nun ja..@dertobibo
mache ich mir nochmal die Mühe
Wo verallgemeinere ich bzw. was wäre daran zu kritisieren?
Pyroverbot, verbale/körperliche Angriffe auf Ordnungskräfte, Dauergesänge sind plakative und offentsichtliche Probleme, mit den alle Fußballfans konfrontiert sind und auf die bedauerlicherweise in verschiedener Art und Weise reagiert wird.
Es geht nicht um Gespräche, die abgewürgt werden sondern um die Stimmung, die abgewürgt bin. Welche Antworten im Regelfalls auf Kritik am "Ultra-Sein" folgen, sehen wir hier im Thread und die findest Du auch im meinem von Dir zitierten Beitrag.
Was hat in meinen Augen schlechter (weil nicht stadiontauglich & nicht massenkompatibel) Support mit den von Dir genannten lobenswerten Aktionen abseits des Fußballs zu tun? Da besteht absolut kein Zusammenhang. (Ich spare mir mal die Vermutung, dass, einfach der nächste Nebenkriegsschauplatz aufgemacht wird, wenn es zu den eigentlichen Punkten keine plausiblen Erklärungen gibt.
Zum 2. Punkt, den Du zitierst:
Ich für meinen Teil würde mich über gute Stimmung im Stadion freuen. Völlig egal, ob Heim-, Auswärts-, Bundesliga-, CL-/EL- oder Pokalspiel.
So wie es die Ultragruppierungen vormachen/vorgeben funktioniert das aber nicht, was die Entwicklung der letzten Jahre ganz klar zeigt.
Zu meiner Ostkurven-Stehzeit (da gab es lange keinen Unterrang/Oberrang) verstand sich die Kurve als STIMMUNGSINITIATOR FÜR DAS GESAMTE STADION.
Kurze, prägnante Schlachtrufe wurden dort angestimmt und vom Rest des Stadions aufgenommen.
Support war zu dieser Zeit kein Selbstzweck sondern situationsbezogen und impulsiv.
Man ist nicht ins Stadion gegangen, um Photos vom eigenen Support zu machen oder sich beim Singen und Fahneschwenken auf Video aufzunehmen, sondern um guten Fußball zu sehen und das Team anzufeuern.
Um es mal konkret zu machen, nur 3 Punkte aus meiner persönlichen Erfahrung (irgendwo habe ich das garantiert schonmal geschrieben):
HH letztes Jahr / Choreoverbot:
Dass das Verbot der Bremer Choreo aufgrund des unmöglichen Verhaltens der Hamburger hier in Bremen eine Unverschämtheit war, steht außer Frage.
Dass dann 30-50 Leute, die einwandfrei den "Ultras" zuzurechnen sind, Hamburger Fans angreifen, verletzen, um deren Choreo zu verhindern, ist einfach nur infantiler Schwachsinn, der im Übrigen dazu führte, dass nach dem Spiel Busse, in denen Bremer Fans saßen aus dem Hinterhalt mit Steinen und Böllern angegriffen wurden. Abschließen die unvermeidlichen Pyroartikel im Bremer Hauptbahnhof.
Es gibt für KEINE dieser Aktionen eine Rechtfertigung.
CL-Spiele gegen Barca & Chelsea
Werder spielt überragend, die Spieler kämpfen und zerreißen sich auf dem Spielfeld und die Ultras leiern deren 90 Minuten klangteppich runter anstatt das Stadion mitzureißen und der Mannschaft zu helfen. Ich für meinen Teil habe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten aus dem Ost Oberrang auf den Weg nach unten gemacht und einen der Trommler direkt angesprochen. Im Übrigen in vernünftiger Art und Weise mit dem Ergebnis, dass es kein Ergebnis gab und weiter "galeert" wurde. Zumindest wurde mir dort aber immerhin geantwortet, dass man einfachere, stimmungsvollere Sachen versuchen wolle.
Ganz im Gegensatz zum Pokalfinale in Berlin, womit wir beim 3. Punkt wären:
Wir hatten unsere Tickets auf der "falschen" Seite des Marathon-Tors (K/L/M) aber auch dort hatte sich im Unterrang glücklicherweise eine Ultra-Gruppierung formiert, so dass prinzipiell Support möglich gewesen wäre.
Eine Trommel und gewisse Gruppengröße ist für das Starten und Hochhalten von Schlachtrufen unerlässlich.
...und nun stehen/sitzen da 30.000-40.000 Werder-Fans im Stadion und es kommen wir deutlich zuviele 16 zeilige Dauergesänge in Dauerrotation, ohne dass der Funke und damit die Stimmung auf alle Werder-Fans überspringen kann.
Aus eigener Erfahrung gerade in Berlin kann ich sagen, dass mit dem Support in Reihe 15 Essig war. Es war nichts mehr zu hören, geschweige denn mitzusingen. Genauso ist es im Stadion und mir leuchtet nicht ein, dass das für die "aktiven Fans" nicht einsehbar ist.
Es kommt von der vermeintlichen Stimmung NICHTS im Stadion an, nicht umsonst lachen sich die Gästefans regelmäßig kaputt, wenn es für diese auswärts nach Bremen geht.
Innerhalb dieser 50,100,200 Leute hört sich das vermutlich toll an, das bestreite ich gar nicht aber das ist eine Stimmung, die für Werder und uns alle Fans einfach nur peinlich ist, weil im Rest des Stadion nichts davon zu hören ist.
Bevor die Argumentation kommt, dann mache es doch besser, nochmal zurück zum zentralen Punkt meiner Ausführungen:
Es geht darum, wie man als vermeintlich führende Support-Gruppe die Unterstützung für den Verein, der ja angeblich alles bedeutet, definitiert, und ob es diesem Verein nicht mehr helfen würde, wenn alle Stadionbesucher im Rahmen ihrer Möglichkeiten supporten könnten (und wenn es "nur" Aufstehen Klatschen oder "WERDER, WERDER" rufen ist) oder ob einem 90 Minuten Fahneschwenken und Choräle singen mehr wert ist, als dass, was für Mannschaft und Verein wichtig wäre.
gwg
svwb