"Inhomogenität innerhalb der Mannschaft", "multifaktoriell bedingt", "kann keinen Negativtrend stoppen", "Trainer kann nichts für Lustlosigkeit oder Leistungsabfälle" so die bizarr-makaberen Erklärungsversuche für ein demonstrativ manifestiertes, taktisches (Fehl-)verhalten auf dem Spielfeld.
Aufstellungen und Vorgehensweisen während einer Partie, die mit keiner Logik erklärbar sind. Dass Robben bereits gegen Hoffenheim überragend spielte, scheint Werder in der Gegneranalyse (wieder einmal) entgangen zu sein. Oder doch nicht? Einen Neuling links dagegen zu stellen, wäre per se nicht mal so schlimm gewesen, diesen aber so oft aussen alleine zu lassen, ist fahrlässig. Elementarste Dinge des Spiels gegen den Ball und des Umkehrfussballs wie Doppeln, Einrücken der Halbpositionen in Verbindung mit diagonalem Verschieben des IV`s scheinen aus Werder-Sicht unnötig zu sein - gegen Robben & Co. Und damit Gomez, Olic, Schweinsteiger auch ordentlich zusätzlichen Platz bekommen, schieben wir einfach die Viererkette nahe Mittellinienhöhe.
Aha, wir wollen ja Räume verengen, vorne stören, Pressing spielen in Perfektion. :18:
Das bedingt dann aber auch, dass die Spieler da sind, die das gegen so einen starken Gegner umsetzen können.
Da sehen wir einen Frings, der besonders durch den Bargfrede-Ausfall auf den Halbpositionen eminent fehlt, dafür aber in der Kreativzone Sechs, wo er mangels Übersicht in der Spieleröffnung Bälle verliert. Aber TF sieht sich ja bekanntlich auf dieser Position und warum sollte Schaaf seinem Lieblingsschüler diesen Wunsch verwehren? Naja, und statt dessen kommt sein anderer Lieblingsschüler auf der HP, der selbst zu seinen Glanzzeiten schon Defiziten beim intelligenten (Defensiv-)Spiel im Raum als auch kämpferisch offenbarte. Egal, das spielt natürlich nicht mal in dieser, derzeitigen Boro-Verfassung eine Rolle gegen die spielerisch limitierten Bayern. :18:
Dass Werder trotz spielerischer und vor allem taktischer Unterlegenheit auf dem Platz so handelt, als seien sie das klar überlegene Team, spottet jeder Beschreibung.
Das Hauptübel ist doch, dass Werder es immer wieder schafft, auch wegen nicht nachvollziehbarer Aufstellungen und Spielausrichtungen (und das seit vielen Jahren), mit einer dermaßen schlechten Raumaufteilung zu agieren, dass oft nicht mal ein erhöhter Laufaufwand zählbaren Nutzen zeitigt. Und die Spielstärke des Gegners sogar nur vordergründig wichtig ist, denn viele kluge Trainer schaffen es auch, einer taktisch konzeptlosen Mannschaft wie Werder mit Minimaltugenden des Fussballs zu begegnen (Frankfurt, Schalke, Köln), indem sie mit ihrer Mannschaft lediglich über Kompaktheit beim Ballerobern und Schnelligkeit beim Konter die Spielkontrolle behalten. Andere schaffen das mit einfacher Ausnutzung der individuellen Stärken einzelner (Elia, Robben). Lethargie und Einstellungsprobleme kommen dann bei einer hilflosen Mannschaft noch dazu.
Das allerschlimmste daran ist aber, dass dies unabhängig von Führung, zu verbleibender Spielzeit, Halbzeitpause, glücklichem Ausgleich unverändert bleibt. Wenigstens eine versuchte Umstellung auf 4-3-3 bzw. 4-4-2 mit hängendem Marin nach einer Stunde - für Schaaf`sche Verhältnisse nahezu ein Quantensprung.
Vermutlich reicht mein IQ dafür nicht aus, aber vielleicht kann mir mal einer erklären, was unser gedenebeiter Coach mit dieser offen zur Schau gestellten Ignoranz überhaupt bezwecken will? Will er mit aller Macht beweisen, dass in Bremen die Uhren anders ticken als bei den übrigen Profiklubs, dass die Automatismen des Geschäfts hier nicht greifen? Will er klar aufzeigen, dass ihm BL-Ergebnisse weitestgehend scheißegal sind, weil es ihm mehr um die Individualität der Spieler geht, wie TS ja desöfteren betonte?