@ThePundit
Dass das Bierhoff'sche Wording "Die Mannschaft" ein Rohrkrepierer war, dahingehend gehe ich mit dir d'accord. Aber weder solche Begriffsprothesen noch das Vorhandensein bzw. Fehlen von Nationalfarben im Verbandslogo sind für mich relevant, ob ich mich mit einer Nationalmannschaft in welcher Sportart auch immer identifiziere oder eben nicht. Mir geht es um Sport (der, nur mal so am Rande angemerkt, einen völkerverständigen Charakter hat bzw. zumindest haben sollte), d.h., um beim Herren-Fußball zu bleiben, sehe ich mir lieber leidenschaftlich kämpfende Schotten und Iren oder ballvirtuose Spanier und Franzosen an als den Rumpelfußball, den die DFB-Herren seit nunmehr fast 10 Jahren - trotz bis dato Schwarz-Rot-Gold im Verbandslogo - überwiegend zeig(t)en.
Das ist, mit Verlaub, Unsinn zu behaupten, man übe nur Sport aus, als ob das eine Privatangelegenheit sei und nicht durch den Verband durch hohe Summen vergütet würde. Bei jedem Länderspiel sorgt der Steuerzahler indirekt dafür, dass die Sicherheit gewährleistet wird, die Infrastruktur funktioniert und vielfach der Beitragsfinanziert ÖR dies überträgt. Die Idee von Nationalmannschaften stammt aus dem 19. Jahrhundert (GB) und wurde von nahezu allen Länder der Erde übernommen, Nationalfarben sind für Nationalstaaten das, was Grün-Weiß für Werder ist. Die ganze Welt hat eine Verbindung zu seinem Land und zeigt dies ganz offen und selbstbewußt bei sämtlichen nationalen Anlässen (z.B. UK gerade in der Zeit des Volkstrauertags) und selbstverständlich zu spielen der Nationalmannschaft.
Wie sonst, sollten die Deutschen Fans zur WM ihre Zugehörigkeit zeigen, wenn nicht durch die Nationalfarben. Dass der dazugehörige Verband einen Schritt zurück in die Vorvergangenheit geht zeigt einmal mehr, dass die Deutschen ein Problem mit ihrer Identität haben.
Nur Verleugner der eigenen Identität würden sich überhaupt darüber Gedanken machen, was in der ganzen Welt ein Selbstverständnis ist.

