Allgemeiner Wahl-Thread

Welche Koalition wünscht Ihr Euch?

  • CDU / CSU / SPD

    Votes: 3 17,6%
  • CDU / CSU / Grüne

    Votes: 2 11,8%
  • SPD / Grüne / Linke

    Votes: 6 35,3%
  • Nichts davon - Neuwahlen

    Votes: 6 35,3%

  • Total voters
    17
Sicherlich mag allein die Anzahl der Abiturienten noch kein Beweis für die Erfolge eines bestimmten Schulsystems.

Aber ich finde es unerträglich, dass heute zu einem ZEHNJÄHRIGEN gesagt wird: "Tut mir leid, all Deine Träume sind ausgeträumt, es reicht nur für die Hauptschule."


Es kommt auch immer darauf an, was Schule vermitteln, was Abitur eigentlich darstellen soll. Bislang wird den Schülern Wissen vermittelt, das sie bis zur nächsten Prüfung beherrschen müssen und danach getrost wieder vergessen dürfen. Eine Ausnahme bildete da zumindest zu meiner Zeit die Abiturprüfung, in der zumindest Erlerntes aus den letzten zwei Jahren drankommen konnte, ob das immer noch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Was leider immer noch unverändert sein dürfte, ist dass ein Großteil des vermittelten Unterrichtsstoffes letztlich vollkommen überflüssig ist. Wer von Euch hat im normalen Leben mal eine Kurvendiskussion benötigt? Wem hat es genutzt, den Unterschied zwischen affarenten und efferenten Nervenbahnen zu kennen?

Ich finde es sinnvoller, wenn die Schule zum einen soziale Fähigkeiten schult und zum anderen lehrt, wie man lernt, wie man sich Informationen beschafft, die einem in der jeweiligen Lebenssituation weiterhelfen.

Außerdem finde ich, dass wir sehr viel Potential dadurch verschenken, dass der Erfolg bei den Abitursprüfungen über den weiteren Lebensweg entscheidet. Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, warum man für ein Studium wie Kunst oder Design überhaupt ein Abitur braucht; warum wird jemanden, nur weil er in z.B. Sport und Musik kein Talent hat, später die Möglichkeit verwehrt, Arzt zu werden?
 
Was leider immer noch unverändert sein dürfte, ist dass ein Großteil des vermittelten Unterrichtsstoffes letztlich vollkommen überflüssig ist. Wer von Euch hat im normalen Leben mal eine Kurvendiskussion benötigt? Wem hat es genutzt, den Unterschied zwischen affarenten und efferenten Nervenbahnen zu kennen?

Mal abgesehen davon, dass außer in Thrillern ein Mangel an Wissen wesentlich schädlicher ist als ein Übermaß davon: Wie willst du sicherstellen, dass der jeweilige Schüler nur das Wissen bekommt, das er für seine Zukunft benötigt? Willst du bei der Einschulung etwa den Kinder sagen: "Du sitzt später mal bei Lidl an der Kasse und brauchst deswegen nur die Grundrechenarten, aber deine Nachbarin konstruiert mal Werkstoffe für den Flugzeugbau, deswegen darf sie auch Physik und Chemie lernen"? Gerade die breite Streuung der Fachgebiete soll doch den Schülern später eine große Auswahl an möglichen Berufen eröffnen. Dass man im späteren Leben nicht mehr tagtäglich mit allem zu tun hat, was man mal in der Schule gelernt hat, ist selbstverständlich. Es schadet aber auch nicht, wenn man schon mal von Dingen gehört hat, die nicht vom Horizont des eigenen Fachgebiets begrenzt werden.

Darüber hinaus beschränkt sich moderner Unterricht doch nicht nur auf die reine Vermittlung von Wissen, sondern er zielt auch darauf ab, dass sich die Schüler ihr Wissen selbst erarbeiten können sollen, dass sie Informationen bewerten und verknüpfen können.

Außerdem finde ich, dass wir sehr viel Potential dadurch verschenken, dass der Erfolg bei den Abitursprüfungen über den weiteren Lebensweg entscheidet. Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, warum man für ein Studium wie Kunst oder Design überhaupt ein Abitur braucht; warum wird jemanden, nur weil er in z.B. Sport und Musik kein Talent hat, später die Möglichkeit verwehrt, Arzt zu werden?

Hast du dich mal näher mit dem Kunst- oder Design-Studium befasst? Dafür reicht es nicht, dass man hübsch zeichnen oder schön malen kann...
 
Ein entscheidendes Problem in Deutschland ist doch der Föderalismus im Zusammenhang mit der Bildungsfrage. Wir sind ein Land, aber haben leider völlig unterschiedliche Formen in der Bildung, so gibt es z.B. in Niedersachsen Leistungskurse und Grundkurse, während so etwas in anderen Bundesländern unbekannt ist. Als höchster Schulabschluss steht in allen Bundesländern das Abitur, welches aber dennoch nicht miteinander verglichen werden kann, da die Vorraussetzungen zum Erhalt des Abiturs ja völlig unterschiedlich sind.

Daher ist es doch auch ein Unding, das viele Studienplätze nach per NC vergeben werden. Da das Abitur in vielen Bundesländern durch unterschiedliche Anforderungen erreicht wird, ist doch auch der NC zur Vergabe der Studienplätze nicht geeignet. Wieso kann sich nicht jeder für ein Fach wie Medizin bewerben? Die Unis könnten dann z.B. in einem vierwöchigen Vorkurs die Eignung der Bewerber testen und nur wer am Ende dieser vier Wochen auch die Prüfung besteht, darf dann auch das Studium beginnen. So hätte jeder Abiturient die gleiche Chance. Ähnlich läuft meines Wissens nach die Auswahl in Österreich ab.

Es ist doch unfair das einige Abiturienten, die sich ihr Abi mit Fächern wie Sport und Musik (ist nur ein beliebiges Beispiel) gebastelt haben, dann einen Studienplatz für BWL bekommen, während ein Abiturient mit Fächern wie VWL und Englisch das Nachsehen hat, nur weil sein Schnitt schlechter ist als der des Abiturienten mit Sport und Musik.

Ich kann da auch ein persönliches Beispiel bringen. Wieso werden mir einige Studienfächer verwehrt, nur weil ich nicht den entsprechenden Schnitt habe? Wenn ich mich jetzt für Geistes-, Kultur- oder Sprachwissenschaften bewerbe, dann nicht ohne Grund. Mein Abischnitt wurde durch die Naturwissenschaften stark in den Keller gezogen, während ich in Fächern wie Religion, Geschichte, Politik, Deutsch und Fremdsprachen gut bis sehr gut war. Dennoch bleiben mir nun eventuell Studienfächer aus den oben genannten Bereichen verwehrt und das nur wegen Schulfächern die für diese Bereiche keine oder nur eine geringe Bedeutung haben.

Ebenso kann es doch nicht sein, das wir in einem gemeinsamen Land noch so unterschiedliche Regelungen haben. Studiert man z.B. Lehrmat für das Gymnasium mit den Fächern Spanisch und Geschichte, dann kann man in einigen Bundesländern später nicht das Referendariart ableisten und auch nicht in den Schuldienst eintreten, weil diese Fächerkombination in einigen Bundesländern nicht erlaubt ist bzw. weil die entsprechenden Kurse nicht vorhanden sind. In SH sind beide Fächer nur als Nebenfächer in den Schulen erlaubt, so das man mit dieser Kombination nicht in SH arbeiten kann. Ein Land, aber dennoch kann man mit einem Hochschulabschluss nicht mal in jedem Bundesland arbeiten.
 
@ Bremerland

Ich teile Deine Kritik an dem dreigliedrigen Schulsystem aber wenn die schulischen Leistungen in den folgenden Jahren stimmen, müssen die Träume für einen 10jährigen Hauptschüler noch längst nicht ausgeträumt sein, denn er hat nach der 10. Klasse immer noch Möglichkeiten, einen höheren Schulabschluß hoch bis zum Abitur zu erreichen.
Das Gros von dem, was in den Schulen gelehrt wird, benötigt man im späteren Leben meistens nicht mehr, allerdings muß man auch berücksichtigen, daß sich der Bildungsauftrag der Allgemeinbildenden Schulen sich schon aus ihrer Definition heraus ergibt, denn hier wird allgemeines Wissen vermittelt, und das kann aufgrund der großen Vielfalt nur oberflächlich erfolgen, weil im Alter von z.B. 10 oder 14 i.d.R. noch keine Entscheidung über den Berufsweg gefallen ist. In den Berufsfachschulen sieht es selbstverständlich anders aus, auch wenn in meinen Abi-Klausuren im Wirtschaftsgymnasium Themen behandelt wurden, die ich in meiner beruflichen Praxis in 20 Jahren nie benötigt habe, so daß eine generelle Überarbeitung des Lehrstoffes in allen Schultypen sicher von Vorteil wäre, aber die politischen und bürokratischen Mühlen waren eh nie die schnellsten und können mit unserer heute schnellebigen Zeit erst recht nicht mithalten.
 
@Gilgalad :tnx:
@Bremerland :tnx:
@peter :tnx:

Dir kommt es also nur auf die Masse an Abiturienten an, ja? Wenn du dir Studien ansiehst über den Leistungsstand der Abiturienten an verschiedenen Schulformen, dann weisen dabei die Integrierten Gesamtschüler in der Regel einen erheblichen Rückstand auf zu anderen Abiturienten, und nach allem, was zu hören ist, hat sich das in Niedersachsen durch die Einführung des Zentralabiturs nur leicht gebessert.

Das Ziel sind auch nicht solche Pseudogesamtschulen, sondern Schulen wo die Kinder bis zum 9. Schuljahr zusammen lernen. Gibts sowas überhaupt bei uns schon irgendwo?
Und im Prinzip ist es schon das wichtigste möglichst viele zum Abi zu bringen. Ich sag dir auch warum. Je mehr Leute Abi haben, desto mehr Studenten gibt es theoretisch (wenn man grad mal keine CDU / FDP Regierung mit Studiengebühren hat^^). Das heißt im Umkehrschluss, dass auch mehr Leute ohne Abitur Ausbildungsplätze erhalten. Also ist nur positiv. Und das Ziel des Abiturs ist es doch nicht dann eine Kurvendiskussion perfekt zu beherrschen sondern zu lernen wie man lernt, wie man recherchiert, wie man im Studium klar kommt. Das zusammen mit einem Einblick in verschiedene Themenbereiche macht das Abi aus.

@ Bremerland
Ich teile Deine Kritik an dem dreigliedrigen Schulsystem aber wenn die schulischen Leistungen in den folgenden Jahren stimmen, müssen die Träume für einen 10jährigen Hauptschüler noch längst nicht ausgeträumt sein, denn er hat nach der 10. Klasse immer noch Möglichkeiten, einen höheren Schulabschluß hoch bis zum Abitur zu erreichen.

Natürlich ist das möglich, aber es schaffen die allerwenigsten und das sollte uns zu denken geben. Ehrlich gesagt: wenn ich in der 6. Klasse aussortiert worden wäre in eine Hauptschule hätte ich auch jegliche Lust am lernen verloren und ich glaube es geht den meisten so. Deswegen muss man den Kindern längern die Chance geben selber zu erfahren welchen Weg sie einschlagen möchten.
 
Deswegen muss man den Kindern längern die Chance geben selber zu erfahren welchen Weg sie einschlagen möchten.

Ja, daher ein klares "Nein" zum dreigliedrigen Schulsystem. Bildung hängt in Deutschland leider immer noch viel zu stark vom Elternhaushaus und dessen Einkommen ab.

Mal so nebenbei: Ich wäre auch für die Einführung von einer Schulform für alle Kinder bis zur 9. oder 10.Klasse und dazu noch die Einführung von Schulkleidung bzw. Schuluniform. Es gibt doch eigentlich gar keine Argumente gegen diese Schulkleidung, sonder nur durchweg positive Gründe. Wie oft erlebt man denn in der Schulzeit das Kinder nur wegen ihrer Kleidung gemobbt und aus der Gemeinschaft ausgegrenzt werden? Mit einer einheitlichen Kleidung für alle Schüler einer Schule schafft man ein Zusammengehörigskeitsgefühl und mindert die Ausgrenzung von Schülern, da man dann nicht mehr durch die Kleidung auf die finanzielle Situation der Eltern schließen kann. Es verlangt dabei ja auch niemand eine streng konservative Kleidung wie Kleid und Anzug, denn Stoffhosen, schlichte Schuhe und z.B. Poloshirts sind bequem und zeitgemäß.

Herr Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) hat vor ein paar Tagen zu diesem Thema in einer TV-Sendung seinen Traum genannt: "... Ich will das der Hartz-4-Empfänger und seine Kinder und die Kinder von der Chefärztin Freunde werden, zusammen aufwachsen, auf eine gemeinsame Schule gehen, unabhängig davon was sie für eine Muttersprache haben. Das ist meine Vision von Deutschland."

Quelle: ZDF Mediathek. Sendung Wahlforum 2009 vom Dienstag 2. Teil
 
Natürlich ist das möglich, aber es schaffen die allerwenigsten und das sollte uns zu denken geben. Ehrlich gesagt: wenn ich in der 6. Klasse aussortiert worden wäre in eine Hauptschule hätte ich auch jegliche Lust am lernen verloren und ich glaube es geht den meisten so. Deswegen muss man den Kindern längern die Chance geben selber zu erfahren welchen Weg sie einschlagen möchten.

Ich vermute, Du hast meinen Beitrag mißverstanden. Er sollte kein Plädoyer für das dreigleisige Schulsystem sein, sondern er sollte deutlich machen, daß entgegen der Äußerung des Users Bremerland auch im dreigleisigen Schulsystem ein höherer Abschluß, wenn auch nur nachträglich, erreichbar ist.

Wer in der 6. Klasse keinen Bock zum lernen hat, der wird diese Einstellung auch an den Tag legen, egal ob man eine der Schulen im dreigleisigen Schulsystem oder eine eingleisige Schule besucht, aber die Pubertät birgt neben dem körperlichen Reifeprozeß auch die Möglichkeit, einen geistigen Reifeprozeß zu durchleben, um Versäumtes noch rechtzeitig nachzuholen, und diese Umsetzung fällt in einer eingleisigen Schule sicherlich leichter.
 
Ja, daher ein klares "Nein" zum dreigliedrigen Schulsystem. Bildung hängt in Deutschland leider immer noch viel zu stark vom Elternhaushaus und dessen Einkommen ab.

Mal so nebenbei: Ich wäre auch für die Einführung von einer Schulform für alle Kinder bis zur 9. oder 10.Klasse und dazu noch die Einführung von Schulkleidung bzw. Schuluniform. Es gibt doch eigentlich gar keine Argumente gegen diese Schulkleidung, sonder nur durchweg positive Gründe. Wie oft erlebt man denn in der Schulzeit das Kinder nur wegen ihrer Kleidung gemobbt und aus der Gemeinschaft ausgegrenzt werden? Mit einer einheitlichen Kleidung für alle Schüler einer Schule schafft man ein Zusammengehörigskeitsgefühl und mindert die Ausgrenzung von Schülern, da man dann nicht mehr durch die Kleidung auf die finanzielle Situation der Eltern schließen kann. Es verlangt dabei ja auch niemand eine streng konservative Kleidung wie Kleid und Anzug, denn Stoffhosen, schlichte Schuhe und z.B. Poloshirts sind bequem und zeitgemäß.

:tnx: 1899% Zustimmung!
 
Schuluniformen sind absoluter Blödsinn. Hat auch was mit Freiheit und recht auf freie entfaltung seiner Persönlichkeit zu tun, sich kleiden zu dürfen wie man möchte. Außerdem würden Schuluniformen sowieso keine Probleme lösen, sie würden Probleme höchsten verlagern. Mal abgesehen davon würden sie auch einiges kosten.
 
Willst du bei der Einschulung etwa den Kinder sagen: "Du sitzt später mal bei Lidl an der Kasse und brauchst deswegen nur die Grundrechenarten, aber deine Nachbarin konstruiert mal Werkstoffe für den Flugzeugbau, deswegen darf sie auch Physik und Chemie lernen"?

Gerade das will ich ja nicht. Nicht viel anders ist es aber, wenn man Zehnjährige in drei Gruppen einteilt, von denen die höchstgestellte recht gute Zukunftsperspektiven hat und für die unterste eine Ausbildung im Einzelhandel schon fast so etwas wie das höchstmögliche Ziel ist.


Darüber hinaus beschränkt sich moderner Unterricht doch nicht nur auf die reine Vermittlung von Wissen, sondern er zielt auch darauf ab, dass sich die Schüler ihr Wissen selbst erarbeiten können sollen, dass sie Informationen bewerten und verknüpfen können.

Wenn moderner Unterricht so aussieht (was ich nach den Schilderungen, die ich kenne bezweifle) wäre dies genau das, was ich für wünschenswert halte.


Was die Durchlässigkeit des dreigliedrigen Schulsystems angeht: Sicher ist die vorhanden. Besonders von oben nach unten. Aber nicht zuletzt die OECD-Studie zeigt, dass ein Aufstieg kaum möglich ist. Deswegen kann es den Rest Deines Lebens bestimmen, ob Du in der 4.Klasse wegen Kummer daheim in der Schule Probleme hattest, ob Dein damaliger Lehrer Dich nicht mochte etc.
 
Und im Prinzip ist es schon das wichtigste möglichst viele zum Abi zu bringen. Ich sag dir auch warum. Je mehr Leute Abi haben, desto mehr Studenten gibt es theoretisch (wenn man grad mal keine CDU / FDP Regierung mit Studiengebühren hat^^). Das heißt im Umkehrschluss, dass auch mehr Leute ohne Abitur Ausbildungsplätze erhalten. Also ist nur positiv.

Ja? Eigentlich nur dann positiv, wenn auch die Zahl der Arbeitsplätze steigt, oder nicht? Denn ich kenne jetzt schon genügend Studenten (FH und Uni), die nach Abschluss ihres Studiums keine Arbeit finden. Wenn in Deinem Beispiel dann noch mehr Stellen durch die Leute ohne Abitur "besetzt" sind, wird diese Zahl der arbeitslosen Studienabschließer steigen, was dann nach einigen Jahren wohl eher dazu führt, dass immer weniger Leute sich zum Studieren entscheiden, weil die Perspektivlosigkeit nach dem Studium sie abschreckt. Oder hab ich da jetzt nen Denkfehler drin?
 
Was die Durchlässigkeit des dreigliedrigen Schulsystems angeht: Sicher ist die vorhanden. Besonders von oben nach unten. Aber nicht zuletzt die OECD-Studie zeigt, dass ein Aufstieg kaum möglich ist. Deswegen kann es den Rest Deines Lebens bestimmen, ob Du in der 4.Klasse wegen Kummer daheim in der Schule Probleme hattest, ob Dein damaliger Lehrer Dich nicht mochte etc.

Deswegen sollte man aber eben genau diese Durchlassigkeit in alle Richtungen erhöhen. Behält man alle Schüler bis zur 9. oder gar 10. Klasse zusammen, würden insbesondere die Begabteren völlig unterfordert und ihre Zukunftschancen vor allem im internationalen Vergleich geschmälert. Die Lehrer müssen sich demnach sowohl um adäquate Förderung dieser Schülergruppe als auch um die leistungsschwächeren Schüler kümmern - und das in einem Klassenverband? Tut mir leid, das ist vollkommen utopisch.

Kleinere Klassen, bessere Betreuung, bessere Ausstattung, ein deutschlandweit einheitliches Schulsystem, erhöhte Durchlässigkeit und eine Lehrplanentrümpelung - das würde das deutsche Schulsystem zukunftsfähig machen. Und nicht eine Schublade (Schönes Wort) für alle bis zur 10. Klasse, die sowohl eine Förderung der schwächeren Schüler verkompliziert als auch die stärkeren Schüler unterfordert.
 
Zitat von Lell für Deutschland;624419:
Deswegen sollte man aber eben genau diese Durchlassigkeit in alle Richtungen erhöhen. Behält man alle Schüler bis zur 9. oder gar 10. Klasse zusammen, würden insbesondere die Begabteren völlig unterfordert und ihre Zukunftschancen vor allem im internationalen Vergleich geschmälert. Die Lehrer müssen sich demnach sowohl um adäquate Förderung dieser Schülergruppe als auch um die leistungsschwächeren Schüler kümmern - und das in einem Klassenverband? Tut mir leid, das ist vollkommen utopisch.

Kleinere Klassen, bessere Betreuung, bessere Ausstattung, ein deutschlandweit einheitliches Schulsystem, erhöhte Durchlässigkeit und eine Lehrplanentrümpelung - das würde das deutsche Schulsystem zukunftsfähig machen. Und nicht eine Schublade (Schönes Wort) für alle bis zur 10. Klasse, die sowohl eine Förderung der schwächeren Schüler verkompliziert als auch die stärkeren Schüler unterfordert.

:tnx:


Zitat von Klose für Werder;624416:
1. wirst du aber auch bezahlt dafür dass du Uniformen trägst :D
2. hat eine Firma meist etwas zu übermitteln, blaue Klamotten wenn das Firmenlogo blau ist z.b.
3. haben Uniformen meist auch was mit Hygiene zutun
Der größte Unterschied ist, dass du nen Job frei wählen kannst....
 
Schuluniformen sind absoluter Blödsinn. Hat auch was mit Freiheit und recht auf freie entfaltung seiner Persönlichkeit zu tun, sich kleiden zu dürfen wie man möchte. Außerdem würden Schuluniformen sowieso keine Probleme lösen, sie würden Probleme höchsten verlagern. Mal abgesehen davon würden sie auch einiges kosten.

Was hat eine Schuluniform mit der Persönlichkeitsentfaltung zu tun? Der Charakter eines Menschen wird durch eine Schuluniform nicht geändert, denn diese ist nur Fassade, während Mobbing wegen "falscher" Kleidung das Wesen eines Kindes/Teenagers nachhaltig negativ beeinflussen kann.
 
dass immer weniger Leute sich zum Studieren entscheiden, weil die Perspektivlosigkeit nach dem Studium sie abschreckt. Oder hab ich da jetzt nen Denkfehler drin?

Das hängt natürlich stark von der Fachrichtung ab. Wenn ich da an meine TU denke, könnten da in einigen Studiengängen noch reichlich Studenten dazukommen, bevor es Probleme mit dem Arbeitsangebot nach dem Job gibt.

Und wenn bestimmte Studiengänge (Nicht-TU) durch die zusätzlichen Studenten dann völlig überlaufen sind, machen sich die zukünftigen Studenten vielleicht auch mehr Gedanken über die Wahl des Studienganges und verteilen sich dadurch besser.
 
Sicherlich mag allein die Anzahl der Abiturienten noch kein Beweis für die Erfolge eines bestimmten Schulsystems.

Aber ich finde es unerträglich, dass heute zu einem ZEHNJÄHRIGEN gesagt wird: "Tut mir leid, all Deine Träume sind ausgeträumt, es reicht nur für die Hauptschule."

Ich picke mir hier mal einen Beitrag heraus, hätte auch 10 andere zitieren können. Dazu fehlt mir aber die Zeit.Das ist doch Schwachsinn. Man konnte auch nach 9 Jahre Hauptschule durchaus noch einen Realschulabschluss oder das Abitur erlangen, besonders an den Berufsschulen. Nicht wenige meiner ehemaligen Schüler haben das auch gemacht. Aber gut, es mag Fälle gegeben haben, wo es so war. Aber meines Erachtens ist es viel schlimmer, ZEHNJÄHRIGE in den Klassen zu haben, die schon in der Grundschule immer von 70% der Klasse leistungsmäßig überholt worden sind, das Gefühl hatten, nichts zu wissen und jetzt setzen wir ihnen hier in Schleswig- Holstein wieder die gleichen Kinder vor die Nase und wieder bekommen sie das Gefühl, die Schlechtesten zu sein. Die Hauptschule wurde jahrzehntelang einfach stiefmütterlich behandelt und die finanzielle uns personelle Ausstattung war ein Desaster. Viele Mängel hätte man beheben können, indem man schlicht INVESTIERT hätte. Mein Eindruck von der Gesamtschule hier ist derzeit, dass man Orientierung am Schwächsten betreibt. Wem das nützen soll, ist mir nicht klar und vieles davon entspringt den Vorstellungen irgendwelcher linken Romantiker, die keine Ahnung vom Schulalltag haben und diese hochfliegenden Konzepte selber nicht umsetzen müssen.
 
Was hat eine Schuluniform mit der Persönlichkeitsentfaltung zu tun? Der Charakter eines Menschen wird durch eine Schuluniform nicht geändert, denn diese ist nur Fassade, während Mobbing wegen "falscher" Kleidung das Wesen eines Kindes/Teenagers nachhaltig negativ beeinflussen kann.


Dann werden halt die Kinder gemobbt die sich die Kleidung nicht leisten können, denn sie muss ja neben der normalen Kleinung gekauft werden, und das Geld ist bei manchen Familien sehr knapp. Einer aus meiner Klasse musste den Taschenrechner, den jeder Schüler braucht, in Raten abbezahlen und musste, bis der voll abbezahlt war, einen von der Schule leihen. Wenn die Schule sowas bezahlen würde, hätte der Staat wieder mehr ausgaben.
 
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