Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Nächste wichtige Prüfung erfolgreich absolviert. Langsam wird`s unheimlich. :svw_applaus:

Ohne auf die Euphoriebremse treten zu wollen, gibt es natürlich auch viele Umstände, die momentan für Werder und TS gewinnbringend zusammenkommen:
1.) Werder befindet sich in einem Saisonquartal, während dem das Team in der Amtszeit von Thomas Schaaf immer seine beste Phase hatte (bin schon jetzt gespannt wir wir diesmal Mitte Januar bis Ende Februar ergebnismäßig starten werden), außer vielleicht in der letzten Saison
2.) Potentielle Leistungsträger auf Schlüsselpositionen haben allesamt eine sehr gute bis bestechende Form, weisen zudem nach, dass sie weiter gereift sind - Wiese, Naldo, Mertesacker, Frings, Özil, Pizarro. Dazu kommen weitere, die sich ihrer alte Fähigkeiten besinnen und diese in einer funktionierenden Mannschaft einbringen, wie Fritz und Hunt, ein Neuzugang Marin, der immer besser wird sowie Nachwuchsspieler wie Bargfrede, die sich zusätzlich in den Vordergrund spielen.
3.) Es gibt kaum Verletzte und die, die es gibt, fallen zur Zeit offensichtlich nicht ins Gewicht.
4.) Das mMn wichtigste überhaupt: Die neue Ausrichtung - tiefer stehen, gleichzeitig schneller und strukturierter nach vorn spielen, das unter Einbeziehen aller Akteure, als grosser Unterschied zu den letzten drei Jahren - bringt Sicherheit und Selbstvertrauen, für alle Mannschaftsteile. Und ganz nebenbei Unberechenbarkeit (Hoffenheim ist heute schon nach einer Stunde nichts mehr eingefallen).

Wann hatte Thomas Schaaf das letzte Mal die Punkte 1.-3. alle zusammen als verfügbare Vorrausetzungen - so wie jetzt? 2003? 2006?
Da diese Punkte vermutlich nicht in der ganzen Saison so passen werden, wird sich in diesem Fall dann zeigen, inwiefern Werder ausserdem als Mannschaft gereift ist.
Und beim Punkt 4, an dem er schließlich selbst einen nicht unerheblichen Anteil hatte, muss in TS` Kopf irgendwie ein Schalter umgelegt worden sein, und das schon Mitte letzter Rückrunde. Sei es durch die letzte Saisonplatzierung, die quasi zeitig feststand, sei es durch diversen, sonst unbekannten Druck (denn Qualität, um um die Meisterschaft mitzuspielen hatte das (teure) Team m.E. in den letzten Jahren immer), ich weiss es nicht... Jedenfalls hat er das bisher in sensationeller Art und Weise gemeistert.

Auf dass die Saison ein überragendes Ende nimmt. :svw_applaus: :svw_schal: :beer:


OT: Ich weiss, ist erst der 9. Spieltag, aber träumen ist sicher erlaubt....
 
Ohne auf die Euphoriebremse treten zu wollen, gibt es natürlich auch viele Umstände, die momentan für Werder und TS gewinnbringend zusammenkommen:

:tnx: für den ganzen Beitrag.

Das Wichtigste hast du außen vor gelassen: Die mannschaftliche Geschlossenheit. Es ist ja nicht so, dass TS im letzten Jahr konzeptlos aufgestellt und eingestellt hat. Aber jetzt ist wieder eine Chemie, eine Hackordnung im Team zu erkennen. Persönliche Aspekte und Wünsche treten in den Hintergrund und jeder ruft sein Potenzial im Dienste der Mannschaft ab. Ich hatte in der abgelaufenen Saison nicht immer das Gefühl, dass es immer so war, wie es sein sollte.
 
Karlotto, das habe ich eigentlich berücksichtigt. War die Schlussfolgerung in Punkt 4. Im Zusammenspiel funktioniert auch das Team, es hat gewissermaßen jeder wieder seine Berechtigung auf seiner Position, jeder gehört zum Team. Unter Verzicht auf Einzelinteressen und übertriebener Hervorhebung Einzelner, welches auch zu oft von außen reingetragen wird, wirkt das gesamte Kollektiv als Mannschaft geschlossener.

Konzeptlosigkeit gab`s bei Werder nie, das sehe ich auch so. TS hatte sogar ein ganz klares Konzept, das er durchgezogen hat, egal wie sich die Begebenheiten rund um dieses Konzept veränderten und allen Unkenrufen zum Trotz. Das hat er von seinem Lehrmeister Rehagel gelernt: einer Sache, von der Otto einmal überzeugt war, daran hielt er uneingeschränkt fest, in guten wie in schlechten Zeiten. Zwischen 90 und 92 wirkte das Bremer Spiel arg stupide, ausrechenbar, nicht zuletzt, weil sich Otto`s Art, Fussball spielen zu lassen, überlebt hatte. Zusätzlich galt die Konzentration überwiegend den Pokalwettbewerben. Dann kam Herzog, dazu mit Hobsch ein kopfballstarker Stürmer und schon funktionierte es wieder - zur Meisterschaft 93.

Letztlich führte Schaaf eine Ur-Tugend von Werder Bremen weiter, indem er wie Otto die Einstellung stur untermauerte, dass es nur mit Treue zu dem vorher erfolgreichen gehen kann. Und die Treue zahlte ihm der Verein zurück. Auch TS hatte seit einigen Jahren das Problem, dass Taktik und System mit zeitgemässen Veränderungen nicht mehr Schritt hielten, aber der Wille an das eventuelle Aufleben von Vergangenem eisern war.

Ich gehe davon aus, dass das, was Werder zur Zeit spielt, nicht unbedingt den Idealvorstellungen von Thomas Schaaf entspricht. Umso bemerkenswerter ist es ja, dass er sich im Sinne des Erfolges unterordnet. Damit ist er schon einen Schritt weiter, als Otto jemals hier war.
 
Ich gehe davon aus, dass das, was Werder zur Zeit spielt, nicht unbedingt den Idealvorstellungen von Thomas Schaaf entspricht. Umso bemerkenswerter ist es ja, dass er sich im Sinne des Erfolges unterordnet. Damit ist er schon einen Schritt weiter, als Otto jemals hier war.

Interessant und wahrscheinlich wichtig ist, inwiefern TS diese jetzige Struktur wieder aufreissen kann, wenn es die Situation erfordert. Die seit der letzten Rückrunde neu formierte Mannschaft ist momentan natürlich unglaublich erfolgreich, aber es ist natürlich eine Frage der Zeit bis irgendeine Mannschaft auch hierauf eine Antwort findet und dann gilt es schnellstmöglich wieder umzuschalten, um nicht in alte Muster zu verfallen.

Zum Thema Rückrundenstart: Ich hoffe, dass die bevorstehende WM dafür sorgt, dass die Spieler Belek schnell wieder vergessen. ;)
 
Interessant und wahrscheinlich wichtig ist, inwiefern TS diese jetzige Struktur wieder aufreissen kann, wenn es die Situation erfordert. Die seit der letzten Rückrunde neu formierte Mannschaft ist momentan natürlich unglaublich erfolgreich, aber es ist natürlich eine Frage der Zeit bis irgendeine Mannschaft auch hierauf eine Antwort findet und dann gilt es schnellstmöglich wieder umzuschalten, um nicht in alte Muster zu verfallen.
Eher frage ich mich, wie oft es die Situation erfordern sollte, von dieser Struktur abzurücken. Sicherlich haben wir in der Vergangenheit auch durch die naive, hyperoffensive Spielwiese 5:0, 6:0, 8:1-Siege eingefahren, was allerdings nicht heisst, dass solche Spiele mit dem jetzigen System nicht auch gewonnen würden. Wer verbietet uns, intelligent Fussball zu spielen so wie Werder das derzeit tut? Ich denke darauf wird es sehr viel schwerer werden, eine Antwort zu finden.
 
Eher frage ich mich, wie oft es die Situation erfordern sollte, von dieser Struktur abzurücken. Sicherlich haben wir in der Vergangenheit auch durch die naive, hyperoffensive Spielwiese 5:0, 6:0, 8:1-Siege eingefahren, was allerdings nicht heisst, dass solche Spiele mit dem jetzigen System nicht auch gewonnen würden. Wer verbietet uns, intelligent Fussball zu spielen so wie Werder das derzeit tut? Ich denke darauf wird es sehr viel schwerer werden, eine Antwort zu finden.

Auch unsere offensive Spielweise war lange Zeit richtungsweisend und zwar nicht nur für uns, sondern für viele Mannschaften aus der Bundesliga. Ob dabei ein 6:0 oder ein 8:1 rauskam war nicht entscheidend, sondern vielmehr der Ballbesitz bzw. das offensive Mittelfeld das jedem Team sein Spiel aufdrückte. Aufgrund dieser "neuen" Spielweise waren wir jahrelang erfolgreich, wenn auch nach und nach ausrechenbar. Intelligent ist mMn sein Team flexibel den Gegebenheiten anzupassen, wenn es die Situation notwendig macht.
Was passiert z.B. wenn Pizarro nicht mehr sooft trifft? Wenn er nicht mehr, wie jetzt, 3 Chancen pro Spiel braucht, um ein Tor zu schiessen, sondern ,sagen wir, 7-9? Reicht dann unsere kontrollierte Offensive noch aus? Sind dann gezielte Nadelstiche nicht zu wenig?

Bisher sind wir, Gott sei Dank, noch nicht in die Situation gekommen, aber es ist eigentlich nur noch ein Frage der Zeit, bis iwr in einem wichtigen Spiel bzw. KO-Spiel zur Halbzeit 2:0 zurückliegen. Reicht da unsere kontrollierte Offensive noch aus oder wird es dann nicht ander Zeit wieder unseren Offensivhammer auszupacken?
Es geht nicht darum zum alten Spielsystem zurückzukehren, aber: Die Mannschaft ist eingespielt, fast jeder der Spieler kennt unsere alte Spielweise, warum nicht Kapital daraus ziehen?
 
Es geht nicht darum zum alten Spielsystem zurückzukehren, aber: Die Mannschaft ist eingespielt, fast jeder der Spieler kennt unsere alte Spielweise, warum nicht Kapital daraus ziehen?

Weil wir dann verlieren, anstatt wenigstens unentschieden zu spielen ;)

Aber du hast in jedem Fall Recht was die Chancenausbeute angeht. Wir sind derzeit ziemlich effizient und das sorgt natürlich schon früh für Sicherheit während der Partie. Allerdings sollten wir Mannschaften wie Nürnberg oder Bochum ... auch mit einer etwas schlechteren Chancenverwertung schlagen können, was uns in jedem Fall stärker macht als letzte Saison. Der Gegner konnte sich dann ja teilweise auch nur deswegen hinten so einigeln, weil man nur die Mitte, und damit implizit Diego, "zumachen" brauchte. Wird interessant sein zu sehen, ob wir da wirklich an Flexibilität dazu gewonnen haben
 
Das derzeitige System ist eben flexibel. Daher würde ich die taktische Grundausrichtung nicht überbewerten. Tatsache ist, dass jeder einzelne Spieler heute besser spielt, als in der abgelaufenen Saison. Auch mit dem alten System sollten wir daher effizient und erfolgreich sein. Auch mit der Raute, die wir im Grunde auch schon praktizierten, sollte dies möglich sein.

Aber warum das jetzt kippen, wenn nicht erforderlich?
 
Zitat von Lothar Matthäus;666881:
Das derzeitige System ist eben flexibel. Daher würde ich die taktische Grundausrichtung nicht überbewerten.
Doch! Das ist der Grundstein. Gerade weil`s flexibel ist. Jahrelang rätselten wir, weswegen es trotz unseren individuell starken Leuten immer wieder passierte, dass uns neben ,,kleineren" auch Mannschaften wie Schalke oder Stuttgart mit einfachen Mitteln immer wieder ausknockten, ausspielten, auskonterten, ohne selbst viel für das Spiel zu tun.

Tatsache ist, dass jeder einzelne Spieler heute besser spielt, als in der abgelaufenen Saison.
:tnx:

Im erweiterten Kontext betrifft das nicht nur die abgelaufene Saison, sondern etwa seit 2006. Denn Tatsache ist auch bzw. halte ich das alles nicht für eine Verkettung von Zufällen, dass:
1.) sich von Jahr zu Jahr immer mehr Akteure in teils schwere, teils weniger schwere oder zumindest vorübergehende Formtiefs spielten (Fritz, Rosenberg, Frings, Hunt, Jensen, Borowski, Sanogo), das in der Summe aber doch erheblich war. Vielleicht auch, weil das Team in dieser Zusammensetzung mit vorgegebener Ausrichtung und System schlichtweg überfordert war?
2.) das 100%ige Engagement fast aller stetig schwand und zuletzt nur noch die Konzentration auf Fixpunkten wie K.O.-Spielen hochgehalten werden konnte.
3.) wir drei Jahre nacheinander, spätestens aber in den Spielzeiten 07/08 und 08/09 an Gegnern wie Olympiakos, Panathinaikos, Lazio oder Famagusta in der CL hängenblieben, die fussballerisch ganz sicher schlechter aufgestellt waren
4.) wir 2008 noch auf Platz 2 im Endspurt gelangten auch grösstenteils daran lag, dass sich die Konkurrenz enorm dämlich anstellte, nicht die fussballerische Klasse wie Werder im Kader hatte und dadurch unsere offensichtlichen Mängel in der fehlerhaften Umsetzung von System und Taktik noch einmal übertüncht werden konnten. Während 08/09 dann die Zeche dafür gezahlt wurde, denn dass das Team eine komplette Spielzeit praktisch im BL-Mittelmaß dümpelte, lag keinesfalls an fehlender Qualität. Wie sich jetzt zeigt.
5.) summasumarum seit der Rückrunde 06/07 eine nicht wegzudiskutierende, schleichende Abwärtsentwicklung auszumachen war. Zuerst ging das Tempo verloren, dann die Ideen, später die Tore und zuletzt sogar die Punkte dabei drauf. Da reicht auch nicht der Hinweis auf erfolgreiche Pokalwettbewerbe, weil das nicht dazu dienen darf, wie in Punkt 2.) erklärt, den Gesamteindruck zu verwischen.
6.) ich deshalb auch glaube, dass ein einzelner überragender Individualist einer Mannschaft wie Werder Bremen, wo nun mal keine 10 Leute wie Messi, Iniesta, C. Ronaldo dazugekauft werden können, auf Dauer nicht guttut. Wie sich ebenfalls jetzt zeigt. Auch wenn derjenige dafür freilich nichts kann.

Ich schreibe das so, weil gerade deswegen nicht hoch genug einzuschätzen ist, was wir jetzt erleben. Selbst wenn sich das alles in den nächsten Wochen in`s Gegenteil verkehren sollte - ich find`s trotzdem spitze, wie Schaaf, Allofs und Werder Bremen das zur Zeit hinbekommen.

Auch mit dem alten System sollten wir daher effizient und erfolgreich sein. Auch mit der Raute, die wir im Grunde auch schon praktizierten, sollte dies möglich sein.
Natürlich. Wir spielen doch seit Wochen quasi die alte Raute. Nur dass die Mannschaft insgesamt tiefer steht und die Raute wegen Leute, die miteinander spielen, einfach wieder besser funktioniert.

Auch unsere offensive Spielweise war lange Zeit richtungsweisend und zwar nicht nur für uns, sondern für viele Mannschaften aus der Bundesliga. Ob dabei ein 6:0 oder ein 8:1 rauskam war nicht entscheidend, sondern vielmehr der Ballbesitz bzw. das offensive Mittelfeld das jedem Team sein Spiel aufdrückte. Aufgrund dieser "neuen" Spielweise waren wir jahrelang erfolgreich, wenn auch nach und nach ausrechenbar.
Letzteres ist eben der Punkt! Deshalb wäre:
Intelligent ist mMn sein Team flexibel den Gegebenheiten anzupassen, wenn es die Situation notwendig macht.
..genau das nötig gewesen, wurde aber m.E. jahrelang verpasst.

@Sopho, @KNB_for_Pulitzer
Pizarro hatte letzte Saison eine schlechte Chancenverwertung. Das war in vielen Spielen nicht aufzufangen, weil andere Stürmer wie Rosi und Bouba quasi nicht existent, Hunt verletzt oder außer Form, Hugo erst im Schlussspurt der Saison verdientermaßen seine Einsätze bekam, welche er rechtfertigte, und demzufolge viel zu viel am Mittelfeld, speziell an Özil und Diego hängenblieb, insbesondere auf deren Einzelaktionen angewiesen war.

Jetzt ist es aber so, dass mehrere Akteure in guter Form aufspielen, weswegen die berechtigte Hoffnung besteht, dass Ausfälle oder schlechte Tagesform einzelner aufgefangen werden können. Ich bin da guter Dinge und sehe daher nicht die Notwendigkeit, zum Harakiri-Stil zurückzukehren. Abgesehen davon, ist Werder mittlerweile mMn flexibel genug, ich denke schon, dass die Mannschaft einen Mittelweg zwischen beidem finden kann (siehe Bilbao, Stuttgart, Mainz).
 
. Abgesehen davon, ist Werder mittlerweile mMn flexibel genug, ich denke schon, dass die Mannschaft einen Mittelweg zwischen beidem finden kann (siehe Bilbao, Stuttgart, Mainz).

Und genau darum geht es mir doch auch. Soviele Fehler sich auch in unser altes System einschlichen, so viele positive Punkte gab es auch. Warum nicht Kapital daraus ziehen. Von den 3 genannten Beispielen sehe ich allerdings nur das Bilbao-Spiel als gutes Exempel dafür. Das Spiel hatte ich schon fast vergessen, aber du hast Recht, genau dort konnten wir feststellen, dass unser System es auch zulässt, wie in alten Zeiten aufzuspielen, auch wenn es nur 5 Minuten bedurfte ;)
 
Mick, das ist die Frage nach dem Huhn und dem Ei - was war zuerst da. Spielen die Leute besser, weil das System besser passt? Oder hängt die Qualität des Systems mit der Formkurve der Protagonisten zusammen?

Ich glaube daran, dass jedes System nur so gut ist, wie diejenigen, die es spielen. Wir wären mit der derzeitigen Form, in der sich die Spieler befinden, auch mit dem alten System erfolgreich gewesen. Immerhin: 5 CL-Teilnahmen in Folge können nicht lügen. Wir können, neben allen Enttäuschungen gegen die sog. "Kleinen", doch nicht außer Acht lassen, dass wir angesichts der Erfolge, wohl auch ein paar gute Spiele ablieferten und diese wohl in der Mehrzahl waren.
 
Was passiert z.B. wenn Pizarro nicht mehr sooft trifft? Wenn er nicht mehr, wie jetzt, 3 Chancen pro Spiel braucht, um ein Tor zu schiessen, sondern ,sagen wir, 7-9? Reicht dann unsere kontrollierte Offensive noch aus? Sind dann gezielte Nadelstiche nicht zu wenig?

Ich denke, dass auch ein Rosenberg oder Almeida als einzige richtige Spitze auftreten können. Natürlich ginge dann diese famose "Anspielstation Pizarro" flöten. Seine Ballabschirmung ermöglicht wahrhaftig viele viele Angriffe, welche er durch seine Pässe aus guten Situationen miteinleitet.

Die Variante mit Marin hat TS wirklich gut ausgetüfftelt, großes Lob!

Dazu die Geschlossenheit der Truppe, welche dadurch momentan unglaublich schwer zu bezwingen zu sein scheint. :applaus:
 
Zitat von Lothar Matthäus;667987:
Ich glaube daran, dass jedes System nur so gut ist, wie diejenigen, die es spielen.
Ich auch. Absolut. Viel mehr ging es aber darum, ob diejenigen, denen ein System vorgegeben wird, auch in der Lage sind, dieses zu spielen. Das mal unabhängig von Tagesform, Fitness, Selbstvertrauen, Mentalität oder genereller Verfassung der Spieler. Das sind zwar Grundlagen, die vieles erleichtern oder eben erschweren, ersetzen aber nicht wichtige Voraussetzungen, die Spieler dazu haben müssen.

Mick, das ist die Frage nach dem Huhn und dem Ei - was war zuerst da. Spielen die Leute besser, weil das System besser passt? Oder hängt die Qualität des Systems mit der Formkurve der Protagonisten zusammen?
....Wir wären mit der derzeitigen Form, in der sich die Spieler befinden, auch mit dem alten System erfolgreich gewesen.
Wichtiger Aspekt, nur erschließt sich mir die Fragestellung nach dem Huhn und dem Ei nicht. Zwei gleich intelligente Akademiker haben hohe Begabungen, der eine lernt Sprachen sehr schnell, kann mit Leuten umgehen, ihm liegen aber Naturwissenschaften weniger. Der andere hat ein hohes Abstraktionsvermögen und beherrscht das logische Denken, kann sich aber weniger ausdrücken und hat Probleme, Fremdsprachen zu erlernen. Bis Du dann auch der Meinung, dass der Dolmetscher und Fremdenführer sich einem System anpassen kann und genau so gut, wie er in seinem Job ist, in der Forschung arbeiten könnte, weil er eigentlich ja die gleichen Grundlagen (Hochschulabschluss) mitbringt?

Fussballer sind auch nur Menschen, keine Maschinen. Manche sind Super-Fussballer, aber keine Mannschaftsspieler, weil ihnen Übersicht und Spielintelligenz fehlt. Sie richten ihr Spiel entweder nach sich aus, müssen das dann letztlich so machen, was aber zur Folge hat, dass die Mannschaft quasi gezwungen ist, dem zu folgen und der Rest auf der Strecke bleibt. Oder aber das Spiel wird nach ihnen ausgerichtet, bzw. dem sinnvollen angepasst. Andere wiederrum sind enorm spielintelligent, auch grundsätzlich gute Fussballer. Nur brauchen die zur Optimierung dann eine Mannschaft, die zu ihrem Spiel genau passt. Und auf der tieferen Detailebene betrachtet: Es gibt Super - Kopfballspieler, die am Boden schwach sind, es gibt schnelle und antrittsstarke Akteure, die aber technisch limitiert sind, es gibt glänzende Techniker, die auf den ersten zehn Metern zu langsam sind usw., usf.

Deswegen bin ich schon der Meinung, dass sich Philosophie, System, Taktik nach dem vorhandenen Personal richten sollte und nicht umgekehrt.

Immerhin: 5 CL-Teilnahmen in Folge können nicht lügen. Wir können, neben allen Enttäuschungen gegen die sog. "Kleinen", doch nicht außer Acht lassen, dass wir angesichts der Erfolge, wohl auch ein paar gute Spiele ablieferten und diese wohl in der Mehrzahl waren.
Das bestreite ich nicht, wie in früheren Beiträgen leicht festzustellen war. Vor allem haben wir, besonders in der Vorsaison, viel mehr - sagen wir mal - überlegene Spiele abgeliefert, als es die Ergebnisse erahnen liessen. Aber das ist dann auch der Punkt! Unter dem Strich agierte Werder in den letzten Jahren sehr oft erschreckend naiv, und nicht nur das, sondern sehr oft auch noch auf die gleiche Weise. Was die Frage aufwirft, ob da die vorhandene Qualität wirklich zu 100% ausgenutzt wurde. Dass ein Kader mit so vielen Nationalspielern, Talenten und auch sonst hoher individueller Qualität nicht durchweg alles falsch machen kann, ist auch klar.

Aber irgendwie habt Ihr mich jetzt davon abgebracht, dass doch momentan sehr viel richtig läuft. Und nichts anderes zählt!
 
Ich auch. Absolut. Viel mehr ging es aber darum, ob diejenigen, denen ein System vorgegeben wird, auch in der Lage sind, dieses zu spielen. Das mal unabhängig von Tagesform, Fitness, Selbstvertrauen, Mentalität oder genereller Verfassung der Spieler. Das sind zwar Grundlagen, die vieles erleichtern oder eben erschweren, ersetzen aber nicht wichtige Voraussetzungen, die Spieler dazu haben müssen.


Wichtiger Aspekt, nur erschließt sich mir die Fragestellung nach dem Huhn und dem Ei nicht. Zwei gleich intelligente Akademiker haben hohe Begabungen, der eine lernt Sprachen sehr schnell, kann mit Leuten umgehen, ihm liegen aber Naturwissenschaften weniger. Der andere hat ein hohes Abstraktionsvermögen und beherrscht das logische Denken, kann sich aber weniger ausdrücken und hat Probleme, Fremdsprachen zu erlernen. Bis Du dann auch der Meinung, dass der Dolmetscher und Fremdenführer sich einem System anpassen kann und genau so gut, wie er in seinem Job ist, in der Forschung arbeiten könnte, weil er eigentlich ja die gleichen Grundlagen (Hochschulabschluss) mitbringt?

Fussballer sind auch nur Menschen, keine Maschinen. Manche sind Super-Fussballer, aber keine Mannschaftsspieler, weil ihnen Übersicht und Spielintelligenz fehlt. Sie richten ihr Spiel entweder nach sich aus, müssen das dann letztlich so machen, was aber zur Folge hat, dass die Mannschaft quasi gezwungen ist, dem zu folgen und der Rest auf der Strecke bleibt. Oder aber das Spiel wird nach ihnen ausgerichtet, bzw. dem sinnvollen angepasst. Andere wiederrum sind enorm spielintelligent, auch grundsätzlich gute Fussballer. Nur brauchen die zur Optimierung dann eine Mannschaft, die zu ihrem Spiel genau passt. Und auf der tieferen Detailebene betrachtet: Es gibt Super - Kopfballspieler, die am Boden schwach sind, es gibt schnelle und antrittsstarke Akteure, die aber technisch limitiert sind, es gibt glänzende Techniker, die auf den ersten zehn Metern zu langsam sind usw., usf.

Deswegen bin ich schon der Meinung, dass sich Philosophie, System, Taktik nach dem vorhandenen Personal richten sollte und nicht umgekehrt.

Und ich bin der Meinung, dass ein guter Fußballer, sowohl die Raute, als auch das heutige System mit zwei OAM und Sechs/Acht spielen können. Letztlich glaube ich auch, dass das mit Diego möglich gewesen wäre. Ersetze Diego für Özil, lösche Borowski und Hunt, ersetze durch Baumann und Özil - Peng. Es ist zwar richtig, dass es a) reine Theorie und höchst spekulativ ist und b) das heutige System noch besser auf das Team passt - aber es wäre mal interessant gewesen, das so auszuprobieren. So oder ähnlich haben wir das ja auch schon gespielt in der abgelaufenen Saison (Doppelsechs), was teils auch ganz ordentlich geklappt hat. Dennoch war Diego in seiner Art, den Fußball zu praktizieren, viel zu sehr auf seine Rolle "doktriniert. Viel zu wenig Verantwortung beim Rest, viel zu viel bei ihm. Haben wir auch schon drüber gesprochen, oder?

Daher ist es völlig klar, dass es in der Verantwortung der Anderen liegt, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das haben sie nun getan, weil nicht mehr der große Schatten Diego´s über allem schwebte, sondern dem Newbee Özil, zumindest auf der Position war er´s, so viel wie möglich von den Schultern genommen werden musste. Das führt uns letztlich zum Erfolg.

Das bestreite ich nicht, wie in früheren Beiträgen leicht festzustellen war. Vor allem haben wir, besonders in der Vorsaison, viel mehr - sagen wir mal - überlegene Spiele abgeliefert, als es die Ergebnisse erahnen liessen. Aber das ist dann auch der Punkt! Unter dem Strich agierte Werder in den letzten Jahren sehr oft erschreckend naiv, und nicht nur das, sondern sehr oft auch noch auf die gleiche Weise. Was die Frage aufwirft, ob da die vorhandene Qualität wirklich zu 100% ausgenutzt wurde. Dass ein Kader mit so vielen Nationalspielern, Talenten und auch sonst hoher individueller Qualität nicht durchweg alles falsch machen kann, ist auch klar.

Aber irgendwie habt Ihr mich jetzt davon abgebracht, dass doch momentan sehr viel richtig läuft. Und nichts anderes zählt!

Das hat auch viel mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Die Furcht vorm Rückstand wog schwerer, als die Erwartung, den Ausgleich oder die Führung packen wir eh. Natürlich ist es komfortabler, erst gar nicht in Rückstand zu geraten. Momentan geh ich da auch ganz cool als Zuschauer in die Begegnung und irgendwie glaube ich heute schon ganz fest daran, dass wir Bochum schon weghauen werden. A) haben wir das bessere Team und b) stehen wir hinten gut und Bochum verfügt nicht über die spielerischen Mittel, uns dauerhaft ernsthaft in Gefahr zu bringen. Defense wins Championchips kommt zwar aus dem American Football - trifft aber auf Soccer ebenso zu, weil du nicht so leicht gegen die Kleinen in Rückstand gerätst und dann Hinten aufmachen musst. Alles wirkt eben irgendwie souveräner diese Saison.

Also: Lass es uns nicht zerreden, dass es momentan so gut läuft. :beer:
 
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