Also, ich war gestern überrascht, dass Werder taktisch und strategisch so stark agierte. Die Ordnung auf dem Platz stimmte, auch wenn die Mannschaftsteile für meinen Geschmack nach wie vor zu hoch standen. Aber die Raumaufteilung, das Spiel gegen den Ball, das situative Handeln auf Geschehnisse auf dem Platz war das beste, was ich von Werder seit drei Monaten gesehen habe. Hut ab, TS. :svw_applaus: :svw_schal:
Ausserdem fand ich beeindruckend, dass das Ganze, anders als sonst so oft, nie in blinden Eifer oder latenter Ungeduld im Verbund mit anteiligem Aufgeben der Ordnung umschlug. Die Mannschaft behielt die Ruhe, auch nach Rückständen, und war stets bemüht, trotz Steigerung der Offensivbemühungen in HZ 2, die Linie beizubehalten. Leverkusen schaffte es - bis auf zwei Szenen in HZ 1 sowie in HZ 2 (wenn ich das richtig gesehen habe) - nicht, trotz vieler Versuche, mit Diagonalbällen und Kombinationsspiel, unsere Doppelsechs zu hinterlaufen oder überhaupt in den Rücken unserer Deckung zu gelangen. Die Abständen stimmten, die Laufwege auch. Das Quadrat Naldo, Merte - Niemeyer, Frings war defensiv aus meiner Sicht gestern stark.
Dass Bayer solche Tore machte, war mMn viel mehr ein Indiz ihres strotzenden Selbstvertrauens, als dass es Werder`s Dusseligkeit geschuldet war. Ich denke, hätten beide punktgleich bspw. auf Platz drei und vier gestanden, gewinnt Werder dieses Spiel. Ganz sicher.
Weiterhin ein grosses Problem, wofür der Trainer zumindest momentan sicherlich nichts kann, bleibt die spielerische Ideenlosigkeit, wenn der Gegner ebenfalls gut gegen den Ball arbeitet, so wie gestern. Ein Problem, das wir nun mittlerweile seit der Rückrunde 2007 mit uns rumschleppen. Zwischendurch im Verlauf der Hinrunde schien es mal so, als könnten wir den über Jahre verlorengegangenen Kombinationsfussball und das geradlinige und vertikale, schnelle Spiel endlich wiederbeleben, aber spätestens seit dem eklatanten Özil-Formverfall hat das wieder Hochkonjunktur.
Wir bleiben dann vordergründig abhängig von Einzelaktionen aus dem Mittelfeld, Pizarro`s Klasse vor dem Tor oder dass Hugo oder Naldo mal mit einem Krachen einnetzen.
Aber das ist erstmal zweitrangig, solange die spieltaktische Grundordnung auf dem Platz stimmt. Denn über Sicherheit kommt das Selbstvertrauen und über dieses das Spielerische. Nur so kommen wir wieder nach vorn.