Korrekt.
Sorry, aber das ist mit Verlaub Unsinn. Und das schreibe ich nicht als ein User, der durch die grün-weiße Brille blickt, sondern das grün-weiße Wirken tendenziell eher kritisch sieht.
Grundsätzlich hast du Recht, dass Verzwergung sich das negativ auf die Ergebnisse auswirken kann. Aktuell sehe ich dahingehend jedoch keinen kausalen Zusammenhang. Zum Einen weil, wenn die Verzwergung grassieren würde, es wohl eher weniger wahrscheinlich gewesen wäre, bis zur kurzen Sommerpause 25 Punkte in 15 Spielen zu holen, oder? Zum Anderen, weil der Kader es nicht hergibt, um nassforsch von Europa herumtönen. Nicht nur wegen der nominellen Stärke (=Kaderwert) nicht, sondern weil wir uns hinten und/oder vorne zu oft Aussetzer in Form von zu vielen entscheidenden Kleinigkeiten leisten. Denn es ist ja nicht so, dass die Truppe über 90 Minuten überwiegend Gurkenfußball zeigt, sondern es "nur" an zu vielen Kleinigkeiten hapert. Wir haben in dieser Saison 6x verloren und 5x lag es daran, dass wir es den Gegnern zu leicht gemacht haben, um gegen uns zu gewinnen. Bzw. in den Heimspielen gegen Dortmund, Stuttgart und Heidenheim wegen dieser Kleinigkeiten mehr drin war als nur je ein Remis.
Deswegen ist die Marschroute von OW, erst einmal die 40 Punkte zu holen, und dann zu sehen, was dann noch ggf. möglich ist, mMn die richtige. Gerade weil unsere Mannschaft dazu neigt, wegen zu viel Schlendrian bei Kleinigkeiten Punkte herzuschenken. Und auch, weil ein echter Mittelstürmer fehlt. Und somit müssen wir immer ans Maximum gehen, um Spiele gewinnen zu können. Bei einzelen Spielen ist das möglich, aber höhere, ggf. vollmundige verkündete Saisonziele lassen sich damit eher nicht erreichen.
Übrigens: Otto Rehhagel äußerte einst, dass man nicht mit dem Mund Meister wird. Und somit erreicht man auch bescheidenere Ziele nicht mit dem Mund. Frag mal Frank Baumann, als er in der Saison 19/20 nach einer 0:1-Heimpleite gegen Paderborn und dem damit verbundenen Absturz auf 14 trotzig verkündete, am Ziel Europa festzuhalten. Was folgte, ist bekannt: mit Ach und Krach in der Relegation den Klassenerhalt geschafft und im Folgejahr abgestiegen. Bzw. wenn Werder Bremen Erfolg hatte, dann war es in den allermeisten nicht dann, wenn groß getönt wurde, sondern man sich auf das Wesentliche = die zu Arbeit fokussierte. Und da gibt es eine ganze Menge zu tun. Und wenn dort nachhaltige Fortschritte zu erkennen sind, dann können auch gerne selbstbewusstere Ziele verkündet werden. Aber umgekehrt vorzugehen, damit schießt man sich ins eigene Knie.