Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Fast alles das, was KATS bis Ende des Kalenderjahres 2006 angefaßt haben und zu Gold wurde, ging mit Beginn des Jahres 2007 peu á peu in die Binsen: Während der eher ruhige Frank Baumann in der Winterpause tönte, daß Werder die 100-Tore-Marke knacken würde, unkte Torsten Frings unkte das die Meisterschaft nur selbst den Titel verspielen konnte, was sie u.a. mit peinlichen Heimpleiten gegen den damaligen Tabellenletzten Hamburg oder Frankfurt (Eigentor Naldo) prompt umsetzte und dazu kam der Ärger um den Wechsel von Miro Klose zu den Bayern. Die Folgesaison 07/08 hatte auch einiges negatives in petto: den teuren Millionflop Carlos Alberto, seine Rauferei mit Sanogo, dem traditionell verpennten Rückrundenauftakt, gekrönt von einer 3:6-Klatsche in Stuttgart (obwohl man die Partie in der 1. HZ dominiert hat und früh in Führung gegangen war) sowie 7(!) Platzverweisen. Dies alles wurde durch die CL-Quali genauso geschönt wie die letzte Bundesligasaison mit Negativ-Schalgzeilen von Spielern auf und abseits des Platzes durch den Gewinn des DFB-Pokal und dem Erreichen des UEFA-Cup-Finales, welches auf erbärmliche Art und Weise verloren wurde und die Serie von 23 Pflichtspielen ohne Niederlage hat vorhandene Probleme auch in der aktuellen Saison kaschiert, die durch die letzten Spiele wieder zu Tage gekommen sind.

So sieht es aus! Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Doch Werder hat durch spektakuläre Endspurte und einige nennenswerte Spiele auf internationaler Ebene seine Fehler und Unzulänglichkeiten zu kaschieren gewusst. Behoben werden die Ursachen aber seit Jahren nicht. In Bremen herrscht eine Weiter-so-Mentalität, die den positiven Prozess, den Schaaf und Allofs durchaus in Gang setzten, zum Erliegen brachte. Werder macht seit Jahren die gleichen Fehler, schafft es nicht, geeignetes Spielermaterial zu verpflichten (Sturm, Außenverteidigung, def. Mittelfeld) und sieht sich wohl noch immer als (heimliche) zweite Kraft hinter den Bayern. Werder erkennt nicht, dass andere Vereine taktisch moderner und erfolgreicher spielen. Der 10. Platz war m. E. auch kein Ausrutscher. Schaut euch doch mal den Kader an. Das ist doch keine Topmannschaft mehr, höchstens Topverdiener:

- Boenisch
- Pasanen
- (Mertesacker)
- Tosic
- Fritz
- Prödl
- Borowski
- Vranjes
- Husejinovic
- Niemeyer
- Frings
- Rosenberg
- Almeida
- Moreno
- Alberto
- Harnik

Das ist doch keine Qualität, das sind verbrannte Millionen und ist verpasster Erfolg. Die sportliche Führung will immer alles beleuchten, analysieren, aber handeln können oder wollen sie letztlich dann doch nicht. Mit solchen Antifußballern kann man sich doch unter der Woche nicht gescheit vorbereiten.
 
„Werder“, stellte Münchens Coach Louis van Gaal fest, „hat mit viel Risiko gespielt. Das haben wir genutzt.“ (Zitat Weserkurier)

Und das sagt eigentlich alles zu unserer taktischen Grundeinstellung und der Voraussehbarkeit von TS Entscheidungen.
 
„Werder“, stellte Münchens Coach Louis van Gaal fest, „hat mit viel Risiko gespielt. Das haben wir genutzt.“ (Zitat Weserkurier)

Und das sagt eigentlich alles zu unserer taktischen Grundeinstellung und der Voraussehbarkeit von TS Entscheidungen.

Und ein van Gaal erklärte einem Reporter (gelesen bei Sport1.de), dass nach einem Freistoß, der durch Badstuber getreten wurde, eine Chance für Werder entstand. Daraufhin stellte er um und ließ Robben Ecken und Freistöße treten. Link: http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_196481.html

So muss doch taktische Finesse und Flexibilität aussehen, Herr Schaaf! Van Gaal trägt sein Taktikboard wohl nicht ohne Grund spazieren. Bei Werder sieht alles nach Zufall und Prinzip Hoffnung aus.
 
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- Boenisch
- Pasanen
- (Mertesacker)
- Tosic
- Fritz
- Prödl
- Borowski
- Vranjes
- Husejinovic
- Niemeyer
- Frings
- Rosenberg
- Almeida
- Moreno
- Alberto
- Harnik

Das ist doch keine Qualität, das sind verbrannte Millionen und ist verpasster Erfolg. Die sportliche Führung will immer alles beleuchten, analysieren, aber handeln können oder wollen sie letztlich dann doch nicht. Mit solchen Antifußballern kann man sich doch unter der Woche nicht gescheit vorbereiten.

:lol:
 

Mertesacker ist die Langsamkeit und Hüftsteifheit in Person.

Frings ist doch offensichtlich über seinen Zenit hinaus. Sobald er einen Ball hat, dreht er sich um die eigene Achse und kickt die Kugel nach vorne.

Fritz hat sein letztes gutes Spiel bei der EM 2008 gegen Polen gemacht.

Almeida hat einen Wumms - das war's aber schon. Jeder Ball, den er anzunehmen versucht, verspringt i. d. R. 3 m, außer vor dem 2:2 gegen Bayern... ;-)
 
Deinen Post fand ich z.B. ganz OK. Aber hier muss ich sagen:

Mertesacker Ist, wenn das System stimmt, der beste oder einer der besten IV in der Liga!

Frings dessen Leistungsabfall ist zwar offensichtlich. Aber derzeit einer der Leader und zum Zeitpunkt er Verpflichtung kein Millionengrab!

Fritz hat am Samstag gezeigt, wozu er fähig sein kann. Ich hoffe das er zu seiner alten Form zurück findet. Vor der Verlängerung aber auf keinen Fall ein Millionengrab.

Almeida als Backup sicher ein sehr guter Mann
 
Alles noch schlimmer zu reden als es ist hilft keinem...:rolleyes:

Mertesacker ist, und da sind sich wohl alle einig, der beste deutsche Innenverteidiger!

Fritz spielt auch wieder deutlich stärker als letztes Jahr!

Almeida kämpft immer und hat schon viele enorm wichtige Tore gemacht - er ist immer da wenn man ihn braucht. Außerdem ist er derzeit der einzige wirkliche Stürmer neben Piza. Ich denke wenn wir wieder mit zwei richtigen Stürmern spielen würden, würde Hugo oft durch Piza´s Technik nen Vorteil haben.

Frings war zumindest in der ersten Saisonhälfte in guter Form. Was da jetz noch kommt muss man abwarten, aber ansonsten denke ich auch das er bei gutem Ersatz seine Karriere allmälich beenden sollte.
 
Mertesacker Ist, wenn das System stimmt, der beste oder einer der besten IV in der Liga!

Frings dessen Leistungsabfall ist zwar offensichtlich. Aber derzeit einer der Leader und zum Zeitpunkt er Verpflichtung kein Millionengrab!

Fritz hat am Samstag gezeigt, wozu er fähig sein kann. Ich hoffe das er zu seiner alten Form zurück findet. Vor der Verlängerung aber auf keinen Fall ein Millionengrab.

Almeida als Backup sicher ein sehr guter Mann

Nein, Merte ist ein guter, aber nicht einer der besten der Liga, aber gut, darüber lässt sich streiten.

Ob Frings Führungskraft besitzt, wage ich zu bezweifeln. Er hat zu sehr mit sich selbst zu tun und kassiert mit Sicherheit ein fürstliches Gehalt.

Bei Fritz hofft man nun seit zwei Jahren, dass er zu seiner einstigen Form zurückfindet. Hoffnung stirbt nie, fällt aber oft.

Almeida ist als Ersatzmann sicherlich in Ordnung, aber für höhere Aufgaben fußballerisch doch zu beschränkt.
 
Schaut euch doch mal den Kader an. Das ist doch keine Topmannschaft mehr

Na, das ist doch mal ein Kritikansatz :rolleyes: Mannschaften wie Schlake, Hamburg oder Dortmund sollen also besseres Spielermaterial haben? Mitnichten! Im Gegenteil läuft bei Werder an Einzelspielern mit das Beste rum was die Bundesliga zu bieten hat. Jene, welche allzu gerne von der Brem´schen Kontinuität schwärmen sollten sich mal vor Augen halten was dies im eigentlichen Sinne auch bedeuten kann und sollte. Schaaf bieten sich dadurch Möglichkeiten, von denen viele nur träumen. Die Resultate stimmen in den letzten 1 1/2 Jahren einfach nicht mehr. Da gab es wohl auch Abgänge von Leistungsträgern in den letzten Jahren, jedoch immer nur auf 1 Spieler begrenzt, wenn überhaupt. Mit Pizarro, Özil und Marin wurde adäquater Ersatz verpflichtet. Schaaf kann somit auf eine durchaus eingespielte Truppe zurückgreifen. Welcher Buli-Verein kann das schon von sich behaupten? Der letztjährige Pokalsieg wäre für Schaaf ein optimaler und sauberer Abschied gewesen. Nun wird das Ganze seinen Lauf nehmen wie überall....in Bremen halt etwas später als die bekannten fünf Minuten vor zwölf.
 
Na, das ist doch mal ein Kritikansatz :rolleyes: Mannschaften wie Schlake, Hamburg oder Dortmund sollen also besseres Spielermaterial haben? Mitnichten! Im Gegenteil läuft bei Werder an Einzelspielern mit das Beste rum was die Bundesliga zu bieten hat. Jene, welche allzu gerne von der Brem´schen Kontinuität schwärmen sollten sich mal vor Augen halten was dies im eigentlichen Sinne auch bedeuten kann und sollte. Schaaf bieten sich dadurch Möglichkeiten, von denen viele nur träumen. Die Resultate stimmen in den letzten 1 1/2 Jahren einfach nicht mehr. Da gab es wohl auch Abgänge von Leistungsträgern in den letzten Jahren, jedoch immer nur auf 1 Spieler begrenzt, wenn überhaupt. Mit Pizarro, Özil und Marin wurde adäquater Ersatz verpflichtet. Schaaf kann somit auf eine durchaus eingespielte Truppe zurückgreifen. Welcher Buli-Verein kann das schon von sich behaupten? Der letztjährige Pokalsieg wäre für Schaaf ein optimaler und sauberer Abschied gewesen. Nun wird das Ganze seinen Lauf nehmen wie überall....in Bremen halt etwas später als die bekannten fünf Minuten vor zwölf.

Gut, den Einwand nehme ich z. T. an. Aber sind alle Spieler wirklich so stark, wie Werder es den Fans und der Liga verkaufen will? Und in Punkto "eingespielte Truppe" musste ich schmunzeln. Es wäre schön, wenn Werder ein taktisches Konzept hätte und sich darauf einspielen könnte.

Ja, der Pokalsieg 2009 wäre für beide Seiten ein idealer Punkt gewesen, etwas Neues zu machen. Chance vertan, denn "so geht Werder heute" - wie eine Duracell: weiter, immer weiter haut der kleine Thomas auf sein Trömmelchen und der Klausi freut sich, dass das Häschen nicht müde wird... ;)
 
Sag Du es mir: Woran soll ich denn glauben?

Dass es vielleicht nicht an der Sturheit bzw den Fehlern einer Person, sondern an anderen Einflüssen liegen könnte. Mehr dazu weiter unten, denn vorher möchte ich noch das zitieren:

Ich glaube, dass die Probleme der Nach-Rehhagel-Ära auch eine Folge der Rehhagel-Ära waren. Letztlich war es seinerzeit so, dass Werder sehr lange brauchte, um das geschickt eingestreute Münchener Störfeuer mit der Rehhagel-Abwerbung überwinden zu können. Andererseits zeigte sich dann auch, dass vermutlich zu lange verkrustete und eingefahrene Strukturen ein gewaltiges, schier unüberwindbares Hindernis darstellten. Meine grösste Angst ist, dass sich Werder allmählich genau wieder in einer solchen Phase befindet, wo die gelebte Kontinuität und das Nicht-Abrücken-wollen von tradierterweise wie heilige Kühe gepflegten Automatismen gleichzeitig eine schmale Gratwanderung ist.

DAS glaube ich wiederum nicht, zumindest nicht aus rein sportlicher Sicht. Rehhagel hatte damals eine völlig überaltere, satte Mannschaft zurückgelassen, mit der er in seinen letzten drei-vier Jahren trotzdem nochmal Europapokalsieger, Meister und Vizemeister wurde (und zwischendurch komischerweise Achter). Ich bin jetzt zu faul, nachzuschlagen, aber ich meine mal gesehen zu haben, dass ein Großteil der Meistermannschaft von 88 auch 93 noch den Titel mitgeholt hat. Im Kader unter KATS ist hingegen ständig Fluktuation. Nun ist mittlerweile niemand mehr aus der Meistermannschaft von vor 5 1/2 Jahren dabei (ok Boro, der war ein Jahr weg). Da ist ein ganz anderes Team auf dem Platz, da können sich eigentlich gar keine Strukturen verkrustet haben oder ähnliches, weil immer wieder neue Leute gekommen sind. Und am Beispiel anderer Vereine sieht man ganz deutlich, dass ständige Fluktuation auf dem Trainerstuhl auch nur bedingt langfristigen Erfolg bringt.

Zu dem, was ich oben geschrieben habe:

Ich denke, wir haben in dieser Saison das große Problem im Mittelfeld. Wenn man sich mal die Aufstellung gegen FRA und Bayern ansieht: Frings, Özil, Hunt, Borowski. Aufgrund der Formkrise von Boro muss man doch die Frage stellen, wer von denen denn bitte vernünftig taktisch defensiv agieren soll ausser Frings? Das haben Özil und Hunt nämlich auch nicht getan, als wir die tolle Hinrunde gespielt haben und u.a. Freiburg mit 6:0 besiegten. Da scheint ein Barfrede mit Frings zusammen das defensiv ganz toll gemacht zu haben, genau so wie Du es sehen möchtest. Ich will aber nicht den Ausfall eines jungen Spielers wie Bargfrede als Hauptgrund dafür nehmen, dass das jetzt alles plötzlich nicht mehr funktioniert. Nur wie gesagt: Wer soll denn im Moment für die defensive Ordnung im Mittelfeld sorgen? Ein Boro kann es nicht, ein Frings kann es scheinbar nicht alleine. Das ist aber das, was ich oben meinte: Wir haben 03/04 eine perfekte Saison gespielt, ohne große Verletzungssorgen. Es lief einfach alles perfekt. Vielleicht hat das auch ein bißchen die Probleme der Unkonstanz verschleiert, die wir die Jahre zuvor ja auch immer hatten. Und vielleicht hat es die Tatsache bestätigt, dass eine Mannschaft wie Werder Bremen scheinbar nunmal solche Umstände braucht, um konstant erfolgreich zu spielen und Titel zu holen. Unter gleichen Umständen wie 03/04 sind übrigens auch Stuttgart und WOB Meister geworden und führt LEV jetzt die Tabelle an: Keine Dreifachbelastung (WOB im Meisterjahr seit Februar nicht mehr, und da ging die Serie los), kein Verletzungspech (aktuell bei Bayer vielleicht schon, aber der starke aber auch teure Kader kann das ausgleichen), keine oder kaum Formkrisen einzelner Spieler.
Wir haben ständig Veränderungen in unserer Mannschaft, und Spieler, die uns sicherlich noch mehr weiterhelfen könnten wie Jensen sind zu oft verletzt. Wir haben da ein ganz junges, unerfahrenes Mittelfeld (ok Hunt ist nicht unerfahren, aber hat sich auch erst grade aus seiner Krise gespielt). Özil muss mit seiner Rolle noch klarkommen. Spiele entscheiden wie Diego konnte er, als er gut drauf war. Im Moment ist er nur Mitläufer und kann kaum spielentscheidene Aktionen setzen. Unser Sturm besteht schon fast die ganze Saison aus einem Marin, der eigentlich eher immer gerne auf die Flügel ausweicht bzw. sich zur Grundlinie durchdribbelt, was dann aber dazu führt, dass nur ein Stürmer im Strafraum anspielbar ist, weil Marin ja der zweite ist und sich nicht im Strafraum befindet oder sich dort bereits festgedribbelt hat. Ein Mertesacker ist momentan auch nicht wirklich in Form, und es hilft ihm da nicht wirklich weiter, wenn das Mittelfeld wie beschrieben die Defensive vernachlässigt. Wir haben im Moment viele kleine Baustellen, die wir in großen Teilen der Hinrunde scheinbar gut ausblenden konnten bzw. einige Formkrisen noch nicht da waren, die jetzt nicht vom gesamten Team aufgefangen werden. Komischerweise spielt Fritz sich seit mehreren Spielen akkurat aus seiner Krise raus, kann der Mannschaft aber dadurch auch nicht allein die nötigen Impulse geben. Vielleicht sollte man auch mal bedenken, dass ein TS auch hierfür verantwortlich sein könnte, genauso wie Hunt sich zu Saisonbeginn aus seiner Krise befreien konnte. Sicherlich sind das alles viele Kleinigkeiten, für die selbstverständlich auch der Trainer mitverantwortlich ist. Hunt und Fritz scheint er gut erledigt zu haben. Ob der Rest unter einem anderen Cheffe besser aussehen würde, mag nur die Glaskugel sagen.

Und diese Kugel hätte der Bremer an sich sicherlich liebend gerne, denn er ist ja irgendwie ein gebranntmarktes Kind: In Sachen Trainer kennen wir irgendwie nur die Extreme. 14 Jahre Rehhagel folgten vier Trainer in vier Jahren und einmal der Fast-Abstieg. Danach wieder eine neue Ära TS, die dann begonnen hat und jetzt bald zeitlich gesehen die Rehhagel einholt. Die Angst ist natürlich immens groß, dass es nach TS wieder so losgehen könnte wie unter de Mos, Dörner, Sidka, Magath. Aber ich denke, natürlich würde es auch bei uns nicht nur schwarz/weiß geben, sondern sicherlich auch mal grau. Nur wenn ich mir ansehe, wie das so bei anderen Vereinen läuft, kann ich mir ganz ehrlich die Frage nicht beantworten, was ich denn lieber bei uns sehen würde. Eine Trainerära wie TS gibt es seit dem Abgang von Finke in Freiburg wohl nirgendwo mehr. Die Sache ist halt nur: Ist es woanders besser? Da wurde ja auch schonmal drüber diskutiert. Klar, Stellingen, Schalke, Dortmund, LEV tauschen gefühlt alle zwei Jahre den Trainer und stehen mit ihren ständigen Trainerwechseln derzeit sportlich vor uns, das vielleicht sogar seit mehr als einem Jahr. Und sicherlich ist es dann absolut frustrierend, wenn wir selbst aufgrund scheinbar vermeidbarer Fehler diesen sportlichen Unterschied sogar noch zu unseren Ungunsten vergrößern. Nur fehlt diesen Vereinen das, was uns in den Jahren 04-08 ausgezeichnet hat, nämlich der konstante Erfolg, rein was die Saisonziele angeht. Drei Titel und 5mal CL in Folge hat keiner dieser Vereine bisher vorzuweisen. Klar, sie sind auf dem Weg dahin, aber mal ganz ehrlich: Dass andere Vereine sich den sportlichen Erfolg erkaufen (und das ist bei diesen Mannschaften bis auf Dortmund wohl der Fall), da können wir auch nichts ändern. Wir können nur stetig hoffen, dass unsere Fehler abgestellt werden, dass der sportliche Erfolg wieder einkehrt, und dass TS das bewirken kann, hat er schon mehrfach auch nach 2004 gezeigt. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll wäre für Werder, von TS auf eine "graue" Lösung zu wechseln und alle paar Jahre mal den Trainer zu tauschen. Denn wie gesagt: Die angesprochenen Vereine stehen vielleicht derzeit vor uns, wie es in zwei, drei Jahre sein wird, kann kein Mensch sagen. Vereine wie Stuttgart, WOB, LEV werden vielleicht Meister, die ersten beiden genannten sind danach aber ganz schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Und da wurde jetzt bei WOB ganz aktuell der Veh gefeuert, der hier von einigen Usern als potentieller TS Nachfolger gehandelt wurde, wenn mich nicht alles täuscht. Und ob ein Skibbe mit FRA sich weiter oben festsetzen kann, bleibt ebenso abzuwarten. Wenn er es tut, dann sicher nicht, weil Skibbe nur gegen uns und TS irgendwas richtig macht, sondern, weil er allgemein irgendwas richtiger macht als die anderen Konkurrenten.

So ein "Modell Schaaf" gibts wohl nur noch bei Leuten wie Sir Alex, solche Leute werden wir wohl aber nicht kriegen. Und dass der ganz anders einkaufen kann als KATS, sollte auch jedem klar sein, deswegen kann man das mMn auch nicht vergleichen.

Was für Werder am besten ist, weiß kein Mensch. Wenn es jemand wüsste, sollte er ganz schnell Vereinschef werden. Rein vom Gefühl her gefällt mir aber die Lösung einer Ära Schaaf immer noch besser, als in den nächsten 10 Jahren drei bis vier Trainer durchzuwechseln.

Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen verständlich rüberbringen. Sorry, wurde beim Schreiben hier mehrfach unterbrochen, ich hoffe ich habe nicht zu doll den Faden zwischendurch verloren.
 
Vielleicht liegt das Problem auch eher in der Zielsetzung. Ich meine am Anfang des Jahres hieß es, dass wir um die Meisterschaft mitspielen würden. (Da habe ich schon damals nicht dran geglaubt, sondern eher einen Platz um 4-7 rum). Das war aber noch bevor klar war, dass Pizza kommen würde. Anscheinend ist es eben bei uns so, dass wir immer wieder mal Pausephasen brauchen. In den Zeiten muss der Kader wieder verkleinert werden und es muss sich eben wieder eine Mannschaft finden, die oben angreifen kann.
 
Sag Du es mir: Woran soll ich denn glauben?

Danke für Dein ausgiebiges Statement! Ich kann leider nicht immer in so langen Texten antworten, sorry.

Für mich stellt sich die Frage, was wirklich für Dich eine Alternative wäre, wenn Du das System zu "verkrustet" hälst oder es Schaaf tatsächlich zu bequem geworden ist (was ich nicht glaube, da er selbst sein härtester Kritikerist). Jede drei Jahre ein neuer Trainer, um das jeweils alte System aufzubrechen?
Du schreibts auch, dass Querverweise auf die Vergangenheit nicht helfen. Klar helfen die in der momentanen Krise nicht, aber was soll man denn heranziehen, um Schaafs Arbeit zu bewerten? Wir sind immerhin letztes Jahr Pokalsieger geworden und haben davor 5 Jahre CL gespielt. Wenn man das nicht als Argument seiner guten Arbeit nehmen kann, bin ich tatsächlich ohne Worte.
Ich glaube, die Erwartung, dass der Verein ewig Fort- und keine Rückschritte macht, ist nicht erfüllbar. Und das ist bei KEINEM Verein der Welt erfüllbar. Ich sehe die Aussagen von Schaaf und Allofs keinesfalls als Ausreden. Schaaf stellt sich immer vor die Mannschaft und hat sich selbst noch nie in die Karten schauen lassen. Das ist nix neues. Allofs und er haben die letzte Saison evtl. falsch bewertet, aber solch einen Fehler muss man ihnen zugestehen, wenn es denn überhaupt ein Fehler war.

Die Spieler mehr ins Gebet zu nehmen ... das wäre tatsächlich auch Kritik, die ich Schaaf anlasten würde. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die "Werder-Familie" mal eine wirkliche Standpauke oder auch mehr gebrauchen könnte. Für viele Spieler ist das eine schöne und bequeme Sache, in Bremen zu spielen.
Da sind Schaaf und Allofs tatsächlich stärker gefragt!
 
Warum hat Schaaf nicht Niemeyer als Doppel-Sechs neben Frings spielen lassen?
Es war doch vorher bewusst dass Borowski defensiv noch weniger eine Hilfe ist als offensiv und gerade gegen die Bayern hätte man doch noch einen Abräumer gebraucht. Falls Schaaf sich eine Trotzreaktion von Borowski gegen seinen alten Arbeitgeber erwartet hatte war das ja nun mehr als naiv nach seinen bisherigen Leistungen.
 
Wenn man die Ära Schaaf im Ganzen sieht (... noch geht sie ja weiter), kann man durchaus von einer erfolgreichen Ära sprechen. Über viele Jahre haben wir in der höchsten Liga (der Championsleague) gespielt und dort auch international das eine oder andere Ausrufezeichen setzen können. Ich fand es schön ab und zu mal ein bischen Championsleague mit Bremer Beteiligung schauen zu können, aber auch die Europa League - Spiele waren fantastisch. Nun haben wir uns letztes Jahr etwas glücklich (aber verdient), durch den Gewinn des DFB-Poakls, für ein weiteres Jahr internationalen Fußball qualifiziert und Werder ist noch gut dabei. Viele Jahre ging es also im Sinne der Fans gut und es gab internationalen Fußball mit Werder Bremen.
In dieser Saison gibt es derzeit ein paar parallelen mit der vergangen Saison. Derzeit scheint es so als stünde der direkten Qualifikation für den Internationalen Wettbewerb noch einiges im Wege. In der Hinrunde konnte zwar mit einer langen Phase ohne zu verlieren ein Achtungssignal in Richtung der Bundesligakonkurenz gesendet werden, aber es waren auch sehr viele Remis dabei die wichtige Punkte gekostet haben. Hätte man diese wenigstens zur Hälfte geholt, würde das Ganze noch gar nicht so dramatisch aussehen (auch nicht nach 4 Niederlagen in Folge). Jetzt haben wir wieder 2 Spiele verloren... müssen halt wieder welche gewonnen werden. Wenn am Ende mehr Siege als in der Hinrunde zu Buche stehen, schätze ich mal einen Platz unter den ersten 5 wird wieder sehr gut Möglich sein. Falls es dieses Jahr nicht klappt mit einer direkten Qualifikation, kann ich auch damit leben, dann muss man eben die Situation nutzen und wieder angreifen.
Das was Thomas Schaaf erreicht hat ist sehr viel und ich finde das gut, vor allem das man an ihm fest hält.
Vor der Saison mit dem Double hat man sich auch mal gefreut wenn man im internationalen Geschäft vertreten ist, heute sieht man sich autmatisch als Titelkandidat... den Titel "Meister" bekommt man eh erst am Ende, wenn man da oben auf dem ersten Platz steht. Vorher ist das alles völlig egal und es müssen die Spiele erst einmal gewonnen werden.
Thomas Schaaf wird seine Lehren aus den Niederlagen gezogen haben und die Mannschaft wieder auf einen guten Kurs bringen, wo es hingeht sehen wir dann zum Schluß. Persönlich würde ich natürlich auch das eine oder andere anders machen, aber von meinem Rechner aus ist das nicht wirklich gut zu beurteilen.
 
DAS glaube ich wiederum nicht, zumindest nicht aus rein sportlicher Sicht. Rehhagel hatte damals eine völlig überaltere, satte Mannschaft zurückgelassen, mit der er in seinen letzten drei-vier Jahren trotzdem nochmal Europapokalsieger, Meister und Vizemeister wurde (und zwischendurch komischerweise Achter). Ich bin jetzt zu faul, nachzuschlagen, aber ich meine mal gesehen zu haben, dass ein Großteil der Meistermannschaft von 88 auch 93 noch den Titel mitgeholt hat. Im Kader unter KATS ist hingegen ständig Fluktuation.

Ja und Nein. Einerseits hat Rehhagel natürlich eine veralterte Mannschaft zurückgelassen, nur darf man nicht vergessen, daß a) die "Söldnermentalität" Ende der 80er bis Mitte der 90er zwar schon erkennbar aber nicht so ausgeprägt wie heute war, denn daß eine Mannschaft nach ca. 5 1/2 Jahren völlig neue Gesichter hatte, war damals unvorstellbar (inkl. der damaligen Vertragsamateure Eilts und Bode holten 11 Spieler der 1988er Meistermannschaft auch 1993 den Titel) und b) diese "Rentnerband" in der letzten Saison unter Rehhagel beinahe noch Meister geworden wäre, in der aber auch mit Eilts, Basler, Bode und Herzog Leistungsträger im besten Fußballeralter standen bzw. kurz davor waren.

Deswegen kann man den Absturz in der Post-Rehhagel-Ära nicht allein mit dem hohen Durchschnittsalter der Mannschaft begründen, denn wenn ein Coach mehr als ein Jahrzehnt einen Verein trainiert, dann ist es unvermeidbar, daß sich dort schleichend Strukturen verkrusten, die sich erst dann bemerkbar machen, wenn der langjährige Trainer den Verein verläßt und somit diese verkrusteten Strukturen aufbrechen. Davon ist selbstverständlich auch der sportliche Bereich betroffen, denn wenn Stammspieler (Sauer, Wolter, Neubarth, Eilts, Bode) ihre gesamte bisherige Profi-Laufbahn bzw. 8 oder mehr Jahre (Reck, Borowka, Votava) unter einem BL-Coach trainiert haben, dann sind auch tiefgreifende Einschnitte im sportlichen Bereich nicht zu verhindern.

Um so erstaunlicher ist es, daß man bei Werder diese Kurve für eine Zeit gekriegt hat, auch wenn es ein schmerzhafter Weg bis dahin war, auch weil Aad de Mos hat bei Werder so ziemlich alles veränderte, was es zu verändern gab: sei es der Wechsel vom Libero-System zur Viererkette, Co-Trainer Kalli Kamp war nicht mehr gleichzeitig der Coach der Amateure, oder der Tausch von Heim- und Gästebank bei den Heimspielen im Weserstadion. Mit dieser radikalen Veränderungskur und seiner schwierigen Charaktere hat Aad de Mos die Werder-Welt, die durch den Abschied von Rehhagel nach den Jahren der Kontinuität schon eh in den Grundfesten erschüttert war, zusätzlich in erhebliche Schwierigkeiten gebracht, die seine Nachfolger Dörner, Sidka und Magath nicht beheben konnten was erst durch einen radikalen Umbruch in der Vereinsführung möglich und die tägliche Arbeit von KATS ermöglicht wurde.
 
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