Ach ja? Ist die FDP denn nicht angetreten, um alles anders und besser zu machen? Dass andere nicht viel besser sind, macht den desolaten Regierungseinstand der Klientelpartei auch nicht besser. Übrigens kann man ja nicht nach jedem Regierungswechsel das ganze Personal in den Ministerien austauschen. Wie man aber einen Bundeswehroberst, der sich in der Tradition des Afrika Corps sieht, zum Abteilungsleiter ausgerechnet für die Entwicklungshilfe in Afrika machen kann, ist mir schleierhaft.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass Niebel seine Freunde aus alten Zeiten jetzt mit Posten beglückt, obwohl die von Entwicklungshilfe weniger Ahnung haben, als unsere Familienministerien von Familie (oder Ulla Schmidt von Gesundheit

). Und wohlgemerkt: Hier geht es nicht mehr um Minister, wo man ja sagen kann, dass die Mitarbeiter mit Fachkentnissen haben, sondern hier geht es um eben jene Mitarbeiter.
Von der FDP im Allgemeinen und Niebel als damaliger Generalsekretär im Besonderen wurde weniger Staat gefordert, aber wenn man für seine Klientel noch was abschröpfen kann, werden noch schnell ein paar Posten neu besetzt und lästige Beratungsgremien abgesägt.
Und der Parteivorsitzende und deutsche Chefdiplomat brandschatzt sich durch den gesellschaftlichen Frieden mit Bezug auf falsch wiedergegebene BILD-Artikel.
Von der Pharmapolitik und Steuerschenkungen für Hoteliers rede ich gar nicht erst. Was die in hundert Tagen verbockt haben, hätte selbst ich nicht für möglich gehalten und nach so vielen Jahren Kohlregierung hatte ich da schon einiges zugetraut. Von Merkel hört und sieht man ohnehin nichts. Die perfektioniert das Aussitzen.
Dass die SPD kein grandioses Bild abgibt, ist mir auch klar. Ebenso, dass die jetzt mit Forderungen um die Ecke kommen, die sie sich zu Regierungszeiten nie getraut hätten (weil sie sie sonst womöglich noch hätten umsetzen müssen). Aber dass sich dann ein Trüppchen Leute hinstellt, sich als Mehrleister sieht, per se Hartz IV Empfänger als arbeitsfaules Pack hinstellt, dem man am besten noch die Bezüge kürzen muss (anstatt an der anderen Seite zu schauen, dass der Lohn bei Friseur- und Putzberufen nicht unter Sozialhilfeniveau sinkt), gleichzeitig aber ungeniert sich beim Staat bedient und Günstlingswirtschaft betreibt, finde ich jämmerlich.