte Lutscher, der zuletzt maßgeblich die Spieleröffnung prägte.
 
Nach einiger Kritik von mir, will ich hier auch TS loben: sehr gute Taktik und ich hätte nie gedacht, dass er mit der Aufstellung Borowski alles richtig gemacht hat.

Es ist nach einigen Spielen auffällig, dass TS bekannte Sturheit zu bröckeln scheint und er seine Taktik dem Gegner und Gegebeheiten anpasst. Etwas was und im Dez/Jan gefehlt hatte.

Wie Mick eben schon richtig bemerkte: Am Samstag ist man goldrichtig mit der Einstellung gelaufen, etwas "Mitzunehmen" anstatt "Anzubieten".

Freu mich schon auf Stuttgart. :svw_applaus:
 
Das beste daran, wenn TS nicht immer denn gleichen Stiefel spielen lässt, ist doch noch, das der gegnerische Trainer seine Mannschaft auch nicht optimal einstellen kann. Ab und an mal eine kleine Taktikänderung und den Gegner mal überraschen bringt doch mehr, als immer dieses Sture "Der Gegner hat sich nach uns zu richten, wir müssen dem Gegner unser Spiel aufzwingen".
 
Solange die destruktive Mauer- bzw. Spielverweigerungstaktik schwerpunktmäßig in der Fremde gewählt wird, kann ich da ganz gut mit leben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass TS so ein Gegurke ernsthaft in Bremen anbieten möchte. Wenn das die Regel würde, würde eine Dauerkarte frei - egal wieviel Punkte man "ermauern" bzw. "ertreten" konnte.

In Mainz hat's (natürlich gefärbt durch das glückliche Ergebnis) Spaß gemacht, den Gegner mal so richtig auflaufen und die ganzen tollen Taktikbesprechungen der Mainzer wirkungslos verpuffen zu lassen. Die Regel sollte diese Spielweise aber um Himmels Willen nicht werden.

Ich persönlich würde aber auch niemals ein 5:4 gegen ein 1:0 eintauschen ...
 
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