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werder.focus ( Eine auf Instagram von einem Journalisten betriebene Seite mit
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Horst Steffen folgende Meinung
Gegen den HSV tut so eine Leistung natürlich doppelt weh, aber auch nüchtern betrachtet kommt von Horst Steffen spielerisch kaum etwas, das länger als 20-30 Minuten halbwegs funktioniert. So ehrlich muss man sein.
Die durchaus glückliche Punkteausbeute überdeckt das alles noch ein bisschen, aber wenn Werder nicht schnell die Kurve kriegt, kann die Rückrunde richtig hässlich werden.
Ein Kritikpunkt an Horst Steffen ist die Teilnahmslosigkeit: vorher schon auffällig, im Derby noch krasser. Da musst du brennen, und nicht so auftreten, als würdest du einen lockeren Spaziergang moderieren. Die Interviews zeigen: Vor, während, nach dem Derby scheinbar null Verständnis, was dieses Spiel bedeutet. Und genauso lief es dann auch.
Ingame-Coaching? Kaum existent. Ein Beispiel: Der HSV kam konsequent über die Außen und wir ließen dort Räume ohne Ende. Steffen wechselt außerdem viel zu spät und dann in einem intensiven Derby auch nur dreimal. Offensiv ist das Ganze komplett planlos, technische Fehler reißen nicht ab. Objektiv der schwächste Fußball seit langer Zeit.
Sein System mit “Freiräumen lassen” funktioniert auch nur, wenn ein Team jahrelang zusammen ist und Abläufe blind sitzen, oder man zumindest einen Kader voller weltklasse Individualisten hat. Aber mit diesem neuen Kader funktioniert das Konzept einfach nicht. Und genau das sieht man: Seit Wochen keine spielerische Entwicklung.
Die Stimmung kippt auch spürbar. Von Euphorie ist nichts übrig. Aussagen mittlerweile nurnoch neutral bis negativ und Spieler, die anfangs noch motiviert schienen, werden immer schwächer.
Und ja, die Transfers sind auch ein Problem: Sturmproblem weiterhin da, Schmidt auf der Bank während Friedl auf der LV verschwendet wird. Mbangula hält die Bank warm, während vorne manche jeden Angriff verstolpern dürfen. Die Aufstellungen wirken einfach nicht schlüssig.
Es ist schade, weil der Ansatz mit dem menschlich sympathischen Steffen spannend klang aber aktuell fehlt jede Weiterentwicklung. Der Weg wirkt nicht mehr wie ein Projekt, sondern eher wie ein Irrweg.
Die lange Schonfrist für Horst Steffen neigt sich dem Ende. Es müssen sichtbare Ergebnisse her.