@ Karlotto
Ich finde die These gar nicht so weit hergeholt. Wenn man sich den Jahresabschluss 2007/2008 der Bayern anschaut, sind die Flüssigen Mittel von € 60 Mio. auf € 27 Mio. zurückgegangen. Grund dafür waren wohl in erster Linie die 80 Mio. Transfers aus dem Sommer 2007. Im Konzernabschluss ist die Entwicklung ähnlich, da ist ein Rückgang von 73 Mio. auf 42 Mio. zu verzeichnen. Natürlich waren die Transferausgaben im Sommer 2008 wesentlich geringer, dennoch denke ich, dass auch das abgelaufene Geschäftsjahr 2008/2009 einiges an Ausgaben mit sich gebracht haben dürfte (Gehälter, Klinsmann-Entourage). Insofern wäre es denkbar, dass die Flüssigen Mittel bis heute weiter geschrumpft sind.
Das heißt natürlich nicht, dass die Bayern wirtschaftlich in Schieflage geraten sind, die sind mit einer Eigenkapitalquote von 62 % (Stand 30.6.2008) natürlich nach wie vor gut aufgestellt. Aber es wäre eben denkbar, dass die EIGENEN Mittel im Moment nicht so üppig sind, um weitere dicke Transfers zu tätigen. Es scheint ja zur bayerischen Philosophie zu gehören, dass die keine Bankdarlehen aufnehmen, um Spieler zu kaufen. Zumindest waren im 2008-Abschluss keine Bankverbindlichkeiten enthalten (im Konzernabschluss 136 Mio. Bankverbindlichkeiten, aber die stammen aus der Stadion GmbH). Es ist daher nicht undenkbar, dass die Bayern Kredite aufnehmen müssten, um jetzt noch größere Transfers zu tätigen, und dass möchte UH möglicherweise grundsätzlich nicht, oder er schätzt die künftige Einnahmensituation halt so ein, dass ihm dies nicht sinnvoll erscheint.
Und was das Stadion angeht, so werden dort aktuell (Stand 2008) tatsächlich negative Ergebnisse generiert. 2007/2008 entstand in der Stadion GmbH ein Verlust von € 7 Mio. vor Verlustübernahme, der durch die FCB AG übernommen wurde. D.h., das Stadion frisst (insb. unter Berücksichtigung der Darlehenstilgungen) derzeit zusätzlich Mittel auf, was wohl in der Konzeption begründet liegt, dass das Stadion halt für zwei Erstligisten gedacht war.
Das heißt, dass die Bayern zur Zeit Ebbe in der Kasse haben, ist zwar tatsächlich spekulativ, aber eben nicht so unwahrscheinlich, wie man das im Zusammenhang mit dem FCB meinen möchte. Und falls dem so ist, denke ich, dass der Grund hierfür in der (meiner Meinung nach) katastrophalen Transferpolitik des Sommers 2007, wo man völlig ohne Not über die Stränge geschlagen hat und sich Klötze a la Toni (und evtl. auch Klose, mal die weitere Entwicklung abwarten) an's Bein gebunden hat. Um mir mal gerade selber auf die Schulter zu klopfen, habe ich genau diese Entwicklung im Sommer 2007 vorher gesagt, allerdings wurde man dafür speziell im Spätsommer 2007, als es bei den Bayern für ein paar Wochen lief wie geschnitten Brot, meistens ausgelacht.
EDIT: Ich nehm die Links zum elektr. Bundesanzeiger raus, da die anscheinend nicht dauerhaft funzen. Ist ja bei Bedarf auch nicht so schwer zu finden.